Platzhalter für Profilbild

pajo47

Lesejury Star
offline

pajo47 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit pajo47 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Verbindungen

Die Tote von Nazaré
0

Es handelt sich um einen Portugal-Krimi. Die Handlung in Portugal angesiedelt ist aber es besteht eine besondere Verbindung nach Köln. Hauptkommissarin Maren Berger, eigentlich bei der Kölner Polizei tätig, ...

Es handelt sich um einen Portugal-Krimi. Die Handlung in Portugal angesiedelt ist aber es besteht eine besondere Verbindung nach Köln. Hauptkommissarin Maren Berger, eigentlich bei der Kölner Polizei tätig, reist kurzentschlossen nach Portugal, um sich von den Folgen eines Banküberfalls zu erholen. Bei diesem wurde sie schwer verletzt und erlitt eine Amnesie: Die Erinnerungen an die letzten Wochen vor dem Anschlag sind ausgelöscht. Gerade diese Zeit scheint jedoch für die Aufklärung eines Mordes in Köln von entscheidender Bedeutung zu sein. Doch Maren kann sich nicht erinnern.

Sind es diese verschütteten Erinnerungen, die sie zur Zielscheibe machen? Versucht jemand in Portugal, sie zum Schweigen zu bringen, bevor ihr Gedächtnis zurückkehrt?

Der Plot ist sorgfältig konstruiert, die Atmosphäre der portugiesischen Schauplätze wird eindrucksvoll eingefangen. Die Begegnungen mit Einheimischen bleiben dabei weitgehend auf typische Touristenerfahrungen beschränkt und sind von Sprachbarrieren geprägt. Selbst die zweite Hauptfigur, Inspetor Ferreira, ist eine Art Grenzgänger zwischen den Kulturen: Er hat lange Zeit in Deutschland gelebt und wirkt dadurch fast wie ein halber Deutscher.

Abgesehen von den Polizisten sind die zentralen Figuren dieses Portugal-Krimis überwiegend Ausländer, und auch die enge Verknüpfung der Handlung mit Köln lenkt den Fokus immer wieder weg vom eigentlichen Schauplatz. So entsteht zwar ein international geprägter Kriminalroman, doch die erwartete, tief verwurzelte portugiesische Atmosphäre bleibt insgesamt eher im Hintergrund.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannungsgeladen

Das Signal
1

Viola und Adam führen scheinbar eine perfekte Ehe: Sie ist Innenarchitektin, er leitet ein Meinungsforschungsunternehmen. Alles wirkt stimmig – bis Viola bei einem Unfall ein Bein verliert. Adam kümmert ...

Viola und Adam führen scheinbar eine perfekte Ehe: Sie ist Innenarchitektin, er leitet ein Meinungsforschungsunternehmen. Alles wirkt stimmig – bis Viola bei einem Unfall ein Bein verliert. Adam kümmert sich aufopferungsvoll um sie, doch mit der Zeit beschleicht Viola das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Kleine Ungereimtheiten lassen sie misstrauisch werden. Schließlich kommt sie auf die Idee, Tracker in Adams Kleidung zu verstecken, um zu überprüfen, ob seine Aussagen mit der Realität übereinstimmen. Bald platziert sie weitere Tracker bei anderen Personen. Nach und nach wird deutlich, dass ihr ein Leben außerhalb der gemeinsamen vier Wände vorgegaukelt wird – eines, das so nicht existiert. Doch auch Viola trägt ein Geheimnis mit sich.

Ursula Poznanski hat erneut einen souverän erzählten Thriller vorgelegt. Die Spannung bleibt über das gesamte Buch hinweg konstant hoch und steigert sich bis zu einem packenden Finale. Zwar glaubt man früh zu ahnen, wohin sich die Handlung entwickelt, doch überraschende Wendungen stellen diese Annahmen immer wieder infrage. Oder ist am Ende doch alles ganz anders, als es scheint?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Aufräumen

Die Liebe, später
0

Kora und Anselm leben in Köln. Nach zwanzig Jahren Wochenendehe – Anselm arbeitete unter der Woche in Berlin – stehen sie nun vor einer neuen Herausforderung: dem Ruhestand. Plötzlich sind beide ständig ...

Kora und Anselm leben in Köln. Nach zwanzig Jahren Wochenendehe – Anselm arbeitete unter der Woche in Berlin – stehen sie nun vor einer neuen Herausforderung: dem Ruhestand. Plötzlich sind beide ständig zu Hause, und das Zusammenleben muss neu ausgehandelt werden. Für Kora kommt erschwerend hinzu, dass sie sich nach einer schweren Herzoperation erst wieder ins Leben zurückfinden muss.

Während sie selbst nach Ruhe und Orientierung sucht, stürzt sich Anselm voller Tatendrang in große Umbaupläne rund ums Haus, inklusive der Anlage eines Schwimmteichs – sehr zu Koras Missfallen. Um Abstand zu gewinnen und sich über ihr Leben klarzuwerden, verlässt Kora ihr gewohntes Umfeld. Sie reist nach München und Berlin und trifft dort Menschen wieder, die in früheren Lebensphasen eine wichtige Rolle gespielt haben.

Was nach ihrer Rückkehr nach Köln geschieht, führt die inneren und äußeren Konflikte des Romans konsequent weiter – mehr sei dazu nicht verraten.

Im Mittelpunkt steht kein dramatischer Höhepunkt, sondern ein Prozess des inneren Aufräumens: das Ordnen eines vergangenen Lebens, von Beziehungen, Entscheidungen und Selbstbildern. Gisa Klönne beschreibt diesen Prozess eindringlich und einfühlsam. Auch ohne die Spannung eines Krimis habe ich den Roman sehr gern gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Spannende Fortsetzung

Oxen. Interregnum
0

Mit Interregnum legt Jens Henrik Jensen den siebten Band seiner erfolgreichen Oxen-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen erneut Niels Oxen, Margarethe Franck und Axel Mossman, der übergangsweise wieder sein ...

Mit Interregnum legt Jens Henrik Jensen den siebten Band seiner erfolgreichen Oxen-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen erneut Niels Oxen, Margarethe Franck und Axel Mossman, der übergangsweise wieder sein früheres Amt übernommen hat. Obwohl der Geheimbund Danehof als besiegt galt, zeigt sich bald, dass seine Strukturen weiterhin bestehen und erneut zu einer ernsthaften Bedrohung werden.

Die Handlung verbindet mehrere Erzählstränge miteinander: Chinesische Studenten spielen eine wichtige Rolle, skrupellose Auftragsmörder sind unterwegs, und Oxen wird auch auf persönlicher Ebene stark gefordert. Besonders eindrucksvoll schildert Jensen die sich vertiefende Beziehung zwischen Oxen und seinem Sohn Markus. Umso schmerzlicher ist der Moment, in dem Oxen ihn nicht vor einem brutalen Überfall durch den Anführer einer Drogengang schützen kann.

Der Roman lässt sich grundsätzlich auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gut lesen. Dennoch empfiehlt es sich, die ersten sechs Teile der Reihe zu kennen, da sie das Verständnis für Figuren, Zusammenhänge und Entwicklungen deutlich vertiefen.

Mit fast 600 Seiten ist der Umfang beachtlich. Dennoch gelingt es Jens Henrik Jensen, die Spannung über die gesamte Länge hinweg hochzuhalten. Die Handlung ist dicht konstruiert und temporeich erzählt. Interregnum fügt sich überzeugend in die Reihe ein und erweist sich als packender Thriller. Eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2026

Verluste

Minnesota
0

Zwei Zeitebenen befinden sich im Buch: 2022 und 2016. Man findet sich gut zurecht, weil die Kapitel immer mit der entsprechenden Monatsangabe versehen ist. Der Handelnde in 2022 ist sehr geheimnisvoll. ...

Zwei Zeitebenen befinden sich im Buch: 2022 und 2016. Man findet sich gut zurecht, weil die Kapitel immer mit der entsprechenden Monatsangabe versehen ist. Der Handelnde in 2022 ist sehr geheimnisvoll. Seine Identität wird erst zum Ende gelüftet.

2016 spielt sich eigentlich die Haupthandlung ab. Der Ermittler Bob Oz findet nach dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter, wodurch er aus dem Bahn geworfen wurde, nur noch Ablenkung in der Polizeiarbeit. Deshalb ermittelt er auch weiter in einem Mordfall, obwohl er eigentlich vom Dienst suspendiert ist. Er freundet sich im Zuge dieser Ermittlungen mit einem Taxidermisten namens Mike an. Mike hat von einem Mann, den Bob für den Täter hält, den Auftrag bekommen seine Katze zu präparieren. Bob und Mike verstehen sich gut, weil sie dasselbe Schicksal eint, denn auch Mike hat einen Verlust zu beklagen. Seine Familie wurde bei einem Gefecht zweier Gangs getötet.

Der Roman ist eine Anklage gegen die Waffenlobby in den USA, die das Recht auf Waffenbesitz für jeden als ein Grundrecht der Menschen propagiert.

Der Roman ist, wie von Jo Nesbo nicht anders zu erwarten, spannend geschrieben. Die einzelnen Figuren sind gut gekennzeichnet. Dass die Spannung bis zum Höhepunkt Bestand hatte, konnte ich an mir selbst gut feststellen, weil ich die Lektüre zum Ende hin immer weniger unterbrochen habe.

Von mir aus eine unbedingte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere