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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2019

Mal ein anderes Ermittlertier

Mord auf Portugiesisch
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Fernando Valente soll, wie jedes Jahr zu Weihnachten, ein Schwein schlachten. Ausgerechnet Raquel, die er mit der Hand aufgezogen hat! Als Dorfpolizist beschließt er deshalb, daß Raquel Polizeischwein ...

Fernando Valente soll, wie jedes Jahr zu Weihnachten, ein Schwein schlachten. Ausgerechnet Raquel, die er mit der Hand aufgezogen hat! Als Dorfpolizist beschließt er deshalb, daß Raquel Polizeischwein wird. Seine Kollegen sind wenig begeistert. Als eine Frau von den Klippen stürzt, müssen Fernando und Raquel nun beweisen, ob es ein Unfall oder doch Mord war. Für Raquel steht ihre Karriere auf dem Spiel. Doch sie kann auf Fernando und seine Tricks zählen.

Heidi van Elderen hatte für ihr Buch "Mord auf portugiesisch" eine saugute Idee: Es ermittelt ein ausgewachsenes Schwein! Raquel ist einfach knuddelig. Ihre Art sorgt für eine gute Portion Humor. Denn ihre Ausbildung ist nicht einfach und Fernando zieht wirklich alle Register, um ihr zu helfen. Hier sind klar alle Sympathiepunkte an die zwei vergeben. Die Autorin schafft eine wunderbare Atmosphäre, die Portugal von seiner landschaftlich schönen Seite darstellt. Hier bekommt wirklich Lust, dieses Land einmal zu besuchen. Ebenso lernt man hier alte Traditionen kennen, die mir völlig neu waren. Da es sich hier um einen Krimi handelt, geschieht natürlich ein Mord. Dieser ist aber nicht blutrünstig, sondern dem Buch angemessen, eher ruhig. Trotzdem jedoch spannend und diese Spannung bleibt der Handlung auch bis zum Schluß erhalten. Natürlich haben die Charaktere auch hier ein Privatleben. Dieses nimmt nicht überaus viel Platz in der Handlung ein, ist aber höchst interessant und verspricht schon jetzt eine interessante Fortsetzung der Serie rund um Fernando und Raquel!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Weihnachtlich romantisch mit viel Herz

Mr. Hicks feiert Weihnachten
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Der 70jährige Mr. Hicks hat seit dem Tod seiner Frau einen geregelten Zeitplan für seinen Tagesablauf. Als ihm eines Tages ein Kater zuläuft und ihn seine Nachbarin bittet auf ihren kleinen Sohn Charlie ...

Der 70jährige Mr. Hicks hat seit dem Tod seiner Frau einen geregelten Zeitplan für seinen Tagesablauf. Als ihm eines Tages ein Kater zuläuft und ihn seine Nachbarin bittet auf ihren kleinen Sohn Charlie aufzupassen, gerät dieses Leben allerdings durcheinander. Noch dazu der Ärger mit seinen in der Wäscherei vertauschten Oberhemden. Diese müssen eigentlich bei der Besitzerin der bunten Blusen sein, die er fälschlicherweise in seinem Paket hatte. Doch sie werden nicht zurückgegeben. Als Mr. Hicks eines Tages mit Charlie das Museum besucht, entdeckt er bei den Aufseherinnen eine Frau mit einer dieser bunten Blusen! Er beschließt, sie nach seinen Hemden zu fragen. Diese Frage wird das Leben aller vier Menschen von Grund auf ändern....

"Mr. Hicks feiert Weihnachten" aus der Feder von Kate Roseland gibt den Geist der Weihnacht auf wunderschöne Art wieder. Hier lernt man bezaubernde Menschen kennen, die man sofort ins Herz schließt. Ihre privaten Probleme rühren zu Tränen und man wünscht sich für sie, daß sie ihr Glück finden. Kate Roseland hat einen wahrlich bezaubernden Stil, der dem Leser alles sehr nahe bringt. Man sieht die Menschen und ihre Umgebung bildlich vor sich. Ebenso liest sich die Handlung flüssig und man bekommt ein kuscheliges Weihnachtsgefühl. Ein wenig gruselig sind die Ohnmachtsanfälle von Mr. Hicks - seine Sprünge in die Vergangenheit haben doch etwas für Gänsehaut gesorgt.

Dieses Buch ist der perfekte Begleiter für die Adventszeit!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Das besondere Buch

Die Weihnachtsgeschwister
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Jedes Jahr feiern Tamara, Elisabeth und Ingmar zusammen mit ihren Partnern und Kindern Weihnachten zusammen bei ihren Eltern. Und jedes Jahr endet Weihnachten in Streit und Zerwürfnis. Schließlich führt ...

Jedes Jahr feiern Tamara, Elisabeth und Ingmar zusammen mit ihren Partnern und Kindern Weihnachten zusammen bei ihren Eltern. Und jedes Jahr endet Weihnachten in Streit und Zerwürfnis. Schließlich führt jeder sein eigenes Leben und denkt, die anderen Partner passen nicht zur Familie. Auch in diesem Jahr zeichnet sich der Streit bereits vor dem heiligen Abend ab - doch diesmal haben die Eltern einen Plan....

Alexa Hennig von Lange zeichnet in ihrem Buch "Die Weihnachtsgeschwister" das Bild dreier Geschwister, die sich zwar nicht mehr viel zu sagen haben, sich jedoch jedes Jahr erneut bemühen friedlich Weihnachten zu feiern. Und jedes Jahr scheitern. Jeder hat seinen eigenen Charakter, empfindet nur seinen Lebensstil als richtig und versucht, die anderen zu formen. Und genau dies geht naturgemäß nicht gut. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere sehr bildhaft, so daß man ein sehr gutes Bild von ihnen bekommt. Dabei ist außer den Eltern eigentlich niemand absolut sympathisch. Und trotzdem mag man sie alle. Dadurch, daß die Kapitel jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben sind, erhält man tiefe Einblicke in die jeweilige Gedankenwelt und lernt ihren Standpunkt zu verstehen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und gespickt mit einigen humorvollen Gedanken der Charaktere. Die Entwicklung, die hier jeder einzelne Charakter mitmacht, ist besonders interessant. Die jeweiligen Rückblicke in die Vergangenheit sind hier sehr aufschlussreich. Die Geschichte erreicht zum Schluß ihren Höhepunkt und dies ist der Punkt, an dem die Geschwister wieder zusammenhalten und ihre Streitigkeiten vergessen müssen. Dies macht das Buch zu etwas ganz besonderem - denn es zeigt, daß man viel mehr schafft, wenn man miteinander lebt anstatt gegeneinander. So erlebt man mit den Geschwistern zusammen ein kleines Weihnachtswunder!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2019

Dieses Buch macht süchtig

Neun Fremde
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In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer, die sich vorher nicht kannten, aufeinander. Sie wollen dort 10 Tage verbringen, ihr altes Leben hinter sich lassen und ihre Krisen ...

In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer, die sich vorher nicht kannten, aufeinander. Sie wollen dort 10 Tage verbringen, ihr altes Leben hinter sich lassen und ihre Krisen bewältigen. Aber in Tranquillum House ist nichts, wie es scheint und alte Geheimnisse kommen ans Licht.

"Neun Fremde" ist das erste Buch, welches ich von Liane Moriarty gelesen habe und ich bin begeistert! Die Autorin schafft es, diese vielseitigen Charaktere so in die Handlung zu führen, daß man als Leser sehr gut folgen kann. Man kommt auch bei dieser Menge an Personen tatsächlich nicht durcheinander. Jede Person wird hier mit all ihren Eigenarten beschrieben und erhält jeweils immer ein Kapitel, aus dessen Sicht geschrieben wird. Dies ist eine perfekte Lösung, um jeden in Ruhe kennenzulernen. Die Handlung beginnt ruhig und entspannt, steigert sich allmählich bis hin zu einem richtig schönen, nicht zu plötzlichen Ende. Wie schon vom Inhalt her vermutet, ist die Handlung streckenweise sehr außergewöhnlich. Jedoch nie übertrieben, sondern immer stimmig. Das Buch liest sich, bedingt vor allem durch den wunderbar flüssigen Stil der Autorin, richtig angenehm. Übrigens kommt bei all den Geheimnissen natürlich auch Spannung auf - denn diese interessieren ja immens!

Wer das besondere Buch sucht ist hier wirklich gut aufgehoben!

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Veröffentlicht am 07.12.2019

Gute Frage

Das Erbe
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Mona Lang erhält von ihrer Großtante, zu der sie kaum Kontakt hatte, ein Wohnhaus mit Millionenwert in München. Ihre Familie ist neidisch, ihre Mutter behauptet sogar, an dem Haus klebe Blut. Bei Nachforschungen ...

Mona Lang erhält von ihrer Großtante, zu der sie kaum Kontakt hatte, ein Wohnhaus mit Millionenwert in München. Ihre Familie ist neidisch, ihre Mutter behauptet sogar, an dem Haus klebe Blut. Bei Nachforschungen im Grundbuchamt muß Mona erfahren, daß das Haus vor dem Zweiten Weltkrieg einer jüdischen Familie gehörte. Für Mona stellt sich nun die Frage, auf welchem Wege das Haus in den Besitz ihrer Großtante kam.

Ellen Sandberg hat mit "Das Erbe" wieder einmal ein heißes Thema in ihrem Buch verarbeitet. Erzählt wird die Geschichte in drei verschiedenen Handlungssträngen, einer davon spielt in der Zeit 1938 - 1949. Doch diese drei Stränge werden im Verlauf des Buches zu einer berührenden Geschichte verwoben, die unter die Haut geht. Durch diese Wechsel wird Spannung erzeugt, denn man möchte in jeder Handlung den weiteren Verlauf am besten sofort wissen. Obwohl man das Ende ahnt, bleibt die Spannung bis zum Schluß erhalten. Schon allein durch Monas Zwiespalt und ihre moralischen Fragen ist man sehr gespannt. Die Charaktere sind nicht die klaren Sympathieträger. Jeder von ihnen hat Eigenarten, die man nicht wirklich mögen kann und die sehr aus dem Bereich "typisch für" kommen. Dies ist ein wenig nervig. Gerade Sabine empfand ich als absolut unmöglich. Die typische Hartz4erin, viel Geld kassieren wollen, aber nichts tun. Gewisse TV-Sendungen lassen grüßen. Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an diesem Buch und fällt gegen den interessanten Inhalt nicht ins Gewicht.

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