hat mir wieder gut gefallen
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Die Raunächte sind eine besondere Zeit im Winter zwischen dem 24/25. Dezember und dem 5/6. Januar, in denen Rückschau gehalten wird und die Zeit ...
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Die Raunächte sind eine besondere Zeit im Winter zwischen dem 24/25. Dezember und dem 5/6. Januar, in denen Rückschau gehalten wird und die Zeit für Reinigung und Neuanfänge liegen.Jeder Tag dieser Zeit steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres.Sie sind begleitet von Bräuchen und Mythen, Rückzug und Stille.
Genau in dieses Setting siedelt Ellen Sandberg ihren neuen Roman „Raunächte“ an, den ich sehr gern gelesen habe.
Pia , die Protagonistin dieses Romans, erfährt an Heiligabend per Zufall, dass sie adoptiert wurde.Ihre Mutter, die sie bisher für ihre Tante hielt, ist bei einem Brand ums Leben gekommen und daraufhin hat ihre Schwester sie adoptiert. Ihre Adoptivmutter , bzw ihre Eltern, haben ihr dies aber nie gesagt und Pia fragt sich nicht nur wer ihr leiblicher Vater ist, sondern auch, warum man ihr nie gesagt hat, dass sie adoptiert wurde.
Da sie von ihren Adoptiveltern keine Antworten bekommt, reist sie nach Wasserburg, den Ort, wo sie die ersten Jahre ihrer Kindheit zusammen mit ihrer Mutter verbracht hat.Sie will herausbekommen, wer ihr leiblicher Vater ist. Das was sie dort allerdings nach und nach erfährt, lässt ihr nicht nur das Blut in den Adern gefrieren, sondern verändert auch ihr ganzes Leben .
Obwohl ich das Buch an der einen oder anderen Stelle ein wenig konstruiert fand, habe ich das Buch sehr gern gelesen und es hat mich bestens unterhalten. Es ist nicht nur spannend, sondern auch ein wenig mystisch angehaucht, was der ganzen Szenerie, die sich über die 12 Raunächte erstreckt, sehr viel Atmosphäre verleiht. Ich hatte beim Lesen viele Bilder im Kopf und ich fand auch den Ort gut gewählt, ein Esotherikzentrum von Pia‘s Mutter gegründet und dann später von ihrer Geschäftspartnerin in ein Wellnesszentrum umgewandelt.
Auch die vielen falschen Fährten, die Ellen Sandberg gelegt hat, haben mir gefallen.Ich fand den Roman nicht vorhersehbar. Der Schluss war ein bisschen übereilt und für mich nicht immer überzeugend, aber das hat den Gesamteindruck des Buches nicht so geschmälert, dass es mir die Lesefreude genommen hätte.
Auch die einzelnen Figuren waren gut beschrieben. Pia hat mir, auch in ihrer Weiterentwicklung gut gefallen.
Ich fand sie zu Anfang schon etwas naiv für ihr Alter.Ihre Wandlung war schon überraschend, zumal sie bei allem was sie erleben musste , schon sehr resilient wirkte. Aber jeder wächst mit seinen Aufgaben.
Mir hat es wieder viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.