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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2023

Eine Frau,ihre Ehe und Van Gogh

Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte
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Vorab: dieses Buch war anders, als ich es erwartet habe. Sprachlich und stilistisch wunderschön, schafft die Autorin eine traumhafte Atmosphäre, sehr sinnlich- man hat nicht nur Bilder vor Augen, man spürt ...

Vorab: dieses Buch war anders, als ich es erwartet habe. Sprachlich und stilistisch wunderschön, schafft die Autorin eine traumhafte Atmosphäre, sehr sinnlich- man hat nicht nur Bilder vor Augen, man spürt förmlich den Wind und riecht, was die Protagonisten riechen.

Jetzt mein Aber: es ist teilweise langatmig. Das erste Drittel ist viel Einführung und Rückschau bzw. Reflektion der Protagonistin Jeanne. Dies zog sich für mich gefühlt sehr. Als Van Gogh dann langsam eingebaut wird, ist er mehr Antriebsfeder und erscheint am Rande.

Erst im letzten Drittel wurde das Buch dann das, was ich erwartet hatte: Van Gogh als Hintergrundfigur, emotional berührender als vorher.

Ein schönes Buch, aber nicht das, was ich erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Wünsche, Sehnsüchte und die Wirklichkeit

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter
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Das Cover mit den zarten Farben und den vier lebenslustigen jungen Frauen hätte besser nicht gewählt sein können.
Als die junge Grafentochter Eleonore, genannt Nora, in ein Pensionat nach Lübeck soll, ...

Das Cover mit den zarten Farben und den vier lebenslustigen jungen Frauen hätte besser nicht gewählt sein können.
Als die junge Grafentochter Eleonore, genannt Nora, in ein Pensionat nach Lübeck soll, ist sie zunächst gar nicht begeistert... Doch ihre Mitschülerinnen der Abschlussklasse, Agnes und Lotte, höhere Töchter aus gutem Haus und die Stipendiatin Fanny werden gute Freundinnen und die Lehrerin Gesche Petersen ein Vorbild.
Anne Perbandts Stil ist wunderbar zu lesen, flüssig und leicht taucht man tief in die Handlung ein. Sehr authentisch werden die damaligen gesellschaftlichen Konventionen (die Ansichten zur schulischen Bildung von Mädchen!) und das historische Lübeck geschildert und vor Augen geführt. Dazu kommen die hervorragend ausgearbeiteten, unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten. Als dann noch Männer und die Liebe dazu kommen, stellt sich für alle die Frage nach dem persönlichen Glück und dem Erreichen des Selben. Große Weiterempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Hymne à paris (und an die Liebe und das Leben)

Sommertage im Quartier Latin
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Das wunderschöne, sommerliche Cover verspricht nicht zu viel- uns erwartet eine Geschichte vom Pariser Sommer, eine Hymne an Paris, die Liebe, das Leben und den Genuss. Hinter Lily Martin verbirgt sich ...

Das wunderschöne, sommerliche Cover verspricht nicht zu viel- uns erwartet eine Geschichte vom Pariser Sommer, eine Hymne an Paris, die Liebe, das Leben und den Genuss. Hinter Lily Martin verbirgt sich keine geringere als Anne Stern und der Stil ist traumhaft. Man fliegt durch die Seiten, hört und sieht quasi mit den Protagonisten mit, selbst zum Riechen und Schmecken fehlte nicht mehr viel. Sehr atmosphärisch!
Wir begleiten die etwas unstete Lola bei ihrer Rückkehr in ihr altes Heimatviertel in Paris. Dieses Fleckchen im Quartier Latin besticht durch Bewohner mit Ecken und Kanten, eigenen Geheimnissen und Geschichten. Lola, innerlich getrieben, will helfen, ihre Mamie wiederzufinden. Diese ist verschwunden, ohne ihrer Familie Bescheid zu sagen. Während Lola recherchiert, stößt sie auch an ihre Grenzen.
Eine zauberhafte Sommergeschichte mit viel Charme!

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Berührende Familiengeschichte

Die Postkarte
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Anne Berest hat einen Roman über ihre Familiengeschichte geschrieben, die nicht zuletzt durch die hervorragende Lesung von Simone Kabst sehr berührt.

Auf drei Ebenen verfolgen wir Annes Spurensuche nach ...

Anne Berest hat einen Roman über ihre Familiengeschichte geschrieben, die nicht zuletzt durch die hervorragende Lesung von Simone Kabst sehr berührt.

Auf drei Ebenen verfolgen wir Annes Spurensuche nach ihren Wurzeln. Annes Mutter erhält Anfang 2003 eine Postkarte mit den Namen ihrer Angehörigen,die in Auschwitz ermordet wurden. Als Anne selbst Mutter wird, fällt ihr diese Karte wieder ein und lässt sich die Geschichte der Familie Rabinowicz erzählen. Als Leser ist man hautnah bei dieser Erzählung dabei.

Dann folgt das Zwischenstück. Anne ist nicht gläubig,aber ihre Tochter erfährt Antisemitismus in der Schule. Die Karte fällt ihr wieder ein, woher stammt sie? Anne begibt sich Spurensuche und kommt dabei der Geschichte des Überlebens ihrer Großmutter nah.

Anne Berests Geschichte zeigt viele Facetten- Familiengeschichte, Spannung, Drama - ist stilistisch immer wunderschön, berührend und bleibt im Gedächtnis. Die Erzählung der Tochter und Enkelin von Überlebenden.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Historisch, atmosphärisch und berührend

Die Wölfe von Pompeji
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Das Cover ist passend zum Inhalt. Der Leser reist mit der Autorin tief in die Vergangenheit- nach Pompeij. Aber es geht nicht um den spektakulären Ausbruch des Vesuv, sondern um den Alltag. Und zwar den ...

Das Cover ist passend zum Inhalt. Der Leser reist mit der Autorin tief in die Vergangenheit- nach Pompeij. Aber es geht nicht um den spektakulären Ausbruch des Vesuv, sondern um den Alltag. Und zwar den Alltag der Wölfinnen, Prostituierte, Sklavinnen. Als Unfreie bangen sie um ihr Leben, sind den Launen ihres Herrn ausgesetzt und ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dementsprechend grob geht es auch sprachlich zur Sache. Es geht um sexuellen Missbrauch, Gewalt. Was mich persönlich nicht gestört hätte, wäre die Sprache nicht von modernen Ausdrücken wie 'gestylt' und Ähnlichem durchsetzt gewesen. Aber hervorragend recherchiert und sehr atmosphärisch verfolgen wir die Geschichte der griechischen Sklavin Amara, die als ehemalige Freie ihren Stolz nicht verloren hat. Es mangelt auch nicht an Spannung. Sicher keine leichte Kost, aber fesselnder historischer Stoff, der berührt!

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