Cover-Bild Die Nacht der Bärin
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins Hardcover
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 20.08.2024
  • ISBN: 9783365006559
Kira Mohn

Die Nacht der Bärin

Roman | SPIEGEL-Bestsellerautorin Kira Mohn von einer neuen Seite | Aufarbeitung der Vergangenheit und Trauma | Opfer häuslicher Gewalt | Mutter-Tochter-Beziehungen

Es tut mir leid. Es tut mir leid. Es tut mir leid.

Die sechsundzwanzigjährige Jule flüchtet nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Bei ihren Eltern will sie in Ruhe entscheiden, wie es weitergehen soll. Dann trifft die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter ein, und damit tun sich Abgründe auf. Warum hat Jules Mutter nie von ihr oder der eigenen Kindheit erzählt? Als sie gemeinsam den Nachlass der Großmutter in dem Haus am Waldrand ordnen, findet Jule Spuren lang zurückliegender Ereignisse, die bis in die Gegenwart hinein ihre zerstörerische Macht entfalten. 

Eine packende und bildgewaltige Erzählung, die nachhallt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Zwischen Schweigen und Weiterleben – wenn Gewalt Generationen prägt

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Mit Die Nacht der Bärin erzählt Kira Mohn eine Geschichte, die sich leise entfaltet und gerade dadurch umso eindringlicher wirkt. Im Zentrum steht Jule, deren Flucht nach einem eskalierenden Streit zunächst ...

Mit Die Nacht der Bärin erzählt Kira Mohn eine Geschichte, die sich leise entfaltet und gerade dadurch umso eindringlicher wirkt. Im Zentrum steht Jule, deren Flucht nach einem eskalierenden Streit zunächst wie ein Rückzug erscheint – und sich schnell als Beginn einer viel tiefergehenden Auseinandersetzung entpuppt. Mit dem Tod der Großmutter öffnet sich ein Raum, in dem lange Verdrängtes sichtbar wird: familiäre Brüche, unausgesprochene Wahrheiten und eine Vergangenheit, die nicht vergangen ist.
Der Roman berührt dabei ein Thema, das erschreckend gegenwärtig bleibt. In Deutschland wird nahezu jeden Tag eine Frau Opfer eines versuchten oder vollendeten Femizids. Auch wenn die Zahlen in einzelnen Jahren leicht schwanken, bleibt die Dimension konstant hoch – ein Umstand, der deutlich macht, wie trügerisch der Gedanke ist, Gewalt betreffe immer nur „die anderen“. Genau hier setzt Mohn an: Sie zeigt, wie subtil sich Dynamiken entwickeln können, wie schwer sie zu erkennen sind – und wie tief sie wirken.
Besonders eindrücklich gelingt die Darstellung transgenerationaler Traumata. Was eine Generation erlebt, verschwindet nicht einfach, sondern findet seinen Weg – in Verhaltensmuster, in Beziehungen, in unausgesprochene Ängste. Die Verbindungen zwischen Großmutter, Mutter, Jule und schließlich der nächsten Generation sind fein gezeichnet und nie überdeutlich, sondern entwickeln ihre Wirkung im Nachklang.
Sprachlich bleibt der Roman dabei ruhig und kontrolliert, fast tastend. Er verzichtet auf plakative Zuspitzungen und vertraut stattdessen auf Atmosphäre, auf Andeutungen, auf das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Gerade diese Zurückhaltung macht die emotionale Wucht spürbar.
Eine besondere Ebene erhält die Geschichte durch das Motiv der Bärin – ein phantastischer, beinahe mythischer Gegenpol zur Realität. Diese Figur wirkt wie ein innerer Schutzraum, eine Überlebensstrategie, wie man sie vor allem aus kindlichen Bewältigungsmechanismen kennt. Sie steht für Kraft, Rückzug und zugleich für die Möglichkeit, das Unaussprechliche überhaupt fassen zu können.
Die Nacht der Bärin ist kein lauter Roman. Aber einer, der bleibt. Weil er zeigt, wie Gewalt nachwirkt – und wie schwierig, aber auch notwendig es ist, diese Kreisläufe zu durchbrechen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein fesselndes Familiendrama im Schatten der Vergangenheit

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Kira Mohn beweist hier, dass sie mehr kann als „nur“ Liebesgeschichten. „Die Nacht der Bärin“ ist ein tiefgründiger Roman über das Schweigen zwischen den Generationen.

Das Haus am Waldrand wird fast schon ...

Kira Mohn beweist hier, dass sie mehr kann als „nur“ Liebesgeschichten. „Die Nacht der Bärin“ ist ein tiefgründiger Roman über das Schweigen zwischen den Generationen.

Das Haus am Waldrand wird fast schon zu einem eigenen Charakter. Die Stimmung ist dicht, stellenweise beklemmend und sehr bildgewaltig. Man spürt förmlich, dass die Abgründe, von denen der Klappentext spricht, in jeder alten Kiste und hinter jeder verschlossenen Tür lauern.

Besonders spannend finde ich die Frage: Warum schweigen Mütter? Das Buch beleuchtet sehr eindringlich, wie traumatische Ereignisse über Generationen hinweg weitergegeben werden, wenn sie nicht aufgearbeitet werden.

Kira Mohn hält die Spannung durch die schrittweise Aufdeckung der Familiengeheimnisse konstant hoch. Die Neugier darauf, was damals wirklich geschehen ist und wie es die Gegenwart beeinflusst, treibt den Lesefluss enorm an.

Ein Roman, der nachhallt. Wer Familiengeschichten mit einer Prise Düsternis und starken weiblichen Protagonistinnen mag, wird dieses Buch lieben. Es ist packend geschrieben und emotional sehr intensiv – eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne hinter die Fassaden bürgerlicher Familien blicken.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Sehr detaillierte und authentisch wirkende Aufarbeitung gewalttätiger familiärer Vergangenheit

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Das schockierende Thema häuslicher Gewalt, hier über drei Frauengenerationen und auch mit deren Kindern, durchzieht diesen Roman. Durch den Todesfall der Großmutter kommt viel emotionale Bewegung in die ...

Das schockierende Thema häuslicher Gewalt, hier über drei Frauengenerationen und auch mit deren Kindern, durchzieht diesen Roman. Durch den Todesfall der Großmutter kommt viel emotionale Bewegung in die Bewältigung lange strikt verschwiegener Familienereignisse wie seelische und körperliche Gewalt in Partnerschaft bzw. in der Ehe und Missbrauch an eigenen Kindern. Das traumatische Geschehen wird sukzessive über die 26 – jährige Tochter Jule langsam aufgedeckt bei ihrer Suche nach Antworten auch außerhalb der Familie. Das ohnmächtige Ausgeliefertsein der Kinder Anna und Maja an ihren Vater wirkt sehr bedrückend. Auch die Hilflosigkeit und die Sorge ihrer Mutter werden im klaren Schreibstil hart herausgestellt. Durch friedliche, fantasievolle Szenen der zwei Mädchen im angrenzenden Wald und am See mit Feen, Wilderdbeeren und einer Bärin werden diese doch sehr traurigen Tatsachen mit abnehmender Häufigkeit eingeflochten und mögen entspannend wirken durch ihre kindliche Leichtigkeit.

Dieser schwierige Stoff ist geschickt komponiert und berührt durch ihren intensiven Schreibstil.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Dramatische Geschichte über häusliche Gewalt und die Auswirkungen einer belastenden Vergangenheit - empathisch und metaphorisch geschildert

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Jule findet nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Freund Jasper Zuflucht bei ihren Eltern. Sie möchte dort zur Ruhe kommen und nachdenken, wie und ob es mit der Beziehung weitergehen kann. Unmittelbar ...

Jule findet nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Freund Jasper Zuflucht bei ihren Eltern. Sie möchte dort zur Ruhe kommen und nachdenken, wie und ob es mit der Beziehung weitergehen kann. Unmittelbar nach ihrer Ankunft erhält Jules Mutter einen Anruf, dass ihre Mutter gestorben ist. Jule kennt ihre Großmutter nur aus Karten zu Weihnachten und zum Geburtstag. Persönlich hat sie sie nie kennengelernt. Ihre Mutter reagiert sichtlich verstört über die Nachricht, was Jule neugierig macht. Sie möchte mehr über ihre Großmutter herausfinden und bittet ihre Mutter, ihr bei der Abwicklung des Nachlasses helfen zu dürfen. Gemeinsam fahren sie in das kleine Dorf, dass nur zwei Stunden entfernt liegt und wühlen im Elternhaus von Jules Mutter alte Erinnerungen auf.

Der Roman handelt auf zwei Erzählebenen, beginnend mit der Ich-Perspektive von Jule. Ein weiterer Erzählstrang wird aus der Sicht der zwölfjährigen Maja geschildert, die eine enge Beziehung zu ihrer älteren Schwester Anna hat und die beide unter ihrem tyrannischen Vater leiden. Anfangs ist nur zu erahnen, wie beide Erzählungen zusammenhängen, bis sie sich allmählich ergänzen.

Es geht um Gewalt in der Familie, Machtmissbrauch
Kindesmisshandlung und Gewalt gegenüber Frauen. Während Jule ihre Familie mütterlicherseits nicht kennt und so viele Fragen an ihre Mutter hat, die diese nur zögerlich beantwortet, ist die Suche nach Erklärungen für Jule gleichzeitig eine Möglichkeit, ihre eigenen Probleme verdrängen und eine Lösung aufzuschieben.

Die Schilderungen sind bildhaft und direkt, erfolgen jedoch auch mit dem notwendigen Einfühlungsvermögen. Egal ob es sich um die beklemmenden und brutalen Szenen am sonntäglichen Frühstück der Siegburgs oder das Stromern der beiden Mädchen im Wald handelt, die sich dort in eine Fantasiewelt flüchten - man kann sich unmittelbar in die Situation hineinversetzen und Angst, Hilflosigkeit, Wut und Hass nachempfinden. Gebannt liest man weiter in der Erwartung, dass die Situation weiter eskaliert.
Während die Vergangenheit von einer alltäglichen Gefahr dominiert ist, sorgt auch Jules Suche in der Gegenwart und den Drang, das Schweigen zu brechen, für Spannung. Zwischen den Kapiteln sind typische Worte eines gewalttätigen Partners - von Entschuldigungen, über Schuldzuweisungen bis Beschimpfungen - abgedruckt, die eine verquere Täter-Opfer-Sicht aufweisen.

Es ist eine dramatische und schonungslose Geschichte, die aufwühlt und schockiert, weil sie die Realität häuslicher Gewalt und die Folgen für die Opfer so eindrücklich beschreibt. Nachvollziehbar ist der Wunsch zu verdrängen und zu vergessen, aber auch der Drang, zu verstehen und die Wahrheit herauszufinden. Dabei stellt sich auch die Frage nach vererbten Traumata, ob sich Geschichte wiederholt und bestimmte Muster unbewusst übernommen werden. Das Ende ist diesbezüglich etwas knapp gehalten und hätte auch in Bezug auf die Familienzusammenführung gerne noch ein paar Seiten länger sein können.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Direkt in meine Top-Lieblingsbücher aufgestiegen

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Dieser Roman ist krass. Und gut. Richtig gut. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es innerhalb weniger Stunden gelesen. Eine Geschichte, die sich mit den familiären Schattenseiten und ...

Dieser Roman ist krass. Und gut. Richtig gut. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es innerhalb weniger Stunden gelesen. Eine Geschichte, die sich mit den familiären Schattenseiten und generationsübergreifenden Traumata beschäftigt. Intensiv. Emotional. Auf den Punkt.

Kira Mohns "Die Nacht der Bärin" behandelt dabei zwei Zeitebenen: die Gegenwart, in der Jule nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund Zuflucht bei ihren Eltern sucht. Und: Wir blicken in die tiefen Abgründe der Vergangenheit ihrer Mutter, Tante und Oma, die massive häusliche Gewalt erleben mussten. Diese psychischen Spuren sind eng mit Jules Lebensrealität verbunden.

Der Roman ist direkt in meine Top-Liste der Lieblingsbücher eingestiegen. Warum bin ich so begeistert? Die Autorin hat Bilder in meinem Kopf gezeichnet, ohne plakativ zu sein. Feinfühlig. Eindringlich. Sie deutet an, überlässt jedoch meist den LeserInnen die Übersetzung in die heftige Realität. Große literarische Kunst.

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht hinzufügen. Lest selbst! Ich freue mich in jedem Fall schon auf das neue Buch von Kira Mohn, das am 27. Januar 2026 erscheint und den Titel "Alle glücklich" trägt. Auch hier wird es wieder um Familienpsychologie gehen.

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