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Veröffentlicht am 26.10.2020

Zauberhafte Reise

Juno und die Reise zu den Wundern
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Juno hat nicht gerade eine glückliche Kindheit. Unverstanden von ihrer Mutter. Ignoriert von ihrem Vater. So träumt sie sich immer öfter weg. Stellt sich vor, mit dem Haus bis zu den Wolken davon zu fliegen. ...

Juno hat nicht gerade eine glückliche Kindheit. Unverstanden von ihrer Mutter. Ignoriert von ihrem Vater. So träumt sie sich immer öfter weg. Stellt sich vor, mit dem Haus bis zu den Wolken davon zu fliegen. Als junge Frau wagt sie den Schritt in die große Stadt und trifft dort auf Mr. James. Der ermutigt sie ihren Träumen zu folgen. Und so begibt sich Juno auf eine Reise in die Welt, um ihr Glück zu suchen.....

"Juno und die Reise zu den Wundern" ist ein Märchen für Erwachsene. Es beginnt ziemlich traurig und emotional. Von Anfang an hat es die Autorin geschafft, mich durch ihren bildhaften und fast poetischen Schreibstil, in den Bann zu ziehen. Mir kam es fast so vor als höre ich eine Stimme, die mich auf Junos Reise begleitet. Mit Begeisterung habe ich ihre Entwicklung vom Kind zur jungen Frau erlebt. Habe mit Juno gefühlt. Mich für sie gefreut, wenn sie eine neue Lektion gelernt hat. Von diesen gab es einige bei ihren Besuchen in ferne Länder. Dabei habe ich gerätselt wo sie sich befindet. Denn das besondere ist, kein Land wird mit dem richtigen Namen erwähnt. Vielmehr gibt es eine Umschreibung von einem markanten Merkmal des Landes. Während des Lesens habe ich mich öfter gefragt: träumt Juno oder erlebt sie es wirklich? Geschickt verschmelzen in der Geschichte Traumwelt und Wirklichkeit. Am Ende hat Juno einige Weisheiten für sich gelernt, die auch mich zum Nachdenken angeregt haben. Jeder ist seines Glückes Schmied. Man hat es selbst in der Hand.

Fazit: Ein zauberhaft geschriebenes Märchen für Erwachsene. Ich bin tief in die Geschichte eingetaucht und hatte faszinierende Lesestunden. Am Ende hat nicht nur Juno einiges für ihr Leben gelernt, sondern auch ich konnte etwas mitnehmen. Empfehle ich gerne weiter an alle, die nichts dagegen haben, sich in eine Traumwelt entführen zu lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

Angenehm leicht und spannend geschrieben

Die Tote in der Sommerfrische
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1912. Der Journalist Christian Hinrichs reist nach Norderney, um einen Bericht über die Sommerfrische zu schreiben. Auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven verschlägt es ihn an den Strand. Dabei entdeckt ...

1912. Der Journalist Christian Hinrichs reist nach Norderney, um einen Bericht über die Sommerfrische zu schreiben. Auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven verschlägt es ihn an den Strand. Dabei entdeckt er eine Frauenleiche im Meer und zieht sie an Land. Beobachtet wird er von Viktoria Berg, Tochter eines Staatsanwaltes. Diese ist ganz entsetzt. Kannte sie doch die junge Frau. Während die Polizei an Selbstmord glaubt, sind Viktoria und Christian davon überzeugt, dass sie ermordet wurde und beginnen eigene Nachforschungen anzustellen.......

"Die Tote in der Sommerfrische" ist ein historischer Krimi und der erste Fall für Viktoria Berg und Christian Hinrichs. Auffallend ist der angenehm leichte Schreibstil, passend zur Leichtigkeit der Sommerfrische. So konnte ich mich gut ins Jahr 1912 hineinversetzen. Die Autorin hat es geschafft, die damaligen Begebenheiten durch ihre Protagonisten, die überschaubar sind, gut darzustellen. Mit Viktoria und Christian hat sie ein ungleiches Paar geschaffen, welches ich schnell in mein Herz geschlossen habe. Viktoria, modern denkend für ihre Zeit. Christian, der in der Vergangenheit eine große Dummheit begangen hat und aus ärmeren Verhältnissen stammt. Die Kapitel, die angenehm kurz sind, sind aus Sicht von Viktoria und Christian geschrieben. Mehr als einmal musste ich Schmunzeln, wenn beide ganz Miss Marple ähnllich und mit doch recht unkonventionellen Methoden ihre Nachforschungen angestellt haben. Spannung baut sich von Anfang an langsam auf. Kleinere Cliffhanger am Ende eines Abschnittes haben mich immer wieder zum Weiterlesen animiert. Geschickt werden etliche Verdächtige präsentiert. Ich habe Theorien angestellt, wieder verworfen und war mir bald sicher den wahren Mörder zu kennen. Doch ich wurde eines besseren belehrt.

Fazit: Ein toller Auftakt der historischen Krimireihe. Ich habe mich prima und kurzweilig unterhalten gefühlt. Zudem hat mir der Krimi noch einmal vor Augen geführt, dass Frauen früher kaum Rechte hatten. Weshalb mir Viktoria, die allen Widerständen zum Trotz ihr Leben eigenständig führen möchte, gut gefallen hat. Ich bin gespannt wie es mit ihr und Christan weitergeht und empfehle das Buch gerne weiter.

  • Cover
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Veröffentlicht am 17.10.2020

Authentisch und atmosphärisch dicht

Helvetia 1949
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1949. In Chur laufen die Vorbereitungen für das Eidgenössische Schützenfest. Da wird die Serviertochter Gisela Möckli erhängt an einer Laterne gefunden. Der Mord geschah nicht etwa mit einem Strick, sondern ...

1949. In Chur laufen die Vorbereitungen für das Eidgenössische Schützenfest. Da wird die Serviertochter Gisela Möckli erhängt an einer Laterne gefunden. Der Mord geschah nicht etwa mit einem Strick, sondern mit der Stola eines Geistlichen. Die Ermittlungen führen Landjäger Caminada und den Erkennungsfunktionär Marugg zum etwas verwirrten Priester Anselmo Veranzze. Doch bevor sie ihn verhören können, flüchtet er. Dann passieren weitere Morde....

"Helvetia 1949" ist der zweite Band mit Landjäger Caminada. Lässt sich jedoch unabhängig vom Vorgänger lesen. Den Schreibstil habe ich als bildgewaltig empfunden. Das Setting wird gut beschrieben. Der Autor hat dabei die düstere Stimmung und die damaligen Begebenheiten gut eingefangen. So habe ich mich bald zurück ins Jahr 1949 versetzt gefühlt. Auch wurde mir schnell bewusst in welchem Land die Geschichte spielt. In der Erzählung sind einige Schweizer Begriffe integriert und etliche Dialoge werden in Dialekt geführt. Was ich sehr authentisch fand. Auch wenn sich vieles aus dem Kontext ergibt, habe ich deshalb gerade am Anfang etwas gebraucht, um im Buch anzukommen. Nach und nach hat gerade die Sprache, die im Buch herrscht, einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt. Genauso wie die Figuren. Diese sind gut ausgearbeitet und bald habe ich Caminada und Marugg mit ihrer ganz besonderen Art in mein Herz geschlossen. Etwas trocken fand ich manche Stellen, die mir kompakter lieber gewesen wären. Als z.B. der Hintergrund von Anselmo Veranzze beleuchtet wird. Das war mir persönlich etwas zu ausführlich, auf der anderen Seite hat man ihn und sein Handeln so besser kennengelernt. Der Schluss hat mich dann noch einmal komplett überrascht und kommt mit einer Auflösung daher, mit der ich nicht gerechnet habe.

Fazit: Ein Krimi, den man nicht einfach mal so nebenbei lesen kann. Der jedoch mit seiner Atmosphäre und der authentischen Schreibweise glänzen konnte. Mit Figuren aufwartet, die es so nicht in jedem Krimi gibt. Ich habe nach Anfangsschwierigkeiten meinen Ausflug nach Chur ins Jahr 1949 genossen und gebe gerne eine Leseempfehlung.

  • Cover
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Veröffentlicht am 13.10.2020

Angenehm erfrischende Figuren

Heidehexen
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Kommissarin Marie Gläser und ihr Team werden nach Lüneburg in ein Gewerbegebiet gerufen. In einer dort ansässigen Autowerkstatt wurde eine grausam zugerichtete Leiche gefunden. Jemand hat den Toten, Finanzberater ...

Kommissarin Marie Gläser und ihr Team werden nach Lüneburg in ein Gewerbegebiet gerufen. In einer dort ansässigen Autowerkstatt wurde eine grausam zugerichtete Leiche gefunden. Jemand hat den Toten, Finanzberater Reinhold Kohl, mit einem Kompressor aufgeblasen bis er geplatzt ist. Konnte er etwa den Hals nicht voll genug bekommen? Noch während die Ermittlungen in seinem Umfeld laufen, verschwindet ein weiterer Mann und Marie kommt der entsetzlichen Wahrheit immer näher......

"Heidehexen" ist der 3. Band um Kommissarin Marie Gläser und Team. Jedoch der erste, der im Emons Verlag erschienen ist. Vorkenntnisse aus den Vorgängern braucht man nicht. Ein paar Details, hauptsächlich zu den Figuren, werden kurz angerissen. Trotzdem habe ich etwas gebraucht um in einen Lesefluss zu kommen. Der Anfang ist durch ein paar lose Erzählstrange verwirrend, die mir nicht klar abgegrenzt vorkamen. So musste ich mich etwas konzentrieren. Doch schon bald wurde das besser. Besonders gut haben mir die Figuren gefallen. Ein Chef, der unter anterogradem Gedächtnisverlust leidet. Marie deshalb viel übernimmt. Sie selbst lebt in einer Studenten WG. Kollege Walter ist mir durch seine Gemütlichkeit aufgefallen. Aber nicht wenn er auf Einsatzfahrt ist. Diese liebt er. Passend dazu ist die Geschichte umgangssprachlich gehalten. Gepaart mit trockenem Humor. Auffällig war, dass es keine Einsatzbesprechnungen gab. Ich hatte immer das Gefühl, jeder kocht sein eigenes Süppchen. Und doch kamen die Ermittlungen langsam auf einen gemeinsamen Nenner. Der Schluss überrascht, auch wenn ich gegen Ende eine grobe Ahnung hatte, in welche Richtung es laufen könnte. Ein bisschen ratlos bin ich über einen zweiten Fall, der aus der Vergangenheit von Chef Stephan rührt. Hätte es nicht unbedingt gebraucht, da er auch nichts mit dem aktuellen zu tun hat. Auch dieser wird geklärt. Lässt aber am Ende Zündstoff zurück. Für einen eventuellen nächsten Band? Ich bin gespannt.

Fazit: Ein Krimi, der durch seine besonderen Ermittler besticht. Aber auch die Spannung nicht zu kurz kommt und die Auflösung überrascht. Allerdings anfangs etwas Konzentration verlangt bis man in einen Lesefluss kommt. Ich bin gespannt wie es weiter geht, denn Stephans alter Fall scheint noch ein wenig länger an ihm hängen zu bleiben. Empfehle ich gerne weiter.

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Veröffentlicht am 07.10.2020

Sehr politisch

Oktobernacht
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Kurz vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung erfährt die Moderatorin Hannah Steiner, dass sie adoptiert wurde. Während sie sich auf eine Livesendung zum Jubiläum vorbereitet, die ihr Durchbruch ...

Kurz vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung erfährt die Moderatorin Hannah Steiner, dass sie adoptiert wurde. Während sie sich auf eine Livesendung zum Jubiläum vorbereitet, die ihr Durchbruch werden könnte, beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Die Spuren führen sie zurück zur Nacht der Deutschen Einheit und zu einem Mord im Stasi Milieu....

"Oktobernacht" beginnt mit einer Zeitleiste, die den Weg zur Wiedervereinigung erneut ins Gedächtnis ruft. Was ich sehr interessant fand. Habe ich sie doch selbst - zumindest vor dem Fernseher - miterlebt. Auch die Ereignisse am Anfang um Hannahs Familie in der Wiedervereinigungsnacht, fand ich spannend. Danach hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Die Szenen wechseln häufig. Teilweise mitten in den Kapiteln. Die Sätze sind zwar kurz und prägnant, aber sehr politisch. Zudem gibt es Szenen im Sender, die der Sprache die dort herrscht, angepasst sind. Grundsätzlich finde ich das gut. Leider habe ich aber durch dieses Gesamtpaket den Faden schnell verloren. Ich habe das Buch bis zum Ende gelesen, da mich die Thematik um Rudolfine Steindling - genannt die Rote Fine - und den verschwundenen DDR Millionen sehr interessiert hat. Durch die Art wie die Geschichte aufgebaut ist, konnte es mich jedoch nicht packen.

Fazit: Ein Krimi, der viel Wissen vermittelt. Bei dem ich aber durch die vielen "Baustellen", deren Szenen häufig wechseln, schnell den Überblick verloren habe. Mir hat einfach das lebendig erzählte gefehlt, um gedanklich besser am Ball zu bleiben. Denn das Thema ist interessant und lässt ein Stück Zeitgeschichte wieder aufleben.

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