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Veröffentlicht am 09.01.2024

Keine normale Familie

22 Bahnen
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Klappentext: Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern – und an schlechten Tagen auch um die Mutter. Zu dritt wohnen sie ...

Klappentext: Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern – und an schlechten Tagen auch um die Mutter. Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.
›22 Bahnen‹ ist eine raue und gleichzeitig zärtliche Geschichte über die Verheerungen des Familienlebens und darüber, wie das Glück zu finden ist zwischen Verantwortung und Freiheit.

Meine Meinung:

Man wird beinah sofort in den Alltag der Geschwister, Tilda und Ina, sowie ihrer alkoholkranken Mutter hineingeworfen. Tilda leistet großartiges, um für ihre Schwester ein einigermaßen gefestigtes Leben zu ermöglichen. Die Geschichte ist einerseits realitätsnah und sehr berührend, andererseits lässt sie viele Fragen offen. Zum Beispiel, wo ist das Jugendamt, welches sich um diese Familie kümmert? Obwohl so etwas auch in der Realität wahrscheinlich öfter vorkommt, als man vermutet, hat mich das sehr schockiert.
Die beiden Geschwister habe ich sofort in mein Herz geschlossen ,das Verhalten der Mutter hat mich einerseits schockiert,andererseits hätte sie dringend Hilfe benötigt,die sie immer wieder abgelehnt hat.Der Zwiespalt von Tilda, sich einerseits für die kleine Schwester verantwortlich zu fühlen und andererseits ein eigenes Leben aufbauen zu wollen, war in der Darstellung sehr gut dargestellt.
Was mich gestört hat war ,dass jeder wörtlichen Rede und davon gab es unglaublich viele, der jeweilige Name vorangestellt war. Vielleicht wäre das beim Lesen nicht so beeinträchtigend gewesen, beim Hörbuch störte es mich sehr.Am Schluss, dieser sehr beeindruckenden Geschichte blieben (für meinen Geschmack) zu viele Fragen offen, daher muss ich leider bei der Bewertung einen Stern abziehen und vergebe somit vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Gefährliches Fest

Schneekind
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Klappentext:

Anne ist Hebamme an der Berliner Charité. Sie leidet an einer seltenen Angststörung, von der sie regelmäßig in der Nacht des 24. Dezembers heimgesucht wird. Erst die Begegnung mit dem attraktiven ...

Klappentext:

Anne ist Hebamme an der Berliner Charité. Sie leidet an einer seltenen Angststörung, von der sie regelmäßig in der Nacht des 24. Dezembers heimgesucht wird. Erst die Begegnung mit dem attraktiven Chirurgen Alexander Marquard gibt ihr die Kraft, dagegen anzugehen: Die frisch Verlobten beschließen, dieses Jahr ein großes Weihnachtsfest im Kreis der Familie zu feiern. Der Landsitz der Marquards in Süddeutschland bietet dafür die ideale Kulisse. Es soll eine Reise zum Ursprung ihrer Angst werden, „um sie zu überwinden“, wie Annes Psychotherapeut Dr. Samuel Frey hofft.Doch ein Mord lässt Annes Ängste wahr werden. Ein Alptraum beginnt,bei dem am Ende nichts mehr ist, wie es zu sein scheint.

Meine Meinung:

Es ist kaum zu glauben, wie viel Spannung man in ein kleines Buch hinein packen kann. Schon kurz nach dem Beginn passiert der erste Mord, den weitere Folgen werden. Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Anne erzählt und zwar in einer Weise, die einem manchmal den Atem stocken lässt. Obwohl man die Lösung schon relativ schnell kennt, tut dies der Spannung überhaupt keinen Abbruch. Ich habe das Buch in kurzer Zeit Gelesen und wurde sehr gut unterhalten

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Szenen einer Ehe

Der Jahrestag
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Klappentext:

Die Schriftstellerin J.B. Blackwood ist angekommen im literarischen Olymp – ihr neuester Roman wird noch vor Veröffentlichung mit einem großen internationalen Preis ausgezeichnet. Aber ausgerechnet ...

Klappentext:

Die Schriftstellerin J.B. Blackwood ist angekommen im literarischen Olymp – ihr neuester Roman wird noch vor Veröffentlichung mit einem großen internationalen Preis ausgezeichnet. Aber ausgerechnet mit ihrem Mann Patrick kann sie ihr Glück über den Erfolg nicht teilen. Patrick nämlich, Kultregisseur und Professor, sieht seinen Stern am kulturellen Himmel sinken, ist desillusioniert und ausgebrannt. Deshalb überredet J.B. ihn, anlässlich des gemeinsamen Hochzeitstags eine Kreuzfahrt nach Japan anzutreten. Und tatsächlich, der Ausbruch aus dem Alltag scheint genau das richtige Rezept zu sein: Auf hoher See lebt die Beziehung wieder auf, ist intensiv und leidenschaftlich wie damals, als J.B. noch Patricks naive junge Studentin war, die jeweiligen Rollen so klar verteilt. Doch dann kommt eines Abends ein Sturm auf und Patrick geht über Bord, verschwindet in den Wellen. Was danach beginnt, ist eine schmerzliche Suche nach Wahrheit oder dem, was wir Wahrheit nennen.

Wie verlässlich sind Erinnerungen? Wie berechtigt ist die Verwandlung von Autobiografie in Literatur? Und wie sehr durchdringt patriarchale Macht nach wie vor jeden Lebensbereich? Mit psychologischem Feingefühl und sprachlicher Finesse erzählt Stephanie Bishop in ihrem genre-übergreifenden Roman ›Der Jahrestag‹ die Geschichte einer Frau, die sich schwierigen Fragen stellen muss – und ihre Worte mit größtem Bedacht wählt.

Meine Meinung:

Die Geschichte ist von Beginn an spannend,ohne langes Vorgeplänkel. sie wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was sehr konzentriertes Lesen erfordert.Eheprobleme,Altlasten ,Identitätskrise ,das sind die Zutaten,welche das Buch beherrschen. Nach und nach kommt man den Gründen für Patricks Tod auf die Spur.Mich hat das Buch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Ein richtiges Kleinod

Menschen, die wir noch nicht kennen
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Klappentext:

Frisch getrennt und ziemlich durch den Wind kommt Libby Nicholls nach London, um bei ihrer Schwester Unterschlupf zu suchen. Der erste Mensch, den sie im Bus auf dem Weg dorthin trifft, ist ...

Klappentext:

Frisch getrennt und ziemlich durch den Wind kommt Libby Nicholls nach London, um bei ihrer Schwester Unterschlupf zu suchen. Der erste Mensch, den sie im Bus auf dem Weg dorthin trifft, ist Frank, ein älterer Herr. Ehe sie sichs versieht, erzählt er ihr seine Lebensgeschichte – und von einer Frau, die er vor Jahrzehnten im Bus derselben Linie kennengelernt hat: eine Frau, die ihn mit ihrem Mut, zu sich selbst zu stehen, beeindruckt hat, eine Frau, die er nie wiedersah. In den letzten sechzig Jahren ist er immer wieder mit dem Bus durch die Stadt gefahren, nur um sie zu finden.
Libby macht es sich gemeinsam mit Dylan, Franks Pfleger, zur Aufgabe, ihm zu helfen. Doch mit Franks fortschreitender Demenz schwinden die Chancen, die Unbekannte aufzuspüren. Mehr als alles andere möchte Libby, dass Frank diese Frau, die ihn für immer verändert hat, noch einmal sieht. Aber ihre Suche zeigt Libby auch, wie wichtig es ist, ihre eigene Chance auf das Glück zu ergreifen – bevor es zu spät ist. Langsam beginnt sie, wieder Menschen in ihr Leben zu lassen, und stellt dabei fest, dass nicht immer der geradeste Weg der interessanteste ist.

Meine Meinung:

Schon von den ersten Minuten an ,hat mich dieses Buch gefangengenommen.Der tolle Schreibstil wurde von der sehr guten Sprecherin hervorragend eingefangen.

Jede einzelne Person wurde mit allen Pluspunkten und Schwächen präsentiert und zwar so,dass mein Kopfkino auf Hochtouren lief.

Libby,Frank und Dylan waren natürlich die Hauptcharaktere,aber auch den begleitenden Personen wurde ein wichtiger Platz in der Geschichte eingeräumt.Sie deckte viele Themen ab,denen wir in unserem täglichen Leben begegnen,die Personen waren ganz realitätsnah beschrieben.

Es ist eindeutig eine Geschichte,die noch länger nachhallen wird.Von mir fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Abschied von liebgewordenen Protagonisten

Die Uhrmacherin – Tage voller Geheimnisse
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Sarah ,angehende Uhrmacherin,sowie ihr Kollege Fabrice, bekommen die Chance ein Praktikum bei dem angesehenen Uhrmachermeister Wernli zu absolvieren und greifen gerne zu. Für Sarah ist es außerdem die ...

Sarah ,angehende Uhrmacherin,sowie ihr Kollege Fabrice, bekommen die Chance ein Praktikum bei dem angesehenen Uhrmachermeister Wernli zu absolvieren und greifen gerne zu. Für Sarah ist es außerdem die Gelegenheit, ihre Familie wiederzusehen.Gedanklich beschäftigt sie immer noch der Tod ihres Verlobten Hannes, der noch nicht aufgeklärt ist.

Bald nach ihrer Ankunft geschieht ein Mord, eine junge Nonne wird tot in der Kirche aufgefunden.Als kurz darauf der junge Pfarrer der Gemeinde, das gleiche Schicksal erleidet, werden die Morde den Katholikenhassern zugeschrieben.Sarahs Freund,Korporal Ringgenberg soll die örtliche Polizei bei den Ermittlungen unterstützen.

Obwohl sich schon länger andeutet ,dass Sarah und Gideon mehr als Freundschaft füreinander empfinden,fällt es beiden schwer ,das einzugestehen und so erwarten die Leser*innen interessante Entwicklungen.

Meine Meinung:

Es ist für mich das dritte Buch der Reihe und es war wie ein Wiedersehen mit alten Freunden.Mir gefiel es gut,dass man in diesem Teil mehr Details rund um das sehr interessante Uhrmacherhandwerk erfuhr,die Ermittlungen in den Mordfällen ,aber stets im Fokus blieben.Natürlich läßt sich Sarah nicht nehmen ,ihren Freund bei seiner Arbeit zu unterstützen und hat dabei sehr gute Ideen,die sie allerdings manchmal in Gefahr bringen.Nach und nach wird ihre Arbeit von Erfolg gekrönt und auch der Mord an Hannes aufgeklärt,was für Sarah eine große Beruhigung bedeutet.

Das Ende fand ich gelungen,der Abschied von der Reihe macht mich allerdings etwas traurig.Von mir vier Sterne und eine Lesempfehlung.

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