Was ist Heimat?
Real AmericansDas Buch von Rachel Khuong gliedert sich in drei Teile.
Im ersten Teil erleben wir mit der jungen Lily, wie sie Matthew kennenlernt, einen Sohn aus reichen Haus und ihn heiratet. Aber Lilys Mutter verhält ...
Das Buch von Rachel Khuong gliedert sich in drei Teile.
Im ersten Teil erleben wir mit der jungen Lily, wie sie Matthew kennenlernt, einen Sohn aus reichen Haus und ihn heiratet. Aber Lilys Mutter verhält sich komisch gegenüber Matthews Vater und man erfährt nicht, was dahintersteckt.
Der zweite Teil widmet sich Nick, den inzwischen erwachsenen Sohn von Lily, der nun mit seiner Mutter auf einer einsamen Insel im Staat Washington lebt, in maximaler Entfernung zu Matthew. Zusammen mit seinem Freund nimmt er aber heimlich Kontakt zu Matthew auf und die beiden kommen sich wieder näher. Matthew unterstützt Nick bei seinem Studium und versucht eine engere Beziehung zu dem Jungen aufzubauen.
Erst im dritten Teil erfahren wir mehr über die Zusammenhänge, denn May, Lilys Mutter, berichtet über ihre Erinnerungen an China und ihre Flucht in die USA. Dort kann sie wieder als Biologin arbeiten und versucht sich anzupassen, sie will eine echte Amerikanerin werden. Viele offene Fragen aus den beiden ersten Teilen werden jetzt geklärt.
Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Das Cover mit der Auster hat mich sehr angesprochen, denn viele der Figuren in dem Buch sind sehr verschlossen und haben Probleme echte Beziehungen zu anderen aufzubauen.
Der erste Teil ist der am wenigsten spannende Abschnitt, denn es sind einfach noch zu viele Fragen offen und man kann zu Lily nicht unbedingt eine Beziehung aufbauen. Auch im weiteren Verlauf des Buches ist sie mir fremd geblieben. Nick war die Person, die ich am besten verstehen konnte, er wollte mehr über seine Vergangenheit erfahren und das wurde ihm von seiner Mutter verwehrt. May dagegen hat viele schlechte und wirklich schlimme Erfahrungen gemacht, besonders im China unter Mao. Diese Erfahrungen sind in ihrem ganzen Leben eine schwere Bürde und sie kann sich nie ganz davon lösen. Der Anpassungsdruck in Amerika ist groß, sie will auch dort nicht auffallen und unter dem Radar bleiben.
Das Buch liest sich leicht und flüssig und spricht viele aktuelle Themen an. Migration, Verlust der Heimat, Genforschung und ihre Grenzen, Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind nur einige von ihnen. Ein lesenswertes Buch für alle, die tragische Familiengeschichten mögen!