Zwischen Kiez und Outback - Detective Clements erfolgreicher Einstand
Die Schlingen der SchuldDer Roman „Die Schlingen der Schuld“ von David Warner ist ein sehr spannender, gut durchdachter Krimi, der den Leser zu überraschen weiß, und gekonnt in das australische Outback entführt.
Sowohl die Schauplätze, ...
Der Roman „Die Schlingen der Schuld“ von David Warner ist ein sehr spannender, gut durchdachter Krimi, der den Leser zu überraschen weiß, und gekonnt in das australische Outback entführt.
Sowohl die Schauplätze, als auch die Charaktere sind sehr vielfältig und sehr gut beschrieben. Das Exotische des Ortes macht für mich einen großen Reiz beim Lesen aus - sei es, dass erst Krokodilexperten kommen müssen, um den Sumpf abzusichern, bevor die Spurensicherung sicher nach Beweisen forschen kann, oder dass man so abgelegen wohnt, dass man nachdem man mit der Schaufel eins über den Schädel bekommen hat, erstmal im Haus des Opfers die Nacht verbringen muss, weil so schnell keine Hilfe in Sicht ist. Aber auch die Aussteiger, die Work-and-Traveller, die Touristen, alles ist außergewöhnlich und so ganz anders, als in anderen Krimis die ich bisher gelesen habe (und das sind nicht gerade wenige).
Clement ist ein vielschichtiger Protagonist, der neben der Ermittlerrolle Alltagsprobleme mitbringt, die das Buch nicht stur nur bei den Ermittlungen halten. Das konnte an der einen oder anderen Stelle auch schonmal Längen haben, aber es wurde nie langatmig oder langweilig.
Interessant ist die Tatsache, dass das Opfer Deutscher war, und so schlägt der exotische Roman eine Brücke in die eigene Heimat, was das Lesevergnügen noch erhöht.
Der Autor weiß es, den Leser gekonnt lange Zeit im Dunkeln tapsen zu lassen, so dass jeder verdächtig erscheint, was ich als besonders mitreißend empfunden habe. Ich finde es gut, wie der Autor Häppchenweise die Informationen an den Leser "verfüttert". Es gibt jetzt immer mehr Hinweise, das Netz verdichtet sich, und wenn der Spannungsbogen ganz weit oben ist, finden sich Indizien, mit denen man bis dato gar nicht gerechnet hat.
Als Fazit kann man das Buch als spannend und sehr unterhaltsam bezeichnen, die Charaktere haben mich überzeugt, das Setting war außergewöhnlich und interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass Detective Clement noch mehr außergewöhnliche Fälle zu lösen hat, und damit einen Stammplatz in meinem Bücherregal erhält. Ich wünsche mir definitiv mehr davon.