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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Richtig gut

Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
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Für Hulda Gold ändert sich im Jahr 1924 einiges. Sie arbeitet jetzt in der modernen Frauenklinik Berlin als Hebamme. Die Umstellung fällt ihr nicht leicht. Auch ihre Beziehung zu Karl hat sie erstmal auf ...

Für Hulda Gold ändert sich im Jahr 1924 einiges. Sie arbeitet jetzt in der modernen Frauenklinik Berlin als Hebamme. Die Umstellung fällt ihr nicht leicht. Auch ihre Beziehung zu Karl hat sie erstmal auf Eis gelegt. Stattdessen fühlt sie sich zu einem jungen Arzt hingezogen. Als es in der Klinik zu mehreren Todesfällen bei den jungen Müttern kommt, schrillen bei Hulda die Alarmglocken. Zunächst kommt sie mit ihren Nachforschungen nicht weiter, aber dann deckt sie üble Machenschaften der Ärzte auf. Einige von ihnen tun alles, um auf der Karriereleiter hochzuklettern. Aber gehen sie dabei auch über Leichen?

"Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt" von Anne Stern ist das dritte Buch über die Hebamme Hulda Gold. Dieser Band ist irgendwie anders als die beiden ersten Bände. Dies liegt wohl daran, daß sich jetzt ein großer Teil der Geschichte in einer Klinik abspielt. Dadurch fallen die Einblicke in die sozialen Zustände in den 1920er Jahren zum großen Teil weg. Dies empfinde ich als sehr schade. Aber natürlich habe ich Hulda gern auf ihrem neuen Weg begleitet. Schließlich sind mir die Charaktere dieser Serie schon so vertraut und ich habe sie so lieb gewonnen, daß ich sie glatt vermissen würde. Gerade diese Charaktere machen die Handlung so lebhaft. Durch sie entstehen so viele Nebenschauplätze, die sich wie rote Fäden durch die gesamten Bücher ziehen. So fragt man sich am Ende eines jeden Buches, wie es wohl mit ihnen im nächsten Band weitergeht. So auch dieses Mal.

Anne Stern ist hier wieder eine richtig gute Folge der Geschichten um Hulda Gold gelungen, die jetzt schon neugierig auf mehr macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Immer wieder toll!

Verhängnisvolles Lavandou
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Der Sommer läßt diesmal in Le Lavandou auf sich warten. Heftige Regenfälle haben die Bäche und Kanäle in der Umgebung über die Ufer treten lassen. Als am Strand von Le Lavandou ein Abfallsack mit einer ...

Der Sommer läßt diesmal in Le Lavandou auf sich warten. Heftige Regenfälle haben die Bäche und Kanäle in der Umgebung über die Ufer treten lassen. Als am Strand von Le Lavandou ein Abfallsack mit einer Kinderleiche gefunden wird, stellt Dr. Leon Ritter schnell fest, daß dieser Sack mit dem Wasser eines Kanals an den Strand gespült wurde. Die Suche nach dem eigentlichen Ablageort des toten Kindes gestaltet sich schwierig. Doch dann werden angesehene Bürger von Le Lavandou grausam gefoltert und ermordet. Dr. Leon Ritter vermutet einen Zusammenhang mit dem Kindermord. Er geht einer Spur nach, die ihn weit in die Vergangenheit zu einem katholischen Internat führt. Er ahnt nicht, wie sehr er sich dabei in Gefahr begibt.

Die Krimis aus Le Lavandou sind immer eine Klasse für sich. Das ist auch diesmal nicht anders. In "Verhängnisvoller Lavandou" nimmt sich Remy Eyssen eines besonders sensiblen Themas an. Es geht um Kindesmißbrauch. Dabei geht der Autor aber nie reißerisch zu Werke, sondern er beschreibt sehr einfühlsam die Gefühle der Ermittler, wenn sie vor so einem ergreifenden Fall stehen. Auch die dem Serienfan schon vertrauten Bewohner von Le Lavandou sind wieder dabei, nicht zuletzt auch die "lieben" Kollegen und natürlich die Familie von Dr. Leon Ritter. Das alles zusammen ergibt wieder einmal eine tolle Geschichte mit der die Zeit wie im Flug vergeht. Dazu kommt noch die lebhafte Beschreibung der wunderschönen Landschaft. Da bekommt man unheimlich Lust auf Sommer, Sonne und Strand. Für mich sind die Le-Lavandou-Krimis immer ein ganz besonderes Lesevergnügen und ich bekomme jetzt schon Sehnsucht nach dem nächsten Fall!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2021

Ein Thriller der besonderen Art

Die Frau vom Strand
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Rebecca lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in einem Haus an der Ostsee. Lucy ist beruflich sehr oft unterwegs, an diesen Tagen fühlt Rebecca sich einsam. Eines Tages lernt sie am Strand ...

Rebecca lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in einem Haus an der Ostsee. Lucy ist beruflich sehr oft unterwegs, an diesen Tagen fühlt Rebecca sich einsam. Eines Tages lernt sie am Strand Julia kennen. Sie freunden sich an - bis Julia eines Tages verschwindet. Rebecca begibt sich auf die Suche nach Julia und entdeckt dabei ein Netz aus Lügen...

"Die Frau vom Strand" von Petra Johann ist ein ganz besonderer Thriller. Hier steht nicht das Morden und Blutvergießen im Mittelpunkt, sondern psychologische Spannung, die durch einzelne mysteriöse Fakten erzeugt wird. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt, man spürt die Geheimnisse, die sie umgeben und man bekommt so manches Mal eine Gänsehaut. Geschickt wird man hier in die spannende Handlung gesogen, rätselt und ermittelt mit. Dabei kommt man der Lösung einfach nicht nahe und muß sich für die Auflösung wirklich bis ganz zum Schluß gedulden. Dadurch findet man dann auch kein Leseende und liest dieses Buch recht schnell, was natürlich durch den sehr angenehmen Schreibstil der Autorin noch gefördert wird.
Mir hat dieses Buch wunderbar gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der Thriller mit Tiefgang mag!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2021

Ein toller Einblick in das Leben eines Naturführers

Wo die wilden Tiere wohnen
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Karsten Nitsch wurde in der Lausitz geboren und interessierte sich von Kindesbeinen an für die Pflanzen- und Tierwelt seiner Heimat. Da war es nur natürlich, daß er den Beruf des Naturführers wählte und ...

Karsten Nitsch wurde in der Lausitz geboren und interessierte sich von Kindesbeinen an für die Pflanzen- und Tierwelt seiner Heimat. Da war es nur natürlich, daß er den Beruf des Naturführers wählte und den Menschen seine Heimat näher bringt. In seinem Buch "Wo die wilden Tiere wohnen" beschreibt Karsten Nitsch nun seine Erlebnisse verschiedenster Art. Man erlebt mit ihm seine schönsten Begegnungen mit wilden Tieren. Diese Erlebnisse beschreibt er so wunderschön, daß automatisch eine Gänsehaut entsteht. Man erlebt dies einfach hautnah mit und sieht z. B. den Eisvogel oder den Seeadler genau vor sich. Gerade die Beschreibung des Seeadlers war für mich ein Highlight und erinnerte mich an meine eigene Begegnung mit diesem faszinierenden Vogel. Ich werde nie vergessen, wie majestätisch dieser Vogel über mich hinweg flog. Und genau dieses Gefühl vermittelt Karsten Nitsch hier. In einem weiteren Kapitel geht er auf die Wolfshetzerei ein. Er klärt an dieser Stelle auf, beseitigt Mißverständnisse und schreibt, was wirklich in Sachen Wolf in der Lausitz passiert ist. Dabei stellt er einige Fehlinformationen der aufhetzenden Presse richtig. Dies hat mir sehr gut gefallen! Aber er schreibt auch von den schwierigeren Aufgaben eines Naturführers. Man erkennt, daß er nicht nur mit Touristen durch die Natur läuft und auf Interesse stößt. Manchmal muß er schon gute Ideen haben, um das Interesse auf sich zu ziehen. Oder aber er muß beweisen, daß Naturbeobachtung halt doch mit Geduld und dem Wissen, wo man bestimmte Tiere finden kann, zu tun hat und diese nicht fotogen in der Landschaft stehen. Fotogen ist das nächste Stichwort. Denn der Autor fotografiert natürlich auch selbst. Einige seiner herrlichen Farbfotos befinden sich in zwei Bildteilen in diesem Buch. Diese Fotos sind wunderschön, geben einen Einblick in das, was Karsten Nitsch so fasziniert: Die Schönheit der Natur und der Tiere. Diese Faszination teile ich mit ihm und aus diesem Grund hat mich das Buch restlos begeistert!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.05.2021

Wissen unterhaltsam vermittelt

Bienenweide und Hummelparadies
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"Bienenweide und Hummelparadies" von Dave Goulson ist ein Muß für alle Freunde dieser nützlichen Tierchen. Man kann es schon als Standardwerk bezeichnen. Hier werden vielfältige und wichtige Themen zur ...

"Bienenweide und Hummelparadies" von Dave Goulson ist ein Muß für alle Freunde dieser nützlichen Tierchen. Man kann es schon als Standardwerk bezeichnen. Hier werden vielfältige und wichtige Themen zur Erhaltung der Arten behandelt. Man erfährt z. B. wieviele verschiedene Arten Bienen und Hummeln es gibt und welche davon in Deutschland heimisch sind. Man begleitet Hummeln durch ein Jahr und staunt einfach nur, was diese Tierchen in einem Jahr leisten und überstehen. Dave Goulson geht hier den Ursachen für das Bestäubersterben nach und zeigt auf, was jeder einzelne dagegen tun kann. Die schöne Erkenntnis lautet hier: Man braucht keinen großen Garten - auch mit einem Balkon kann man helfen! Dazu gibt er Anregungen, welche Gartenpflanzen, Bäume, Sträucher und Blumen hilfreich für die Arterhaltung sind. Zudem gibt es Tips für Wildblumenwiesen und Nisthilfen. Besonders schön und aufwertend sind die zahlreichen herrlichen Farbfotos. Fast jede besprochene Art, ob tierisch oder pflanzlich, ist hier abgebildet und wird dadurch einprägsam. Auch textlich besticht dieses Buch. Die einzelnen Kapitel weisen genau die richtige Länge auf, um den Inhalt wirklich zu verinnerlichen. Dies fällt umso leichter, da Dave Goulson über einen leicht zu lesenden und zu verstehenden Stil verfügt. Hier kann man auch als Laie gut folgen und versteht den Text. Man benötigt kein Biologie-Studium und deshalb macht das Buch richtig Spaß. Es ist für mich schon Kunst, wie hier Spezialwissen leicht verständlich für jeden präsentiert wird. Dadurch erreicht Dave Goulson ein breites Publikum - und das ist bei diesem Thema wirklich wichtig!

  • Cover
  • Erzählstil