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Veröffentlicht am 04.12.2021

Spannender Fall, viele private Probleme

Herrgottsacker
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Inhalt:

Ein Neubaugebiet soll nahe Mainz entstehen. Dazu kauft der Bürgermeister im Namen der Gemeinde nach und nach die Grundstücke einer Laubenkolonie auf. Beim Abriss der letzten Hütte finden seine ...

Inhalt:

Ein Neubaugebiet soll nahe Mainz entstehen. Dazu kauft der Bürgermeister im Namen der Gemeinde nach und nach die Grundstücke einer Laubenkolonie auf. Beim Abriss der letzten Hütte finden seine Mitarbeiter die Knochen eines Kindes. Schnell stellen die Ermittler um Kriminalhauptkommissar Harro Betz fest, dass es sich um Mord handelt, der ein paar Jahre zurück liegt. Doch in den damaligen Vermisstenfällen werden sie nicht fündig, um die Identität des Kindes zu klären. Wer war der Junge, den augenscheinlich niemand vermisst hat? Erst durch die eigenwilligen Ermittlungen von Harro kommen erschreckende Erkenntnisse zu Tage......

Leseeindruck:

"Herrgottsacker" ist der 1. Fall für Harro Betz und seine Kollegen. Anfangs musste ich mich erst ein bisschen einlesen, da alles verwirrend erschien. Doch das hat sich schnell gelegt. So entwickelt der Fall langsam aber sicher eine gewisse Eigendynamik und baut stetig Spannung auf. Zusätzlich geben eingeschobene Kapitel mit einem Unbekannten Rätsel auf. Mein Gedankenkarussell hat kaum still gestanden. Leider hat nach 3/4 des Krimis der Spannungsbogen etwas abgenommen. Was an den vielen Baustellen im privaten Bereich der Ermittler gelegen hat. Ich mag es, wenn man auch mehr über die Figuren erfährt. Anfangs fand ich das gut integriert. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Doch in diesem Teil war es für meinen Geschmack etwas zu detailreich, zumal auch noch einige Fragen offen geblieben sind. Es ist nämlich so, dass jeder der 3 Hauptfiguren sein Päckchen zu tragen hat. Jeweils ganz unterschiedliche, die aber auch teilweise etwas detaillierter thematisiert werden. Da gibt es Harro Betz den Chef der Kripo, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist und ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Ravindra Tinotheus Bingenheimer, kurz Ravi genannt, stammt ursprünglich aus Sri Lanka und wurde auf dubiose Weise adoptiert. Jetzt sucht er nach seinen ursprünglichen Wurzeln. Tobias Schmahl ist ein junger Familienvater, dessen Frau Probleme hat und deshalb eine ziemliche Last mit sich trägt. Trotzdem sind alle zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Auch wenn die Methoden des Chefs nicht unbedingt den Regeln entsprechen, aber sehr erfolgreich sind. So ist es nicht verwunderlich, dass am Schluss die Geschichte wieder an Fahrt aufnimmt und ungeheuerliches zu Tage fördert.

Fazit:

Mich konnte "Herrgottsacker" gut unterhalten. Sowohl vom Fall, als auch vom Privatleben her. Ein paar Stellen hätte ich mir allerdings etwas kompakter gewünscht. Gerne empfehle ich den Krimi weiter und freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 27.11.2021

Wenn eine Dating Show die Gefühle durcheinander würfelt

The Dating Game
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Inhalt:

Tilda ist mit ihrem Leben unzufrieden. Sicherheit steht bei ihr im Vordergrund. Deshalb studiert sie auch etwas, dass ihr später am ehesten den Lebensunterhalt finanziert. Aber ist sie damit auch ...

Inhalt:

Tilda ist mit ihrem Leben unzufrieden. Sicherheit steht bei ihr im Vordergrund. Deshalb studiert sie auch etwas, dass ihr später am ehesten den Lebensunterhalt finanziert. Aber ist sie damit auch glücklich? Ganz im Gegensatz dazu ihrer Zwillingsschwester Maxime. Der Sonnenschein der Familie. Lange hat sie bisher kein Studium durchgehalten. Das soll sich nun ändern. Dumm nur, dass sie gerade an einer Dating Show in Portugal teilnimmt und sich unsterblich in den Kandidaten Florian verliebt hat, sie aber dringend wegen anstehender Klausuren nach Deutschland zurück muss. Da kommt ihr eine Idee. Tilda soll es richten und ihren Platz in der Show einnehmen......

Leseeindruck:

Jeder hat sie bestimmt schon einmal gesehen oder wenigstens einen kurzen Blick reingeworfen: Kuppelshows im TV. Genau darauf baut der Jugendroman "The Dating Game" auf und spinnt eine witzige, spritzige Geschichte drum herum. Heimlich wird eine Kandidatin ausgetauscht und keiner soll es merken. Weder die Mitstreiterinnen, noch die Filmcrew und der begehrte Kandidat Florian erst recht nicht. Keine leichte Aufgabe für Tilda, die ihrer Zwillingsschwester wie ein Ei dem anderen gleicht. Durch die Ich-Form aus Sicht von Tilda, konnte ich zusätzlich an ihren Gedanken teilhaben und habe mich köstlich amüsiert. Schon bald hatte ich das Gefühl mitten drin zu sein. Tilda habe ich sofort in mein Herz geschlossen und mein Dauergrinsen wollte so gar nicht aus meinem Gesicht weichen. Sie hat sich aber auch immer wieder in fast ausweglose Situationen gebracht. Und wie es sich gehört darf natürlich auch Liebe und Drama sowie ein ganz klein wenig Kitsch - Achtung Kitschvergiftung, Tildas Worte, nicht meine - nicht fehlen.

Fazit:

"The Dating Game" ist eines der Bücher, bei denen ich es schade finde, dass die Reise schon zu Ende ist. Ich habe mich prima unterhalten gefühlt und hatte kurzweilig Lesestunden. Der Jugendroman ist eines meiner Highlights in diesem Jahr. Sehr gerne gebe ich hierfür eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.11.2021

Ein spannender Politthriller

Operation Babel
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Inhalt:

Der ehemalige Erfolgsautor Henning Lauritz ist tief gesunken. Umso erstaunlicher ist es, dass er die wichtigste Auszeichnung der Branche für sein Lebenswerk bekommt. Was Henning nicht ahnt: Es ...

Inhalt:

Der ehemalige Erfolgsautor Henning Lauritz ist tief gesunken. Umso erstaunlicher ist es, dass er die wichtigste Auszeichnung der Branche für sein Lebenswerk bekommt. Was Henning nicht ahnt: Es ist der Auftakt zu einem gefährlichem Abenteuer, welches er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen kann. Oder doch? Denn seit einiger Zeit plagen ihn Visionen mit verstörenden Bildern, die auf ihn völlig real wirken. Doch was steckt dahinter? Das erfährt er schneller als ihm lieb ist....

Leseeindruck:

"Operation Babel" ist ein Politthriller und was für einer. Auf 750 Seiten erwartet den Leser eine überraschende Erkenntnis nach der anderen. Mehr als einmal hat mich das sprachlos zurück gelassen. Vor allem werde ich die Welt in Zukunft mit anderen Augen sehen. Was, wenn es so etwas wirklich gibt? Wenn politische Mächte manipulieren und die Bevölkerung nicht einmal ahnt, welch perfides Spiel da abgeht? Sich in Sicherheit wähnt, aber die Macht skrupellos missbraucht wird? Egal wie viele Opfer es gibt. Gerade in der aktuellen Situation viel Stoff, um das Gedankenkarussell anzukurbeln. Zum Glück alles Fiktion. Hoffentlich. Jedenfalls habe ich gebannt an den Seiten gehangen und immer wieder den ein oder anderen überraschenden Moment erlebt.

Bei all der Euphorie gibt es aber auch ein paar Punkte, die mir persönlich nicht so gefallen haben. Zum Einen waren das die Produktplatzierungen, die durch Kursivdruck auch noch hervorgehoben wurden. Laut Vorwort dient das zur besseren Charakterisierung und ist eines von vielen Stilmitteln. Mich hat das im Lesefluss erheblich gestört. Es kam mir vor als würde ich gegen eine Wand laufen. Ausschlaggebend für den Charakter einer Figur ist für mich wie sie handelt, nicht welches Markenprodukt sie nutzt. Zum Anderen war das Henning, der von Null auf Jetzt plötzlich clean war. Ja. Er hat immer mal wieder an Drogen gedacht. Aber Entzugserscheinungen? Fehlanzeige.

Fazit:

"Operation Babel" ist ein spannender und brisanter Politthriller mit viel Stoff zum Nachdenken. Anfangs vielleicht ein bisschen wirr, aber alles hat seine Berechtigung und fügt sich nach und nach zusammen bis man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Gerne gebe ich hierfür eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.11.2021

Ein Geheimnis, das erst langsam zu Tage kommt

Das Geheimnis
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Inhalt:

Für Ulla ist im Alter von 9 Jahren eine Welt zusammen gebrochen. Von heute auf morgen wollte ihre Mutter Helga sie nicht mehr sehen. Dabei war Ulla gerne auf dem Moarhof am Chiemsee zu Besuch. ...

Inhalt:

Für Ulla ist im Alter von 9 Jahren eine Welt zusammen gebrochen. Von heute auf morgen wollte ihre Mutter Helga sie nicht mehr sehen. Dabei war Ulla gerne auf dem Moarhof am Chiemsee zu Besuch. Hier lebte ihre Mutter nach der Scheidung in einem kleinen Haus mit Atelier, während die anderen aus ihrer Kommune im Haupthaus wohnten. Ulla fragt sich bis heute, warum Helga sie aus ihrem Leben verbannt hat. Von was wurde sie getrieben? Welches Geheimnis hat sie ihr Leben lang mit sich getragen? Als Ullas Lebensumstände sie in das Haus ihrer Mutter zurück führen, dass seit Helgas Selbstmord leer steht, entdeckt sie dort Antworten auf ihre Fragen......

Leseeindruck:

"Das Geheimnis" ist ein eher ruhiger Roman. Die Autorin nimmt sich viel Zeit ihre Figuren vorzustellen. Dabei ist der Roman in zwei Zeitebenen aufgebaut.

1975: In diesem Jahr verbringt Helga die letzten Tage vor ihrem Selbstmord. Man erfährt einiges über ihr Leben dort und dass sie eine Getriebene ist. Warum kommt erst nach und nach zu Tage als Helga beschließt Kassetten für ihre Tochter aufzunehmen, damit sie besser versteht warum sie sich von ihr fernhalten sollte.

2020: Ulla beschließt mit fast 60 Jahren ins Haus ihrer Mutter zurückzukehren. Hier möchte sie sich in erster Linie in der Abgeschiedenheit Gedanken über ihr eigenes Leben machen. Doch mit den Möbeln von Helga und einer besonderen Hinterlassenschaft für sie, findet sie allmählich Antworten auf ihre Fragen.

Diese beiden Zeitebenen harmonieren sehr gut. Das Geheimnis von Helga wird nicht chronologisch erzählt. Was mir richtig gut gefallen hat und genau meinem Geschmack entspricht. Trotzdem wollte der Funken einfach nicht überspringen. So richtig spannend fand ich es nicht. Vielleicht hat es an den detailreichen Erzählungen über Helgas aber auch Ullas Lebensumständen gelegen. Oder aber auch, dass ich ziemlich schnell eine Vorahnung über ein Detail aus Helgas Geschichte hatte. Ich weiß es nicht. In anderer Hinsicht gab es am Ende trotz allem noch eine riesengroße Überraschung mit der ich in dieser Form nicht gerechnet habe.

Fazit:

Ich mag die Romane von Ellen Sandberg, die ich alle mit Begeisterung gelesen habe. Dieses Mal konnte mich die Autorin mit "Das Geheimnis" nicht ganz überzeugen. Mir hat einfach etwas mehr Spannung gefehlt. Was nicht heißt, dass ich den Roman nicht gerne gelesen habe. Der Schreibstil ist einfach toll und trotz einigen Vorahnungen konnte ich noch überrascht werden. Ich empfehle den Roman gerne weiter, auch wenn er an die Vorgänger nicht heran reicht.

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Veröffentlicht am 17.11.2021

Spannend mit vielen Wendungen

Tod im Hohen Venn
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Inhalt:

Ermittler Piet Donker wohnt seit kurzem mit seiner Freundin Sina in Aachen. Ein Kompromiss der Beiden. Wird hier doch die Nähe zu Belgien gewahrt. Doch gesehen haben sich Piet und Sina in letzter ...

Inhalt:

Ermittler Piet Donker wohnt seit kurzem mit seiner Freundin Sina in Aachen. Ein Kompromiss der Beiden. Wird hier doch die Nähe zu Belgien gewahrt. Doch gesehen haben sich Piet und Sina in letzter Zeit nicht oft. Zu sehr war Piet mit seiner Arbeit beschäftigt. Doch das soll sich jetzt ändern. Aber noch bevor Piet Belgien verlassen kann, wird er zu einem Vermisstenfall hinzu gerufen. Eine Familie ist verschwunden. Als die Ermittler in der Schreinerei des Vaters Pläne für 2 Särge finden, wird es hektisch. Allen ist bewusst: ihnen läuft die Zeit davon.....

Leseeindruck:

Mit "Tod im Hohen Venn" ist Piet Donker mit seinem 2. Fall zurück. Wie schon sein Vorgänger ist der Krimi in Ich-Form aus Sicht von Piet geschrieben. Das hat mir neben einem intensiven Leseerlebnis, bei dem ich hautnah an den Ermittlungen teilhaben konnte, auch Einblicke in seine Gedankenwelt gewährt. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut und etwas geheimnisvolles liegt in der Luft. Wozu die eingeschobenen Zwischenkapitel mit einem der Opfer und dessen ausweglose Situation sowie ein paar Sprünge in die Vergangenheit beigetragen haben. Passend dazu habe ich das Setting empfunden. Das Hohe Venn. Oft Nebel verhangen, einsam mit wenig Infrastruktur und eine weitläufige Moorlandschaft. Bei der Vorstellung dort lebendig begraben zu sein, ist mir das ein oder andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Piet Donker ist ein ehrgeiziger Ermittler. Für die Aufklärung eines Falles gibt er alles. Seine Familie rückt dafür in den Hintergrund. Lange habe ich mich gefragt, ob sich das nicht rächt. Am Schluss habe ich meine Antwort bekommen. Apropos Ende. Das ist sehr wendungsreich und hat noch die ein oder andere Überraschung parat.

Fazit:

Wieder einmal hat Stephan Haas mit "Tod im Hohen Venn" einen spannenden Kriminalfall geschaffen. Das Hauptaugenmerk sind dabei die Ermittlungen. Das Private läuft eher nebenher mit. Durch die zahlreichen Wendungen ist am Ende nichts wie es scheint. Mich konnte der Krimi, den man im übrigen unabhängig vom Vorgänger lesen kann, gut unterhalten. Gerne spreche ich hierfür eine Leseempfehlung aus.

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