Nette Geschichte
Die Situation ist vielversprechend skurril. Marlene, einer erfolgreichen Managerin, fehlt nur ein bisschen Empathie für die Kollegen, um den nächsten Karriereschritt zu machen. In einem Achtsamkeitsseminar ...
Die Situation ist vielversprechend skurril. Marlene, einer erfolgreichen Managerin, fehlt nur ein bisschen Empathie für die Kollegen, um den nächsten Karriereschritt zu machen. In einem Achtsamkeitsseminar soll sie lernen, dass das Leben nicht nur aus Leistung besteht.
Dagegen steht die Wellnessfarm, die sie besuchen soll, kurz vor dem Bankrott. Alex, der Coach für Achtsamkeit und positives Denken, leitet seit Jahren Kurse auf einem Schloss in Brandenburg, hat nur beim Ausbau seiner Kur-Oase den Blick für die Finanzen verloren. Da kann einen schon der Gleichmut verlassen. Außerdem hat der Coach für ein glückliches Miteinander selbst Beziehungsprobleme.
Das Setting hat Potenzial, nur leider fehlt ihm der Witz. Beim „Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ habe ich mich noch großartig amüsiert, aber hier hält sich der Autor sehr zurück, baut mehr auf Situationskomik als erlesenen Wortwitz.
Die Figuren und die Handlung wirken eher brav konstruiert und werden mit ordentlich Küchenpsychologie unterfüttert. Kaum ist Marlene angekommen, ist sie ein anderer Mensch, ihre Wandlung braucht nur wenige Tage. Dabei bearbeiten wir ihre Kindheit und die ihrer Mutter. Grundsätzlich lasst sich wieder feststellen, so eine Mutter hatte ja auch eine Mutter, genau wie so manch andere Mutter auch. Ach, immer diese Mütter!
Es passiert noch ein wenig was, es treten noch andere Menschen auf und am Ende sind alle geläutert, sogar Alex.
Das ist hübsch aber nicht sehr aufregend, eine nette Geschichte, die man mal lesen kann, aber nicht muss. Ich hatte mir mehr davon versprochen.