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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2017

Toller Regionalkrimi

Fastenopfer
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In Altötting herrscht Aschermittwochsstimmung. Kriminaloberkommissar Max Kramer wird nach einer feucht-fröhlichen Feier des Kommissariats zu Hause wach - und findet neben sich die Staatsanwältin. Zu dumm, ...

In Altötting herrscht Aschermittwochsstimmung. Kriminaloberkommissar Max Kramer wird nach einer feucht-fröhlichen Feier des Kommissariats zu Hause wach - und findet neben sich die Staatsanwältin. Zu dumm, daß diese Affäre fast alle mitbekommen haben.... Noch während er es selbst nicht fassen kann, bekommt er von seinem Kollegen Fritz Fäustl einen Anruf. Der Verwalter des Tilly-Benefiztum, Rainer Schutt-Novotny wird tot ian seinem Arbeitsplatz unter dem Gemälde von Graf Tilly aufgefunden. Brutal erstochen. Kramer und Fäustl müssen sofort nüchtern werden und ermitteln...

Dies ist ein Regionalkrimi, wie ich ihn liebe. Schon der Schreibstil paßt. Locker und flockig, spaßig und trotzdem spannend. Das Buch beginnt mit einem Einblick, wer Graf Tilly war. Man erfährt die Vorgeschichte zum Benefiztum und den alten Brauch rund um Graf Tilly. Das hat mir sofort sehr gut gefallen, denn auch solche Dinge machen einen gelungenen Regionalkrimi aus. Weiter geht es dann direkt mit dem Mord und die Spannung ist sofort da. Wohltuend unterbrochen wird der Spannungsbogen durch die humoristischen Einlagen von Kramer und Fäustl und auch das Fräulein Schosi sorgt für so manchen Lacher mit ihrer "gesunden" Ernährung, zu der sie den Monsignore verdonnert hat. Ich hatte so manche Lachträne in den Augen. Aber auch das Verhältnis von Max Kramer und Maria Evita, der Nonne und seiner Ex-Freundin, sorgt wieder für so manche Lachfalte im Gesicht. Schön sind hier die regional typischen Ausdrücke, die man auch als Nicht-Bayer sehr gut versteht. Diese Ausdrücke machen richtig Spaß und gehören einfach dazu. Ebenso wie die wunderschönen Beschreibungen von Altötting. Man sieht den Ort richtig vor sich.

Ich fand es allerdings positiv, daß ich den Vorgängerband "Gnadenort" direkt vor diesem Buch gelesen habe. Denn ohne Vorkenntnisse kann ich mir vorstellen, wird es schwer mit den Personen. Sie entwickeln sich doch ziemlich weiter und spielen allesamt im ersten Band eine große Rolle. Und nebenbei - "Gnadenort" ist ebenso lohnend zu lesen wie "Fastenopfer".

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vom Feinsten

Saeculum
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Bastian, der Sohn eines erfolgreichen Arztes, und seine Freundin Sandra gehen mit der Mittelaltergruppe "Saeculum", der Sandra angehört, zu einem Contest. Die Gruppe spielt das Mittelalter in einem abgelegenen ...

Bastian, der Sohn eines erfolgreichen Arztes, und seine Freundin Sandra gehen mit der Mittelaltergruppe "Saeculum", der Sandra angehört, zu einem Contest. Die Gruppe spielt das Mittelalter in einem abgelegenen Waldstück nach. Dinge des heutigen Lebens sind verboten. Doch auf dem Wald soll ein Fluch liegen. Fast alle verspotten diesen Fluch. Bis geheimnisvolle Botschaften auftauchen, sich Gräber öffnen und Mitglieder der Gruppe spurlos verschwinden. Was passiert in diesem Wald?

Dies Buch ist einfach toll. Man wird langsam in das Geschehen eingeführt, die Charaktere werden vorgestellt und man wird förmlich von der Geschichte eingesogen. Die Charaktere sind sehr anschaulich beschrieben, man merkt die Unterschiede im Wesen, kann aber nicht durchschauen, wer hier Gut und wer Böse ist. Die Spannung baut sich hier stetig auf, sobald die Gruppe im Wald ist, wird die Spannung durchgehend hoch gehalten. Auch der Schreibstil der Autorin ist wunderbar. Sie schreibt sehr schön fließend und schafft es, schon alleine durch ihren Schreibstil, ein mehr an Spannung zu erzeugen. Man kann dies Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Unterhaltung und Spannung vom Feinsten für Jugendliche und Erwachsene!

Veröffentlicht am 22.09.2017

Unterhaltsam und lehrreich

Die Stadt des Affengottes
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Der Autor und National-Geographic-Journalist Douglas Preston bekommt die Gelegenheit, eine Reihe von Archäologen auf ihrer Reise nach Honduras zu begleiten. Sie suchen die "Stadt des Affengottes", die ...

Der Autor und National-Geographic-Journalist Douglas Preston bekommt die Gelegenheit, eine Reihe von Archäologen auf ihrer Reise nach Honduras zu begleiten. Sie suchen die "Stadt des Affengottes", die legandäre Ciudad Blanca. Doch ihre Expedition ist nicht ungefährlich. Eine der schlimmsten Gefahren begleitet sie zurück in die Zivilisation.

Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf vergangene Expeditionen. Douglas Preston deckt hier u. a. einen Betrug auf, der bis heute gedeckt wurde. Leider ist dieser Teil des Buches etwas zu lang geraten und er wirkt auf die Dauer doch etwas einschläfernd. Doch ab dem zweiten Teil ist diese Langeweile vergessen. Der Autor beschreibt seine Expedition sehr lebhaft und anschaulich. Ich konnte mir das Campleben richtig intensiv vorstellen und habe mit Begeisterung gelesen. Man erfährt sehr detailliert von den Schwierigkeiten und Gefahren, die der Dschungel mit sich bringt. Und auch der letzte Teil, der medizinische Teil, ist spannend und toll zu lesen. Douglas Preston hat eine bestimmte Art zu schreiben, so daß einem die Tatsachen richtig unter die Haut gehen.

Sehr gut fand ich, daß er auch die Folgen der Entdeckung der "Stadt des Affengottes" für den Dschungel beschrieben hat. Bei all seinen Beschreibungen der tödlichen Gefahren, denen die Archäologen ausgesetzt waren und den Folgen für den Dschungel durch das große Camp, als die Stadt entdeckt war, kam bei mir die Frage auf, ob Archäologie um jeden Preis sein muß.

Veröffentlicht am 20.09.2017

Der Name ist Programm

SOG
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Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja haben es mit einem neuen Fall zu tun: In einer 10 Jahre alten Zeitkapsel, in der die Zukunftsvorstellungen von Schulkindern eingeschlossen sind und die vergraben ...

Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja haben es mit einem neuen Fall zu tun: In einer 10 Jahre alten Zeitkapsel, in der die Zukunftsvorstellungen von Schulkindern eingeschlossen sind und die vergraben wurde, wird eine Liste mit 6 Initialien gefunden - zukünftige Mordopfer. Was zunächst wie ein Scherz eines pubertierenden Kindes aussieht, wird bald düstere Wahrheit. Auf anonyme Hinweise hin werden zwei abgetrennte Hände gefunden. Dies kann kein Zufall mehr sein.... 

Mit "Sog" hat das Erstlingswerk der Serie, "DNA", einen würdigen Nachfolger gefunden. Die Charaktere von Huldar und Freyja werden hier gekonnt weitergeführt, sie durchleben sowohl privat als auch beruflich eine nicht einfache Zeit. Obwohl dies durch Begebenheiten aus dem ersten Band geschieht, kann man aber auch ohne Vorkenntnisse hier sehr gut mit der Serie beginnen und wird seinen Anschluß finden. Dies ist der Autorin vortrefflich gelungen. Auch sehr lobenswert: Es nimmt nicht überhand mit den privaten Problemen, was ja gerade bei den nordischen Krimis leider allzu häufig der Fall ist. Und auch die Spannung hat bei dieser Fortsetzung nicht gelitten - im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, "Sog" wäre sogar noch einen kleinen Ticken besser als "DNA", auch wenn ich mir das nur scher vorstellen konnte! 

Veröffentlicht am 15.09.2017

Tolle Fortsetzung

Tiefe Schuld
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Cem und Fabian gehen ihrem Hobby nach. Geocachen. Doch diesmal finden sie keinen Schatz, sondern eine Frauenleiche. Die Kommissarin Antonia Stieglitz nimmt die Ermittlungen auf. Aufgrund ihrer privaten ...

Cem und Fabian gehen ihrem Hobby nach. Geocachen. Doch diesmal finden sie keinen Schatz, sondern eine Frauenleiche. Die Kommissarin Antonia Stieglitz nimmt die Ermittlungen auf. Aufgrund ihrer privaten eigenen Erfahrungen hat sie für sich den Täter schnell gefunden: der gewalttätige Ehemann. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sie nicht zu voreilig war.... 

Dies ist der zweite Fall für Antonia, doch es macht keinerlei Probleme sich in die Charaktere zu versetzen. Antonia wird so gut beschrieben, daß man ihr und ihrem Problem auch ohne Vorkenntnisse gut folgen kann. Auch vom Schreibstil her ist dieses Buch sehr angenehm zu lesen. Nicht zu schwer, aber auch nicht zu plump. Durch die persönliche Seite von Antonia bekommt dieses Buch noch eine ihm eigene Spannung, die mich wirklich begeistert hat.