Das große "Wow" blieb leider aus
Das letzte Buch von Marceau MillerIch mochte die ersten Seiten des Romans sofort, weil die Handlung interessant aufgezogen wurde, mir diese unaufgeregt erschien und meines Erachtens überlegt geschrieben wurde. Meine Erwartungen, mit diesem ...
Ich mochte die ersten Seiten des Romans sofort, weil die Handlung interessant aufgezogen wurde, mir diese unaufgeregt erschien und meines Erachtens überlegt geschrieben wurde. Meine Erwartungen, mit diesem Buch „mal etwas anderes“ zu lesen, stellten sich nicht ein, da mich der Plot rückblickend nicht faszinierte, ich diesen eher irritierend verwirrend, als strukturiert umgesetzt empfand.
Dieser Roman trat aus meiner Sicht aber überraschenderweise zum großen Teil aus dem Krimi-Schatten heraus, rein in die Literatur-Abteilung, was der Story aber keinen Abbruch tat. Ich konnte der Darstellung verschiedener Trauer-Bewältigungsstrategien durchaus etwas abgewinnen. Insofern hatte die Ausarbeitung gewissen Tiefgang und konnte mich stellenweise durchaus auch emotional berühren. Schon ungewöhnlich für einen Kriminalroman, finde ich.
Die Charaktere fand ich indessen schwierig. Es geschieht mir selten, dass ich eine Geschichte lese und ich mit keinem der Charaktere zumindest ein wenig in Resonanz gehe. Selbst das Neu-Entdecken eines vertraut geglaubten, nahestehenden Menschen, hat mich der Protagonistin Sarah nicht näher gebracht. Und genau auf diesen Aspekt, diese Ungewissheit, hatte ich vorab neugierig meinen Fokus gelenkt.
Rückblickend hatte die Grundidee rückblickend meiner Meinung nach viel Potenzial, doch irgendwie verlief sich der Autor im Laufe der Story, um am Ende, gefühlt nicht so ganz zueinander passende, Einzelteile zu hinterlassen. Schade.