Cover-Bild Der letzte Leuchtturm
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 14.04.2026
  • ISBN: 9783755811909
Michael Pedersen

Der letzte Leuchtturm

Roman | »Ein originelles Debüt, das vor schillernder Sprache nur so sprüht« Bernardine Evaristo
Stephan Kleiner (Übersetzer)

Auf Muckle Flugga, der nördlichsten bewohnten Insel der Shetlands, leben einzig ein Leuchtturmwärter und sein Sohn, der wundersame Ouse. Seit dem Tod seiner Mutter ist Ouses letzter wahrer Freund der Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson. Nur im Gespräch mit ihm und in seinem Atelier, in dem er die farbenfrohesten Pullover strickt, findet er Zuflucht vor seinem hartherzigen Vater. Als Firth, ein schwermütiger Autor aus Edinburgh, sich in eine Hütte auf der Insel einmietet, zieht ein Sturm über Muckle Flugga auf. Firth, der seine vermeintlich letzte Reise angetreten ist, um den Lieblingsvogel seines Großvaters zu finden und zu malen, entdeckt Ouses künstlerisches Talent und freundet sich mit dem jungen Mann an. Ein Tauziehen zwischen dem Vater und Firth beginnt. Wären Ouse und seine Begabung nicht viel besser in einer Stadt wie Edinburgh aufgehoben? Firth möchte seinen neuen Freund befreien: von der einsamen Insel und seinem kontrollierenden Leuchtturmwärter. Doch kann Ouse den Vater und diesen nahezu magischen Ort wirklich hinter sich lassen? Er muss eine Entscheidung fällen, die selbst die Gezeiten auf Muckle Flugga für immer verändern könnte. »Ein kaleidoskophaftes, sprachlich kühnes Werk voller funkelnder Metaphysik, unterfüttert von der ehrwürdigen Suche nach Freude, Erlösung und der Macht des Ortes.« OCEAN VUONG

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Muggle Flugga

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Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt ...

Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen. Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.

Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.

Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.

Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die Befreiung aus der Macht eines magischen Ortes – tiefgehend!

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Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, ...

Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, sich wortgewaltig entwickelnde Botschaft dieses Romans mit Ouse als Hauptperson. In dem einzigartigen, tatsächlich existierenden Naturspektakel mit Leuchtturm auf Muckle Flugga, der nördlichsten damals noch bewohnten Insel der Shetlands nahe der Arktis, lebt dieser junge, kreative Mann mit einer besonderen künstlerischen Vorliebe für Textil- und Nadelarbeiten. Während er oft in berührender Zwiesprache mit dem Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson (RLS) verweilt – Sohn dieses Leuchtturmbauers und dessen einziger, wahrer Freund seit dem Tod der Mutter - , sorgt sein verbitterter, schwermütiger, kontrollierender Vater als einziger Leuchtturmwärter für reichlich viele angespannte Momente des Zusammenlebens. In seiner derben Mundart verbunden mit harschem, rauem Verhalten stellt er im Tauziehen um Ouse mit seiner Erwartungshaltung den unerbittlichen Fels in der Brandung dar. Zwischen diesen zwei extremen Charakteren taucht aus Edinburgh der lebensmüde Autor Firth in dem heutigen Naturschutzgebiet auf. Seine vermeintlich letzte Mission, den Lieblingsvogel seines Großvaters, den Basstölpel, dort zu finden und zu malen vor Beenden seines traurigen Lebens verwandelt sich in eine Befreiungsaktion für seinen neuen Freund Ouse. Die bildhaften Beschreibungen der Naturschönheit, aber auch der Gefahren von Flora, Fauna, Wetterwechseln und dem Ozean konkurrieren mit den intensiven emotionalen Entwicklungen dieser drei Männer, mal zart berührend, mal polternd plump und laut. Der lange Entscheidungsweg von Ouse, den Vater und diesen magischen Ort für Edinburgh zu verlassen, ist fesselnd und einfühlsam beschrieben. Eigentlich stellt sich für alle drei Männer eine neue Sinnfrage.
Eine nachdenkliche Geschichte über Verlust, Freundschaft und Mut zum Neuanfang.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Welch ein Buch!

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Welch ein Buch!
Michael Pedersen hat mit seinem Debutroman ein Meisterwerk der Literatur erschaffen.
Poetisch mit seinem einzigartigen, wundervollen, tragenden Stil überrascht er die Leserschaft.
Dies ...

Welch ein Buch!
Michael Pedersen hat mit seinem Debutroman ein Meisterwerk der Literatur erschaffen.
Poetisch mit seinem einzigartigen, wundervollen, tragenden Stil überrascht er die Leserschaft.
Dies ist kein Buch für einen lauen Sommerabend, welches einfach mal so verschlungen werden möchte. Sein Inhalt fordert heraus und verlangt nach Durchhaltevermögen. Es ringt dem Leser die Bereitschaft zum Denken und Sinnieren ab. Wortgewaltig hüllt es ein und manchmal scheint es einen zu verschlingen.
>Der letzte Leuchtturm< ist ein Buch zum Genießen.
Stephan Kleiner (Übersetzer) hat mit seiner literarischen Übersetzung dem Werk sein Wesen gelassen. Grandiose Leistung.
Alles in allem ein Buch welches man dem geübten Leser guten Gewissens empfehlen kann. Wer etwas leichtes, romantischen sucht, wird hier sein Glück nicht finden. Wer jedoch mit allen Sinnen liest wird hier traumhafte Stunden verbringen dürfen.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

anders und gut

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Das Cover ist sehr schön gestaltet und der Einband des Buches ist absolut hochwertig und ist schon alleine deshalb eine Augenweide.
Dieses Buch ist eher ein ruhiges Buch welches ganz tief geht. Vor allem ...

Das Cover ist sehr schön gestaltet und der Einband des Buches ist absolut hochwertig und ist schon alleine deshalb eine Augenweide.
Dieses Buch ist eher ein ruhiges Buch welches ganz tief geht. Vor allem die Sprache steht hier im Zentrum des Buches. Damit ist von dem Autor gewaltig eingesetzt worden. Für alle, die sich auf diese literarische Reise begeben möchten, kann ich dieses Buch empfehlen. Denn diese Reise ist eine Reise mit ganz viel Sprache und Gefühl. Das Buch beinhaltet die Geschichte um einen Sohn und seinen Vater, die in einem Leuchtturm wohnen. Dass dies nicht immer ganz einfach ist als zwei Bewohner einer Insel kann man sich gut vorstellen. Man kann sich durch die Beschreibungen des Autors sehr gut in die zwei hineinfühlen. Und ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen, da ich hohe Literatur sehr schätze. Ein ganz tolles Buch.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Spielerei

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Der Roman Der letzte Leuchtturm spielt auf der abgelegenen Insel Muckle Flugga im Norden Schottlands und konzentriert sich auf drei Figuren: den verwitweten Leuchtturmwärter, seinen Sohn Ouse, der in seine ...

Der Roman Der letzte Leuchtturm spielt auf der abgelegenen Insel Muckle Flugga im Norden Schottlands und konzentriert sich auf drei Figuren: den verwitweten Leuchtturmwärter, seinen Sohn Ouse, der in seine Fußstapfen treten soll, und den Schriftsteller Firth, der angeblich zur Erholung anreist. Tatsächlich hat er jedoch mit dem Plan, sich auf der Insel das Leben zu nehmen.

Die äußere Handlung bleibt dabei eher zurückhaltend. Es gibt keine großen Wendungen oder dramatischen Ereignisse. Stattdessen entfaltet sich die Geschichte im Mikrokosmos der Insel und in den Spannungen zwischen den Figuren. Besonders das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist von Härte geprägt. Seit dem Tod seiner Frau ist der Vater jähzornig geworden, was vor allem Ouse zu spüren bekommt. Auch die Begegnung mit dem sensiblen und innerlich zerrissenen Firth verläuft entsprechend konfliktreich.

Was diesen Roman jedoch vor allem kennzeichnet, ist sein Umgang mit Sprache. Michael Petersen stellt die sprachliche Gestaltung deutlich in den Vordergrund. Sprachspielereien, ungewöhnliche Metaphern und eigenwillige Formulierungen prägen den Text. Das kann stellenweise faszinierend und originell wirken, führt jedoch oft zu einem Übermaß, das die Lesbarkeit erheblich erschwert.

Immer wieder stößt man auf Passagen, die so komplex oder überladen formuliert sind, dass man sie mehrfach lesen muss, um ihren Sinn überhaupt zu erfassen. Ein Beispiel ist auf Seite 292 die Formulierung: „Firth bemerkt, dass weite Teile dieses Bereichs schon zu nichts weiter als furzenden Mundstücken verkommen sind, die sich zu einem kollektiven Saufgulasch zusammenbechern.“ Solche Sätze hinterlassen weniger Klarheit als vielmehr Ratlosigkeit.

Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit etwas an diesen Stil, doch stellt sich die Frage, ob Sprache hier noch als Mittel zur Verständigung dient oder zum Selbstzweck wird. Literarische Experimentierfreude ist grundsätzlich begrüßenswert, doch sollte sie nicht zu Lasten der Verständlichkeit gehen. Worte sollten nicht nur grammatisch korrekt, sondern auch sinnstiftend miteinander verbunden sein.

Insgesamt ist "Der letzte Leuchtturm" ein Roman, der durch seine Atmosphäre und seine ungewöhnliche sprachliche Gestaltung auffällt, dabei jedoch inhaltlich eher zurückhaltend bleibt. Wer Freude an sprachlichen Experimenten hat, könnte Gefallen daran finden. Leserinnen und Leser, die Wert auf Klarheit und erzählerischen Fluss legen, könnten hingegen an ihre Grenzen stoßen.

Ich finde sprachliche Experimente in Maßen eingesetzt gut. Hier ist wurde dieses Maß jedoch meiner Meinung nach überzogen.

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