Ein "tierischer" Mörder
RindsmordDer kleine, normalerweise harmlose Dexterbulle „Olli“ soll auf seiner Weide einen Mann totgetrampelt haben. Keiner mag das glauben, ist Olli doch eigentlich eher ängstlich und zieht sich vor Fremden zurück. ...
Der kleine, normalerweise harmlose Dexterbulle „Olli“ soll auf seiner Weide einen Mann totgetrampelt haben. Keiner mag das glauben, ist Olli doch eigentlich eher ängstlich und zieht sich vor Fremden zurück.
Was hatte der Tote also an sich, dass er so grausam zu Tode kam?
Bei dem Toten handelt es sich um den Bankdirektor Westermann, einen angesehenen Mann und Kunstförderer, der hohes Ansehen genoss.
Zu Unrecht, wie sich im Verlaufe der Ermittlungen herausstellt, denn der Ermordete schien ein nicht so ganz einwandfreies Doppelleben zu führen, sein Name erscheint bei den Ermittlungen in Verbindung mit Geldwäsche, Anlagebetrug und mehr.Und er hatte ein besondere Vorliebe für junge, brünette Damen.
Für mich ist es der erste Roman dieser Autorin. Kirsten Raab hat hier ein ungewöhnliches Setting geschaffen und die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Ermittler, Petersen und Hansen, sind beide sehr sympathisch und harmonieren sowohl im Privaten als auch bei den Ermittlungen. Beide haben so ihre kleinen Schwächen, so hat Petersen den Tod seiner Frau noch nicht überwunden und Hauke Hansen hat kein so glückliches Händchen in der Wahl seiner Frauenbekanntschaften. Was mir gefällt, man bekommt zwar einen Einblick in das Privatleben, was für den Leser der die Vorgängerbände nicht kennt, sehr vorteilhaft ist, aber es dominiert die Handlung nicht.
Viele Verdächtige, viele mögliche Motive, aber nichts Konkretes. Die Ermittlungen verlaufen zwar akribisch genau, aber so schön unaufgeregt.
Auch das macht Lesespaß, denn man kann der Geschichte genüsslich folgen
und seine eigenen Gedanken und Schlüsse ziehen.
Die sich allerdings bei mir bis zum unvorhergesehenen Schluss als falsch erwiesen haben.
Der Krimi spielt zwar in der norddeutschen Provinz, aber man wird nicht mit Landschafts- oder Ortsbeschreibungen überfrachtet. In diesem Sinne ist es für mich auch nicht ein Krimi mit viel Lokalkolorit, dennoch konnte ich mir das Umfeld recht gut vorstellen. Petersen und Hansen sind zweifellos die tonangebenden Charaktere der Handlung, die Nebenfiguren sind zwar auch interessant, bleiben aber dennoch im Schatten derselben zurück.
Das Ende erschien mir dann etwas gehetzt und nicht so ganz ausgearbeitet, aber das ist für mich der einzige Kritikpunkt, ansonsten hat mir der Krimi mit diesen zwei sympathischen Protagonisten, seinem ungewöhnlichen Tatort und dem lockerleichten Schreibstil gut gefallen.
Auf jeden Fall freue ich mich schon auf weitere Fälle von Kirsten Raab und ihre Ermittler. Ich vergebe hier 4 Sterne mit viel Potenzial nach oben.
Autor: Kirsten Raab
Buch: Rindsmord