Die Geschichte ist wirklich herzerwärmend: das Eselchen erwacht in einer kalten Winternacht und ein Stern führt den Weg in den warmen Stall. Am Weg begegnet er einem Täubchen und einem kleinen Ochsen, ...
Die Geschichte ist wirklich herzerwärmend: das Eselchen erwacht in einer kalten Winternacht und ein Stern führt den Weg in den warmen Stall. Am Weg begegnet er einem Täubchen und einem kleinen Ochsen, im Stall wartet ein neugeborenes Lämmchen. Gemeinsam mit dem Eselchen freunden sich die kleinen Lesekinder mit diesen und noch weiteren Tierchen an.
Der Text ist passend einfach und auf jeder Seite gibt es kleine Dinge, die die Kinder dazu ermutigen, dem Eselchen und seinen Freunden behilflich zu sein. Die Illustrationen sind wunderschön, einfach, aber es gibt niedliche Kleinigkeiten zu entdecken. Die Geschichte erinnert an die Weihnachtsgeschichte, ohne, dass die heilige Familie darin vorkommt. Ich empfinde es als ersten Schritt für die ganz Kleinen, um sie an die Weihnachtsgeschichte heranzuführen, statt Personen sind es halt Tierkinder. Das schöne daran ist, dass es meines Erachtens auch für Eltern und Kinder ohne oder mit anderem Glauben geeignet ist, weil es eben nicht explizit die Geburt Jesu erzählt, sondern viel mehr den Kern der Geschichte: Zusammenhalt, sich umeinander kümmern, Freundschaft und Geborgenheit.
Ich kann das kleine Mitmach-Büchlein nur wärmstens empfehlen, es ist ideal für die Weihnachtszeit mit unseren ganz Kleinen.
Biberbär Mister O'Lui freut sich schon sehr auf Weihnachten und beginnt eifrig das Haus zu schmücken und seinen Wunschzettel zu schreiben. Sein Freund Rupert, das Streifenschweinchen, weiß aber gar nicht, ...
Biberbär Mister O'Lui freut sich schon sehr auf Weihnachten und beginnt eifrig das Haus zu schmücken und seinen Wunschzettel zu schreiben. Sein Freund Rupert, das Streifenschweinchen, weiß aber gar nicht, um was es geht - er hat noch nie Weihnachten gefeiert. Die zwei machen sich auf den Weg, einen Baum zu besorgen, ihre Freunde zu fragen, was sie sich wünschen und sie zum Weihnachtsessen einzuladen. Als der vielersehnte Tag endlich angekommen ist, kommt doch alles anders, als erwartet.
Wie entzückend ist dieses Buch! Die Illustrationen sind wunderschön und sehr niedlich gestaltet, der Text dazu ist wunderbar rhythmisch vorzutragen. Die Kinder lieben das Buch, besonders Rupert mit seiner Grunz-Sprache hat es ihnen angetan. Und es gibt einige kleine Details zu entdecken, was die Kleinen auch besonders toll finden. Die Qualität des Buches ist hochwertig, ein angenehm dickes Cover und die Seiten haben ebenfalls eine angenehme Stärke, sodass es sich gut hunderte Male lesen lässt. Die Illustrationen sind schlicht und nicht überladen. Die Figuren sind einfach allesamt lieb und sehr kindgerecht und ich werde sicher noch ein weiteres Buch dieser Reihe kaufen. Die Freundschaft von dem Biberbär und dem Streifenschwein ist innig und sehr liebevoll. Sie stellen sich auch auf den ersten zwei Seiten kurz vor. Ein weiteres Highlight ist auf den letzten zwei Seiten zu finden: da gibt es ein Rezept von Stangenplätzchen zum Selberbacken. Haben wir noch nicht ausprobiert, folgt aber sicher noch! Am Ende gibt es eine schöne Botschaft: gemeinsam ist es einfach am Schönsten und Geschenke zu teilen, lässt das Herz von allen wachsen.
Absoluter Lese- und Weihnachtsstimmungsspaß für alle Vorlesekinder, die niedliche Tiere und liebe Geschichten gern mögen. Getestet von einem 2-Jährigem und einer 5-Jährigen mit ihrer Tante und für großartig befunden!
Wer kennt sie nicht die Phase, in der die Kleinen fast überschäumen vor Wut. Tilly Pandabär ist gerade in dieser Phase und lässt sich nicht leicht beruhigen. Warum kann es nicht um ihn gehen? Warum kann ...
Wer kennt sie nicht die Phase, in der die Kleinen fast überschäumen vor Wut. Tilly Pandabär ist gerade in dieser Phase und lässt sich nicht leicht beruhigen. Warum kann es nicht um ihn gehen? Warum kann er nicht machen, was er gerade JETZT will? Dabei wird er auch zu seinen Freunden fies, obwohl er das eigentlich gar nicht will. Mama hat aber die richtige Erklärung parat.
Das Buch ist wirklich entzückend gezeichnet, sowohl die rote Pandabären, als auch die vielen Freunde von Tilly. Besonders hat meiner Nichte und meinem Neffen Juli, der kleine Krokodil-Freund (oder ist es ein Dino?) gefallen und sie waren sehr traurig, dass Tilly so gemein zu ihm ist. Sie haben grundsätzlich aber viel über die Wutausbrüche gelacht, hatten Spaß die vielen Details zu entdecken und mögen es gern, das Buch immer wieder vorgelesen zu bekommen.
Was mich als Vorleserin etwas stört, sind zwei Dinge: ich finde die Reime nicht immer gut gelungen, sie sind manchmal etwas holprig und ich hab mich ein wenig schwer getan beim Vorlesen. Mit der Übung wird es aber natürlich besser, auch wenn nicht alles vom Klang her stimmig ist. Und ich finde es schade, dass die Rollenbilder in diesem Buch sehr traditionell sind: natürlich kümmert sich nur Mama um die Kleinen und im Kindergarten ist es natürlich die weibliche Giraffe, die sich um die Kinder kümmert. Das kann man in der heutigen Zeit besser machen, finde ich.
Trotzdem ist das Buch ein schön illustriertes Kinderbuch, das die Kleinen sehr gerne immer wieder ansehen und vorgelesen bekommen.
Sie war warm, sie kannte und herzte uns, aber eigentlich gehörte sie ganz woanders hin, zu anderen Tauben, in die Luft, sie wollte frei sein, wir alle wollten frei sein, und für mich gehörten Liebe und ...
Sie war warm, sie kannte und herzte uns, aber eigentlich gehörte sie ganz woanders hin, zu anderen Tauben, in die Luft, sie wollte frei sein, wir alle wollten frei sein, und für mich gehörten Liebe und Freiheit auch irgendwie zusammen." (S. 208)
Romy trauert: ihr geliebter Opa Egon ist gestorben, jener Mann, der für sie war wie ein Vater, der sie großgezogen hat und ihr so viele Dinge über das Leben beibrachte. Sie weiß gar nicht recht, wie sie mit diesem Schicksalsschlag umgehen soll, reißt er sie doch in ein tiefes Gefühl der Einsamkeit. Doch gleichzeitig lernt sie Jakob kennen und er steht ihr zur Seite. Gemeinsam pflegen sie eine verletzte Taube gesund und das Band zwischen ihnen wird stärker. Bald jedoch muss sich Jakob verabschieden und ihre beider Zukunft bleibt ungewiss...
Ich muss sagen wie es ist: Elli Kolb gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Wie kaum eine andere schafft sie es meines Erachtens, die Realität in Romanform wiederzugeben. Ihre Figuren sind dermaßen authentisch, dass sie sich fast anfühlen wie Freund*innen. All die Gefühle, die ruhig, feinfühlig und vor allem unaufgeregt beschrieben werden, sind sehr nachvollziehbar. Hier gibt es kein Schwarz oder Weiß, das Leben bringt alle Facetten mit sich. Da kann Trauer gemeinsam mit Verliebtsein existieren, Mitgefühl mit Ärger, Sich-abgelehnt-fühlen mit Geborgenheit. Ich habe "9 Grad", den ersten Roman der Autorin, schon sehr geliebt, ob der Ehrlichkeit und Nachvollziehbarkeit, "Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen" ist mir fast noch mehr ans Herz gewachsen. Mag sein, dass das auch mit den Tauben zu tun hat.
Wir lernen sehr viel über diese missverstandenen Vögel, doch niemals belehrend, sondern natürlich eingewoben in die Geschichte. Genauso viel erfahren wir über den Schmerz der Trauer, das Gefühl, nicht zu wissen wie man mit dem Tod umgehen soll, den langsamen Aufbau von romantischen Gefühlen, der nicht einheitlich geschieht, das feste Band der Freundschaft genauso wie über Enttäuschungen familiärer Natur. All das in einem Tempo, das ruhig voranschreitet, niemals scheint ein zeitliches Ungleichgewicht. Der Kreislauf des Lebens, mit seinen Höhen und Tiefen, ehrlich anhand einer Geschichte um Trauer, Freundschaft, Enttäuschung, Hoffnung und Mitgefühl dargestellt.
Mein Fazit: "Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen" ist ein tiefgehender Roman über die Zerrissenheit der Gefühlswelt, wenn Trauer und Hoffnung sich vereinen. Mit feinfühliger und ruhiger Art erleben wir die Geschichte um Protagonistin Romy, die von Beziehungen zu unterschiedlichen Menschen und Tieren handelt. Für mich ein absolutes Jahreshighlight und eine Empfehlung an alle, die unaufgeregte, tiefgehende und authentische Geschichten mögen.
Unwirtlich, lebensfeindlich und doch Heimat: das sind die Färöerinseln für ihre Einwohner und Einwohnerinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da sie in der Stadt keine Zukunft sehen, beschließt ...
Unwirtlich, lebensfeindlich und doch Heimat: das sind die Färöerinseln für ihre Einwohner und Einwohnerinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da sie in der Stadt keine Zukunft sehen, beschließt eine kleine Gruppe Menschen, in den vormals als "Dødmansdal" bekannten, entlegenen Landstreifen, den die neuen Einwohnerinnen hoffnungsvoll "Noatun" nennen, Schiffsplatz - Sitz des Meeresgottes in der Nordischen Mythologie, um ihm eine positivere Konnotation zu verleihen, zu ziehen. Doch gleich zu Beginn gibt es ein Unglück und die Menschen sind sich unsicher, ob ihr neuer Wohnort ein Überleben möglich macht. Schließlich ist es die Gemeinschaft, die sie doch an eine sicherere Zukunft glauben lässt.
Der färingische Autor William Heinesen lebte von 1900 bis 1991, Noatun war sein zweiter Roman, der 1938 erschien. Doch der Stil ist zeitlos, auf gewaltige Art und Weise veranschaulicht er uns das harsche Leben auf den Inseln im Atlantik, die Landschaft scheint - wie bei vielen nordischen Werken - die zentrale Rolle zu spielen, sie prägt das Überleben und die Menschen, gibt ihnen einen eigenen, rohen Charakter, wobei die Gemeinschaft immer im Mittelpunkt steht. Und vielleicht ist das auch, was den Roman von der Gegenwartsliteratur abgrenzt, denn nicht das Individuum steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Überleben.
Die Geschichte Noatuns wird in Form eines Kollektivromans erzählt - ein literarische Gattung, die ich bislang noch nicht bewusst kannte. Dabei stehen nicht einzelne Charaktere im Mittelpunkt, sondern immer wieder wechseln sich die Personen ab, über die erzählt wird. Wir kommen ihnen dabei niemals nah, die Sprache und der Umgang miteinander ist roh, aber trotzdem lässt sich auch Herzlichkeit und Wärme für die Gemeinschaft, füreinander herauskennen, sehr stark sogar. Erstaunlich offen und mitfühlig zeigen sie sich gegenüber Menschen, egal welche mutmaßlichen Fehler sie mitbringen: ob die Ehefrau, die sich aus ihrem ehelichen Korsett löst, oder der Verbrecher, dessen wahren Kern die Dorfgemeinschaft sieht, die Frau, die einer Geisteskrankheit anheim fällt oder der ausgenutzte Nichtsnutz, der trotzdem viel beizusteuern hat. Dass das nicht jedem gefällt und die Gemeinschaft mit erheblichen Widerstand von Außen rechnen muss, ist fast schon klar. Da wundert das Urteil der anderen nicht: "Es ist ein allzu hartes und armes Leben, ein solches Leben kann die Menschen nur hart und sonderbar machen und abgestumpft, [...], nicht wahr, sie werden anders als andere Menschen... anders als die guten alten Färinger, die unser Land aufgebaut und unsere Kultur bewahrt haben..." (S. 271) Doch die Unterstellung geht zu weit, denn Glaube und Tradition sind auch Werte, die die Noatuner prägen, sehr sogar - und trotzdem sind sie offen für das Anderssein, eine Stärke, die die Gemeinschaft nicht nur solidarischer, sondern auch für die Leserinnen anziehend macht.
Mein Fazit: Noatun ist ein wunderschöner Roman aus den späten 1930er Jahren, der Einblick gibt in die harsche Lebenswelt der Färöer Inseln, der uns aber auch zeigt, wie wichtig Gemeinschaft und Offenheit sind, um ein Überleben in der Wildheit der unberechenbaren Natur zu garantieren. Sprachlich bewegt er sich im typischen nordischen Stil, der uns viel Atmosphäre und Rohheit bietet und ist ein absoluter Lesegenuss für alle, die das zu schätzen wissen.