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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2017

Ich bin begeistert!

Ana und Zak
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INHALT:
Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich ...

INHALT:
Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton nehmen an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teil wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.

MEINUNG:
So richtig wusste ich nicht, was bei diesem Buch auf mich zukommen würde. Ich habe mir ein wenig eine ähnliche Geschichte wie Flirt mit Nerd vorgestellt, aber Ana und Zak war viel besser, viel nerdiger. Ich habe schon nach den ersten 50 Seiten gemerkt, dass ich dieses Buch lieben werde.

Um das Buch wirklich so zu mögen, wie es ist, sollte man vielleicht ein klein wenig bewandert sein im Bereich der bekannten Science-Fiction-Charaktere unserer Zeit. Man muss kein ausgewachsener Trekki sein, um mit dem Buch seinen Spaß zu haben, aber ein gewisses Vorwissen schadet nicht. Ich kannte bei weitem nicht alles und bin auch in der ganzen Gamer-Szene (sowohl PC als auch Kartenspiele) gar nicht unterwegs, aber auch ich hatte mal meine Phasen in der Jugend und ich kann mich bis heute für dieses Fan-Dasein begeistern. Das Buch liefert einem genau das und noch mehr.

Ich habe nicht erwartet, dass das Buch auch so viel Tiefgang hat bei allem Spaß. Sowohl Ana als Zak haben familiär ihr Päckchen zu tragen und müssen beide auf ihre Art mit dem Verlust eines geliebten Menschen zurechtkommen. Anfangs gibt es zwischen den beiden noch relativ große Spannungen, vor allem von Anas Seite, da sie Zak anders einschätzt als er dann wirklich ist. Ich fand es hochamüsant, wie sie sich gegenseitig immer wieder Wortgefechte geliefert haben. Doch Stück für Stück ändert sich das Bild, welches Ana von Zak hat und auch sie lässt sich langsam hinter die Fassade gucken.

Zak ist wirklich ausgesprochen liebenswert, verrückt und vor allem steht er zu seinem Wort. Ich mochte ihn durchgängig, weil er auch bereit ist Dinge für Ana aufzugeben, die ihm wirklich wichtig sind. Ana wächst während ihres Ausfluges über sich hinaus und durchbricht auch endlich die zum Teil selbst auferlegten Grenzen und Einschränkungen. Ich mochte auch das Tempo, in dem sich die Liebesgeschichte der beiden entwickelt, auch wenn es nur diese eine, wenn auch sehr intensive Nacht ist.
Die Nacht durch die Convention ist einer wahren Odysseus, in der keine Katastrophe oder Peinlichkeit ausgelassen wird. Ana und Zak kämpfen mit vollen Körpereinsatz und machen sich dabei nicht nur Freunde. Es mag vielleicht an der einen oder anderen Stelle übertrieben gewesen sein, aber im Rahmen der Convention ist auch nichts normal. Von daher war das für mich absolut stimmig.

FAZIT:
Für mich war es eine rundherum tolle, amüsante und humorvolle Geschichte mit zwei äußerst liebenswerten Charakteren, die nur was für Nerds und Geeks, sondern auch für alle anderen! Absolute Leseempfehlung!

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Zauberhafte Geschichte mit kleinen Schwächen

Caraval
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INHALT:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. ...

INHALT:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt...

MEINUNG:
Ich muss sagen, dass ich mich bei diesem Buch auch mal wieder zum Teil nicht dem Hype entziehen konnte, aber auch der Klappentext hat mich unheimlich angesprochen. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass Caraval wie eine Art Schnitzeljagd sein soll. Letzen Endes konnte mich Caraval nicht zu 100% überzeugen.

Gut gefallen hat mir die Welt, die Stephanie Garber geschaffen hat. Ich konnte vieles bildlich vor mir sehen und das Buch hat Potential verfilmt zu werden. Ich weiß nicht, ob es so gewollt war, aber die Atmosphäre, einige Ereignisse und Charaktere haben mich sehr an Alice im Wunderland erinnert. Wenn der Roman hieran angelehnt ist, dass verzeihe ich auch die ständigen Verwirrungen. Manchmal fiel es mir schwer in den ganzen Handlungssträngen durchzusehen und alles war mich auch nicht klar, aber vielleicht sollte es genau das nicht sein. Es wird immer wieder betont, dass Caraval nur ein Spiel ist, aber es fällt schwer Spiel und Wirklichkeit auseinander zu halten.

Das Buch ist sehr rasant und es fiel mir nicht immer leicht dem ganzen Geschehen zu folgen. Caraval findet an nur fünf Tagen statt. Leider, leider hat es mich auch gestört, dass es mal wieder so viel Dialoge gab, vor allem zwischen Julian und Scarlett. Häufig waren diese Gespräche meiner Meinung nach relativ inhaltsleer und haben unheimlich viele Seiten gefüllt ohne die Geschichte voran zu bringen. Ich hätte mir mehr Handlung in Caraval und bei der Suche nach Scarletts Schwester gewünscht. Die Seiten flogen nur so dahin. Es ist spät erkennbar, worauf das Ganze hinaus läuft und ich habe es nicht voraus gesehen, aber wirklich zufrieden hat es mich auch nicht gestellt. Die Auflösung war für mich nicht außergewöhnlich.
Mit den Charakteren hatte ich auch so meine Schwierigkeiten, allen voran Scarlett. Klar, sie liebt ihre Schwester und sie versucht auch diese immer zu beschützen, vor allem gegen den gewalttätigen Vater und nach dem ihre Mutter verschwunden ist. Es war mir allerdings etwas zu viel des Guten an Beschützerinstinkt. Auf der anderen Seite ist die bedingungslose Liebe zu ihrer Schwester der Kernpunkt der Geschichte. Scarlett ist sehr ängstlich und immer auf das Wohl ihrer Schwester bedacht. Das ging mir irgendwann etwas auf die Nerven. Donatella, kurz Tella, ist den größten Teil der Geschichte abwesend, aber auch an den anwesenden Momenten empfand ich sie als sehr überheblich, rastlos und gerne umgarnt von Männern. Unterschiedlicher könnten Schwestern kaum sein.

Julian bleibt lange sehr undurchsichtig. Es ist schwer ihn richtig einzuschätzen, da man als Leser bezüglich ihm immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt wird. Die Liebesgeschichte zwischen Julian und Scarlett hat mir gut gefallen. Sie entwickelte sich langsam. Beiden fiel es schwer diese einzugehenden aus gut nachvollziehbaren Gründen. Auch Scarlett bleibt sehr lange gegenüber ihrem Verlobten treu, weil sie einfach ein anständiges Mädchen ist.

Das Ende wirkt so als gäbe es einen zweiten Teil. Auf den wäre ich auf jeden Fall gespannt. Vielleicht können meine noch offenen Fragen noch beantwortet werden.

FAZIT:
Ich bin nicht Charakteren leider nicht richtig warm geworden und meiner Meinung nach hätte das Buch gut und gerne noch ein paar mehr Seiten vertragen können. Trotzdem ist Caraval eine außergewöhnliche und magische Geschichte, die aber mich sehr an Alice im Wunderland erinnert hat und ähnliche Züge aufwies.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.04.2017

Schwiegermütter und Schwiegertöchter

Das Gift der Seele
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INHALT:
Laura hat alles: Erfolg als Fernsehproduzentin, einen reichen Ehemann und einen perfekten Sohn, Daniel. Doch dann lernt Daniel die junge Maklerin Cherry kennen. Cherry ist von Daniels Familie ...

INHALT:
Laura hat alles: Erfolg als Fernsehproduzentin, einen reichen Ehemann und einen perfekten Sohn, Daniel. Doch dann lernt Daniel die junge Maklerin Cherry kennen. Cherry ist von Daniels Familie fasziniert und will all das haben, was Laura hat. Diese gibt sich Mühe, Cherry zu mögen. Schon bald empfindet sie die junge Frau jedoch als Eindringling und hat das Gefühl, Cherry manipuliere sie, manipuliere ihre ganze Familie. Schließlich hat Laura nur noch ein Ziel: Sie will, dass Cherry aus ihrem Leben verschwindet – koste es, was es wolle. Aber Cherry lässt sich nicht so einfach vertreiben...

MEINUNG:
Das Buch lässt sehr leicht und flüssig lesen und wird abwechselnd aus der Sicht von Laura und Cherry in der dritten Person erzählt, wobei die Erzählsicht auch einfach mal so mitten im Kapitel wechselt, was ich ein bisschen irritierend fand. Laura hat aber meiner Meinung nach den größeren Anteil. So richtig Spannung kam leider auch nicht auf. Ungefähr auf der Hälfte habe ich mich gefragt, wo uns die Autorin noch hinführen will, aber dann hat sie recht cleveren Clou eingebaut. Es gab auch keine großen Wendungen oder Überraschungen, sondern nur die nahende Katastrophe, die der Prolog schon angedeutet hat. Ich bin mir auch unsicher, ob das Buch als Psychothriller richtig deklariert ist, denn die ganzen Psychospielchen gibt es erst so im letzten Drittel.

Laura hat definitiv ein nicht gesundes Verhalten zu ihrem Sohn, auch wenn die Autorin dafür eine schlüssige Begründung liefert, was Lauras Verhalten nachvollziehbar macht, aber trotzdem nicht weniger nachvollziehbar. Wie jede Mutter hat sie ihre Probleme mit dem Loslassen, wenn der Sohn das Haus endgültig verlässt, obwohl Daniel sowieso nur noch in den Ferien Zuhause war. Die Ansprüche, die sie auf Daniel erhebt, waren in meinen Augen ziemlich hochgegriffen. Sie wirkte ziemlich einsam und Daniel scheint ihr einziger Halt zu sein. Cherry spürt, dass Laura sehr an ihrem Sohn klammert und sie schwer damit zurecht kommt plötzlich nur noch die Nummer 2 in seinem Leben zu sein.

Mir hat gut gefallen, dass die Autorin keine Charaktere in schwarz-weiß entworfen hat und sowohl Laura als auch Cherry gleichermaßen gut und schlecht waren, obwohl ich Cherry deutlich berechnender und unsympathischer fand. Ich habe ihr die „gute“ Seite weitaus weniger abgenommen als Laura, für welche ich eher Mitleid empfand. Laura schien auch ein Gewissen zu haben. Ihre Taten schienen eher einer puren Verzweiflung entsprungen zu sein. Ich fand auch schlimme, wie sehr sich Cherry für ihre Mutter geschämt hat, obwohl diese alles für Cherry getan hat und auch ein gutes Herz gehabt hat. Leider hat sie das nicht an Cherry weitervererbt. Cherry war regelrecht gehässig.

Der Krieg, den sich die beiden liefern, ist eigentlich völlig absurd und ufert sehr schnell aus. Beide greifen zunächst nur zu kleinen Lügen, aber später nimmt es Ausmaße an, die auch andere mitreinziehen und für beide den Lust ihrer Existenz bedeuten. Sie scheinen sich auch nicht über die Konsequenzen bewusst zu sein, denn bei Daniel stehen sie beide nicht gut dar als die Lügen alle ans Tageslicht kommen und erreichen damit eher das Gegenteil von dem, was sie wollten.
Daniel fand ich ziemlich farb- und charakterlos. Auch wenn er der Grund für das ganze Drama der beiden Frauen ist, bleibt er für mich eine Nebenfigur. Er ist nett, zu nett vielleicht, aber mehr kann auch nicht zu ihm sagen.

FAZIT:
Der Titel trifft den Nagel schon recht gut auf den Kopf. Das Buch ist recht gut ausgearbeitete Charakterstudie, die mit den dunklen Seiten unserer Seele spielt. Leider fehlten mir so ein wenig die Spannung und die unvorgesehenen Überraschungen. Mich konnte das Buch nicht vollends mitreißen, aber ich habe mich auch nicht gelangweilt.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.04.2017

Enttäuschend

GötterFunke. Liebe mich nicht
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INHALT:
„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?" Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. "Liebe mich nicht."
Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ...

INHALT:
„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?" Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. "Liebe mich nicht."
Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

COVER:
Der Schutzumschlag des Buches ist sehr hochwertiges dickes Papier und erinnert ein bisschen an eine Strukturtapete, einer sehr schönen Tapete. Er ist matten Tönen gehalten, was mir sehr gefällt. Mit Abstand eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Auch Innen kann sich das Buch sehen lassen und sowohl vorne als auch hinten eine Karte von dem Camp, in dem sich Jess und Co. aufhalten.

MEINUNG:
Für mich war es das erste Buch von Marah Woolf und auch der erste fiktive Roman, in dem es um Götter ging. Auf Grund dessen und wegen der vielen positiven Stimmen habe ich mich sehr gefreut auf das Buch. Leider wurde ich aber auch sehr enttäuscht.
Götterfunke ist der erste Teil einer Trilogie. Die Geschichte wird aus der Sicht von Jess erzählt und zwischen den Kapiteln lässt uns Hermes als außenstehender Beobachter an seinen Gedanken teilhaben. Diese Teile sollten vermutlich einer humorvollen Auflockerung dienen, aber von mir aus hätten sie auch weggelassen werden können. Nette Idee, aber mehr auch nicht. Das Buch lässt sehr schnell und flüssig lesen (obwohl ich genervt war), weil wieder viel wörtliche Rede enthalten ist. Marah Woolfs Schreibstil ist recht einfach und in meinen Augen leider auch nichts Besonderes. Ein hoher Anteil an wörtlicher Rede ist für kein Ausdruck des schriftstellerischen Könnens, ganz im Gegenteil.

Auch wenn Marah Woolf die Legenden über die Götter und die Titanen etwas abgewandelt hat, muss ich positiv bemerken, dass man über eben diese eine Menge erfährt. Das Ganze wird dann auch noch mit einem Stammbaum und einem umfangreichen Glossar unterfüttert. Für mich war es das erste Buch im Bereich der Götter/ Titanen und ich konnte für mich eine Menge mitnehmen. Zusammen mit der hochwertigen Aufmachung des Buches sind das leider meine einzigen beiden positiven Punkte, die ich für dieses Buch übrig habe.

Kommen wir nun zu meinen beiden größten Kritikpunkten: Die Charaktere und die Handlung. Also Handlung habe ich irgendwie vermisst. Ungefähr 200 Seiten passiert eigentlich gar nichts außer Liebesschmachtereien, Zickereien und Camp-Leben. Spannung leider weit gefehlt. Ab der zweiten Hälfte gab es einen kleinen Aufschwung, aber auch hier potentielle Ereignisse relativ schnell ausgebremst und aufgeklärt und wir waren wieder bei pubertierenden Zankereien und Liebesschwärmereien. Ich lese sehr gerne Jugendbücher und habe mir bisher noch nie die Frage gestellt, ob ich nicht langsam zu alt dafür bin, aber bei diesem Buch habe ich mir diese Frage ernsthaft gestellt. Ich weiß nicht, für welche Zielgruppe das Buch angelegt sein soll. Für Mädchen ab 12 Jahren? So kam es mir leider vor. Ich habe hier auch etliche Parallelen zu Twilight gesehen…ich sag nur sprechende Wölfe, natürlich griechisch sprechende Wölfe. :D
Ich habe verstanden, dass es um die Vereinbarung zwischen Zeus und Cayden geht. Athene sucht, aber die Frau aus, die ihm widerstehen soll. Die Wahl steht zwischen drei, am Ende zwei Damen. Athenes Wahl habe ich aber überhaupt nicht verstanden, denn mit dieser Frau war gleich klar, dass es nicht klappt. Das habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht verstanden, wie Marah Woolf diesen Strang konstruiert hat. Vielleicht erfährt man ja in der nächsten Teilen mehr, aber das werde ich dann nicht mehr erfahren.

Kommen wir nun noch zu den Charakteren. Die fand ich alle samt ziemlich schwach, nicht gut ausgearbeitet und sehr stereotypisiert. Fangen mir mal mit Jess an. Jess kommt aus relativ schweren Familienverhältnissen. Nachdem der Vater mit dem Vermögen der Familie und einer jüngeren Frau abgehauen ist, muss Jess sich um ihre kleine Schwester und ihre Mutter kümmern, die auch noch ein Alkoholproblem hat. Nach meiner Erfahrung lässt so etwas einen jungen Menschen eigentlich und leider auch schnell reifen und erwachsen werden. Davon habe ich aber nicht viel gespürt. Ich fand sie ziemlich naiv und manche Handlungen ließen mich nur mit dem Kopf schütteln. Dann kommt dazu, dass sie unheimlich viel gefallen lässt, vor allem von ihrer Freundin Robyn, die für mich der Giffel der Unverschämtheit war.

Robyn ist das typische blonde Prinzesschen, die ihre ganze Umwelt inkl. der Menschen, die sie eigentlich mögen, schlecht behandelt, vor allem dann wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Robyn, die eigentlich auch einen Freund hat, macht sich dann auch an Cayden ran, was man definitiv als Fremd gehen bezeichnen kann. Das scheint aber völlig ok zu sein. Auch Jess unternimmt keinen wirklichen Versuch Robyn moralisch mal die Leviten zu lesen. Ganz im Gegenteil, sie hat auch noch ein schlechtes Gewissen Robyn gegenüber als sich zwischen Cayden und ihr etwas anbahnt. Da hätte ich am liebsten ins Buch gebissen.

Zu guter Letzt…Cayden. Keine Ahnung, was ich von ihm halten sollte und von dem, was er so getan hat. Es wäre vielleicht gut gewesen, wenn man auch seine Sicht zu lesen bekommen hätte, um ihn besser zu verstehen. Zwischen ihm und Jess ist es so eine On-Off-Geschichte. Er fühlt sich scheinbar zu ihr hingezogen, möchte sie beschützen, aber eigentlich darf sie ihn nicht lieben (hier der Bezug zum Titel). Gleichzeitig hat er aber auch ein Techtelmechtel mit Robyn. Ich konnte es nicht ganz nachvollziehen. Leider hat man auch von seiner göttlichen Kraft wenig gespürt.

FAZIT:
Die Geschichte hat leider unheimlich viel Potential verschenkt. Mir fehlte es an Spannung und gut ausgearbeiteten Charakteren. Der Vorteil war, dass sich sehr leicht lesen lässt, sonst hätte ich es wohl abgebrochen. Ob ich nochmal zu einem Buch von Marah Woolf greifen werde, weiß ich nicht.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.04.2017

Fragwürdige Botschaften, die hier vermittelt werden

Vergessene Kinder
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INHALT:
Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
Doch ...

INHALT:
Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeit festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?

GESTALTUNG:
Die Gestaltung ist der Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Es hat mich ein wenig an die Aufmachung die Wenn du vergisst Reihe von Heidrun Wagner erinnert. Das Büchlein hat nicht nur ein relativ untypisches Format, sondern hat auch verschiedene Schriftarten. Pias Teil ist z.B. in Handschrift abgedruckt. Zum Teil ist es manchmal nicht so gut lesbar, aber es wirkt authentisch und bestärkt den Eindruck, dass es sich um ihre Tagebucheinträge handelt. Außerdem sind noch diverse Symbole, Bilder und Zeichnungen abgedruckt, die sich mir nicht immer gänzlich erschlossen haben, aber ein stimmiges Gesamtbild abgeben.

MEINUNG:
Ich muss sagen, dass ich von Luna Darko noch nie etwas gehört habe und das obwohl ich durchaus regelmäßig YouTube-Videos konsumiere. Mir ist das Buch wegen seiner Gestaltung ins Auge gefallen. Nachdem ich es gelesen habe, bin ich etwas zwiegespalten, was ich davon halten soll.

Betrachtet man den Klappentext, dann handelt es sich hier um ein ziemlich ernstes Thema, nämlich dem Willen seinem Leben ein Ende zu setzen, in dem Fall Pia. Zu Beginn bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass ich die Geschichte aus Pias Sicht lesen werde, aber Pia lässt den Leser an ihren Gedanken in Form von Tagebucheinträgen teilhaben und die eigentliche Story wird aus der Sicht von Tom erzählt als personeller Erzähler. Pias Gedanken sind sehr düster, zum Teil habe ich die Tagebucheinträge nur quergelesen, denn sie tragen auch zur Geschichte nicht wirklich bei. Man spürt deutlich, dass sie der Tod ihres besten Freundes Momo sehr mitnimmt und dass sie ihren Platz im Leben (noch) nicht gefunden hat. Luna Darko präsentiert hier eine ganze Palette an typischen Gefühlen, die man so im Teenagerleben so hat. Ich habe mich hier zum Teil selbst
wiederentdeckt, auch wenn ich dem Alter bereits lange entwachsen bin, aber trotzdem ist Pias Gefühlswelt noch ein ganzes Stück krasser und ich würde das auch nicht als normal bezeichnen. Ich hatte allerdings nie das Gefühl, dass sie sich umbringen will.

Pia erträgt ihre innere Leere und Zerrissenheit nur mit dem dauerhaften/ täglichen Konsum von Drogen. Es erweckt den Anschein, dass das völlig normal ist, wenn man sein Leben nicht mehr erträgt. Mich stört dieser völlig selbstverständliche Umgang mit Drogen hier sehr, denn Luna Darko setzt sich damit nicht wirklich auseinander und so können vor allem bei jüngeren Lesern falsche Vorstellungen geweckt werden, was ich höchst gefährlich finde. Auch mit dem Thema Selbstmord wird sich hier nicht wirklich auseinander gesetzt. Tom mag wie ihr Retter in der Not erscheinen, aber auch er konsumiert zusammen mit seinem Bruder regelmäßig Drogen. Sowohl er als auch sein Bruder haben auch keinen wirklichen Plan im Leben. Einfach mal so die Schule zu schmeißen, scheint auch völlig in Ordnung zu sein, wenn man damit nichts anfangen kann bzw. der Meinung ist, es auch nicht zu brauchen. Als Tom an einer Stelle sagte, dass Pia perfekt sei, war ich wirklich erschrocken. Tom, der ja bereits deutlich älter ist Pia sollte doch erkennen, dass Pia ernsthafte Probleme hat. Die er wohl nicht wirklich erkennt, da er in meinen Augen auch eine ziemlich verquere Sicht auf das Leben hat.

FAZIT:
Mir war nicht so ganz klar, was die Geschichte eigentlich für ein Ziel hatte bzw. welche Botschaft sie vermitteln wollte. Die Botschaften, die es mir vermittelt hat, halte ich für äußerst fragwürdig und für jüngere Leser auch wirklich gefährlich. Es gibt hier viele ernsthafte Probleme, wie Drogenkonsum und –abhängigkeit und Suizid mit denen nicht richtig umgegangen wird. Die Gestaltung hat mir dennoch gut gefallen.

Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen.