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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2025

Sensibel präsentiertes Tabuthema

Die Nacht der Bärin
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Jule lebt schon seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit Jasper. Als ein Streit eskaliert und es zu körperlicher Gewalt kommt, flüchtet sie aus der gemeinsamen Wohnung und sucht Unterschlupf bei ihren ...

Jule lebt schon seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit Jasper. Als ein Streit eskaliert und es zu körperlicher Gewalt kommt, flüchtet sie aus der gemeinsamen Wohnung und sucht Unterschlupf bei ihren Eltern. Jasper bombardiert sie mit Anrufen, in denen er sich entschuldigt und um eine neue Chance bittet, doch Jule hält ihn erst mal auf Abstand,sie braucht Bedenkzeit.
Als plötzlich die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter kommt, erkennt sie,dass sie über die Verwandtschaft mütterlicherseits, gar nichts weiß. Gemeinsam mit ihrer Mutter fährt Sie zum Haus der Großmutter und begibt sich auf Spurensuche.
Die Geschichte wird nun abwechselnd in zwei Zeitsträngen in Vergangenheit und Gegenwart erzählt und man erfährt die leidvolle Kindheitsgeschichte von Anna ( Jules Mutter) und ihrer jüngeren Schwester Maja.

Die Autorin hat auf eine sehr gefühlvolle, dennoch aber schonungslose Weise sich mit dem Thema „häusliche Gewalt “ auseinandergesetzt. Die intensive Erzählweise führte dazu,dass man sich sowohl in die Geschwister, als auch in die Gefühlswelt der Mutter hineindenken konnte.Sowohl die Erlebnisse selber ,als auch die seelischen Folgen ,werden feinfühlig dargestellt.Ein Buch ,was sehr nachdenklich macht und lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Unterhaltsamer Sommerroman

Sunshine Killer
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Schon das Cover war etwas besonderes, die auf Blut fixierte Stechmücke, brachte mich schon zum Schmunzeln.Die neun kurzen Romane waren durchweg unterhaltsam, spannend und mit viel Humor und Wiener Schmäh ...

Schon das Cover war etwas besonderes, die auf Blut fixierte Stechmücke, brachte mich schon zum Schmunzeln.Die neun kurzen Romane waren durchweg unterhaltsam, spannend und mit viel Humor und Wiener Schmäh angereichert. Obwohl ich erst einmal zu einem Kurztripp in Wien war, erkannte ich einige Orte wieder, was immer etwas Besonderes ist.Dass die schöne Donaustadt , außer viel Kultur und einem bes Flair auch Mord zu bieten hat, wurden von den drei Autoren/Autorinnen sehr gut rübergebracht. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch als leichte, lockere Urlaubslektüre sehr empfehlen. Von mir vier Sterne.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Vincent und Greta

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Als der Unternehmensberater Vincent ,in Gretas Taxi steigt, hat er gerade den absoluten Tiefpunkt in seinem Leben erreicht. Der Job ist weg, wofür seine Geliebte gesorgt hat, die Kollegen lassen ihn fallen ...

Als der Unternehmensberater Vincent ,in Gretas Taxi steigt, hat er gerade den absoluten Tiefpunkt in seinem Leben erreicht. Der Job ist weg, wofür seine Geliebte gesorgt hat, die Kollegen lassen ihn fallen und da er bisher in einer Firmenwohnung lebte, ist er nun sozusagen obdachlos.Da macht ihm Greta ein Angebot, was er in seiner Situation kaum ablehnen kann. Sie hat von ihren Großeltern eine alte Villa geerbt, die stark renovierungsbedürftig ist. Greta möchte sie herrichten, um sie anschließend zu verkaufen, und bietet Vincent Kost und Logis gegen Beteiligung an den Renovierungsarbeiten.Ob das gutgeht?denn der ruhige Vincent und die quirlige Greta sind so verschieden,wie zwei Menschen nur sein können,oder?

Ich hatte gleich zu Beginn klare Bilder im Kopf, und Greta erschien mir, nach der Beschreibung, irgendwie wie die erwachsene Pippi Langstrumpf da passte doch die „Villa Kunterbunt „ gut ins Bild.Ich habe mit großer Begeisterung verfolgt, wie sich die beiden völlig verschiedenen Menschen, einander annähern und man nach und nach feststellt, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als man vermuten konnte.

Nach und nach kamen noch andere Personen dazu ,die mir mit ganz wenigen Ausnahmen,sehr gut gefallen haben.Besonders hervorheben möchte ich Kurt , der einen festen Platz in meinem Herzen erobert hat, ein wirklich besonderer Mensch.Außerdem gab es die kleine Matilda,welche mich mit ihren besonderen Sprüchen zum Lachen brachte und mich bezaubert hat.

Die Autorin hat mit ihrem emotionalen,besonderen Schreibstil viele Themen wie Wohlstandsvernachlässigung,Depression,Einsamkeit,um nur einige zu nennen ,in der Geschichte platziert,ohne dass diese überladen wirkte.

Ich habe die Geschichte in kurzer Zeit förmlich verschlungen, dabei geschmunzelt, manchmal laut gelacht, aber auch die ein oder andere Träne verdrückt. Ich kann das Buch nur empfehlen und vergebe fünf Sterne mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Aufwühlende Geschichte - teilweise etwas überfrachtet

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna ist Journalistin und möchte ein lange totgeschwiegenes Thema aufarbeiten, nämlich die traumatischen Erfahrungen der sogenannten „Verschickungskinder“,zu denen auch ihre Mutter gehörte.Dazu reist ...

Hanna ist Journalistin und möchte ein lange totgeschwiegenes Thema aufarbeiten, nämlich die traumatischen Erfahrungen der sogenannten „Verschickungskinder“,zu denen auch ihre Mutter gehörte.Dazu reist sie mit ihrer 15-jährigen Tochter Katie ,während der Sommerferien auf die Insel Borkum, um vor Ort zu recherchieren.Sie wohnt im Hotel Dünenschloss,jenem Haus in welchem früher, unter dem Namen Villa Aurelia,ein Kinderkurheim betrieben wurde.
Schon kurz nach ihrer Ankunft findet Hanna vor ihrer Zimmertür ein altes Tagebuch,was eine ehemalige Mitarbeiterin der Villa Aurelia verfasst hatte,worin es nicht nur um unfassbare Zustände geht,sondern auch um ein totgeschwiegenes Verbrechen.Als Hanna erfährt,dass die Familie des Inselarztes Ole ,in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat,möglicherweise in die Vorfälle verstrickt war,gerät sie in ein Dilemma.

Die von mir geschätzte Autorin hat einen persönlichen Bezug zu diesem Thema. Zwei ihrer Geschwister, haben ähnliche Erfahrungen in Kinderkurheimen auf Norderney und Borkum gemacht.Sie hat ihre Erfahrungen in diese Geschichte eingebracht und sie geschickt mit fiktiven Ereignissen unterlegt. Man mag sich gar nicht vorstellen, was diese „Kur“, welche eigentlich die Kinder aufpäppeln und Ihnen eine schöne Zeit bescheren sollte,in den Seelen der Kinder anrichtete.
Es ist erstaunlich,dass es so eine lange Zeit gedauert hat,bis dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Das Buch hat mich sehr bewegt und gefesselt,dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.Lediglich im letzen Teil fand ich die Menge der Themen etwas zu überzogen,daher ziehe ich einen Stern bei der Bewertung ab.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein Geschenk mit großen Auswirkungen

Das Geschenk
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Man mag es sich kaum vorstellen, plötzlich baden Elefanten in der Spree.Was klein begann,entwickelt sich zu einer Invasion von 20000 Stück,mit unvorstellbaren Problemen für viele Lebensbereiche.Es handelt ...

Man mag es sich kaum vorstellen, plötzlich baden Elefanten in der Spree.Was klein begann,entwickelt sich zu einer Invasion von 20000 Stück,mit unvorstellbaren Problemen für viele Lebensbereiche.Es handelt sich um ein Geschenk des Präsidenten von Botswana,die Antwort auf ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen durch die Bundesregierung.

Gut recherchierte Geschichte,in welcher sich Realität und Satire immer wieder vermischen.Meine Gemütslage wechselte beim Lesen sehr oft zwischen großer Nachdenklichkeit und teilweise lautem Lachen,dabei lief mein Kopfkino auf Hochtouren.
Die Autorin hat den Finger oft tief in die Wunde gelegt,um dann wieder geschickt platzierte Pointen einzuflechten.Sogar die Flüchtlingswelle von vor zehn Jahren wurde bemüht,der Satz „ Elefanten sind keine Flüchtlinge“war sehr passend.
Insgesamt gesehen, fand ich das Buch ein bisschen zu kurz,ein wenig mehr Ausführlichkeit hätte ihm gut getan.

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