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Veröffentlicht am 09.03.2026

Beschissen mit Aussicht auf Besserung

Narbenmädchen
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Lilly Bogenberger gibt Mädchen wie Lara eine Stimme. Im wahrsten Sinne, denn Lara ist die Erzählerin in diesem Buch. Sie erzählt uns, wie beschissen alles ist. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und ...

Lilly Bogenberger gibt Mädchen wie Lara eine Stimme. Im wahrsten Sinne, denn Lara ist die Erzählerin in diesem Buch. Sie erzählt uns, wie beschissen alles ist. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und wählt drastische Worte, die womöglich sogar etwas übertrieben oder aufgesetzt wirken. Doch nach und nach findet Lara ihre eigene Stimme. Versucht dieser anderen, fiesen Stimme in ihrem Kopf zu widersprechen. Dieser Stimme, in der nachhallt, was andere sie glauben machen wollen. Dass sie selbst Schuld sei. Dass niemand sie wirklich lieben könne. Und irgendwann bricht es dann aus ihr heraus „WAS IST DENN ÜBERHAUPT DAS VERFICKTE PROBLEM UND WOMIT HABE ICH DAS VERDIENT?!“ (S. 315). Hast du nicht. Du bist nicht Schuld.
Ein sehr lesenswertes Buch über junge Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Welt, die ihnen Schmerz zugefügt hat und den hindernisreichen Weg in Richtung Besserung. Die Autorin lässt Lara immer wieder wunderbar treffende Worte dafür finden. Ich ende mit noch einem Zitat: „Wie immer hat mein Körper seinen Job gemacht, hat die kaputten, zerfetzten Zellen repariert und neue Zellen geschickt, um die Löcher zu stopfen“ (S. 301).

Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein schmerzhaftes Buch. Ein wichtiges Buch. Ein wunderbares Buch.

Da, wo ich dich sehen kann
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Warum sollte man sich das antun, ein Buch über die Menschen zu lesen, die zurückbleiben, wenn ein Mann „seine“ Frau und die Mutter „seines“ Kindes tötet? („Seine“ in Anführungszeichen, da dieses Besitzdenken ...


Warum sollte man sich das antun, ein Buch über die Menschen zu lesen, die zurückbleiben, wenn ein Mann „seine“ Frau und die Mutter „seines“ Kindes tötet? („Seine“ in Anführungszeichen, da dieses Besitzdenken Teil des Problems ist.) Weil es wichtig ist. Weil es real ist. Weil wir nicht in einem Paralleluniversum leben, in dem das alles nicht passiert. Und weil dieses Buch unfassbar gut geschrieben ist.
Jasmin Schreiber zwingt uns, ganz genau hinzusehen. Dort hinzusehen, wo es wehtut. Sie tut dies, ohne zu beschönigen. Mit einem empathischen Blick, ohne Voyeurismus. Dadurch ist man ganz nah dran an Emma und an denen, die zurückbleiben und muss, kann sich dem stellen. Gemeinsam mit der besten Freundin, der Tochter, den Eltern, den anderen Eltern. Und der Hündin Chloé, die einem ein kleines Stück Last abnimmt. Weil tierische Familienmitglieder alles leichter machen können. (Aber manchmal auch sehr schwer.)

PS: Ich liebe es, wie Jasmin Schreiber ihre Romane mit Nerd-Wissen, in diesem Fall zu Geschichte und Astrophysik, spickt.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Kann man richtige Entscheidungen treffen, wenn die Umstände so falsch sind?

Lebensbande
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Die Frauenfiguren in diesem Buch wachsen einem sofort ans Herz. Wir begleiten sie ein Stück in ihren Leben, die durch politische Systeme, nationale Grenzen und grauenvolle Zustände vor und nach dem Krieg ...

Die Frauenfiguren in diesem Buch wachsen einem sofort ans Herz. Wir begleiten sie ein Stück in ihren Leben, die durch politische Systeme, nationale Grenzen und grauenvolle Zustände vor und nach dem Krieg geprägt werden. Und doch sind da die tiefen zwischenmenschlichen Verbindungen. Liebesbeziehungen, familiäre Verstrickungen, besondere Freundschaften, Schicksalsgemeinschaften.
Das Buch-Cover hat mich zunächst nicht sonderlich angesprochen. Doch der Verlauf der Handlung zeigt, wie passend es gewählt ist.
Besonders gut gefallen hat mir die schnörkellose Sprache. Alles wird so beschrieben, dass ich mir Situationen und Personen genau vorstellen kann. Doch die Ereignisse und Handlungen sprechen dabei für sich.
Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen, sodass ich jede freie Minute weitergelesen habe. In dem Wissen, dass die Autorin in diesem Roman wahre Begebenheiten verarbeitet hat, bleibt man nach der letzten Seite tief berührt zurück.

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