Underdogs
What about the bodies„What about the bodies“ von Ken Jaworowski ist eine versteckte Perle, die beim Lesen eine unglaubliche Sogwirkung erreicht.
Wir sind in einer winzigen amerikanischen Kleinstadt, die von Trostlosigkeit ...
„What about the bodies“ von Ken Jaworowski ist eine versteckte Perle, die beim Lesen eine unglaubliche Sogwirkung erreicht.
Wir sind in einer winzigen amerikanischen Kleinstadt, die von Trostlosigkeit und vorgegebenen Lebenswegen geprägt ist. Hier lebt Carla, die Mittvierzigerin, die endlich ihren Traum von einem eigenen Restaurant verwirklichen will, als ihr Sohn ein Geständnis macht, welches alles zerstören könnte. Reed ist Autist und will unbedingt den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter erfüllen. Und da ist auch noch Liz, die seit Jahren erfolglos ihren Traum von einer Karriere als Countrysängerin verfolgt und die nun eine reelle Chance haben könnte. Wäre da nicht der brutale Kleinstadtgangster, dem sie nicht entkommen kann. Alle haben ihr Ziel fest im Blick und wollen endlich die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurück.
Ich habe dieses Buch von Ken Jaworowski auf gut Glück ausprobiert und ich war absolut begeistert. Sein Schreibstil ist detailreich, atmosphärisch und fesselnd, aber gleichzeitig so unaufgeregt und nüchtern, wie die gesamte Grundstimmung.
Das Setting dieser typischen amerikanischen Kleinstadt wirkt einfach authentisch, denn hier wird nichts romantisiert, sondern es herrschen eher Trost- und Perspektivlosigkeit, bis zu kompletter Resignation vor. Lebenswege sind vorgezeichnet und jede Flucht nach vorn, wird schnell von der Realität ausgebremst. Doch da sind auch Carla, Reed und Liz, die sich eben nicht zufriedengeben wollen, sondern endlich ausbrechen.
Alle drei erzählen nacheinander aus ihrer jeweiligen Perspektive und sie könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein. Im Laufe der Handlung kreuzen sich ihre Wege und dadurch bekommt die Story eine so packende Dynamik, so dass ich immer noch ein weiteres Kapitel lesen wollte. Ich war enttäuscht, als das Buch dann zu Ende war, denn ich wollte alle drei noch weiter begleiten.
Der Autor hat ein Talent, kleine Momente und Facetten perfekt einzufangen und Abgründe nicht nur anzudeuten. Manchmal eskalieren die Situationen derart, dass man wie bei einem Unfall nicht wegsehen kann, obwohl man die Katastrophe schon ahnt.
Mein Fazit:
Ein kleines Highlight, welches sich definitiv lohnt. Klare Leseempfehlung!