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Veröffentlicht am 29.05.2026

Fesselnder Reihenauftakt in der geschichtsträchtigen Goldenen Stadt

The Prague Chronicles
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Voller Begeisterung streift die Touristin Ophelia durch das Prager Schloss, ihr mangelnder Orientierungssinn führt sie schließlich in einen versteckten Hof und sie steht einem leblosen Golem gegenüber. ...

Voller Begeisterung streift die Touristin Ophelia durch das Prager Schloss, ihr mangelnder Orientierungssinn führt sie schließlich in einen versteckten Hof und sie steht einem leblosen Golem gegenüber. Natürlich hat sie bereits von diesen Wesen gehört, die Geschichten bisher jedoch ins Reich der Fantasie verbannt. Daher hält sie es für einen Spaß, dem Golem einen Zettel mit ihrem Wunsch in den Mund zu stecken - vor da an überschlagen sich die Ereignisse. Der Golem erwacht und wütet durch die Stadt, Ophelia wird von einer geheimen Organisation festgenommen, denn nur sie kann das magische Wesen wieder bändigen. Der abweisende Formwandler Einar soll sie auf der Suche nach dem Golem schützen, doch nach und nach bröckelt dabei der Eispanzer um sein Herz.

"The Prague Chronicles - Verbotene Liebe" von B. E. Pfeiffer ist der fantasievoll geschriebene Auftaktband einer Reihe, die im geschichtsträchtigen Prag spielt. Ohne großes Vorgeplänkel stand ich an Ophelias Seite im Prager Schloss und habe mit erlebt, wie sie versehentlich den Golem erweckt. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass mir eine längere Vorstellung ihrer Persönlichkeit gefehlt hätte, bereits in diesem ersten Kapitel ist mir die Protagonistin direkt ans Herz gewachsen. Auch den grummeligen Einar und sein Team mochte ich sehr schnell, die Autorin versteht es meisterlich, ihre Figuren mit wenigen Sätzen zum Leben zu erwecken, ich habe sie alle authentisch und umfassend charakterisiert empfunden.

Der Schreibstil hat mich gefesselt und die Spannung zog sich ununterbrochen durch die gesamte Geschichte. Vom Hintergrund und der Agentur der Formwandler hatte ich ein deutliches Bild vor Augen, so dass die Handlung beinahe wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablaufen konnte. Lediglich die Informationen über die Gegenspieler waren äußerst knapp gehalten, sicher müssen Geheimnisse für die nächsten Bücher offen bleiben, aber eine winzige Erklärung hätte ich mir hier schon gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich mich insgesamt prächtig unterhalten gefühlt, der Epilog bietet einen kleinen Teaser auf den Folgeband, der meine Neugier geweckt hat. Für den fantasievollen Auftaktband spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Der Reihenauftakt hat mich gefesselt und begeistert, ich mochte die Protagonisten und freue mich schon auf den nächsten Roman aus diesem Universum.

Veröffentlicht am 27.05.2026

Selbstbetrachtung einer Narzisstin

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian glaubt, die perfekte Frau für Henry zu sein - nun ist es ihrer Meinung nach an der Zeit, ihre Beziehung, die bisher hauptsächlich aus kurzen erotischen Begegnungen bestand, auf ein neues Level ...

Lillian glaubt, die perfekte Frau für Henry zu sein - nun ist es ihrer Meinung nach an der Zeit, ihre Beziehung, die bisher hauptsächlich aus kurzen erotischen Begegnungen bestand, auf ein neues Level zu heben. Als Henry urplötzlich mit ihr Schluss macht, bricht ihre Fantasiewelt zusammen, traurig, wütend und betrunken führt sie einen bei Youtube entdeckten Schadenszauber durch. Am nächsten Morgen erfährt sie geschockt, dass Henry in dieser Nacht ermordet wurde, zu den trauernden Hinterbliebenen zählen nicht nur seine Eltern und Schwester, sondern auch die Freundin, mit der er bereits seit dem College eine feste Beziehung führt. Und als ob das nicht genug wäre, wird Lillian auch noch von der Polizei verhört, da sie dringend tatverdächtig ist - jetzt ist guter Rat teuer und sie muss all ihren Einfallsreichtum aufbringen, um diesen schrecklichen Verdacht von sich weg zu lenken.

"Ein unheimlich guter Mensch" von Kirsten King ist eine wirklich skurrile Geschichte, deren versprochener Humor mich allerdings nicht so ganz erreichen konnte. Bereits der Titel lässt auf ein gutes Maß an Ironie hoffen, doch obwohl mich der Roman durchaus gefesselt hat, bin ich emotional völlig außen vor geblieben. Nicht dass ein gutes Buch unbedingt einen sympathischen Protagonisten benötigen würde - und Lillian ist in dieser Hinsicht wirklich unterirdisch - aber ich bin selten einer Figur, die im Mittelpunkt der Erzählung steht, derartig unbeteiligt begegnet, sie wirkte auf mich so weit entfernt, wie ein Objekt, das man staunend unter dem Mikroskop betrachtet.

Gestaunt habe ich tatsächlich immer wieder, über Lillians Einschätzung ihrer eigenen Persönlichkeit und die Selbstverständlichkeit, mit der sie andere Menschen herabsetzt, ausnutzt und dennoch überzeugt davon ist, das Beste zu sein, was jenen passieren konnte. Während der gesamten Lesezeit habe ich erwartet, dass das Kartenhaus ihrer Weltanschauung wenigstens einmal wackelt, wenn schon nicht in sich zusammen fällt, leider vergeblich. Neben dem problematischen Umgang mit Alkohol hat mich wohl am meisten gestört, dass Lillian sich bis zum Schluss selbst in die Tasche lügt, ein kleiner Moment der Einsicht hätte dem Leseerlebnis für mich eine ganz neue Bedeutung verliehen.

Fazit: Trotz des fesselnden Schreibstils habe ich mich emotional nicht in die Geschichte hinein finden können, die beworbene humorvolle Ironie habe ich nicht gefühlt. So bleibt dieses Buch ein Leseerlebnis, das mich leicht erstaunt, allerdings nicht wirklich überzeugt hat.

Veröffentlicht am 22.05.2026

Zweiter Teil der Bloodwing-Reihe - ich hatte beim Lesen recht gemischte Gefühle

The Bond that Burns (Bloodwing Academy 2)
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Auch das zweite Jahr an der Bloodwing-Academy verlangt Medra alles ab. Nachdem Blake sie verraten hat, sind sie nun aneinander gebunden, ohne ihr Blut könnte er nicht überleben. Der Drache Nyxaris, den ...

Auch das zweite Jahr an der Bloodwing-Academy verlangt Medra alles ab. Nachdem Blake sie verraten hat, sind sie nun aneinander gebunden, ohne ihr Blut könnte er nicht überleben. Der Drache Nyxaris, den sie versehentlich erweckt hatte, verhält sich abweisend, nachdem seine Macht einst im Krieg von den HIghbloods missbraucht wurde, hat er nicht vor, sich jemals wieder an einen Reiter zu binden. Allerdings verlangen die herrschenden Vampirclans genau das von Medra, denn nur wenn er gebunden ist, können sie die Kräfte des Drachen für ihre Zwecke nutzen - die Reiterin ist dabei nur eine mehr oder minder entbehrbare Spielfigur auf dem Schachbrett der mächtigen Highbloods.

"The Bond that Burns" von Briar Boleyn ist der zweite Band der Bloodwing-Academy-Reihe, der mich genau so gefesselt hat, wie der Auftakt, allerdings leider auch ganz ähnliche Schwächen aufweist. Wer neu in die Serie einsteigen möchte, sollte die Bücher in chronologischer Abfolge lesen, da die Ereignisse fortlaufend erzählt werden. Medra war mir nach wie vor sympathisch, Blake hingegen fand ich noch schlimmer als im ersten Band. Denn dort konnte ich ihm noch zugute halten, dass er (genau wie sie) gegen seinen Willen in die Verlobung hinein befohlen wurde und ihm seit Kindertagen anerzogen war, auf die Menschen herab zu sehen. Doch zwischenzeitlich hatte er sich selbst seine tiefen Gefühle für die Drachenreiterin eingestanden - was ihn trotzdem nicht davon abgehalten hatte, ohne ihr Einverständnis (und natürlich nur zu ihrem eigenen Schutz....) die lebenslange Blutbindung zu vollenden.

Wer glaubt, Mr. Arrogant Drakharrow hätte die Sommerferien eventuell genutzt, darüber nachzudenken, ob Medra vielleicht ganz zu recht wütend auf ihn ist, der täuscht sich gewaltig. Nein im Gegenteil, er ist irgendwie zu der Einschätzung gekommen, dass er sie nur noch etwas mehr unterdrücken muss, ehe sie sich wie ein braver Filzpantoffel unter seinen Füßen zusammen rollt - diese toxische Einstellung hat mich beim Lesen echt wütend gemacht. Seinen Charakter habe ich sehr widersprüchlich empfunden, vermutlich wollte die Autorin mit diesem Gebaren einen Protagonisten erschaffen, bei dem sich das Gute unter einer rauen Schale versteckt - gelungen ist ihr das in meinen Augen nicht wirklich, ich empfinde diesen Vampir beinahe schizophren in seinen wechselhaften Ansichten.

Trotz aller Kritik hat mich der Schreibstil und die Geschichte außerhalb dieser wirren Love/Hate-Beziehung gut unterhalten, für meinen Geschmack hätte der Drache und Medras Suche nach Informationen über ihn und seine Spezies allerdings gern etwas mehr Raum einnehmen dürfen. Dadurch war auch die Verteilung der Spannung für mich nicht ganz ausgewogen, der Alltag an der Akademie plätscherte etwas vor sich hin, zum Schluss überschlugen sich die Ereignisse dann beinahe. Das Ende - das meiner Meinung nach wirklich abrupt, gefühlt mitten im Satz, kam - hat mich auf jeden Fall neugierig genug zurück gelassen, dass ich wohl auch die Fortsetzung lesen möchte.

Fazit: Obwohl ich nun beim zweiten Band schon etwas mehr in die Welt der Highbloods eingetaucht war und Medra sehr mochte, hat sich die Geschichte für mich immer noch unrund angefühlt - eine große Rolle spielte dabei Blake und sein toxisches Verhalten. Dennoch hat mich das Buch gefesselt und auch Neugier auf den Folgeband geweckt.

Veröffentlicht am 19.05.2026

Dystopische Geschichte, die immer noch erschreckend aktuell ist

1984
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Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit, seine Aufgabe ist es, die archivierten Ausgaben der Tageszeitung passend zur aktuellen politischen Lage zu überarbeiten. Obwohl er ein unbescholtenes ...

Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit, seine Aufgabe ist es, die archivierten Ausgaben der Tageszeitung passend zur aktuellen politischen Lage zu überarbeiten. Obwohl er ein unbescholtenes Parteimitglied ist, kann er seine Gedanken nicht daran hindern, ab und an die unumstößlichen Doktrinen anzuzweifeln - was er niemals nach außen zeigen darf, denn jeder Mensch wird überwacht und bei Fehlverhalten hart bestraft. Selbst zwischenmenschliche Beziehungen werden unterbunden, da sie das freie Denken fördern würden. Als eine junge Frau Kontakt zu Winston sucht. lässt er sich dennoch auf eine Affäre mit Julia ein, was ihn noch mehr dazu bringt, die Welt in der er lebt zu hinterfragen.

"1984" von George Orwell ist ein dystopischer Roman, der so bedrückend aktuell ist, ich kann es kaum fassen, dass der Autor dieses Buch bereits 1949 veröffentlicht hat. Nicht nur die absolute Überwachung durch technische Geräte in jedem privaten Haushalt, auch die Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung durch gefälschte Nachrichten ist heutzutage immer noch brandaktuell. Auch den Weitblick, mit dem Orwell das sozialistische Staatssystem beschrieb, finde ich bewundernswert. Als ehemaliges DDR-Kind erinnere ich mich gut an eine Gesellschaftsform, die erschreckende Parallelen zu den Machtstrukturen und Propagandamitteln im Buch aufwies.

Den Schreibstil habe ich als flüssig und eingängig empfunden, Winston ist in meinen Augen zwar kein typischer Sympathieträger, dennoch war ich emotional immer an seiner Seite. Sein Empfinden der Unabänderlichkeit des totalitären Systems in dem er lebt trägt dazu bei, die düstere Stimmung der Geschichte zu unterstreichen, selbst in der Beziehung zu Julia und der inneren Erkenntnis, dass er sie liebt, hatte ich den Eindruck, dass er seine Gefühle sorgsam bedeckt hält. Diese emotionale Gleichförmigkeit und die teilweise etwas sperrigen politischen Gedankengänge machen das Buch nicht unbedingt zur leichten Kost, dennoch möchte ich es allen Lesenden dringend ans Herz legen.

Fazit: Mit erstaunlicher Weitsicht beschreibt Orwell politische Machtstrukturen und totalitäre Überwachung, die auch acht Jahrzehnte nach der Veröffentlichung dieses Romans noch erschreckend aktuell sind. Diese tiefgründige Lektüre regt zum Nachdenken an, weshalb ich dafür eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Epischer Abschluss der monumentalen Vampir-Trilogie

Das Reich der Dämmerung
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Noch immer befindet sich Gabriel de Leon gefangen im Turm der Vampirherrscherin Margot Chastain und erzählt deren Chronisten Jean-François seine Geschichte. Nachdem er mit ansehen musste, wie einer der ...

Noch immer befindet sich Gabriel de Leon gefangen im Turm der Vampirherrscherin Margot Chastain und erzählt deren Chronisten Jean-François seine Geschichte. Nachdem er mit ansehen musste, wie einer der ewigen Fürsten den heiligen Gral tötete, treibt ihn lediglich das Verlangen nach Rache noch voran. Längst hat der Sangiré, der unheilige Blutdurst, der alle Bleichblüter irgendwann befällt, seine Klauen tief in Gabriels Geist geschlagen, doch bevor die Bestie in seinem Inneren die Oberhand gewinnt, will er Fabien Voss zur Strecke bringen, der einst seine Familie ermordete.

Dior ist allerdings noch am Leben und reist mit einer Truppe ehemaliger Höriger in die Hauptstadt Augustin, um die Prophezeiung zu erfüllen, dass sie auf dem fünffachen Thron sitzen muss, um den Tagestod zu beenden. Unterstützt wird sie dabei von Gabriels Schwester Celene und einer altvorderen Vampirin und so nähern sie sich einer Schlacht, die nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern das ihrer gesamten Welt verändern könnte. Doch weder Gabriel noch Dior ahnen, wem sie dabei wirklich vertrauen können.

"Das Reich der Dämmerung" von Jay Kristoff ist der Abschluss einer monumentalen Vampir-Trilogie, in meinen Augen ein wirklich episches Werk, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat. Da die Handlung durch alle drei Bände hindurch fortlaufend erzählt wird, sollte man zunächst die beiden Vorgänger gelesen haben, wenn das bereits eine Weile zurück liegt, hilft den Lesenden zu Beginn ein umfangreiches Dramatis Personae, wieder in Gabriels düstere Welt zurück zu finden. Das mittelalterlich geprägte Ambiente und die derbe Umgangssprache haben die schmutzige, erbarmungslose Realität, in der sich der letzte Silberwächter bewegt, authentisch und dreidimensional dargestellt, ich war emotional immer tief in der Geschichte versunken.

Gabriel und seine Freunde waren mir bereits in den ersten beiden Büchern ans Herz gewachsen, obwohl keiner von ihnen das Klischee eines strahlenden Helden erfüllt. Der Protagonist ist desillusioniert und durch den Verlust seiner geliebten Familie innerlich gebrochen, in seinem Geist tobt ein Monster, das seinem halbvampirischen Erbe entspringt - und dennoch habe ich ihn geliebt, mit ihm gelitten und gebangt und auf einen erfolgreichen Verlauf seines ganz persönlichen Feldzugs gehofft. Zwischenzeitlich mochte ich den E-Reader kaum aus der Hand legen und war trotz der umfangreichen Seitenzahl gefühlt viel zu schnell am Ende angekommen.

Gabriels Bericht wurde durch die Erzählungen seiner Schwester Celene ergänzt, die ebenfalls in Margot Chastains Schloss gefangen ist, die beiden Handlungsstränge wurden durch den Chronisten Jean-François festgehalten und mit der einen oder anderen auflockernden Anmerkung versehen. So hatte ich ein umfassendes Bild des Geschehens vor Augen und habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Ganzseitige Illustrationen in dunkel gehaltenem Stil halfen mir zusätzlich, eine deutliche Vorstellung der Hauptfiguren zu erhalten, meiner Meinung nach hat sich die optische Gestaltung mit dem mitreißenden Schreibstil zu einem einzigartigem Lesevergnügen vereint, das ich begeistert weiter empfehle.

Fazit: Für mich stellte dieser Finalband den krönenden Abschluss der epischen Vampir-Trilogie dar, für alle drei Bücher spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus.