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Veröffentlicht am 10.04.2021

Hier ist der Titel Programm

Finsterdorf
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Inhalt:

Kriminalbeamter Thomas Radek ist noch jung und wird auf seiner Dienststelle, dem LKA Niederösterreich, als Störfaktor angesehen. So ist es seinem Chef nur recht, dass Verstärkung bei Ermittlungen ...

Inhalt:

Kriminalbeamter Thomas Radek ist noch jung und wird auf seiner Dienststelle, dem LKA Niederösterreich, als Störfaktor angesehen. So ist es seinem Chef nur recht, dass Verstärkung bei Ermittlungen im kleinen Dorf Schandau angefordert wird. Hier wurde ein Mädchen als vermisst gemeldet, ist aber wieder aufgetaucht. Völlig verstört, spricht vom Teufel, behauptet aber in Wien gewesen zu sein, um Party zu machen. Radek und eine dortige Kollegin glauben das aber nicht und beginnen die Dorfbewohner zu befragen. Das erweist sich als schwierig. Denn sie stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Aber irgendein Geheimnis scheinen die Bewohner zu verbergen.....

Leseeindruck:

"Finsterdorf" ist der Auftakt einer Reihe um den jungen Kriminalbeamten Thomas Radek. Gleich von Anfang an wird man mitten in die Geschichte katapultiert. Fragt sich was passiert ist. Dabei geht es nicht gerade zimperlich zu. Der Schreibstil ist flüssig und teilweise etwas derb. Was aber zum Plot passt. Die Szenerie wird in kurzen, knappen Sätzen beschrieben. Gut gefallen hat mir der Aufbau des Krimis. Als Leser*in weiß man von Beginn an in welche Richtung das Ganze läuft. Die Ermittler jedoch haben lediglich eine Ahnung, aber keine Beweise. Denn die Dorfbewohner schweigen. Während die Beamten im Dunklen tappen und in der Mitte meine Geduld etwas strapaziert haben, wusste ich durch eingefügte Zwischenkapitel schon einiges mehr. Gerade als ich dachte, dass Radek niemals die richtigen Schlüsse zieht, haben die Ermittlungen eine neue Dimension bekommen und kamen so richtig ins rollen. Wie weitreichend die Verstrickungen dann waren, hat selbst mich überrascht. Auch fand ich die Entwicklung, die Thomas Radek gemacht hat interessant. Er hat aus Fehlern gelernt und sich so zu einer starken Figur entwickelt. Aber auch gegen Ende eine unschöne Charaktereigenschaft gezeigt, die noch viel Potenzial für die Fortsetzungen bereit hält.

Fazit:

"Finsterdorf" ist ein gelungener Auftakt der Reihe um Thomas Radek. Hier ist der Titel Programm und das Dorf Schandau mehr als finster. Schwache Nerven sollte man nicht haben und auch nichts gegen derbe Ausdrucksweisen. Für mich hat der Autor die Atmosphäre im Dorf gut eingefangen. Gerne empfehle ich diesen Krimi weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Kann künstliche Intelligenz morden?

Inspektor Takeda und die stille Schuld
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Inhalt:

Nach einem verheerenden Brand in einer Hamburger Seniorenresidenz mit acht Toten, werden Inspektor Takeda und seine Kollegin Claudia Harms mit den Ermittlungen beauftragt. Schon an der Brandstelle ...

Inhalt:

Nach einem verheerenden Brand in einer Hamburger Seniorenresidenz mit acht Toten, werden Inspektor Takeda und seine Kollegin Claudia Harms mit den Ermittlungen beauftragt. Schon an der Brandstelle wird klar: es handelt sich um Brandstiftung. Aber wer hat was gegen die alten Leute? Könnte es tatsächlich jemand vom Personal gewesen sein, wie Brandermittler Runge vermutet? Bei ihren Befragungen stoßen Takeda und Claudia auf eine Firma, die in Deutschland Pflegeroboter testet. Genau so einer war auch in der Residenz im Einsatz. Schon bald müssen sich die beiden Ermittler fragen: kann ein Roboter Mord begehen? Dann kommt es zu einem weiteren Brand....

Leseeindruck:

"Inspektor Takeda und die stille Schuld" ist der bereits 5. Band einer Reihe mit Inspektor Takeda. Ich kenne die Vorgänger nicht. Hatte aber keinerlei Schwierigkeiten damit. Wichtiges wird kurz umrissen. So konnte auch ich mir ein Bild über die beiden Hauptprotagonisten machen. Den Schreibstil habe ich als ruhig und unaufgeregt empfunden. Von der ersten Zeile an hatte ich das Gefühl, die japanische Gelassenheit zu spüren. Auch wenn es ziemlich melancholisch beginnt und sich das immer wieder einmal im Buch fortsetzt. Was aber mit dem Privaten von Takeda zu tun hat. Allerdings liegt das nicht im Fokus, sondern die Ermittlungen. Diese waren anders als üblich. Gemeinsam und doch getrennt. Dabei aber sehr effektiv. Trotz der unterschiedlichen Charaktereigenschaften von Takeda und Claudia sehr harmonisch. Die Dialoge der Figuren im Krimi haben mich an manchen Stellen zum Schmunzeln gebracht und authentisch gewirkt. Zudem gab es immer mal wieder eine kleine Spitze zur Deutschen oder Japanischen Mentalität. Auch hat der Autor einige Themen kritisch angesprochen. Was mir gut gefallen hat. Lediglich ein paar Ausführungen zur künstlichen Intelligenz waren mir gerade in der Mitte des Buches etwas zu viel. Das hätte ich mir etwas straffer gewünscht. Lange habe ich gerätselt wer denn nun den Brand gelegt hat. Ideen verworfen, um sie etwas später wieder hervor zu holen. Den Zusammenhang in diesem Ausmaß hatte ich allerdings nicht erwartet und konnte mich überraschen. Auch wenn es am Ende noch einmal richtig spannend wurde, ist sich der Autor mit seinem Stil am Ende treu geblieben und hat alles unaufgeregt aufgelöst.

Fazit:

"Inspektor Takeda und die stille Schuld" konnte mich überzeugen. Gerade weil der Krimi etwas ruhiger als im Genre üblich daher kommt. Gesellschaftskritische Themen werden angesprochen und gut in der fiktiven Geschichte verwoben. Mit mir hat die Reihe einen neuen Fan gewonnen. Gerne empfehle ich diesen Kriminalroman weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Zu fachspezifisch

Das Letzte, was du siehst
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Inhalt:

Die ehemalige Polizistin Marie Wagenfeld arbeitet als externe IT-Beraterin. Zur Zeit unterstützt sie die Sega Invest bei der Einführung eines neuen IT-Systems. Als sie spät abends Feierabend macht ...

Inhalt:

Die ehemalige Polizistin Marie Wagenfeld arbeitet als externe IT-Beraterin. Zur Zeit unterstützt sie die Sega Invest bei der Einführung eines neuen IT-Systems. Als sie spät abends Feierabend macht um noch ein Anforderungskonzept zu bearbeiten, ist der Schock groß. Im Sitzungsraum findet sie den IT-Projektleiter mit abgetrennten Kopf vor. Bald schon beginnt Marie ihre eigenen Recherchen und findet sich in der SM-Szene wieder. Dabei begibt sie sich in Gefahr.....

Leseeindruck:

"Das Letzte was du siehst" ist nichts für Zartbesaitete. Aus der Ich-Perspektive erlebt man Marie vom Auffinden der Leiche bis hin zu ihren eigenen gefährlichen Recherchen. Informationen zum Fall bekommt sie von Kriminalkommissar Kellermann, der Marie öfter zur Befragung einbestellt. So weit, so gut. Klingt spannend. Leider empfand ich das nicht so. Dabei hat mir der Schreibstil in Ich-Form gefallen. Konnte ich doch an Maries Gedanken teilhaben. Was mir weniger gefallen hat waren jedoch die fachspezifischen Ausführungen zu ihrer Arbeit in der IT-Branche, die einen großen Raum einnehmen. Immer weniger konnte ich mich auf den eigentlichen Fall konzentrieren. Habe irgendwann den Faden verloren. Weshalb ich mich dazu entschlossen habe, den Thriller abzubrechen. Vielleicht hätte sich dranbleiben gelohnt. Denn das Ende habe ich mir trotzdem angeschaut und wäre für mich überraschend gewesen.

Fazit:

Leider habe ich es nicht geschafft mich auf die Geschichte in "Das Letzte was du siehst" einzulassen. Die Protagonisten kamen mir zu oberflächlich vor. Die Befragungen durch Kellermann waren so ganz anders als gewohnt und mich hat hier etwas irritiert, dass Marie alles an ihm und seinen Methoden analysiert hat. Sicher eine Berufskrankheit. Zudem hat sich für mich keine Spannung aufgebaut, da viel zu viele fachspezifische Themen vorkamen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Engagierte Ermittlerin trifft auf desillusionierten Kollegen

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
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Inhalt:

Alexa Jahn ist eine engagierte und aufstrebende Oberkommissarin. Deshalb wechselt sie auch zur Kripo Weilheim. Kaum angekommen wird von ihr alles abverlangt. Es beginnt mit einem herrenlosen Rucksack ...

Inhalt:

Alexa Jahn ist eine engagierte und aufstrebende Oberkommissarin. Deshalb wechselt sie auch zur Kripo Weilheim. Kaum angekommen wird von ihr alles abverlangt. Es beginnt mit einem herrenlosen Rucksack und einer groß angelegten Suchaktion. Dabei wird in einer Felswand die Leiche einer jungen Frau gefunden. Am Unterkörper Beine aus Stroh angenäht. Bei der Suche nach den restlichen Leichenteilen verunglückt Alexas Chef und überträgt ihr die kommissarische Leitung des Falls. Dann tauchen die Beine auf der anderen Seite der Grenze in Österreich auf. Jetzt muss Alexa nicht nur ihren eigenen Kollegen beweisen was in ihr steckt, sondern auch mit dem desillusionierten Chefinspektor Bernhard Krammer die Ermittlungen koordinieren.....

Leseeindruck:

"Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" ist der Auftakt einer Reihe mit dem ungleichen Ermittlerpaar Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Anna Schneider nimmt sich Zeit die Figuren einzuführen. Dies gelingt ihr mit knappen und gut in den Fall eingewobenen Beschreibungen. Der Schreibstil ist so angelegt, dass man alles aus Sicht von Alexa und Krammer miterlebt. Dabei an ihren Gedanken teilhaben kann. So konnte ich mich gut in beide hineinversetzen. Aber auch das Team um die beiden wird vorgestellt. Hier kam mir der ein oder andere etwas zu kurz. Ich hoffe in der Fortsetzung erfährt man etwas mehr über sie. Der Schreibstil ist bildlich, jedoch nicht zu ausführlich gehalten. So konnte ich mir die Berglandschaft gut vorstellen und hatte trotzdem kurzweilige Unterhaltung. Der Fall selbst kommt erst nach einiger Zeit so richtig ins rollen. Schnell hatte ich mich auf einen Täter festgelegt. Zwar hatte ich immer mal wieder Zweifel, denn die Autorin hat geschickt versucht mich von meiner Fährte abzulenken, aber ich habe mich nicht beirren lassen. Dennoch gab es am Ende eine wirklich große Überraschung mit der ich nicht gerechnet habe und potential für die Fortsetzung hat.

Fazit:

"Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" ist ein toller Reihenauftakt, der Lust nach mehr macht. Die Figuren werden gut eingeführt. Der Fall ist verzwickt, braucht aber ein bisschen bis die Ermittlungen in Gang kommen. Zwar war der Täter für mich nicht ganz so überraschend, dafür eine andere Sache, bei der ich gespannt bin wie diese weitergeht. Gerne empfehle ich den Krimi weiter.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Helmuts letzter Fall?

Verschluckt
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Inhalt:

Kriminalhauptkommissar Helmut Jordan hat es nicht leicht. Noch auf der Beerdigung seines ehemaligen Chefs und Freundes Karl Breimer macht er sich Gedanken über seine neue Chefin Eva Lazarus. Diese ...

Inhalt:

Kriminalhauptkommissar Helmut Jordan hat es nicht leicht. Noch auf der Beerdigung seines ehemaligen Chefs und Freundes Karl Breimer macht er sich Gedanken über seine neue Chefin Eva Lazarus. Diese möchte frischen Wind in der Dienststelle einführen. Nicht nur extrem fit sollen ihre Leute sein. Nein, auch gute Kenntnisse mit Sozialen Medien sind gewünscht. Alles Dinge mit denen Helmut nicht so dienen kann. Als ihr dann noch alte Fälle von Helmut zugetragen werden, bei denen er nicht ganz nach Vorschrift gehandelt hat, scheinen seine Tage gezählt zu sein. Doch dann bekommt er und seine Kollegen es mit einem Kräuterlikör zu tun, der manipuliert wurde. Gleichzeitig versucht jemand mit allen Mitteln an das geheime Rezept zu kommen. Hängen die beiden Fälle zusammen? Helmut und sein Team geben alles. Aber kann ihn das noch retten?

Leseeindruck:

"Verschluckt" ist der 5. Band der Helmut Jordan Reihe. Gleichzeitig scheint es Helmuts letzter Fall zu werden. Passend dazu resümiert Helmut anfangs viel über seine vorangegangenen Fälle, die ihm dann auch noch zum Verhängnis werden. Ihm droht die vorzeitige Pensionierung. Hier finde ich hat der Autor die Stimmung gut eingefangen. Gleichzeitig erhält man Antworten auf offene Fragen, die mich aus den Vorgängern noch beschäftigt haben. Nicht zu viel. Nicht zu wenig. So, dass auch Neueinsteiger gut in die Geschichte finden. Ich bin ja bekennender Fan von Helmut Jordan. Mir gefallen seine Ansichten und seine ganz eigene Sicht auf die Welt. Wobei auch der Sport nicht fehlen darf. Dabei hat er das Herz auf dem rechten Fleck. Natürlich gibt es auch einen spannenden Fall rund um den manipulierten Kräuterlikör. In einem gewohnt lockeren und mit etwas Humor gewürzten Schreibstil, führt Arne Dessaul durch die Geschichte. und hat mich an der Gedankenwelt der Figuren, mit ihren Pro und Kontras, teilhaben lassen. Die Zeit verging wie im Flug bei diesem unterhaltsamen Regionalkrimi. Allerdings verrate ich nicht wie es für Helmut ausgegangen ist. Das er den Fall auf seine ganz eigene, spezielle Art löst, ist jedoch selbstverständlich.

Fazit:

Wieder einmal ein gelungener Krimi von Arne Dessaul. Er hat mit Helmut Jordan eine Figur erschaffen, die mir schon seit Band 1 ans Herz gewachsen ist. Ich liebe seine Art zu schreiben, genauso wie den eingestreuten Lokalkolorit. Was ich noch richtig gut finde ist, dass der Autor seine Krimis, zumindest die im Selfpublishing erschienen sind, mit einem Namensregister versieht. So kann ich jederzeit nachschlagen, wenn ich kurzzeitig den Überblick über die mitspielenden Personen verloren habe. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung an alle, die Krimis abseits des Mainstreams mögen.

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