Abstrus Allegorisch Frustrierend
Ich, die ich Männer nicht kannteDer Klappentext verspricht eine feministische Geschichte. Ich habe diese nicht erkennen können.
In einem Keller werden vierzig Frauen in einem Käfig gefangen gehalten, schon seit vielen Jahren. Später ...
Der Klappentext verspricht eine feministische Geschichte. Ich habe diese nicht erkennen können.
In einem Keller werden vierzig Frauen in einem Käfig gefangen gehalten, schon seit vielen Jahren. Später leben sie in einem leeren Land, und ganz ohne Männer. All das erzählt die jüngste von ihnen, die keinerlei Erinnerung an ein Leben „davor“ hat.
Die Handlung ist recht abstrus. Was ist das für ein Land? Wer hat diese Frauen eingesperrt, und warum? Was ist passiert, was war vorher? Ähnlich wie in Haushofers „Die Wand“ erlebt die Protagonistin Dinge, die sie nicht versteht und die bis zum Schluss nicht aufgeklärt werden. Das funktioniert nicht so recht als Geschichte. Nur wenn man willens ist, es als Allegorie zu lesen, findet man zumindest einige Fragestellungen, die spannend und interessant sind.
Die Charaktere der Frauen bleiben bis auf wenige ziemlich nebulös. Mehr als einen Namen erfahren wir meist nicht. Sie alle sind resigniert bis zur Suizidalität. Auch nach dem Verlassen des Käfigs geht es nur ums Überleben. Kein Aufbäumen, keine Sinnsuche, keinerlei Initiative. Nur die namenlose Protagonistin zeigt ein wenig Neugier. Wenn das alles ist, was Feminismus und Emanzipation sein können, dann ist das sehr frustierend.