Beschissen mit Aussicht auf Besserung
Lilly Bogenberger gibt Mädchen wie Lara eine Stimme. Im wahrsten Sinne, denn Lara ist die Erzählerin in diesem Buch. Sie erzählt uns, wie beschissen alles ist. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und ...
Lilly Bogenberger gibt Mädchen wie Lara eine Stimme. Im wahrsten Sinne, denn Lara ist die Erzählerin in diesem Buch. Sie erzählt uns, wie beschissen alles ist. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und wählt drastische Worte, die womöglich sogar etwas übertrieben oder aufgesetzt wirken. Doch nach und nach findet Lara ihre eigene Stimme. Versucht dieser anderen, fiesen Stimme in ihrem Kopf zu widersprechen. Dieser Stimme, in der nachhallt, was andere sie glauben machen wollen. Dass sie selbst Schuld sei. Dass niemand sie wirklich lieben könne. Und irgendwann bricht es dann aus ihr heraus „WAS IST DENN ÜBERHAUPT DAS VERFICKTE PROBLEM UND WOMIT HABE ICH DAS VERDIENT?!“ (S. 315). Hast du nicht. Du bist nicht Schuld.
Ein sehr lesenswertes Buch über junge Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Welt, die ihnen Schmerz zugefügt hat und den hindernisreichen Weg in Richtung Besserung. Die Autorin lässt Lara immer wieder wunderbar treffende Worte dafür finden. Ich ende mit noch einem Zitat: „Wie immer hat mein Körper seinen Job gemacht, hat die kaputten, zerfetzten Zellen repariert und neue Zellen geschickt, um die Löcher zu stopfen“ (S. 301).