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Veröffentlicht am 13.10.2021

Spannender Fantasyauftakt

Pantarch
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Aurora arbeitet als Ärztin im Krankenhaus, als sie eines Tages völlig übermüdet nach Hause fährt, verursacht sie einen schweren Autounfall. Zu ihrer eigenen Überraschung kommt sie völlig unverletzt wieder ...

Aurora arbeitet als Ärztin im Krankenhaus, als sie eines Tages völlig übermüdet nach Hause fährt, verursacht sie einen schweren Autounfall. Zu ihrer eigenen Überraschung kommt sie völlig unverletzt wieder zu sich, doch ihr Unfallgegner Evan behauptet, dass sie gestorben und als Pantarch wieder auferstanden ist. Entgegen seiner Erwartung ist Aurora mit dem vermeintlichen "Geschenk" der Unsterblichkeit nicht glücklich und sucht verzweifelt nach einem Weg, wieder in ihr sterbliches Leben zurück kehren zu können. Dabei wühlt sie einen uralten Konflikt auf und stellt nicht nur für sich selbst die Machtstrukturen in der Gesellschaft der Pantarche in Frage.

"Pantarch" von Mila Ilbach ist eine spannende Fantasygeschichte, die sich intensiv mit dem Thema Unsterblichkeit auseinander setzt. Von der ersten Leseprobe an war ich gefesselt und mochte den E-Book-Reader kaum noch aus der Hand legen. Aurora war mir schnell sympathisch und auch in Evan konnte ich mich bald gut hinein versetzen, obwohl er sich anfangs recht kühl und abweisend verhält und mir erst einmal etwas suspekt erschien. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, so dass ich als Leser in der komfortablen Lage war, die Ansichten der verschiedenen Figuren kennen zu lernen. Dabei hat mir besonders gut gefallen, dass die Unsterblichkeit nicht nur als Segen glorifiziert wird, für Aurora ist es eher ein Fluch, der sie irgendwann zwingen wird, alle Menschen, die ihr nahe stehen, hinter sich zu lassen.

Den Schreibstil habe ich als unkompliziert und angenehm empfunden, gefühlt viel zu schnell war ich am Ende des Buches angekommen. Dabei hat sich der Spannungsbogen meiner Meinung nach konsequent durch den gesamten Handlungsverlauf gezogen. Der Schluss hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher abgehandelt sein dürfen, hier haben sich die Ereignisse sehr überschlagen und nach wenigen Seiten war der vorläufige Showdown vorüber. Doch das ist bei weitem nicht der Abschluss der Geschichte, mit einem offenen Ende ist es der Autorin gelungen, meine Neugier auf den Fortsetzungsband zu wecken. Insgesamt hat mich der Roman wunderbar unterhalten und ich spreche für Mila Ilbachs Erstlingswerk eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Schon eine Leseprobe hat in mir Spannung geweckt, der Rest des fantastischen Buches hat gehalten, was ich mir davon versprochen habe. Deshalb empfehle ich diese wunderbare Lektüre gern weiter, jeder Leser sollte sich dabei allerdings bewusst machen, dass es eine Fortsetzung geben wird, das Ende bleibt also noch offen.

Veröffentlicht am 13.10.2021

Wunderbare Teenagergeschichte

Bunte Fische überall
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Barnie ist gerade 13 Jahre alt geworden, doch anstatt des erhofften iPads hat sie von ihren beiden Vätern zum Geburtstag ein Tagebuch bekommen. Darin berichtet sie von ihrem Alltag, der aktuell hauptsächlich ...

Barnie ist gerade 13 Jahre alt geworden, doch anstatt des erhofften iPads hat sie von ihren beiden Vätern zum Geburtstag ein Tagebuch bekommen. Darin berichtet sie von ihrem Alltag, der aktuell hauptsächlich von einem Baby-Projekt ihrer Schule bestimmt wird wird - denn gemeinsam mit einem Mitschüler muss Barnie sich für einige Wochen um eine computergesteuerte Baby-Puppe kümmern. Einerseits eine gute Gelegenheit, ihrem Schwarm Sergej näher zu kommen, andererseits bringt dieses Projekt auch einiges an Konfliktpotential ans Licht.....

"Bunte Fische überall" von Kathrin Schrocke ist eine herrlich amüsante Teenagergeschichte, die auch älteren Lesern wie mir viel Spaß macht. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und musste mehr als einmal über Barnies turbulentes Leben schmunzeln. Die junge Protagonistin war mir schnell sympathisch und der lockere Schreibstil hat mich schnell durch das Buch gleiten lassen, ich war regelrecht verblüfft, als ich nach gefühlt sehr kurzer Lesezeit schon am Ende angekommen bin.

Neben den "typischen" Teenagerproblemen wird auch ganz unaufgeregt das Thema Diversität eingeflochten, im Lauf der Handlung muss Barnie feststellen, dass ihr Leben mit zwei Vätern und auch befreundete Regenbogenfamilien von einigen Gleichaltrigen ziemlich skeptisch betrachtet werden. Doch für sie steht fest, dass sie nicht mit dem Strom schwimmen muss um akzeptiert zu werden, es ist schön, zu lesen, wie sie ihren eigenen Weg geht und die Botschaft wird auf sanfte Art transportiert. Insgesamt hatte ich mit diesem Buch ein wunderbar humorvolles Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Mich hat die humorvolle Teenagergeschichte von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten, das Thema Toleranz ist dabei ganz unaufdringlich in die Handlung eingebracht. Deshalb spreche ich für das Buch gern eine Leseempfehlung (nicht nur an Jugendliche) aus.

Veröffentlicht am 11.10.2021

Guter Anfang, doch zu viel künstliches Drama ab der Buchmitte

Captured by your eyes
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Auf Drängen ihrer besten Freundin meldet sich Bailey bei einer Dating-Seite an und lernt dort "TheRealC" kennen, mit dem sie wunderbar tiefgründige Gespräche führt - doch leider weigert er sich, Bailey ...

Auf Drängen ihrer besten Freundin meldet sich Bailey bei einer Dating-Seite an und lernt dort "TheRealC" kennen, mit dem sie wunderbar tiefgründige Gespräche führt - doch leider weigert er sich, Bailey außerhalb des Chats zu treffen. Dabei entwickelt sie Gefühle für ihren einfühlsamen Online-Partner, der so ganz anders ist, als ihr nerviger Mitbewohner Jesse. Allerdings wird das Verhältnis zwischen Bailey und Jesse nach und nach freundschaftlicher und plötzlich lässt Jesse den Beschützer raus hängen - was Bailey fast noch mehr nervt als die voran gegangenen Streitereien.

"Captured by your eyes" von Sabrina Bennett ist eine Enemy-to-Lovers Geschichte, die mich in der ersten Hälfte des Buches wirklich gut unterhalten hat. Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden und auch die Protagonisten waren mir schnell sympathisch. Sowohl Bailey als auch Jesse sind eigenwillige Persönlichkeiten und am Anfang hat es mir viel Spaß gemacht, die Reibereien und Wortgefechte zwischen ihnen zu verfolgen. Die Figuren in ihrem Umfeld waren meiner Meinung nach umfassend und realistisch genug beschrieben, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte.

Aber - und leider ist es ein ziemlich großes Aber - nachdem ich den Roman etwa bis zu Mitte gelesen hatte, konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass die Geschichte bereits komplett erzählt ist, das Einzige was mir noch fehlte waren ein paar Seiten für ein Happy End. Ab dieser Stelle fand ich die Geschichte dann künstlich in die Länge gezogen, ein Drama folgte auf das andere, Missverständnisse und Schweigen haben die bis dahin positive Atmosphäre umgewandelt und mir die Leselust ein wenig verdorben. Natürlich wollte ich dennoch wissen, wie die Handlung ausgeht, doch die dramatisch erzeugte Spannung war für meinen Geschmack zu viel des Guten, so dass ich nicht sicher bin, ob ich weitere Teile dieser Buchreihe kennen lernen möchte.

Fazit: Nach einem wunderbaren Anfang verläuft sich der Handlungsfaden in der zweiten Buchhälfte zwischen künstlich aufgebauten Dramen, hier hätte die Geschichte für mich etwas komplexer beendet werden können.

Veröffentlicht am 07.10.2021

Konnte mich nicht so packen, wie ich es erhofft hatte

Fürimmerhaus
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Carter findet sich in einem tiefen Brunnenschacht wieder, das Wasser drängt ihn nach oben und setzt ihn in einem Saal des Fürimmerhauses ab. Im Haus trifft er eine Gruppe Jugendlicher, die wie er selbst ...

Carter findet sich in einem tiefen Brunnenschacht wieder, das Wasser drängt ihn nach oben und setzt ihn in einem Saal des Fürimmerhauses ab. Im Haus trifft er eine Gruppe Jugendlicher, die wie er selbst eines Tages ohne Erinnerung hier angekommen sind, angeblich hat jeder von ihnen einst seine Welt vor einer Bedrohung gerettet und wurde danach in das mystische Haus zwischen den Welten abgeschoben. Doch obwohl Carter sich an nichts als seinen Namen erinnert, glaubt er sicher, noch nie eine Welt gerettet zu haben. Gemeinsam sucht die Gruppe nach dem Mittelpunkt des Hauses, in der Hoffnung dort einen Ausgang in ihre jeweiligen Ursprungswelten zu entdecken.

"Fürimmerhaus" von Kai Meyer ist eine fantasievolle Geschichte, die mich letztendlich nicht so packen konnte, wie ich es mir vom Klappentext her erhofft habe. Bisher kannte ich noch kein Buch des Autors, hatte aber schon viel Gutes über seine Werke gehört und war daher entsprechend neugierig auf diesen Roman. Den Schreibstil habe ich als angenehm eingängig empfunden und dem Hintergrund ist anzumerken, dass Kai Meyer seine Bücher viel Freude am Fabulieren erschafft. Auch die Gestaltung der Figuren hat mir zunächst sehr gefallen, es gab verschiedene fantastische Wesen, die meiner Meinung nach in ihren Äußerlichkeiten umfassend genug beschrieben waren, dass sie vor meinem geistigen Auge lebendig geworden sind.

Und dennoch vermochte mich die Lektüre nicht so ganz zu fesseln und begeistern, wie ich es von einem Jugendfantasy-Roman erwarte, emotional konnte ich nur wenig in die Handlung eintauchen. Nicht dass ich mich direkt gelangweilt hätte, ich wollte durchaus wissen, ob es der Gruppe gelingen würde, ihr Ziel zu erreichen, doch habe ich sie mit eher oberflächlichem Interesse begleitet. Vielleicht lag es daran, dass sich keine der Figuren an ihre Vergangenheit erinnern konnte, so waren sie zwar äußerlich sehr vielfältig dargestellt, doch mir schien es, als ob ein Teil ihrer Persönlichkeit fehlte - einige vordergründige Eigenschaften waren durch das Verhalten in der Gruppe schnell erkennbar, doch im weiteren Verlauf hätte ich mir einen tieferen Einblick gewünscht. Das Ende hat mich zwar entspannt und zufrieden zurück gelassen, dennoch hätte ich gern etwas mehr über die eine oder andere Figur erfahren.

Fazit: Mit durchaus viel Fantasie hat Kai Meyer eine Geschichte geschaffen, die mich leider nicht vollständig fesseln und begeistern konnte, für Fans des Autors sicherlich lesenswert, ich hätte mir etwas mehr emotionalen Tiefgang gewünscht.

Veröffentlicht am 05.10.2021

Die perfekte Mischung aus Spannung und Humor

Der war schon tot
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Bei einem Konzertbesuch mit einigen Freunden vom Campingplatz beobachtet Lukas Born, wie der offensichtlich zu gedröhnte Lenni verletzt und im Krankenwagen abtransportiert wird, später aber zurück kehrt ...

Bei einem Konzertbesuch mit einigen Freunden vom Campingplatz beobachtet Lukas Born, wie der offensichtlich zu gedröhnte Lenni verletzt und im Krankenwagen abtransportiert wird, später aber zurück kehrt und in sein eigenes Auto wankt. Am nächsten Tag erfährt der Privatermittler, dass Lenni noch in der selben Nacht überfahren wurde, die Umstände des scheinbaren Unfalls kommen ihm mehr als verdächtig vor. Da Lukas außer der Suche nach einer gestohlenen Kuh keine Aufträge hat, beginnt er, auf eigene Faust nachzuforschen - natürlich mit Unterstützung durch seine private Campingplatz-SoKo.....

"Der war schon tot" von Erwin Kohl ist ein Regionalkrimi, der durch seine herrlich skurrilen Figuren, eine gute Portion niederrheinischen Humors und natürlich ausreichend Spannung glänzt. Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gepackt und begeistert, obwohl ich eigentlich nur mal schnell rein schnuppern wollte, habe ich es innerhalb eines Tages durch gelesen. Lukas Born kannte ich bereits von seinem vorhergehenden Fall und auch seine teilweise wunderbar exzentrischen Campingplatznachbarn waren mir damals bereits ans Herz gewachsen. Erwin Kohl versteht es, seine Figuren individuell und lebensecht zu gestalten, es fiel mir leicht, von jeder Person ein Bild vor meinem geistigen Auge zu erzeugen.

Auch den Schreibstil habe ich als sehr ansprechend empfunden, der eigenwillige Humor, der wohl typisch für die Region ist, hat mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Der Spannungsbogen zieht sich meiner Meinung nach konsequent durch die gesamte Handlung, so dass der Roman die für mich perfekte Mischung enthält, ein rundum gelungenes Lesevergnügen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden, aufgrund des sympathischen Ermittlers finde ich es allerdings noch schöner, die Serie der Reihe nach zu genießen. Für die ausgezeichnete Lektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Der Regionalkrimi bringt alles mit, was das Genre für mich so besonders macht, einen sympathischen Ermittler, wunderbar eigenwillige Figuren, Lokalkolorit gewürzt mit einer guten Prise regionalen Humors und nicht zuletzt natürlich ein spannender Fall., so dass ich dieses Buch nur jedem Krimifreund ans Herz legen kann.