Essenz eines gelebten Lebens
Wenn die Kraniche nach Süden ziehenDer 89-jährige Bo lebt mit seinem geliebten Hund und mit Hilfe täglicher Betreuung durch einen Pflegedienst (noch) daheim in einem Dorf in Schweden. Seine Frau ist schwer pflegebedürftig und wohnt schon ...
Der 89-jährige Bo lebt mit seinem geliebten Hund und mit Hilfe täglicher Betreuung durch einen Pflegedienst (noch) daheim in einem Dorf in Schweden. Seine Frau ist schwer pflegebedürftig und wohnt schon seit Jahren in einem Demenzwohnheim. Bo vermisst seine Ehefrau unendlich und redet jeden Tag in liebevoller Zwiesprache mit ihr.
Auch Sohn Hans kümmert sich um Bo, das Verhältnis ist allerdings schwierig. Bo fühlt sich zunehmend entmündigt und bevormundet von seinem Sohn. Mit immer gebrechlicherem Körper, jedoch klarem Verstand blickt Bo auf sein langes Leben zurück. Er hat sich fest vorgenommen, vor seinem Ableben das verfahrene Verhältnis zum Sohn zu kitten. Ein schwieriges Unterfangen, besonders als Hans seinem Vater damit droht, den geliebten Hund wegzunehmen.
Ein leiser, aber trotzdem kraftvoller Roman über das Älterwerden und Sterben. Er zeigt auf, was es bedeutet, im Alter Autonomie und Würde zu verlieren und in einem Körper eingesperrt zu sein, der sich mehr und mehr im Verfall befindet. Gleichzeitig wirft das Buch die Frage auf, was am Ende unseres Lebens als Bodensatz all unserer gemachten Erfahrungen zurückbleibt. So viele wichtige Erkenntnisse lernen wir erst im Alter wirklich zu begreifen.
Ein zutiefst essenzielles Buch, das einen sehr intimen und gleichzeitig würdevollen Einblick gewährt in die Gedankenwelt eines sterbenden, hochbetagten Menschen. Mich hat dieses grandiose Debüt tief berührt.