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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2017

Leider nicht überzeugend

Rache und Rosenblüte
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INHALT (Achtung Spoiler, wenn man den ersten Teil noch nicht kennt):
Einhundert Leben für das eine, das du nahmst. Ein Leben bei jedem Sonnenaufgang. Gehorchst du auch nur an einem einzigen Morgen nicht, ...

INHALT (Achtung Spoiler, wenn man den ersten Teil noch nicht kennt):
Einhundert Leben für das eine, das du nahmst. Ein Leben bei jedem Sonnenaufgang. Gehorchst du auch nur an einem einzigen Morgen nicht, nehme ich deine Träume von dir. Ich nehme deine Stadt von dir. Und ich nehme von dir dieses Leben tausendfach.

Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben?

MEINUNG:
Also ich muss schon mal vorweg sagen, dass mich bereits der erste Teil, Zorn und Morgenröte, nicht so richtig überzeugt hat. Mein Problem war hier, dass es mir einfach zu wenig Handlung war und der Fokus doch viel zu sehr auf der Liebesgeschichte, die ich auch relativ fragwürdig fand. Die Gefühle von Chalid und Shahrzad waren gut transportiert wurden, aber eigentlich liebt Shahrzad einen Mörder, den Mörder ihrer besten Freundin. Der erste Teil endet aber mit einem dicken Cliffhanger und ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht.

Ich habe den ersten Teil als Hörbuch gehört und kam deutlich besser damit zurecht die ganzen Namen auseinander zu halten, denn man konnte sie durch die Stimme unterscheiden. Im zweiten Teil hatte ich leider bis zum Schluss große Probleme die ganzen Personen an Hand ihrer Namen auseinander zu halten. Eine Namensliste wäre wirklich von Vorteil gewesen.
Der zweite Teil setzt dort an, wo der erste aufgehört hat und plätschert erst mal so vor sich hin. Renee Ahdieh hat ihre Dilogie an die Geschichten an 1001 Nacht angelehnt und diese Atmosphäre transportiert sie auch durchgehend in diesem zweiten Band. Shahrzad war bereits im ersten Band relativ kratzbürstig, sprunghaft und sehr impulsiv, was ich verstehen konnte, weil sie sich damit ein Stück weit selbst geschützt hat, da sie ja lange befürchten musste kaltblütig ermordet zu werden. Im zweiten Band setzt sie dieses Verhalten allerdings fort und es war einfach nur noch nervig, weil es nicht nachvollziehbar und auch schlichtweg unreif war. Bei Shazi, wie sie auch genannt wird, kann man keine wirkliche Entwicklung feststellen.

Mich hat außerdem in diesem Buch der extreme Hang zu Überdramatisierung gestört. Gefühlt jeder Dialog und jede Handlung waren von großen Gefühlen, allen voran Ehre, geprägt. Mit Sicherheit war das auch an einigen Stellen angebracht und hat zum Setting der Story und der Kultur gepasst, aber mir wurde es schnell es ziemlich schnell zu viel und auch zu anstrengend. Es gab keine Szene, die mal von Leichtigkeit geprägt war. Chalid war nicht mal in der Lage zu Lächeln, geschweige denn zu lachen.
Mein größter Kritikpunkt aber bleibt die Handlung, die sich erst ab dem zweiten Drittel des Buches so langsam entwickelt und dann aber geballt kommt. Die Autorin wird dann sogar politisch und spinnt Konflikte, die genauso schnell auch wieder gelöst wurde, weil das Buch ja nicht mehr viele Seiten hatte. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie bestimmte Fäden aufgenommen hat, sich aber über deren Auflösung keine wirklich Gedanken gemacht hat. Insgesamt hat die Reihe so um die 900 Seiten und man wartet gute 600 Seiten, dass mal was passiert. Selbst der Fluch, der ja der Dreh und Angelpunkt im ersten Teil darstellte, wurde einfach mal so nebenbei aufgelöst. Hier hätte meiner Meinung nach der Fokus drauf liegen sollen.

FAZIT:
Die Grundidee der Geschichte fand ich gut und bei mir kam auch die Liebesgeschichte von Shahrzad und Chalid an, aber der Rest war leider relativ schwach ausgearbeitet und konstruiert. Insgesamt fand ich den zweiten Teil, aber noch ein wenig besser als den ersten Teil. Trotzdem ist es leider eine Reihe, die ich nicht weiter empfehlen würde.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Hat mich absolut überzeugt

Good as Gone
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INHALT:
Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu ...

INHALT:
Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …
MEINUNG:
Auf dem Buch steht „Roman“, aber es mehr als nur ein Roman. Es als Thriller einzuordnen ist vielleicht auch nicht richtig, aber von einem psychologischen Spannungsroman kann man hier definitiv reden. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt.
Der Haupterzählstrang wird von Anna, der Mutter von Julie, in Ich-Form erzählt. Hinzu kommt dann noch die Sicht von Julie. Nach dem ersten Kapitel aus Julies Sicht, dachte ich eigentlich bereits alles zu wissen und vor allem auch zu wissen in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Ich war fast ein wenig enttäuscht, aber umso weiter ich gelesen habe, desto mehr merkte ich, wie ich mich getäuscht habe. Die Autorin führt uns immer wieder aufs Glatteis. Mal ist man sich ganz sicher, dass dieses zurück gekehrte Mädchen auf keinen Fall Julie sein kann und ein anderes Mal säht sie wieder durch einen Halbsatz Zweifel. Es erinnert mich ein wenig an die Romane von Melanie Rabe. Amy Gentry weiß genau, welche Knöpfe sie beim Leser drücken muss.
Es ist kaum zu glauben, dass es sich hier um einen Debütroman handelt, denn sie Schreib- und Erzählweise der Autorin hat mich schwer begeistert. Ich mochte es sehr, wie sie Dinge formuliert hat und damit von einer typischen linearen Erzählweise abgewichen ist. Sie transportiert, durch ihre Erzählweise auch ganz viel zwischen den Zeilen, vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene. Die Autorin macht wunderbar deutlich, dass wir häufig, von Menschen, die wir lieben, ein Bild haben, welches mehr Illusion als Realität ist und das man irgendwann die Augen öffnen muss.
Völlig eindrucksvoll zeichnet die Autorin auch das Bild der Familie. Tom und Anna sind noch verheiratet, aber man merkt, dass die Familie nach Julies Verschwinden nicht mehr dieselbe war. Man kann schon sagen, dass sie ein Stück weit auch den Zugang zueinander verloren haben, in dem sie der anderen Person nicht zu nahe treten wollten oder bzw. auch einfach nicht nachgefragt haben. Besonders darunter gelitten hat Jane, Julies jüngere Schwester, die die Entführung aus dem Schrank heraus verfolgt hat. Man spürt, dass sie mit dieser „Schuld“ versucht zu leben, aber trotzdem auch gesehen werde möchte, nachdem Julies Verschwinden so ein Loch in die Familie gerissen hat. Ein Loch, welche tagtäglich spürbar ist und fast greifbar ist. Anna mochte ich sehr gerne. Ich habe sie einerseits als stark, aber andererseits auch an den richtigen Stellen als verletzlich wahrgenommen. Man spürt ihre Unsicherheit gegenüber der Rückkehr von Julie, aber sie steht trotz Zweifel immer hinter Julie. Selbst als die Zweifel am größten sind, steht sie für sie ein.
Das Buch ist auch nichts für Zartbesaitete. Es gab Stellen, da musste ich wirklich durchatmen und schlucken. Amy Gentry beschönigt nichts und genau damit erzeugt sie eine ungeheure Intensität. Sie schafft es immer wieder, dass man mitfühlt, dass man schockiert ist und dass man einfach hofft, dass doch jetzt endlich alles gut werden möge.

FAZIT:
Für mich ist das Buch ein absoluter Pageturner, der gleichzeitig einen hohen Spannungsbogen hält, aber auch viel Tiefgang aufweist. Die Autorin schafft es, den Leser fast jedes Mal aufs Neue in die Irre zu führen, so dass man am Ende an allen Theorien zweifelt. Für mich ein grandioses Debüt, dass sehr gerne weiter empfehlen möchte.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Hält was es verspricht

Bourbon Kings
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INHALT:
Eine mächtige Dynastie: skrupellose Machtspiele und verbotene Gefühle

Seit Generationen geben die Bradfords in Kentucky den Ton an. Der Handel mit Bourbon hat der Familiendynastie großen Reichtum ...

INHALT:
Eine mächtige Dynastie: skrupellose Machtspiele und verbotene Gefühle

Seit Generationen geben die Bradfords in Kentucky den Ton an. Der Handel mit Bourbon hat der Familiendynastie großen Reichtum und viel Anerkennung eingebracht. Doch hinter der glänzenden Fassade verbergen sich verbotene Liebschaften, skrupellose Machtspiele, Verrat, Intrigen und skandalöse Geheimnisse...

MEINUNG:
J. R. Wards Black Dagger habe ich gelesen, aber es hat mir leider so überhaupt nicht gefallen. Ich empfand es einfach als zu flach, aber Bourbon Kings wurde erst mal in den höchsten Tönen gelobt und klang auch von der Story her genau nach meinen Geschmack. Reich und schön habe ich damals immer gerne geschaut und ein wenig erinnert es mich daran, gepaart mit dem Denver Clan.
Das Buch hält was es verspricht. Man bekommt das ganze Paket der Reichen und Schönen und deren Intrigen, Machenschaften und Skandalen. J. R. Ward schafft es auch das Flair der amerikanischen Südstaaten sehr gut zu transportieren. Ich musste bei den Bediensteten gleich an Gute Geister denken, obwohl ich mich natürlich gefragt, ob das man heute wirklich noch zum Großteil vor allem Schwarze als Personal hat.
Die Geschichte dreht sich um die Familie Baldwine, deren Anwesen Easterly und deren Bourbon Imperium. Die vier Geschwister Lane, Gin, Edward und Max haben unter ihrem Vater William Baldwine nichts zu lachen. Er regiert das Unternehmen und die Familie mit harter Hand. J. R. Ward scheut sich auch dem Leser hier unschöne Szenen zu präsentieren ohne drum herum zu reden.
Der Fokus der Geschichte liegt auf Lane, aber auch seine Geschwister Gin und Edward und auch Lanes große Liebe und gleichzeitig Gärtnerin von Easterly tragen zur Entwicklung der Geschichte bei. Ich mit keinem der Charaktere bisher wirklich warm geworden, was aber für mich keinen Minuspunkt darstellt, denn ist und schlichtweg eine völlig andere Welt. Ich habe hier eine deutliche Diskrepanz gespürt, dass eigentlich keines der Geschwister für seinen Lebensunterhalt wirklich arbeiten geht, sondern sie alle leben mehr oder weniger vom Vermögen der Familie. Dieser Fakt macht die Geschichte durchaus glaubwürdig und authentisch, aber ich finde dazu persönlich keinen Zugang.
Einen Stern muss ich für die Liebesgeschichte zwischen Lane und Lizzy abziehen. Zum aller Ersten Mal mochte ich diese in einem Roman so überhaupt nicht. Es ging mir alles zu schnell und war viel zu kitschig. Ich war froh, wenn die Passagen vorbei waren und außerdem tut Lizzy zum Schluss etwas, wobei mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind und sie in meinem Ansehen echt tief in den Keller gerutscht ist.


FAZIT:
Der zweite Teil, Bourbons Sins, erscheint am 28. Juni und ich werde ihn sicherlich lesen. Ich bin schon gespannt, wie viel Lügen und Intrigen hier noch auf uns zu kommen. Bis auf ein paar kleine Kritikpunkt habe ich hier bekommen, was ich erwartet habe.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Suchtgefahr, trotz kleiner Schwächen

Paper Princess
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INHALT:
Ellas Leben war bisher alles andere als leicht, und als ihre Mutter stirbt, muss sie sich auch noch ganz alleine durchschlagen. Bis ein Fremder auftaucht und behauptet, ihr Vormund zu sein: der ...

INHALT:
Ellas Leben war bisher alles andere als leicht, und als ihre Mutter stirbt, muss sie sich auch noch ganz alleine durchschlagen. Bis ein Fremder auftaucht und behauptet, ihr Vormund zu sein: der Milliardär Callum Royal. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Doch bald merkt sie, dass mit dieser Familie etwas nicht stimmt. Callums fünf Söhne – einer schöner als der andere – verheimlichen etwas und behandeln Ella wie einen Eindringling. Und ausgerechnet der attraktivste von allen, Reed Royal, ist besonders gemein zu ihr. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen, denn es knistert gewaltig zwischen ihnen. Und Ella ist klar: Wenn sie ihre Zeit bei den Royals überleben will, muss sie ihre eigenen Regeln aufstellen …
MEINUNG:
Ich habe mich seit Harry Potter, glaube ich, nicht mehr so auf ein Buch gefreut. Ich freue mich schon seit der Frankfurter Buchmesse 2016, wo bekannt gegeben wurde, dass die Trilogie auf Deutsch erscheinen wird. Ich kann noch nicht mal sagen, was mich so angezogen hat. Ich schätze es ist eine Mischung aus tollen Cover, heißer Lovestory, Emotionen-Mix und der Tatsache, dass Elle Kennedy ein Teil des Autoren-Duos ist, welches sich hinter Erin Watt verbirgt.
Bei Paper Princess wird das Fahrrad im Bereich von New Adult nicht neu erfunden, aber darum geht es ja auch nicht. Ich mag die Protagonistin Ella sehr gerne, denn sie ist schlagfertig, trotzdem liebenswert und bleibt sich selbst auch treu. Sie weiß, wie ist für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen sowie für die schwerkranke Mutter sorgen zu müssen. Sie bleibt auch gegenüber dem luxuriösen Leben, das ihr durch Callum Royal ermöglicht wird, skeptisch und versucht sich immer noch eine Hintertür offen zu halten, falls sich diese Situation mal schlagartig ändern könnte. Trotz des vielen Geldes, geht Ella auch dann weiterhin arbeiten. Auch in der neuen Schule machen es ihr die Mitschüler nicht leicht und es gibt viele Neider, doch auch diese Situation meistert Ella wirklich sehr mutig und versucht sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Ihr Charakter bleibt allerdings nicht völlig frei von Klischees, so ist sie noch Jungfrau und hat natürlich eine schwäche Bad Boys.
Bad Boys sind eigentlich alle fünf Royal-Brüder. Wie der Klappentext schon verrät, verliebt sie sich in Reed, den gemeinsten Bruder der fünf Royals. Es ist zunächst nicht so ganz ersichtlich, welches Problem die Jungs bzw. Reed eigentlich haben und warum sie sich ihr gegenüber so verhalten. Zum Teil fand ich manche Aktionen ein wenig absurd. Besonders Reed will scheinbar den Ruf der Familie bewahren, auch wenn die Jungs zu ihrem Vater ein schwieriges Verhältnis haben und alle irgendwie verkorkst sind. Auch hier ist mir nur zum Teil nicht klar, warum das so ist, aber dazu wird uns in den nächsten Bänden sicher mehr verraten.
Ein wenig missfallen hat mir die Gewaltbereitschaft der Royal-Brüder, später natürlich auch, um Ella zu schützen, aber auch um ihrer inneren Zerrissenheit und Leere, die der Tod ihrer Mutter hinterlassen hat, Herr zu werden. Vor allem Ella stellt das nicht kritisch in Frage und das hätte ich mir schon gewünscht, denn so erweckt es den Eindruck, als wäre das völlig normal und in Ordnung.
Gegen Ende gab es ein paar Szenen bei einer Party, die mir nicht so gefallen haben, da sie mir einfach zu kindisch waren und nicht so, wie ich es sonst von den Büchern von Elle Kennedy kenne. Trotzdem hat das Buch auch einen unheimlichen Suchtfaktor und ich konnte mir nur schwer davon lösen.
Der erste Teil endet mit einem riesigen Cliffhanger. Gott sei Dank erscheint der zweite Teil, Paper Prince, schon am 3. April bzw. ist als eBook sogar schon jetzt verfügbar.

FAZIT:
Paper Princess ist keine neue Geschichte und entspricht ungefähr einer modernen Cinderalla-Story mit heißen Jungs, aber trotzdem kann man sich ihrer Sogwirkung nur schwer entziehen. Das Buch bringt einfach große Unterhaltung und ebenso große Emotionen, die mich einfach mitgerissen haben.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Ein guter Start, aber da ist noch Luft nach oben

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge
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INHALT:
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet ...

INHALT:
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen...
MEINUNG:
Ich hab das Buch schon sehr lange auf Englisch auf meiner Wunschliste zu stehen gehabt. Als dann bekannt wurde, dass es auf Deutsch erscheinen wird, habe ich mich sehr gefreut und habe mich schnell von den vielen sehr guten Meinungen infizieren lassen.
Wer Prinz und wer Attentäter ist, soll durch eine geschickte Erzählweise verschleiert werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass der Prinz einmal den Namen des Attentäters erwähnt und außerdem war mir das irgendwie schon recht schnell klar, wer wer ist. Diese geschickt eingebaute Finte hat bei mir also leider keine Wirkung gezeigt.
Die Autorin hat eine tolle fantastisch-historische Welt geschaffen mit einer eigenen Karten, vielen Stämmen und sogar eigenen Sprachen. Vor so viel Kreativität ziehe ich immer den Hut, auch wenn mich die Stellen in der fremden Sprache oft etwas gestört haben, da sie nicht übersetzt worden sind so richtig. Irgendwie fühlt man sich dann als Leser ausgeschlossen. Ihre Welt beschreibt Mary E. Pearson sehr detailliert, so dass man sich ein genaues Bild machen kann.
Die Geschichte wird zum größten Teil aus der Ich-Perspektive erzählt, unterbrochen vom Prinz, Attentäter und später auch von Pauline. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, aber leider passiert ungefähr zwei Drittel des Buches nicht besonders viel, außer einer genauen Beschreibung von Paulines und Lias Alltag in Terravin, was leider nicht besonders spannend und auch für die Handlung nicht wirklich wichtig ist. Man muss also schon ein wenig Durchhaltevermögen beweisen und es für mich auch ein Grund, um einen Stern abzuziehen. Dennoch macht das letzte Drittel sehr viel Lust auf den zweiten Teil.
Ich muss aber auch sagen, dass ich es ein wenig unglaubwürdig fand, dass sie so lange unbemerkt in Terravin leben konnte, welches sehr nah an ihrem eigentlichen Wohnort liegt. Vor allem als einer ihrer Brüder sie heimlich besucht und sie den anderen seinen richtigen Namen sagt und dass er ihr Bruder ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das Gesicht von ihrem Bruder so unbekannt ist und die Leute nicht längst 1 und 1 zusammen gezählt haben. Was mich gleich zu Lias Naivität führt unter der ich diese Aktion verbuchen wollen würde.
Lia habe ich anfangs als sehr naiv wahrgenommen, aber man muss vielleicht auch berücksichtigen, dass trotz aller Wildheiten in ihrem Charakter wohlbehütet als Prinzessin aufgewachsen ist und keinen Schimmer hat, wie das richtige Leben funktioniert. In diesem Kontext kann ich ihr die eine oder andere Aktion verzeihen, aber sie ist sich noch nicht so richtig bewusst, dass ihr Handeln womöglich einen Krieg herauf beschworen hat. Lias Beweggründe zur Flucht mögen nachvollziehbar sein, aber sie lässt damit in schweren Zeiten ihr Land und ihre Familie im Stich. Man muss ihr aber zu Gute halten, dass im letzten Drittel sehr schnell lernen muss wir hart das Leben sein kann und sie wächst auch daran. Am meisten beeindruckt sicherlich ihr schier unbeugsamer Wille und Kampfgeist ihre derzeitige Situation nicht einfach hinzunehmen.

FAZIT:
Dieser erste Teil konnte mich nicht restlos überzeugen, dass sich die Geschichte doch sehr gezogen hat und die wirkliche Handlung nur schwer in Gang kam. Das Ende lässt jedoch sehr auf Band 2 hoffen! Die Welt, die Mary E. Pearson geschaffen hat, konnte mich wirklich faszinieren und es ist spürbar, dass dort viele Geheimnisse verborgenen sind, auf deren Aufdeckung ich in den nächsten Teilen hoffe.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.