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Veröffentlicht am 17.09.2020

Spannende Fortsetzung

Beastmode 2: Gegen die Zeit
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Die Geschichte Amanda, Damon, Jenny, Wilbur und Malcolm knüpft nahtlos an die Ereignisse aus Band eins an, dieser sollte zum Verständnis unbedingt zuerst gelesen werden. Nachdem die Jugendlichen am Ende ...

Die Geschichte Amanda, Damon, Jenny, Wilbur und Malcolm knüpft nahtlos an die Ereignisse aus Band eins an, dieser sollte zum Verständnis unbedingt zuerst gelesen werden. Nachdem die Jugendlichen am Ende des ersten Buches Damon aus dem Dämonenreich beschworen haben, reisen sie erneut durch die Zeit, um ihre Mission zu erfüllen, müssen sie zunächst die Vergangenheit jedes Einzelnen von ihnen besuchen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

"Beastmode 2: Gegen die Zeit" von Rainer Wekwerth beginnt ohne Einleitung genau dort, wo Teil 1 abrupt geendet hatte. Optimal ist es, beide Bücher, direkt hintereinander lesen zu können. Da ich nach dem ersten Band allerdings sieben Monate auf die Erscheinung der Fortsetzung warten musste, fiel mir er Einstieg nicht ganz so leicht. Wie schon in "Beastmode 1: Es beginnt" hat mich der Schreibstil des Autors dann aber schnell in die Handlung hinein gezogen und gefesselt.

Auch hier hat sich der Spannungsbogen für mich konsequent durch die gesamte Geschichte gezogen, dass jedes Kapitel mit der Jahreszahl des aktuellen Aufenthaltsortes überschrieben war, hat die Orientierung erleichtert. Die fünf Protagonisten waren schon im ersten Buch umfassend und fantasievoll beschrieben, bei den verschiedenen Zeitreisen konnte ich jeden Einzelnen noch etwas besser kennen lernen.

Die Grundstimmung des Buches schien mir dieses mal etwas düsterer zu sein, das mag daran liegen, dass die Zukunft sehr dystopsch dargestellt ist, auch die Tatsache, dass einige Protagonisten einen Teil ihrer Erinnerungen verloren haben und sicher geglaubte Beziehungen neu geknüpft werden mussten, hat dazu beigetragen. Dennoch konnte ich zwischendurch kaum aufhören zu lesen, das Ende allerdings kam kürzer weg, als erwartet. Insgesamt hat mich dieser Teil nicht ganz so begeistern können, wie sein Vorgänger, nichtsdestotrotz stufe ich den Roman als lesenswert ein.

Fazit: Die Geschichte aus "Beastmode 1" wird hier logisch fortgeführt und die Mission der Jugendlichen bleibt bis zum Schluss spannend. Zum Verständnis ist es unabdingbar, den ersten Band vorher zu lesen, am Besten ohne große Lücken zwischen beiden Büchern zu lassen.

Veröffentlicht am 16.09.2020

Nette Kindergeschichte zwischen Abenteuer und Fantasy

Bittermonds Bucht
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So lange er sich zurück erinnern kann, lebt Jukka allein mit Käpt´n Bittermond in einer idyllischen Bucht. Andere Menschen hat er noch nie gesehen, umso erstaunter ist der Junge, als die fahrende Händlerin ...

So lange er sich zurück erinnern kann, lebt Jukka allein mit Käpt´n Bittermond in einer idyllischen Bucht. Andere Menschen hat er noch nie gesehen, umso erstaunter ist der Junge, als die fahrende Händlerin Kandidel mit ihrer Tochter Lila auftaucht. Der Käpt´n wirkt glücklicher als je zuvor, er scheint Kandidel von früher zu kennen. Doch in einer stürmischen Nacht reitet die Händlerin fort und nimmt das gläserne Herz, das Bittermonds größter Schatz ist, mit. Jukka und Lila folgen ihr und müssen auf ihrer Reise einige Abenteuer bestehen.

"Bittermonds Bucht" von Maike Harel ist eine Mischung aus Fantasy und Abenteuergeschichte für Kinder ab 10 Jahren. Für erwachsene Leser sind die Figuren stellenweise etwas schlicht geschildert, mich hat Jukkas grenzenlose Naivität öfter irritiert. Dass er ab und an schlecht gelaunt ist fand ich dagegen ziemlich normal, das gehört zur Entwicklung dazu. Allerdings fängt er meiner Meinung nach sehr spät damit an, die Dinge zu hinterfragen und sich Gedanken um seine Herkunft zu machen. Dabei enthält die Geschichte eine schöne Botschaft, die die jungen Leser im letzten Abschnitt gemeinsam mit Käpt´n Bittermond entdecken können.

Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, passend für die angestrebte Lesergruppe. Die Abenteuer, die Jukka und Lila auf ihrer Reise erleben sind liebevoll beschrieben und es macht Spaß mit den Kindern immer wieder etwas Neues zu entdecken. Dabei kommen einige Fantasyelemente ins Spiel, die ein kritischer Leser möglicherweise als unlogisch bezeichnen mag. Für mich war diese fantasievolle Genremischung passend für ein Kinderbuch und ich habe die Geschichte mit Freude gelesen.

Fazit: "Bittermonds Bucht" bringt eine nette Mischung aus Fantasy- und Abenteuergeschichte mit. Erwachsene werden beim Lesen sicher über die eine oder andere Logiklücke stolpern, aber für die empfohlene Zielgruppe ab 10 Jahren (meiner Meinung nach auch zum Vorlesen für etwas jüngere Kinder geeignet) empfehle ich das Buch gern weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Gelungenes Ende der fantastischen Trilogie

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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Dem Anführer der Absorbierer ist es gelungen, das Portal für alle Buchfiguren zu öffnen, damit hat er die reale Welt in große Gefahr gebracht. Um Quan Surt aufhalten zu können, suchen Hope und Rufus nach ...

Dem Anführer der Absorbierer ist es gelungen, das Portal für alle Buchfiguren zu öffnen, damit hat er die reale Welt in große Gefahr gebracht. Um Quan Surt aufhalten zu können, suchen Hope und Rufus nach dem Autor, der seinerzeit dessen unvollendete Geschichte geschrieben hat. Denn nur, wenn die Erzählung beendet und das Manuskript in der eigenen Handlung vernichtet wird, verschwindet auch der böse Protagonist von der Bildfläche.....

"Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen" ist der Abschluss einer fantastischen Trilogie von Mary E. Garner. Zum Verständnis ist es unabdingbar, zuerst die beiden Vorgänger gelesen zu haben, denn die Handlung knüpft an die Ereignisse der ersten zwei Bände an. Die Grundidee der Geschichte - das Eintauchen in fiktive Bücherwelten - hat mich vom ersten Buch der Reihe an begeistert und ich habe die Protagonistin Hope Turner sofort gemocht. Auch die Figuren um sie herum sind sehr anschaulich und zum größten Teil sympathisch beschrieben.

Die Reisen in verschiedene Buchwelten haben mich immer wieder zum Lächeln und Träumen gebracht und auch die Lust geweckt, einige der von Hope bereisten Klassiker noch zu lesen. Mit viel Fantasie und ihrem wunderbaren Schreibstil ist es der Autorin gelungen, mich über alle drei Bände hinweg zu fesseln, nach dem Ende eines Buches konnte ich es kaum erwarten, bis das nächste erschienen ist. So tauche ich nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder aus diesem Roman auf, denn das Ende der spannenden Handlung war viel zu schnell erreicht. Der Epilog gibt mir allerdings ein Fünkchen Hoffnung auf eine Fortführung oder ein Spin-Off der Geschichte.

Wieder einmal hat mich Mary E. Garner in Hopes Welt entführt, bezaubert, zu wilden Spekulationen herausgefordert und schlussendlich doch wieder sehr überrascht. Der Spannungsbogen hat sich für mich konstant durch die gesamte Erzählung gezogen, beim Lesen habe ich nicht nur mit Hope mitgefiebert, sondern auch die wildesten Theorien aufgestellt, wieder verworfen und durch noch verrücktere Ideen ersetzt - auf die richtige Spur bin ich so gut wie nie gekommen. Dadurch hatte ich unheimlich viel Spaß mit diesem Leseerlebnis und spreche aus tiefstem Herzen eine Empfehlung für diese zauberhafte Trilogie aus.

Fazit: Wie schon die beiden Vorgängerbände, konnte mich auch der Abschluss der Trilogie von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Da die Handlung fortlaufend ist, sollten die Bücher in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, für alle drei Bände gebe ich eine begeisterte Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Gelungener Abschluss der fantastischen Dilogie

Lovely Curse, Band 2: Botin des Schicksals
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Aria, Noemi und Dean haben mittlerweile akzeptiert, dass sie apokalyptische Reiter sind und recherchieren weiter, wie der Weltuntergang aufgehalten werden kann. Doch dazu benötigen sie den vierten, grauen ...

Aria, Noemi und Dean haben mittlerweile akzeptiert, dass sie apokalyptische Reiter sind und recherchieren weiter, wie der Weltuntergang aufgehalten werden kann. Doch dazu benötigen sie den vierten, grauen Reiter, der bisher noch nicht erschienen ist. Weiterhin ist ihr Wohnort Littlecreek im Ausnahmezustand durch das Auftreten der Plagen, die als Vorboten der Apokalypse gelten.

Doch auch Arias Privatleben bleibt kompliziert, nach wie vor fühlt sie sich insgeheim zu Dean hin gezogen, obwohl sie mit Simon zusammen ist. Der vermeintliche Sunnyboy wiederum wird immer fordernder und versucht, Aria mit unzähligen Nachrichten zu kontrollieren....

"Lovely Curse - Botin des Schicksals" ist der zweite Band einer Dilogie von Kira Licht, der mir einige unterhaltsame Lesestunden bereitet hat. Wer zu diesem Roman greift, sollte vorher unbedingt den ersten Band "Lovely Curse - Erbin der Finsternis" gelesen haben, denn die Handlung beider Bücher ist fortlaufend. Wie schon im Vorgänger, fand ich die Protagonistin Aria und auch ihre Freunde sehr sympathisch. Die Figuren im Buch und auch das Setting sind umfassend beschrieben, so dass ich die Personen und ihre Umgebung beinahe bildlich vor mir sehen konnte.

Den Schreibstil der Autorin kenne ich bereits aus einigen anderen Büchern und mag ihre locker-leichte Art zu schreiben immer noch sehr. Auch die Spannung hat sich für mich konstant durch das ganze Buch gezogen. Mit dem Grundgerüst der Handlung, einer Protagonistin, die an eine neue Schule kommt und dort nicht nur in fantastische Ereignisse, sondern auch in eine Dreiecksgeschichte verwickelt wird, mag Kira Licht das Rad der Romantasy nicht neu erfunden haben, mich hat der Roman dennoch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen und gut unterhalten. Deshalb gebe ich gern eine Leseempfehlung an alle Freunde jugendlicher Fantasy.

Fazit: Wie schon der Vorgängerband bietet dieses Buch solide Unterhaltung aus dem Bereich der jugendlichen Romantasy, ich habe die Geschichte mit Freude gelesen und empfehle sie gern weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2020

Nachdenkliche Geschichte

Menschliche Dinge
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Die Farels sind vom Erfolg geprägt, Jean ist ein bekannter Fernsehjournalist, seine Frau Claire steht als Essayistin, die sich feministisch sehr engagiert, im Licht der Öffentlichkeit. Auch ihr Sohn Alexandre ...

Die Farels sind vom Erfolg geprägt, Jean ist ein bekannter Fernsehjournalist, seine Frau Claire steht als Essayistin, die sich feministisch sehr engagiert, im Licht der Öffentlichkeit. Auch ihr Sohn Alexandre scheint auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, er studiert an der amerikanischen Elite-Uni Stanford und hat beste Karriereaussichten.

Hinter den Kulissen sieht es nicht ganz so glamourös aus, die Ehe der Farels ist längst zerbrochen, der mittlerweile über 70 Jahre alte Jean versucht sich durch Beziehungen zu jungen Frauen alterslos darzustellen, seine 27 Jahre jüngere Frau Claire lebt mit einem neuen Partner zusammen. Ausgerechnet am Morgen, nachdem Jean vom französichen Präsidenten ein bedeutender Orden verliehen worden ist, wird Alexandre fest genommen, Mila, die Tochter von Claires Lebensgefährten beschuldigt ihn der Vergewaltigung.

In ihrem Roman "Menschliche Dinge" greift Karine Tuil ein Thema auf, das durch die mee-Too-Debatte und den Fall Stanford aktueller den je ist. Dabei stellt sie wertungsfrei die verschiedenen Ansichten der beteiligten Personen dar und regt den Leser zum Nachdenken an. Der Einstieg in das Buch ist mir zunächst nicht leicht gefallen, die Autorin stellt die Familien von Täter und Opfer, sowie deren Umfeld so ausführlich vor, dass es etwas langatmig wirkt.

Faszinierend hingegen fand ich, wie die Autorin das Bild der Figuren während der Gerichtsverhandlung neu zeichnet. Obwohl ich glaubte, die Personen bereits gut kennen gelernt zu haben, - wobei ich keiner der Figuren emotional wirklich nahe gekommen bin - habe ich an dieser Stelle meine Vorstellungen noch einmal revidieren müssen. Sympathischer ist mir dabei keine der Personen geworden, aber ich bin tiefer in die verschiedenen Sichtweisen eingetaucht. Meisterlich zeigt Karine Tuil hier, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist, sondern in sehr vielen Grautönen verläuft.

Die Verhandlung ist sehr realistisch beschrieben, wirkte auf mich aber stellenweise etwas in die Länge gezogen, der Tathergang wurde viele male geschildert, was dennoch nicht dazu beitrug, Sympathie für die unglückliche junge Frau zu wecken. Auch Alexandre war nicht der typisch bösartig dargestellte Täter, letztendlich hat er mir beinahe genau so leid getan, wie das Opfer. Die Geschichte hat mich sehr nachdenklich zurück gelassen, das Thema ist wichtig und hier sehr vielschichtig beschrieben, so dass ich für das Buch trotz einiger Längen eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Ein wichtiges und aktuelles Thema hat die Autorin hier sehr feinfühlig aufgegriffen und auf sehr nachdenkliche Weise von allen Seiten beleuchtet. Die Lektüre ist nicht immer leicht, beschäftigt mich aber lange nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe weiter, von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung.