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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

Oberflächlich

Au revoir und tschüss
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Caro hat einen Ehemann und zwei Söhne. Sie macht einen Sprachurlaub in Südfrankreich. Ihre Ehe kriselt, die Kinder sind erwachsen.
Was vom Setting und auch vom Cover her wie eine Neuauflage von „Bonjour ...

Caro hat einen Ehemann und zwei Söhne. Sie macht einen Sprachurlaub in Südfrankreich. Ihre Ehe kriselt, die Kinder sind erwachsen.
Was vom Setting und auch vom Cover her wie eine Neuauflage von „Bonjour Agneta“ wirkt, ist recht oberflächlich geraten. Die Personen sind eindimensional, auch die Hauptperson Caro bietet keine Überraschungen und wenig Tiefe. Die Geschichte ist vorhersehbar und die Sprache voller Klischees. Die Schilderungen der Kleinstadt, in der Caro ihren Sprachkurs absolviert, könnte auch aus der Werbebroschüre eines Reiseveranstalters stammen. Als Roman ist das etwas langweilig.
Das Buch selbst ist schön gemacht. Der feste Einband ist etwas breiter als normal, und er trägt selber noch ein Titelbild, ähnlich dem auf dem Umschlag. Außerdem gibt es ein Lesebändchen und eine Fotografie im Buch, dazu eine Karte und ein Lesezeichen.
Sehr leichte Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Weiblich

Fünf Tage im Licht
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Sophie ist Künstlerin, sie malt. Auf einer griechischen Insel feiert sie gemeinsam mit ihen Studienfreundinnen Alessia und Iris den Junggesellinnenabschied von Helena. Sophie hadert mit dem Kinderwunsch ...

Sophie ist Künstlerin, sie malt. Auf einer griechischen Insel feiert sie gemeinsam mit ihen Studienfreundinnen Alessia und Iris den Junggesellinnenabschied von Helena. Sophie hadert mit dem Kinderwunsch ihres langjährigen Freundes. Sie versucht, im eigenen Leben anzukommen und sich künstlerisch zu verwirklichen.
Sophie wirkt mit ihrer Verletzlichkeit und ihrer Suche sehr authentisch und glaubhaft. Sie ist eine interessante Protagonistin, der man gerne folgt. Ihre reichen Freundinnen und auch die Männer bleiben dagegen etwas blass. Arbeiten bekannter Künstlerinnen werden geschildert, die Sophie auf ihrem Weg beeinflusst haben und noch beeinflussen werden. Hier gibt es auch Zeitsprünge, aber die verwirren nur wenig. Im Zentrum stehen weibliche Lebensentwürfe zwischen Mutterschaft, gesellschaftlichen Erwartungen und künstlerischem Ausdruck.
Eine Sommergeschichte voller Tiefe und Ehrlichkeit, für Künstlerinnen und Frauen, die das sein könnten.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Schön und grausam

Meine Berge bist du
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Briefe an die Berge kann die Post nicht zustellen. In einem entlegenen Dorf in den italienischen Alpen taucht ein ganzes Paket solcher Briefe auf. Es ist die Grundlage dieses Buches.
Die Idee, sich an ...

Briefe an die Berge kann die Post nicht zustellen. In einem entlegenen Dorf in den italienischen Alpen taucht ein ganzes Paket solcher Briefe auf. Es ist die Grundlage dieses Buches.
Die Idee, sich an einen der Berggipfel zu wenden, wenn man etwas Bewegendes zu erzählen hat, ist berührend. Täglich schauen die Dorfbewohner dort hinauf. Es sind einfache Menschen, die ein hartes Leben haben. In den Briefen schildern sie den Bergen amüsante, seltsame und schöne Episoden, die sich zu einer Geschichte zusammenfügen. Doch es ist kein Idyll, denn es fehl nicht an Grausamkeit und überraschenden, unschönen Wendungen.
Die Darstellung als eine Art Briefroman ist etwas anspruchsvoll: Man muss sehr darauf achten, wer jetzt gerade erzählt und in welcher Zeit man sich befindet, um alles richtig zu verstehen. Das Ganze ist poetisch erzählt, schön zu lesen und voller Weisheit. Empfehlung!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Sehr fesselnd

Solange ein Streichholz brennt
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Alina will eine Fernsehreportage über einen Obdachlosen drehen und trifft auf Bohm. Zuerst scheint es, als werde da jemand fürs Fernsehen verheizt, weil die Journalistin das für ihre Karriere braucht. ...

Alina will eine Fernsehreportage über einen Obdachlosen drehen und trifft auf Bohm. Zuerst scheint es, als werde da jemand fürs Fernsehen verheizt, weil die Journalistin das für ihre Karriere braucht. Kritik an der Medienwelt scheint auf. Aber das ist es nicht.
Es geht um Menschen, und wir kommen ihnen sehr nahe. Die sehr unterschiedlichen Lebenswelten der Protagonisten werden kapitelweise abwechselnd dargestellt. So erhalten wir einen authentischen Einblick. Es entfalten sich zwei interessante und verwundete Persönlichkeiten, die beide ihre Entwicklungen durchmachen. Besonders die von Bohm hat mich sehr berührt.
Der Stil ist lebendig und leicht zu lesen. Das war sehr fesselnd! Eine eigentlich einfache Geschichte, toll erzählt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Schön!

Der letzte Leuchtturm
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Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein ...

Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein gewalttätiger Vater sich um den Leuchtturm kümmern. Der Autor ist erfolgreicher Poetry Slammer und Lyriker in Schottland.
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!

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