Eine einsame Hallig. Unheimliche Vorkommnisse.
Das GehöftInhalt:
Lara hat sich zusammen mit ihren Freunden Silke, Henry und Kenan sowie ihrem autistischen Bruder Malte ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um diese zukünftig ökologisch ...
Inhalt:
Lara hat sich zusammen mit ihren Freunden Silke, Henry und Kenan sowie ihrem autistischen Bruder Malte ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um diese zukünftig ökologisch zu bewirtschaften. Doch schon bei der Ankunft läuft nicht alles nach Plan. Die Möbelpacker verlassen die Hallig, obwohl der ganze Hausrat noch am Ufer steht. Ein Unwetter ist im Annarsch und ein Gehilfe, der vorübergehend in einem Anbau wohnt, um Reparaturen am Haus zu erledigen, erweist sich als komischer Kauz. Zu allem Überfluss entdeckt Lara auf dem verlassenen Nachbargehöft eine Gestalt am Fenster. Als sie nachschauen geht, ist aber niemand mehr zu sehen. Dann bricht ihr Bruder einen Streit vom Zaun und in der Folge verschwindet Malte spurlos......
Leseeindruck:
"Das Gehöft" ist ein Thriller, der mit der fiktiven, verlassenen Hallig Westeroog und dem herrschenden Unwetter ein passendes Setting zur erzählten Geschichte hat. Das hat mir gut gefallen. Während des Lesens ist es auf jeder Seite spürbar, dass etwas Unheimliches in der Luft liegt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und bauen durch kleinere Cliffhanger Spannung auf. Gleichzeitig war ich aber auch etwas verwirrt. Zum Beispiel ging es mit einer Szene weiter, in der vorherigen war aber für mich nicht ersichtlich, dass genau so eine Entdeckung gemacht wurde. Die Protagonisten werden nach und nach vorgestellt und man bekommt einen Einblick in ihr Leben. Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Ich konnte mich nicht wirklich in sie hineinversetzen. Durch die Hauptfigur Lara werden die Geschehnisse erzählt. Teilweise habe ich mit Spannung erwartet wie es weitergeht. Doch oft konnte ich ihre Handlungen und ihre gedanklichen Wendungen nicht nachvollziehen. Ein zweiter Nebenerzählstrang über zwei Brüder und eine verschwundene Ehefrau, der am Ende irgendwie verwoben wird, hat mir sogar etwas besser gefallen. Am Schluss kommt es zu einem Showdown, bei dem sich die Ereignisse überschlagen und Lara auf sich alleine gestellt ist. So ganz packen konnte mich dieser dann leider nicht mehr, da es mir einfach zu viel hin und her war.
Fazit:
"Das Gehöft" ist ein spannender Thriller, der von seinen Wendungen lebt. Das Unheimliche, das auf der Hallig vor sich geht, ist spürbar und passt gut zum Setting einer kleinen, einsamen Hallig und dem aufkommenden Unwetter. Emotional konnte mich die Geschichte leider nicht mitnehmen. Mir hat die Tiefe gefehlt, um wirklich mitfiebern zu können. Eventuell hat das an den zahlreichen Beschreibungen und Rückblicken in das Leben der Figuren gelegen. So kam es mir eher wie ein hin und her vor. Lara hat es mir dabei nicht einfacher gemacht.