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Veröffentlicht am 01.04.2026

Auftaktband einer zauberhaften Fantasy-Dilogie mit märchenhaftem Ambiente

Der Hof der silbernen Nacht
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Mit Hilfe ihrer Lichtmagie kann die Sonnenelfe Niva ihr Äußeres verändern, was ihr bei den verschiedenen Aufträgen, die sie für den zwielichtigen Zirkusdirektor Borwin ausführen muss, immer wieder zugute ...

Mit Hilfe ihrer Lichtmagie kann die Sonnenelfe Niva ihr Äußeres verändern, was ihr bei den verschiedenen Aufträgen, die sie für den zwielichtigen Zirkusdirektor Borwin ausführen muss, immer wieder zugute kommt. Als sie an den Silberhof geschickt wird, um dem König von Emberfall ein Relikt vor der Nase weg zu schnappen, das er schon lange sucht, wird die Sache für Niva persönlich. Denn sie hasst Valerian Kaelvane aus tiefstem Herzen für den Krieg, den er einst über ihre Heimat brachte und der ihren Eltern frühzeitig das Leben gekostet hat. Je länger sie allerdings am Silberhof verweilt, umso mehr muss sie ihr Bild des Nachtkönigs korrigieren und auch die Geschichtsbücher geben die Historie des Krieges ganz anders wieder, als Niva zeitlebens geglaubt hat.
"Der Hof der silbernen Nacht" von K.T. Steen ist der Auftaktband einer fantasievoll geschriebenen Dilogie, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Aus dem Reich Mirilor, zu dem das Land Emberfall gehört, gibt es bereits einige weitere Bücher, die zwar keine notwendigen Vorkenntnisse für Nivas Geschichte enthalten, mir macht es allerdings immer wieder besondere Freude, einige der früheren Protagonisten wieder zu treffen. Die Sonnenelfe war mir schnell sympathisch, seit sie ihre Ausbildung mit der Schwurbindung an Borwin bezahlen musste, arbeitet sie unermüdlich einen Auftrag nach dem anderen ab und stellt dabei die zukünftige Freiheit ihrer Schwester über die eigene. Auch den Nachtkönig Valerian mochte ich beinahe auf Anhieb, obwohl Niva finstere Vorurteile über ihn hat, war für mich schnell ersichtlich, dass er wesentlich freundlicher und selbstloser ist, als sie all die Jahre geglaubt hatte.
Den fesselnden Schreibstil kenne ich mittlerweile aus vielen Romanen der Autorin, auch dieses Mal war ich tief in Nivas Welt versunken und mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Das märchenhafte Ambiente, das jedes Buch aus dem Mirilor-Universum mit bringt, hat mich zum Träumen eingeladen, ich hatte sowohl von den Figuren als auch vom Hintergrund immer ein umfassendes, farbenfrohes Bild vor Augen, so dass die Handlung beinahe wie ein Film in meinem Kopf ablief. Da es einen Folgeband geben wird, war natürlich zu erwarten, dass es zum Schluss einen Cliffhanger gibt, dadurch freue ich mich noch mehr auf den nächsten Teil. Für diese zauberhaft romantische Fantasy spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.
Fazit: Wie ich es bereits aus vielen Bücher der Autorin kenne, hat mich dieser Auftaktband von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und fasziniert, das wunderbare Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Märchenhaft-schaurige Adaption der Blaubart-Geschichte

The House Saphir
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Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, führt die gerissene Mallory Fontaine nachts Touristen durch das leer stehende Haus, das früher Bastien Saphir gehörte. Der Graf Saphir erlangte einst schaurige Bekanntheit, ...

Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, führt die gerissene Mallory Fontaine nachts Touristen durch das leer stehende Haus, das früher Bastien Saphir gehörte. Der Graf Saphir erlangte einst schaurige Bekanntheit, nachdem er seine ersten drei Ehefrauen ermordet hatte, während ihm die vierte nur knapp entkam. Obwohl Mallory mit Geistern sprechen kann und im Haus tatsächlich Bastiens erstes Opfer umgeht, arbeitet sie mit allerlei Tricks, um ihren leichtgläubigen Gästen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eines Nachts taucht ein Fremder bei der Führung auf und engagiert Mallory für eine Geisteraustreibung auf seinem Landsitz, wo sie nicht nur ihrer morbiden Faszination für Bastien Saphir nachgehen kann, sondern auch selbst in ungeahnte Gefahr gerät.

"The House Saphir" von Marissa Meyer ist eine Adaption der klassischen Blaubart-Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Die findige Mallory war mir trotz (oder wegen?) ihrer morbiden Eigenartigkeit schnell ans Herz gewachsen, auch die Personen in ihrem Umfeld fand ich originell und für meine Fantasie gut greifbar charakterisiert. Wie ich es schon aus anderen Büchern der Autorin kannte, hat sie ihre Figuren mit märchenhaftem Flair umgeben und dennoch nahbar gestaltet, so dass ich emotional immer mitten unter ihnen war.

Der Schreibstil hat mich bis zur letzten Seite gefesselt, die Spannung hielt sich auf einem für mich angenehmen Niveau. Die düstere, ein wenig verwunschen erscheinende Atmosphäre gab der Handlung den passenden Hintergrund, lediglich das Verwirrspiel um Bastien und seinen Nachfahren hätte für meinen Geschmack gern noch etwas umfangreicher ausgeführt sein dürfen, auch der im Untertitel erwähnte blutige Schlüssel hatte eher einen kurzen Gastauftritt. Insgesamt habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt und spreche für dieses Retelling gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die märchenhaft-düstere Blaubart-Nacherzählung hat mir einige angenehm-schaurige Lesestunden beschert, so dass ich das Buch gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Nicht ganz runder Einstieg, dennoch ein solider Reihenauftakt mit Potential

On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)
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Medra Pendragon kommt in einer ihr unbekannten Welt zu sich, splitternackt inmitten eines Berges aus Leichen. Ehe sie sich orientieren kann, wird sie von dem arroganten Blake Drakharrow festgenommen und ...

Medra Pendragon kommt in einer ihr unbekannten Welt zu sich, splitternackt inmitten eines Berges aus Leichen. Ehe sie sich orientieren kann, wird sie von dem arroganten Blake Drakharrow festgenommen und zum Hof seines Onkels verschleppt. Victor Drakharrow, der Anführer der Highbloods, wie sich die Vampire in diesem Land selbst nennen, erkennt in Medra eine Nachfahrin der legendären Drachenreiter und verlobt sie kurzerhand mit seinem Neffen Blake. Außerdem verfügt er, dass sie von nun an die Bloodwing Academy besuchen wird, wo sie nicht nur als Seuchengeborenen ständig um ihr Leben fürchten muss. Ihr Status als künftige Gefährtin des einflussreichen Blake rückt Medra zusätzlich in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, so dass ihr von allen Seiten Gefahr droht.

"On Wings of Blood" von Briar Boleyn ist der Auftaktband der Bloodwing Academy Reihe, der mich zwar durchaus gefesselt hat, allerdings dennoch die eine oder andere Schwachstelle aufweist. Zu Beginn habe ich mich ein wenig ins kalte Wasser geworfen gefühlt, Medra wacht auf einem Berg Leichen auf und hat keine Ahnung, wie es sie hierher verschlagen hat. Über ihre Vergangenheit schweigt sie sich aus, so dass es nicht nur recht lange gedauert hat, ehe ich mit der Protagonistin warm geworden bin, ich konnte mich auch des Eindrucks nicht erwehren, mittig in eine bereits begonnene Geschichte hinein gefallen zu sein. Später habe ich erfahren, dass es eine weitere Reihe der Autorin gibt, die nicht für den deutschen Markt übersetzt wurde, die aber offensichtlich in Medras Herkunftswelt spielt, vielleicht sind dort die Informationen enthalten, die ich hier so deutlich vermisst habe.

Sowohl den Schreibstil als auch den Academy-Hintergrund habe ich gemocht, insgesamt kann ich von recht angenehmen Lesestunden sprechen. Irgendwann ist mir Medra doch noch ans Herz gewachsen, einige andere Figuren an der Schule waren mir ebenfalls sympathisch. Blake habe ich allerdings mit gemischten Gefühlen betrachtet, einerseits ist er wirklich grässlich arrogant, aus Medras Perspektive benimmt er sich einfach unmöglich und total abweisend. Dann wiederum spricht er sie mit "kleiner Drache" an, was mich schon an einen liebevollen Spitznamen denken lässt, die Abschnitte aus seinem Blickwinkel zeigen Zuneigung und Freundlichkeit (auch für ein flauschiges, niedliches Haustier).

Meiner Meinung nach ist diese harte-Schale-weicher-Kern-Charakterisierung aber nicht ganz gelungen, mir fiel es schwer, nachzuvollziehen, woher die Gefühle zwischen ihm und Medra plötzlich entstanden sind, in seinen Gedanken ging es eigentlich fast nur um erotisches Begehren, anstatt um emotionale Zuneigung. Dadurch hat sich seine Person für mich recht unausgewogen angefühlt, was mein Lesevergnügen ein wenig abgeschwächt hat. Dennoch bin ich neugierig genug zurück geblieben, um auch den Folgeband lesen zu wollen.

Fazit: Zu Beginn hätte ich mir etwas mehr Information über Medras Vorgeschichte gewünscht, den Schreibstil habe ich zwar als sehr fesselnd empfunden, Blakes Figur hat das Lesevergnügen allerdings etwas getrübt.

Veröffentlicht am 16.03.2026

Nicht ganz runde Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Gruselgeschichte

Die Geister von La Spezia
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Mary Shelley, die Autorin des Gruselklassikers "Frankenstein", trauert um ihren Mann, der Dichter Percy Bysshe Shelley kam bei einem Schiffsunglück ums Leben. Der überraschende Besuch der Ermittlerin Pat ...

Mary Shelley, die Autorin des Gruselklassikers "Frankenstein", trauert um ihren Mann, der Dichter Percy Bysshe Shelley kam bei einem Schiffsunglück ums Leben. Der überraschende Besuch der Ermittlerin Pat Colombari, die angibt, von Marys Schwiegervater beauftragt zu sein, den Tod seines Sohnes zu untersuchen, löst zunächst Ärger bei der jungen Witwe aus. Als Pat allerdings erläutert, dass sie eine Methode kennt, die es ihr ermöglicht, in die Erinnerungen anderer Menschen einzutauchen, gelingt es ihr, das Interesse der gebildeten, wissenschaftlich interessierten Mary Shelley zu wecken. Auf ihrer Reise durch die Erinnerungen der Autorin lernt Pat nicht nur deren Ehemann, sondern auch viele seiner Freunde kennen, nicht zuletzt den skandalumwitterten Dichter Byron. Doch je tiefer die Ermittlerin in Marys Geist eintaucht, umso klarer wird ihr, dass es hier ein düsteres Geheimnis gibt, das sie Pat auf gar keinen Fall sehen lassen möchte.

"Die Geister von La Spezia" von Oliver Plaschka ist eine Geschichte, deren Idee ich sagenhaft spannend fand, die mich schlussendlich aber leider nicht in dem Maße begeistern konnte, wie ich es mir vom Klappentext und einer Leseprobe her erhofft hatte. Der Autor vereint jede Menge historischer Fakten mit einer fiktiven Schauergeschichte, die in ihren Grundzügen an "Frankenstein" erinnert. Bezüglich des Lebens der Shelleys und deren Freundeskreis hat er mit Sicherheit akribische Recherchen betrieben, in dem Buch sind viele überlieferte Details enthalten. Den fiktiven Anteil fand ich durchaus fesselnd, dennoch war die Mischung beider Aspekte meiner Meinung nach nicht so ganz gelungen.

Der Schreibstil war zu Beginn mitreißend, der Prolog erzeugte genügend Spannung, um tief in die Handlung einzutauchen, die sich im Mittelteil dann ein wenig in die Länge zog. Für mich war es z.B. nicht zwingend von Interesse, sämtliche Vornamen der vielen (eher nebensächlich erwähnten) Kinder zu erfahren, die mal hier und mal da durch das eigentliche Geschehen tobten, für meinen Geschmack hätte der Alltag im italienischen Exil gern etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Als Pat dann endlich dem Geheimnis in Byrons Keller auf die Spur kam, nahm die Handlung wieder an Fahrt auf und ich mochte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Und trotzdem bin ich nicht so recht zufrieden zurück geblieben, das große Fragezeichen der Geschichte wurde zwar stimmig aufgelöst, allerdings blieb offen, woher (bzw. aus welcher Zeit) Pat aufgetaucht ist. Über ihren Hintergrund und die Personen, mit denen sie bereits vor der Bekanntschaft mit Mary Shelley agiert hatte, hätte ich gern mehr erfahren. Außerdem fand ich den letzten Abschnitt ein wenig verworren, es fiel mir immer schwerer, Pats Sprünge durch Erinnerungen und Zeiten geistig zu sortieren, ich hatte den Eindruck, dass der Autor auf den letzten Metern schnell noch ein paar Fakten aus Mary Shelleys Leben unterbringen wollte, nachdem ich emotional bereits am Ende der Geschichte angekommen war.

Fazit: Für mich hat die Mischung aus Historie und fiktiver Gruselgeschichte leider nicht so recht funktioniert, obwohl die Handlung auf einem soliden Gerüst überlieferter Fakten aufgebaut ist. Der fiktionale Teil war spannend beschrieben, allerdings verliert sich die Geschichte zwischenzeitlich in alltäglichem Durcheinander, die Rahmenhandlung vermittelte für meinen Geschmack zu wenig Hintergrundwissen.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Zauberhafter Reihenauftakt mit nahezu flauschiger Wohlfühlatmosphäre

The House Witch 1
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In der Schlossküche des Königreiches Daxaria herrscht das pure Chaos - bis der neue Koch Finlay Ashowan seine Stelle antritt. Im Nu hat Fin nicht nur sämtliche Personen aus seiner Küche verbannt, sondern ...

In der Schlossküche des Königreiches Daxaria herrscht das pure Chaos - bis der neue Koch Finlay Ashowan seine Stelle antritt. Im Nu hat Fin nicht nur sämtliche Personen aus seiner Küche verbannt, sondern auch schleunigst für Sauberkeit und Ordnung gesorgt. Dass er mit seinen offenen Worten dem einen oder anderen Schlossbewohner auf die Füße tritt, lässt sich dabei wohl nicht vermeiden, dennoch gewinnt Fin schnell Freunde, selbst der Sohn des Königspaares geht bald fröhlich in der Küche ein und aus. Was zunächst niemand ahnt: der neue Koch ist eine Haushexe, seine magischen Kräfte helfen nicht nur, schmackhafte Mahlzeiten zu zaubern, er beschützt auch sein Zuhause und die Menschen, die darin leben. Als Gefährte steht ihm dabei der kleine Kater Kraken zur Seite, der viel schneller als Fin selbst feststellt, dass die Adlige Annika doch perfekt zu seiner Hexe passt.

"The House Witch 1" von Delemhach Emilie Nikota ist der Auftaktband einer wirklich zauberhaften Fantasy-Reihe. Nach wenigen Zeilen war ich bereits tief in der heimeligen Atmosphäre, die Fin in kürzester Zeit in seiner Küche schafft, versunken. Finlay Ashowan ist ein Protagonist, den man einfach lieben muss, trotz seiner manchmal harschen Ausdrucksweise, die ihm nicht nur Freunde einbringt, wird er nach und nach zur guten Seele des Schlosses, die Gemütlichkeit, die er in seinem Umfeld erzeugt, war beinahe mit Händen zu greifen. Auch sämtliche anderen Personen und der flauschige Kater Kraken waren umfassend und ein wenig augenzwinkernd mit ihren jeweiligen (manchmal recht speziellen) Charaktereigenschaften dargestellt, ich hatte von allen ein farbenfrohes Bild vor meinem geistigen Auge.

In liebevollem Schreibstil zeichnete die Autorin nicht nur ihre Figuren, auch den Hintergrund fand ich so warmherzig beschrieben, dass ich mich in die Stimmung regelrecht einhüllen wollte, wie in eine kuschelige Decke. Wahrscheinlich habe ich beim Lesen ständig leise vor mich hin gelächelt, denn diese Geschichte macht einfach Spaß. Eigentlich war ich mir ganz sicher, dass dieser Reihenauftakt eine Fünf-Sterne-Lektüre für mich sein würde, aber im hinteren Buchteil gab es zwei Fäden, die für meinen Geschmack etwas ungeklärt in der Luft hängen geblieben sind. Vielleicht ergibt sich die erhoffte Auflösung um eine geheimnisvolle Figur noch in den Folgebänden, aber auch Krakens Pfade hätten für mich gern noch etwas Raum in der Handlung einnehmen dürfen. Insgesamt hat mich dieses Lesevergnügen dennoch gefesselt und begeistert, so dass ich es unbedingt weiter empfehle und mich schon sehr auf die Fortsetzung freue.

Fazit: Dieses Buch macht einfach glücklich, die gemütliche Atmosphäre und einige wirklich liebenswerte Figuren haben mir wunderbare Lesestunden beschert, für den zauberhaften Reihenauftakt spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.