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Veröffentlicht am 05.04.2026

Familiengeheimnisse und Mystik

Das Sturmhaus
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Cornwalls mystische Geschichte reicht weit in die Vergangenheit zurück und wurde vom Christentum nie gänzlich verdrängt. Dies erfahren auch Magda, ihre Tochter Mila und deren Tochter Janey seit ihrer Ankunft ...

Cornwalls mystische Geschichte reicht weit in die Vergangenheit zurück und wurde vom Christentum nie gänzlich verdrängt. Dies erfahren auch Magda, ihre Tochter Mila und deren Tochter Janey seit ihrer Ankunft in Cornwall immer wieder. Janey scheint über ihren Plüschhasen eine Verbindung zu einer unsichtbaren Kraft zu haben und auch Mila spürt diese übernatürliche Kraft in der Natur rund um White Cove. Auch das verlassene und heruntergekommene Herrenhaus sowie Jack – ein Mann ohne Vergangenheit – den Janey von Beginn weg und Mila mehr und mehr ins Herz schließt, scheinen Geheimnisse in sich zu tragen. Kann ein Neubeginn in einer solch mystischen Umgebung gelingen, vor allem auch dann, wenn unausgesprochene Geheimnisse immer wieder zu Konflikten führen?

Das Buch ist kein eitel Sonnenschein-Roman mitten in den Kulissen Cornwalls, es ist eine Geschichte voller Mystik, Geheimnissen, Verlusten, aber auch Neuanfängen und schlussendlich Vergebungen. Mir hat der Aufbau der Geschichte gut gefallen, vor allem der Einbezug der Dorfbevölkerung und die daraus entstehende Freundschaften und Bindungen. Die toxische Beziehung Mutter-Tochter Beziehung von Magda und Mila geben der Geschichte tiefe. Neben der Mystik rund um Cornwall sind auch polnische Traditionen eingeflochten, was die Geschichte vielfältig, lehrreich und spannend macht. Die kleine Janey – ein Mädchen von fünf Jahren – war für meinen Geschmack teilweise zu erwachsen dargestellt. Zum Schluss hin wird das Buch beinahe erstickt von aneinanderreihenden Handlungen, alle Geheimnisse werden innerhalb kürzester Zeit aufgedeckt, was es für mich dann auf den letzten Seiten doch etwas mühsam zum Lesen machte. Alles in allem ein gelungener Familienroman voller Geheimnisse in der mystischen Landschaft Cornwalls.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Buchreihe mit Suchtpotential

New Promises
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Manchmal tut es gut, ein Buch zu lesen mit der Gewissheit, dass am Schluss alles gut kommt. Genau so eine Geschichte ist die von Izzy und Will in New Promises.

Im ersten Band der Green Valley Reihe haben ...

Manchmal tut es gut, ein Buch zu lesen mit der Gewissheit, dass am Schluss alles gut kommt. Genau so eine Geschichte ist die von Izzy und Will in New Promises.

Im ersten Band der Green Valley Reihe haben mich die plumpen Anmachsprüche, besonders von Will, teilweise genervt, was dieser zweite Band dann umso mehr ausgleichen konnte.

Izzy war mir schon im ersten Band echt sympathisch mit ihrer freundlichen, lockeren Art. Sie ist seit Jahren in ihren besten Freund Will verliebt und küsst ihn auf der Silvesterparty im ersten Band unverhofft. Will hingegen ist ein Frauenheld, lässt nichts anbrennen und sticht dabei immer und immer wieder direkt in Izzys Herz. Der Silvesterkuss und die Tatsache, dass Netflix-Star Cole Jacobs Izzy gefährlich nahe kommt, führt endlich dazu, dass Will sich eingesteht, ebenfalls tiefe Gefühle für Izzy zu haben. Sind die beiden bereit ihre lebenslange Freundschaft in eine Liebesbeziehung zu verwandeln?

Dieses Buch hat Suchtcharakter, ich liebte es ab der ersten Seite und musste aufpassen, es nicht zu schnell wegzulesen. Ich mochte dieses Mal alles daran, das Small Town Setting sowieso, die Charaktere und die Freundschaften untereinander. Auch das Hin und Her zwischen Izzy und Will hat mir gefallen, bevor sie sich voll und ganz aufeinander einlassen konnten, es machte die lebenslange Freundschaft der beiden authentisch und die Ängste darüber, diese mit ihren tiefen Gefühlen füreinander in Gefahr zu bringen. Die Schmuckausgabe ist eine Augenweide durch und durch, nicht nur Außen, auch im inneren des Buches gibt es besondere Extras und ein Bonuskapitel am Schluss aus der Sicht von Will. Die Green Valley Reihe hat definitiv Suchtpotential und schleicht sich mehr und mehr in mein Leseherz.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Über die Abgründe menschlicher Psyche

Emily Brontë, Sturmhöhe
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Heathcliff ist der dramatische Charakter dieser Geschichte – ein Findelkind. Obwohl vom gutmütigen Mr. Earnshaw Senior aus den Gassen Liverpools gerettet wird Heathcliff zur tragischen Figur, auf der Suche ...

Heathcliff ist der dramatische Charakter dieser Geschichte – ein Findelkind. Obwohl vom gutmütigen Mr. Earnshaw Senior aus den Gassen Liverpools gerettet wird Heathcliff zur tragischen Figur, auf der Suche nach Zugehörigkeit, ja sogar Liebe erfährt er neben seinem Retter und Catherine, Earnshaws Tochter, nur Ablehnung, Verachtung und Gewalt. In Catherine findet Heathcliff nicht nur eine Verbündete und eine Seelenverwandte, er verliebt sich krankhaft in sie – und sie in ihn. Aus Standesgründen verzichtet sie auf das Leben an der Seite Heathcliffs und heiratet Mr. Linton. Obwohl so nah ist Catherine ab da für Heathcliff unerreichbar, was ihn zu lebenslangen, brutalen und berechnenden Rachezügen an Catherines Umfeld veranlasst.

Dieses Buch ist kein Liebesroman, es ist eine düstere, intensive und teils auch verstörende Geschichte über Liebe, Sehnsucht, Hoffnungslosigkeit, Anerkennung, Zugehörigkeit und den Abgründen menschlicher Psyche. Meisterhaft, bildgewaltig und eindringlich geschrieben. Zu Beginn brauchte ich einen Moment um zu verstehen, wo die Geschichte zu spielen beginnt, dies wurde aber schon nach wenigen Seiten klar. Die Geschichte ist aus der Erzählperspektive von Ellen Dean, Hausangestellte im Haus Earnshaw und Linton, geschrieben, was der Geschichte einen speziellen Touch gab, da die Haushälterin nicht nur einmal ihre Finger bei wegweisenden Entscheidungen im Spiel hatte. Das Ende war für mich völlig unvorhersehbar und überraschend, ja auch traurig. Eine Geschichte die mich tief beeindruckt hat, die von Antipathie bis Mitleid für ein und dieselbe Person lebt und die mit den bildgewaltigen Beschreibungen in der rauen Landschaft Yorkshires mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

magisch, düstere Romantasy

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Schon das Cover und der Titel versprechen eine düstere, spannungsgeladene Fantasygeschichte und genau diese habe ich bekommen. Da trifft mächtige Hexenmagie auf Werwolfmännlichkeit mit historischem Setting. ...

Schon das Cover und der Titel versprechen eine düstere, spannungsgeladene Fantasygeschichte und genau diese habe ich bekommen. Da trifft mächtige Hexenmagie auf Werwolfmännlichkeit mit historischem Setting. Die Geschichte nimmt stetig an Fahrt auf mit unvorhersehbaren Wendungen.

Cordelia, mächtige Hexe mit Werwolfblut – eine Lykanerin - gerät in die Fänge ihres Vaters, Alpha des Albion Rudels. Ihr Entführer Bishop, auserkorener Erbe des Albion Alphas, ist gegen außen ein kalter, herzloser Werwolf, Cordelia aber blickt mehr und mehr hinter seine Fassade und erkennt einen loyalen, gutmütigen, beschützenden und auch freiheitsgebenden Mann. Sie fühlt sich nicht zur äußerlich mehr und mehr zu ihm hingezogen. Gerät damit ihr Vorhaben, sich als Hexe nie fest an einen Mann zu binden ins Wanken?

Die beiden Protagonisten haben sich für mich perfekt ergänzt, die Anziehung, das knistern war deutlich zu spüren, aber auch der Vertrauensaufbau zwischen den beiden hat mir richtig gut gefallen. Der Antagonist hingegen, Cordelias Vater ist abscheulich, brutal, hinterlistig und ein Narzisst ersten Grades, der alles nur zu seinem Vorteil dreht und wendet. Das musste ich doch das eine oder andere Mal leer schlucken ob seiner brachialen Gewaltbereitschaft. Die Triggerwarnungen im hinteren Teil des Buches sind mehr als gerechtfertigt, denn neben Gewalt beherrscht auch Frauenfeindlichkeit, Folter, Mord und Missbrauch einen Teil der Geschichte, da kommen die immer wieder romantischen und spicy Szenen zwischen den Protagonisten gerade recht. Der Spice ist wohldosiert und nimmt keine Überhand, die Charakterentwicklung der Protagonisten steht deutlich im Zentrum. Eine magische, mystische, düstere Urban Fantasy Geschichte deren Ende Neugierig auf den zweiten Teil macht.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein tolles Romandebüt

Die Tochter der See
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Als sie nach Helford kam, hatte sie den Vorsatz, für sich zu bleiben. Sie wollte niemanden wieder so nah an sich heranlassen. Das war ihre Absicht. Wie elendig sie daran gescheitert ist. – aus «Die Tochter ...

Als sie nach Helford kam, hatte sie den Vorsatz, für sich zu bleiben. Sie wollte niemanden wieder so nah an sich heranlassen. Das war ihre Absicht. Wie elendig sie daran gescheitert ist. – aus «Die Tochter der See» -

Alleine bleiben wollte Isabel in Helford, diesem kleinen Ort in Cornwall, in welchem sie als kleines Mächen schon einmal war. Ein neues, wenn auch ärmliches, dafür aber ein freies Leben beginnen. Weit weg von Greenwich, ihrer Trauer und dem Gerede über sie. Nahe an der See, zu welcher sie sich seit jeher hingezogen fühlt.

Tochter des Bucca nennen sie sie in Helford. Warum? Darüber gibt es nur sagenumwobene Gerüchte…

Wo die See nah ist, sind auch Schmuggler während des Napoleonischen Krieges nicht weit und Isabel wird schon bald mit ihnen konfrontiert als sie Jack unverhofft verarztet. Mit ihm wird ihr größter Wunsch, einmal auf einem Schiff in See zu stechen erfüllt. Ist Isabel bereit, ihr Herz noch einmal zu verschenken, in der Gewissheit, dass es auch dieses Mal gebrochen werden kann?

Was für ein tolles Romandebüt. Ein historischer Roman in der rauen Landschaft Cornwalls mit einer starken und mutigen Protagonistin, einem Hauch Mystik, einer Portion Nervenkitzel und der großen Liebe zur See. Die Geschichte ist sehr bildreich und spannungsgeladen geschrieben mit einer wundervollen Liebesgeschichte die mir ans Herz ging und zu keiner Zeit kitschig wird. Das Buch transportiert auch die oft harten Lebensbedingungen währen dieses Krieges für die ärmere Bevölkerung gut und welches Risiko Menschen eingegangen sind um an erschwingliche Lebensmittel und Alltagsgüter zu kommen. Ein stimmungsvoller, atmosphärischer Roman über Neubeginn, Herkunft, Liebe, Risiko, Aberglauben, die Liebe zur See und dem steten Auf und Ab des Lebens – eine Geschichte wie Ebbe und Flut.

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