Profilbild von Kristina_AL

Kristina_AL

Lesejury Star
offline

Kristina_AL ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kristina_AL über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2023

Einfühlsam erzählte Liebesgeschichte vor interessantem historischen Hintergrund

1941. Liebe in herzlosen Zeiten
0

Obwohl Liebesgeschichten normalerweise nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres gehören, wollte ich unbedingt die Geschichte der Graubündnerin Sofia und dem polnischen Soldaten Marek lesen. Der Titel ...

Obwohl Liebesgeschichten normalerweise nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres gehören, wollte ich unbedingt die Geschichte der Graubündnerin Sofia und dem polnischen Soldaten Marek lesen. Der Titel hat mir sehr gut gefallen und da ich über die Rolle der Schweiz im zweiten Weltkrieg noch nicht allzu viel wusste, war ich sehr gespannt.

1941 in einem kleinen Dorf in der Schweiz:

Bei dem polnischen Internierten Marek und der Schweizer Lehramtsschülerin Sofia ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch obwohl die Verbindung der beiden eigentlich zum Scheitern verurteilt ist, da verboten, halten sie an ihrer Liebe fest.



Margrit Cantieni hat es von Anfang an geschafft, mich mitzunehmen auf eine Zeitreise in die Schweiz der vierziger Jahre. Mir war zwar bekannt, dass das kleine Land auch im zweiten Weltkrieg eine neutrale Position inne hatte, inwiefern sich das Kriegsgeschehen trotzdem auf die Bevölkerung ausgewirkt hat, war mir nicht so bewusst.

Neben der wirklich schön erzählten Liebesgeschichte zwischen den beiden, hat mir der Einblick in den Alltag der Bevölkerung und der internierten Soldaten besonders gut gefallen. Zuerst bejubelt waren sie später Missgunst und sogar Anfeindungen ausgesetzt. Auch die innere Zerrissenheit, die sowohl Marek als auch Sofia empfinden, als es darum geht, dass einer von beiden die Heimat verlassen müsste, um zusammenzubleiben, kam schön zum Ausdruck.



Fazit

Ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, die sich für historische Romane begeistern und die Schweiz vielleicht einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2023

Sehr lesenswerter historischer Kriminalroman

Helle Tage, dunkle Schuld
0

Nach ihren Erfolgen „Die Ruhrpott-Saga“ und „Die Dorfschullehrerin“ ist dies Eva Völlers erster Spannungsroman, der im Ruhrgebiet der vierziger Jahre spielt.
Es ist kurz nach Kriegsende als eine Frau vor ...

Nach ihren Erfolgen „Die Ruhrpott-Saga“ und „Die Dorfschullehrerin“ ist dies Eva Völlers erster Spannungsroman, der im Ruhrgebiet der vierziger Jahre spielt.
Es ist kurz nach Kriegsende als eine Frau vor ihrem Haus tot aufgefunden wird. Sie ist die Mutter von Arnold Hoffmann, einem ehemaligen SS Hauptmann, der sich auf der Flucht befindet. Ihm wird vorgeworfen, an einem Massaker beteiligt gewesen zu sein, bei dem kurz vor Kriegsende 35 Zwangsarbeiter erschossen wurden.
Zuständig für diesen Fall ist der Polizist Carl Bruns, der im Zuge der Ermittlungen auf seine Jugendliebe Anne trifft. Schnell steht fest, dass es eine Verbindung zwischen Hoffmann und Annes Familie gibt, die bald alle in Gefahr bringt.

Dies war mein erster Roman von Eva Völler und ich bin ganz angetan von ihrer anschaulichen Schreibweise.
Die Schauplätze und Charaktere wirken so authentisch, dass man sich fühlt, als sei man mittendrin im Geschehen. Anne und ihre beiden Schwestern sind mir im Laufe des Romans richtig ans Herz gewachsen, jede auf ihre eigene Art und Weise. Auch Carl ist absolut sympathisch; ein weitsichtiger Ermittler mit dem Herz am richtigen Fleck.
Eingebettet ist der Kriminalfall in die entbehrungsreiche Zeit nach Kriegsende. Sehr anschaulich erzählt die Autorin unter anderem von Wohnraummangel, Lebensmittelknappheit und dem daraus resultierenden blühenden Schwarzmarkt.
Dass nach dem Krieg viele Nazigrößen wieder Platz ,auch in höheren, Positionen fanden ist bekannt. Der Roman führt einem das aber nochmal genau vor Augen und zeigt, dass auch Teile der deutschen Polizei an den Machenschaften des NS Regimes beteiligt waren. Auf der anderen Seite wird aber auch deutlich, wie schwierig die Situation für alle war, die sich nicht an diesen grausamen Taten beteiligen wollten.

Fazit
Ein rundum gelungener historischer Krimnalroman

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2023

Absolut spannender Vampirroman mit historischem Hintergrund

Die Schwarze Königin I
0

„Die schwarze Königin“ war mein erster Roman von Markus Heitz und eins meiner wenigen Fantasybücher. Da ich allerdings ein Fan von Vampiren und historischen Romanen bin, war dieses Buch wie für mich geschaffen.Für ...

„Die schwarze Königin“ war mein erster Roman von Markus Heitz und eins meiner wenigen Fantasybücher. Da ich allerdings ein Fan von Vampiren und historischen Romanen bin, war dieses Buch wie für mich geschaffen.Für meinen Geschmack verbindet der Autor die Genres in diesem Buch einfach perfekt.

Die Geschichte wird in zwei unterschiedlichen Strängen erzählt. In der Gegenwart unternimmt der junge Len eine Busfahrt nach Prag, um seinen Wurzeln als Draculesti näherzukommen. Als dort Vampire Jagd auf ihn machen, beginnt er den Aussagen seiner Großmutter zu glauben, die behauptet, er sei der letzte Nachfahre von Vlad II - einem der größten Vampirfeinde.

Die Vergangenheit wird von Barbara von Cilli Königin von Ungarn dominiert, die sich Anfang des 15. Jahrhunderts gemeinsam mit ihrem Gefährten Vlad dem Kampf gegen die Blutsauger verschrieben hat.



Durch die vielen Personen/Vampire und die stellenweise sehr dichte Handlung muss man schon am Ball bleiben und konzentriert lesen, um den Faden nicht zu verlieren. Dass sich das in keinster Weise auf die Spannung auswirkt, empfinde ich als große Kunst. Ständige Wendungen in der Handlung, die teilweise wirklich überraschen, haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand gelegt habe.

Der historische Teil hat mir am besten gefallen. Es war wirklich interessant, Barbara von Cilli und Vlad kennenzulernen, gerade Barbara war eine faszinierende Persönlichkeit.

Mit dem Ende habe ich ein bisschen gehadert, aber ich hoffe sehr auf einen zweiten Band, der dort wieder ansetzt.

Fazit

Ein wirklich spannender und interessanter Roman, für Liebhaber von Fantasy und historischen Romanen gleichermaßen empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2023

Ein wundervoller Roman, den man nicht so schnell vergiss

Kein guter Mann
0

Von Andreas Izquierdo hatte ich schon die „Wege der Zeit - Reihe“ gelesen und durfte dort seine Fähigkeit zu formulieren und interessante Charaktere zu erschaffen, kennenlernen.

Umso neugieriger war ich ...

Von Andreas Izquierdo hatte ich schon die „Wege der Zeit - Reihe“ gelesen und durfte dort seine Fähigkeit zu formulieren und interessante Charaktere zu erschaffen, kennenlernen.

Umso neugieriger war ich auf diesen neuen Roman, in dem es um die Freundschaft zweier Menschen aus unterschiedlichen Generationen geht - Walter und Ben.

Walter ist Postbote, eigenbrötlerisch, wirkt verbohrt und verschroben. Kurz vor dem Ruhestand eskaliert ein Streit mit einem Kunden dermaßen, dass Walter in die Christkindfiliale „abgeschoben“ wird, wo er größtenteils vorgefertigte Briefe an Kinder verschicken soll. Doch als ihm eines Tages ein besonderer Brief in die Hand fällt, beschließt er, persönlich zu antworten. Der zehnjährige Ben, der allein mit seiner depressiven Mutter zusammen wohnt, wünscht sich nichts außer einem Klempner- und einem Freund.

Als ich das Buch beendet hatte, hätte ich es am liebsten gleich noch einmal gelesen. Ist der Anfang noch amüsant, schleichen sich bald ernstere Töne ein. Immer wieder baut der Autor Rückblicke in Walters Vergangenheit ein, die einen besser verstehen lassen, warum er so ist, wie er ist.Viele zwischenmenschliche Themen werden angesprochen, sei es in Walters oder Bens Leben und dessen Suche nach Anschluss ist einfach herzzerreißend.Der Briefwechsel, der zwischen den beiden entsteht, ist rührend ohne kitschig zu sein.

Andreas Izquierdo schafft es, große Emotionen zu erzeugen - ganz schnörkellos und unaufgeregt.


Fazit

Ein unglaublich kluges und emotionales Buch, das ich wirklich jedem nur empfehlen kann, egal welches Genre man sonst liest.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Absolut fesselnde Geschichte - brutal und emotional

Ich, Sperling
0

Am Ende seines Lebens erzählt ein Mann seine Geschichte. In einer verstaubten Bibliothek schreibt er über sein Leben als namenloser Sklave im 4. Jahrhundert nach Christus. Er wächst in einem Bordell in ...

Am Ende seines Lebens erzählt ein Mann seine Geschichte. In einer verstaubten Bibliothek schreibt er über sein Leben als namenloser Sklave im 4. Jahrhundert nach Christus. Er wächst in einem Bordell in der spanischen Stadt Carthago Nova auf, inmitten der sogenannten „Wölfinnen“. Verrichtet er anfangs noch die Arbeit eines Küchenjungen, wird er später, als sein „Wert“ erkannt wird, im oberen Stockwerk eingesetzt.

Selten haben sich Cover und Titel so vom Inhalt eines Buches unterschieden wie hier. Das wunderschöne Mosaik in sanften Farben gibt in keinster Weise einen Hinweis auf das schmutzige Setting, das einem ab der ersten Seite entgegenschlägt. Der Gestank nach Fischköpfen, Schweiß und alles erdenklich Anderem strömt förmlich durch die Seiten beim Lesen.
Die Geschichte des Pusus, des namenlosen Jungen, ist wirklich beeindruckend. Schonungslos und sehr genau beschreibt der Autor die Arbeit der Wölfinnen, die Brutalität und Demütigung, der sie ausgesetzt sind. Doch so erschütternd diese Passagen auch sind, so tief berührend fand ich die Beziehung zwischen dem Jungen und seiner Ziehmutter Euterpe. Anhand vieler Geschichten versucht sie, ihm Antworten auf seine ständigen Fragen zu geben. Sie ist es, die ihm, „dem Ding“, „dem Nichts“, die nötige Wärme und Liebe gibt, um in diesem Umfeld zu überleben.

Fazit
Eine klare Leseempfehlung für dieses absolut fesselnde Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere