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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2024

Konnte mich emotional kaum erreichen

The Summer of Broken Rules
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Meredith hat vor einiger Zeit ihre Schwester Claire bei einem Autounfall verloren und diesen Verlust bisher nicht überwunden. Doch nun ist sie fest entschlossen nach Vorne zu schauen und will damit auf ...

Meredith hat vor einiger Zeit ihre Schwester Claire bei einem Autounfall verloren und diesen Verlust bisher nicht überwunden. Doch nun ist sie fest entschlossen nach Vorne zu schauen und will damit auf der Hochzeit ihrer Cousine auf Martha`s Vineyard beginnen. Die Familie befasst sich während ihrer Treffen seit jeher mit einem Spiel, welches Meredith dort für Claire gewinnen will. Doch sie hat nicht mit Wit gerechnet, einem gutaussehenden Trauzeugen, der sie gehörig vom Spiel ablenkt. Dabei hatte sie doch überhaupt kein Interesse daran ihr Herz zu verlieren...

Von diesem Roman bin ich im Nachhinein sehr enttäuscht. Ich erwartete eine mitreißende Liebesgeschichte, gespickt mit sensiblen Momenten der Trauerbewältigung, plus lebendigen Spaß und Turbulenzen hinsichtlich der im Klappentext angekündigten Sommerhochzeit. Kurz gesagt: Eine Mischung mit Tiefgang. Doch leider bekam ich nur eine Prise davon, denn mir fehlte insgesamt der Zugang zu der Geschichte, die mich somit emotional nur im Mindestmaß erreichen konnte. Schuld daran war zum größten Teil der Schreibstil, der mir sehr distanziert und nüchtern vorkam, wobei mancher Dialog durch seine unerwartete Schärfe die gemütliche Atmosphäre empfindlich störte.

Überraschenderweise nahm das traditionelle Familienspiel unheimlich viel Raum ein, was mich im Laufe des Geschehens immer mehr langweilte. Außerdem wurde der Wettbewerb von den meisten Teilnehmern außerordentlich ernst genommen, was ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Zusätzlich spielte die Sommerhochzeit leider nur eine kleine Nebenrolle und schien nur Aufhänger für die Anwesenheit der zahlreichen Figuren vor Ort zu sein. Ich hatte tatsächlich Schwierigkeiten mir die einzelnen Charaktere einzuprägen, wie auch deren Wohnsituation auf dem Anwesen, was am Ende aber ziemlich unerheblich schien. Allerdings tröstete mich der wundervolle Handlungsschauplatz und das Flair des Insellebens über einiges hinweg.

Außerdem konnten die Protagonisten Meredith und Wit keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Das Kennenlernen der beiden und die Festigung ihrer Beziehung entwickelte sich viel zu schnell und gefühlt in Sprüngen, wobei sie manchmal ein etwas schräges Verhalten an den Tag legten, was mich mehr als einmal verwirrt innehalten ließ. Denn zwischen den Zeilen konnte ich das Aufblühen und das Wachstum der Liebe zwischen den jungen Leuten leider nicht fühlen.

Aus meiner Sicht war „The Summer of Broken Rules“ daher ein ziemlicher Reinfall. Ich hatte wenig Freude an der Geschichte, die sich zwar mit einem einmaligen Handlungsschauplatz, meines Erachtens aber auch mit Distanziertheit und seltsamen Handlungsschwerpunkten auszeichnete. Schlussendlich werde ich in diesem Fall auf eine Leseempfehlung verzichten.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Für mich bisher der beste Fall der Reihe

Gnadenlose Provence
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Erneut steht die „Tour de France“ an und auch Ex-Kommissar Albin Leclercs Heimatort soll zur Fanmeile werden. Doch wenige Tage vor dem Eintreffen der prominenten Radsportler treibt im Umkreis ein Serienmörder ...

Erneut steht die „Tour de France“ an und auch Ex-Kommissar Albin Leclercs Heimatort soll zur Fanmeile werden. Doch wenige Tage vor dem Eintreffen der prominenten Radsportler treibt im Umkreis ein Serienmörder sein Unwesen und zielt ausgerechnet auf einzelne Radrennfahrer. Die Beamten Theroux und Castel zeigen sich entsetzt über die Vorfälle und holen sich Leclerc ins Boot. Als erfahrener Ermittler hat er nämlich bereits Ahnungen, die zum Täter führen könnten und nimmt sich dem Fall wie gewohnt in eher unkonventioneller Weise an.

Diesen achten Band um den eigenwilligen Albin Leclerc fand ich großartig und einen der besten der Reihe. Rückblickend schien mir die Idee des Falls gut ausgearbeitet, vor allem was die erschütternden Hintergründe betraf, wobei die anstehende Etappe der Tour de France zusätzlich für einigen Termindruck sorgte.Tempo und Brisanz hatten hier also augenscheinlich das Heft in der Hand, wobei Leclerc fast auf sich allein gestellt war, als er mehrmals knapp am Tod vorbeischrammte, denn die Kommissare Theroux und Castel erschienen mir eher hilflos, und rückten daher dieses Mal eher in den Hintergrund.

Meinem Empfinden nach konnte das Konzept von später Rache in diesem Krimi eindeutig fesseln. Der Autor forderte mich auf dem Höhepunkt der Gefahr nämlich ziemlich heraus, indem er mich am Schicksal des Täters in sehr emotionaler Art und Weise teilhaben ließ und die Frage nach wirklicher Gerechtigkeit in den Raum stellte. Außerdem zog während der Ermittlung immer eine geheimnisvolle Atmosphäre mit, für die eine elitäre Gruppe verantwortlich war, die eine Art Treueeid verband. Meiner Meinung nach fantastisch umgesetzt.

Natürlich fehlten auch die herzerwärmenden Momente nicht, vor allem jene innerhalb der Freundschaft zwischen Albin und Matteo. Ich mochte diese besondere Männerfreundschaft, die nie viele Worte brauchte, und trotz politisch gegensätzlicher Ansichten immer ihre Stabilität und ihre spürbare Herzlichkeit behielt. Die brummig-liebevollen Dialoge zwischen den beiden brachten mich auch dieses Mal immer wieder zum Schmunzeln.

Am Ende entpuppte sich „Gnadenlose Provence“ als themen- und temporeicher Krimi, der mich in jeder Hinsicht unterhalten und begeistert hat. Ich spreche somit eine eindeutige Leseempfehlung aus, auch für interessierte Leser, welche die Vorgänger-Bände noch nicht kennen. Der Fall lässt sich gut reihenunabhängig lesen.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

Süß, aber recht temperamentlos

Die kleine Gärtnerei in den Highlands
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Als ein Ast auf den Pflanzentunnel von Beth` Gärtnerei fällt, sieht die junge Gärtnerei rot. Denn die Gärtnerei ist ihr Lebenstraum, dessen Gewächse sie hegt und pflegt. Schuld waren die Jugendlichen des ...

Als ein Ast auf den Pflanzentunnel von Beth` Gärtnerei fällt, sieht die junge Gärtnerei rot. Denn die Gärtnerei ist ihr Lebenstraum, dessen Gewächse sie hegt und pflegt. Schuld waren die Jugendlichen des benachbarten Outdoor-Camps, dessen Leiter Jack nun versucht die Wogen zu glätten. Doch Jack hat eine bewegte Vergangenheit und damit Geheimnisse, ist im Grunde aber ein ein anständiger Kerl geblieben. Beth bemerkt dies relativ schnell und schaut sich daher den attraktiven Camp-Leiter genauer an.

Die Gestaltung des verspielten Covers lässt sofort die Autorin hinter der Buch erkennen, ebenso wie die wohlwollende Energie der Erzählung. Wie auch schon in Rachael Lucas` früheren Romanen mochte ich die bodenständigen Figuren und sanften Momente, die immer wieder, und in verschiedenen Situationen, im Raum standen. Auch diese Geschichte zauberte mir während des Lesens ein Lächeln ins Gesicht, denn im Dunstkreis des heimeligen Charmes des Handlungsschauplatzes sowie der einzigartigen Charaktere, fand ich immer wieder meinen eigenen Wohlfühlmoment. Ich mochte hier besonders den Bezug zur Natur und das Rätsel um den etwas geheimnisvollen Jack, der sich mit Leidenschaft seinem Camp widmete. Die sympathische Beth trat für mich somit ein wenig in den Hintergrund, aber insgesamt fand ich die Hauptfiguren doch sehr gut gelungen, mit durchaus realistischem Backgroud.

Den Roman durchzog, trotz der problematischen Situationen der Protagonisten, zwar immer eine durchweg positive Atmosphäre, die mir ein behagliches Gefühl gab, allerdings machte sich auch auf gewisse Weise Monotonie breit, denn große emotionale Sprünge entfalteten sich für mich hier nicht. Jakes und Beth` Geschichte las sich daher etwas langatmig, wobei ich die Idee dahinter wirklich schön fand.

„Die kleine Gärtnerei in den Highlands“ entpuppte sich also am Ende als süße Geschichte mit warmherzigem Hintergrund und Landschaftsidyll, hätte aber in Emotion und Handlung etwas mehr Pfiff vertragen können. Zum Wohlfühlen ist Rachael Lucas` neuestes Werk jedoch bestens geeignet.

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Veröffentlicht am 11.04.2024

Sehr ansprechend

Natürlich sauber
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Dieses kleine Handbuch ist perfekt! Es macht nicht nur optisch etwas her, es hat in seiner kompakten Form sogar bequem Platz in unserem Waschraum gefunden, um direkt an Ort und Stelle verwendbar zu sein. ...

Dieses kleine Handbuch ist perfekt! Es macht nicht nur optisch etwas her, es hat in seiner kompakten Form sogar bequem Platz in unserem Waschraum gefunden, um direkt an Ort und Stelle verwendbar zu sein.

Mir gefällt vor allem, dass sich Doris Kern mit ihrem Sachbuch auf das Wesentliche konzentriert hat und sich nicht zu lange mit Vorworten und Erklärungen aufhält. Rezepte, Rezepte, Rezepte – hier gibt es Butter bei die Fische! Jedes Rezept wurde ansprechend bebildert und manchmal mit Tipps und Tricks ergänzt, aber insgesamt angenehm reduziert gehalten. Unkompliziert, wie ich es mag. Eventuelle Vorsichtsmaßnahmen werden dennoch in den Beschreibungen der Inhaltsstoffe aufgeführt.

Bisher habe ich Waschpulver, Scheuerpulver und Textilerfrischer hergestellt und bin begeistert. Die Anweisungen waren einfach und das Gefühl, am Ende ungiftige Produkte in der Hand zu haben, einfach großartig. Über die Reinigungsleistung kann ich auch nicht klagen. Zudem empfand ich das kleine, aber feine Kapitel über das Beduften im Haushalt sehr bereichernd.

Mein Gesamteindruck zu „Natürlich sauber“ ist hervorragend. Hier gibt es knackige Anleitungen für natürliche Putzmittel, die ohne großen Aufwand machbar sind. Doris Kern hat damit genau meinen Geschmack getroffen und meine Neugier auf DIY gefördert.

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Veröffentlicht am 10.04.2024

Mitreißend

A Spark of Time - Rendezvous auf der Titanic
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Der Antiquitätenladen der DeGrays ist bekannt. Lilly und ihr Vater haben sich nämlich darauf spezialisiert, verlorene Gegenstände wiederzubeschaffen. Doch der Grund, warum sie so erfolgreich sind, bleibt ...

Der Antiquitätenladen der DeGrays ist bekannt. Lilly und ihr Vater haben sich nämlich darauf spezialisiert, verlorene Gegenstände wiederzubeschaffen. Doch der Grund, warum sie so erfolgreich sind, bleibt ihr Geheimnis. Als Zeitreisende holen sie die seltsamsten Dinge zurück, noch bevor diese unwiederbringlich verloren sind. Als die DeGrays in Geldnöten sind, nimmt Lilly einen gefährlichen Auftrag an: Sie wird nach einer wertvollen Kette auf der untergehenden Titanic suchen! Doch nicht nur der Auftrag an sich wird der jungen Zeitreisenden gefährlich, sondern auch ein Passagier namens Ray, der ihr Herz zum Klingen bringt.

Von allen Zeitreise-Romanen, die ich bisher gelesen habe, hat dieser, meiner Meinung nach, einen ganz besonderen Charme, was vor allem an dem außergewöhnlichen Handlungsschauplatz Titanic lag. In diesem Fall erhielt nämlich das dramatische historische Ereignis durch die fantastische Zeitreise an sich, und zusätzlich durch das Versteckspiel der Reisenden untereinander, einen überaus spannenden Dreh! Nicht zu vergessen die prickelnden Momente der verbotenen Liebe zwischen den Konkurrenten Lilly und Damien. Insofern war diese Geschichte an komplizierten Beziehungsgeflechten nicht zu überbieten, welche von Kira Licht gekonnte in Szene gesetzt und unglaublich passend in die dramatischen Tage des Untergangs der Titanic integriert wurden. Letztlich war ich wie gebannt von diesem rasanten Roman, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Die Protagonistin Lilly hatte schnell mein Leseherz erobert, denn ich mochte ihre bodenständige Art und ihre Entschlossenheit. Doch noch mehr beschäftigte mich der eher zurückhaltende Damien, der sich in seiner Rolle nicht wirklich wohlzufühlen schien, meines Erachtens die weitaus schwerwiegenderen Entscheidungen zu treffen hatte und sich aus diesem Grunde manchmal eher hartherzig benahm. In diesem Sinne kann ich von durch und durch gelungenen Charakteren sprechen, denn über alle äußerlichen Widrigkeiten hinaus, ließen sie tiefer blicken als gedacht. So klinkten sich meine Emotionen mit Leichtigkeit in die Szenen ein und rundeten damit das phänomenale Kopfkino perfekt ab.

Doch auch die Nebenfiguren, vor allem die kratzbürstigen, konnten sich sehen lassen. Augenscheinlich wurden diese überhaupt nicht stiefmütterlich behandelt, sondern mit allerhand Alleinstellungsmerkmalen ausgestattet und mit Sorgfalt entworfen. Schmunzeln und ärgern erlaubt!

Kurz gesagt, der Auftakt der Fantasy-Dilogie „A Spark of Time“ hat mich unwahrscheinlich begeistert. Eine aufregende Geschichte, in Handlung, Figuren und Atmosphäre harmonisch abgestimmt. Darum gibt es von mir auch eine klare Leseempfehlung, während ich sehnsüchtig auf Band 2 der Reihe warte.

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