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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2023

Gelungenes Krimidebüt

Reibekuchenmord
3

Mila Kuhns ersten Regionalkrimi habe ich sehr schnell verschlungen, da er für meinen Geschmack alles enthält, was ich von diesem Genre erwarte: ein bisschen Dialekt, regionale Speisen, natürlich einen ...

Mila Kuhns ersten Regionalkrimi habe ich sehr schnell verschlungen, da er für meinen Geschmack alles enthält, was ich von diesem Genre erwarte: ein bisschen Dialekt, regionale Speisen, natürlich einen Mord an einem Ortsansässigen und die richtige Portion Humor.

Mit Mombert Gryn zu Frenz hat sie einen Ermittler erschaffen, den ich sofort ins Herz geschlossen habe.
Weder sein Äußeres noch sein Beruf als Agrarkontrolleur beim Landwirtschaftsamt passen so richtig zu seiner adeligen Herkunft, was auch innerhalb der Familie immer wieder für Diskussionen sorgt.
Mo, wie alle ihn nennen, sieht sich nun unfreiwillig konfrontiert mit einem Mord an einem Bauern, dessen Hof er gerade zuvor noch besucht hatte. Zusammen mit dem Dorfpolizisten Heinz Heckenbusch und der Kommissarin Marielle Papen nimmt er heimlich Ermittlungen auf und gerät immer tiefer in einen Konflikt, der irgendwann beginnt, bedrohliche Ausmaße anzunehmen.

Mit viel Witz und Lokalkolorit beschreibt die Autorin Mos Ermittlungen rund um den Kottenforst, aber auch herrliche Details über sein Privatleben kommen nicht zu kurz - so wie seine Vorliebe für rheinische Gerichte in große Portionen, fürs Sitarspielen in seinem Bauwagen und für das weibliche Geschlecht.

„Reibekuchenmord“ ist ein Debüt, das unbedingt nach Fortsetzung ruft.

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.02.2023

Eine Liebeserklärung an den Vogel

Vogel entdeckt - Herz verloren
0

Manchmal lohnt es sich wirklich, einen zweiten Blick auf bzw. in ein Buch zu werfen.
Das Cover von „Vogel entdeckt, Herz verloren“ fand ich nämlich zunächst nicht ansprechend genug, um gleich danach zu ...

Manchmal lohnt es sich wirklich, einen zweiten Blick auf bzw. in ein Buch zu werfen.
Das Cover von „Vogel entdeckt, Herz verloren“ fand ich nämlich zunächst nicht ansprechend genug, um gleich danach zu greifen. Doch einmal hineingeschaut, war ich infiziert von der Vogelbegeisterung, die die dieses Buch auf jeder Seite ausstrahlt. Schon der Anfang hat mich in so eine positive Stimmung versetzt, dass ich einfach gerne weitergeblättert und begonnen habe, einen Text über den Ortolan zu verschlingen. Ein Vogel, von dem ich vorher leider noch nie gehört hatte.
14 verschiedene Vogelarten werden hier von den Autoren liebevoll vorgestellt, und mit wunderschönen Fotos lassen sie sie lebendig werden.
Den beiden Hobby-Birdern geht es nicht darum, möglichst viel Wissen weiterzugeben, sondern beim Leser zumindest Augen und Ohren für Vögel zu öffnen, wenn nicht sogar eine Leidenschaft zu entfachen. Sie animieren uns, unsere Umwelt aufmerksamer zu betrachten, Vogelstimmen wahrzunehmen und Vögeln, egal welcher Art ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Denn mal abgesehen davon, dass sie im Ökosystem eine wichtige Rolle spielen, brauchen wir Menschen sie einfach. Ich kann mir jedenfalls keinen Frühling ohne munteres Vogelzwitschern vorstellen.
Einerseits enthält das Buch viel Persönliches, denn auch Kindheitserinnerungen werden geteilt. Andererseits binden die Autoren auch immer wieder Kunst und Kultur mit ein, dort wo Vögel Erwähnung finden.
Einige Kapitel schließen mit sehr nützlichen Tipps zum Schutz oder zur Unterstützung der jeweiligen Vogelart ab.
Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, ob Vogelliebhaber oder nicht.
Nach der Lektüre geht bestimmt jeder ein bisschen aufmerksamer durch die Welt, immer mit einem Ohr den Vögeln lauschend.

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Veröffentlicht am 03.02.2023

Einfach erfrischend

Storchenherzen
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Die kleine Hebammenpraxis Storchennest sucht dringend Verstärkung. Durch die eher burschikose Art der Hebamme Helga sinkt sowohl die Stimmung auf den Social Media Kanälen, als auch die Anzahl der „Kundinnen“ ...

Die kleine Hebammenpraxis Storchennest sucht dringend Verstärkung. Durch die eher burschikose Art der Hebamme Helga sinkt sowohl die Stimmung auf den Social Media Kanälen, als auch die Anzahl der „Kundinnen“ stetig.
Zum Glück bereichert jetzt Madita das Team, die sich nach einem sehr persönlichen Ereignis spontan für die Hebammenausbildung entschieden hatte.

Das wunderschön gestaltete Cover hat wirklich nicht zuviel versprochen. Dieses wohlige Gefühl, das sich beim Betrachten einstellt,setzt sich beim Aufschlagen des Buches fort und hält bis zur letzten Seite an.
Beim Lesen dachte ich oft, dass ich auch gerne so eine durch und durch positive und liebenswerte Hebamme gehabt hätte, wie Madita eine ist.
Helga hingegen ist eher trocken, neigt zu bissig - zynischen Kommentaren und ist mir im Laufe des Buches doch so sehr ans Herz gewachsen.
Diese beiden komplett verschiedenen Charaktere, die hier aufeinander prallen und ihren Arbeitsalltag und noch so einiges mehr miteinander bewältigen müssen, machen den Charme dieses Romans aus.
Zusätzlich zu den herrlich trockenen und realitätsnahen Beschreibungen rund um das Thema Geburt, geht es auch immer wieder um die ganz persönlichen Ereignisse und Herausforderungen in Helgas und Maditas Leben.

Fazit:
Wer nach einem heiteren Roman mit hohem Wohlfühlfaktor und interessanten Einblicken in die Hebammenpraxis sucht, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Quer durch die USA-mal anders

Come in we are Open – Als Asphaltcowboy quer durch die USA
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Zuerst ist es nur so ein spontaner Gedanke, der im Raum schwebt, „wenn nicht jetzt, wann dann“. Doch daraus wird tatsächlich ein dreimonatiger Roadtrip von der Ostküste der USA bis zur Westküste.
Wird ...

Zuerst ist es nur so ein spontaner Gedanke, der im Raum schwebt, „wenn nicht jetzt, wann dann“. Doch daraus wird tatsächlich ein dreimonatiger Roadtrip von der Ostküste der USA bis zur Westküste.
Wird der Autor Florian Gräfe die ersten Wochen von New York bis Florida noch von einem Freund begleitet, setzt er die Reise von dort dann alleine fort, fährt durch die südlichen Staaten der USA bis an die Pazifikküste. Das besondere daran ist, dass er dabei nicht einfach alle Sehenswürdigkeiten abklappert, sondern in jedem Ort mindestens eine Bar aufsucht und dort die unterschiedlichsten Menschen trifft.

Gespickt mit witzigen Anekdoten, aber auch vielen Tipps und Anregungen liest sich das Buch wirklich schön, und wenn man sich nicht schon so fühlt, als wäre mit unterwegs, packt einen zumindest das Reisefieber beim Lesen.

Fazit:
„Come in we are open“ ist ein abwechslungsreicher Reisebericht, witzig und authentisch erzählt. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, wenn man einen ähnlichen Trip plant und noch nach ein paar Tipps abseits des Mainstream Reiseprogramms sucht.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Eher informativ als spannend

Die Stiftung
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Hauptkommissar Oliver Schweers ermittelt in diesem Kriminalroman von Michael Broemmel im Umfeld einer ominösen Stiftung im rechtsnationalen Milieu. Ausgelöst werden diese Ermittlungen durch den Tod mehrerer ...

Hauptkommissar Oliver Schweers ermittelt in diesem Kriminalroman von Michael Broemmel im Umfeld einer ominösen Stiftung im rechtsnationalen Milieu. Ausgelöst werden diese Ermittlungen durch den Tod mehrerer alter Menschen, die angeblich Schwelbränden zum Opfer gefallen sind.

Das Thema, wie der Rechtsnationalismus viele Bereiche der Gesellschaft infiltriert und die Hintergründe, die dazu geliefert werden, fand ich äußerst interessant.
Allerdings konnte mich der Roman leider nicht richtig packen. Über weite Strecken empfand ich die Handlung als langatmig mit vielen Dialogen, die sich ausschließlich um das Thema Rechtsnationalismus drehten.
Der Kommissar war mir persönlich zu glatt und konturlos; in seiner Ausdrucksweise zum Beispiel immer fast unrealistisch höflich.
Gegen Ende nimmt der Roman dann noch Fahrt auf, da der Kriminalfall wieder im Vordergrund der Handlung steht.

Fazit:
Ein sehr informativer Roman zu einem interessanten Thema. Um ihn für mich fünf Sterne-Krimi zu werten, hätte es mehr Spannung und/oder die Notwendigkeit des Miträtselns gebraucht.

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