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Veröffentlicht am 29.04.2018

Chaotische erste Mondstadt

Artemis
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"Artemis" von Andy Weir erzählt die Geschichte von Jazz Bashara, die mit 6 Jahre nach Artemis, in die erste und einzige Stadt auf dem Mond gekommen ist und seitdem dort lebt. Sie ist als eine der wenigen ...

"Artemis" von Andy Weir erzählt die Geschichte von Jazz Bashara, die mit 6 Jahre nach Artemis, in die erste und einzige Stadt auf dem Mond gekommen ist und seitdem dort lebt. Sie ist als eine der wenigen hier aufgewachsen und darf sich zu den wenigen dauerhaften Bewohnern der Stadt zählen, in der Stadt in die jedes Jahr riesige Mengen an Touristen kommen. Das Leben in Artemis ist nicht ganz leicht für Jazz. Sie ist hochintelligent, wahrscheinlich ein Genie, und doch oder gerade deswegen war die Schule nichts für sie. Auch danach wollte sie keinen richtigen Beruf erlernen. Sie arbeitet als Trägerin im Hafen und ist nebenbei Schmugglerin und Kleinkriminelle. Durch ihre Verbindung zur Erde (ein E-Mail-Brieffreund, der im Hauptraumfahrthafen für Flüge nach Artemis arbeitet) schafft sie es, verbotene Sachen, wie Zigarren o.ä.in die Stadt zu schmuggeln und kann sie teuer verkaufen.
Ihr großes Ziel ist es, reich zu werden. Sie will eine ganz bestimmte Summe erreichen, man erfährt erst ganz am Ende warum. Deswegen lässt sie sich auf einen sehr gefährlichen und waghalsigen Auftrag ein, für den sie 1.000.000 MOTE (Mondwährung) bekommen soll. Dadurch wird sie immer tiefer in riesige, milliardenschwere Geschäfte und Ränkespiele gezogen und gerät ins Visier eines Killers.
Mehr möchte ich natürlich noch nicht verraten - lest bzw. hört selbst! Es wird spannend und überraschend mit actionreichem Finale.

Die Haupt-Sprecherin macht ihre Sache gut. Ich habe sie direkt mit der Figur von Jazz vor meinem inneren Auge verbunden. Sie passt sehr gut.
Das Hörbuch hat mich dadurch überrascht, dass es beinahe 200 Kapitel hat, jedes nur ein paar Minuten lang. Beim Anhören bemerkt man das nicht so sehr, die Übergänge sind zum Glück ohne Ruckeln, aber so kann man beinahe jederzeit stoppen und am richtigen Punkt wieder beginnen, das ist wirklich praktisch.

Mein größter Kritikpunkt ist insgesamt die Sprache in der das Ganze geschrieben ist. Zwar erfahren wir die Welt bzw. den Mond direkt aus Jazz' Ich-Perspektive, doch derartig vulgär hätte der Text meiner Meinung nach nicht immer sein müssen.

Die Geschichte ist sehr spannend, die Figuren und Charaktere detailliert und einprägsam beschrieben, die Mondstadt und die Umstände, die zu ihrer Entstehung geführt haben, durchaus zum Teil realistisch, die Figuren größtenteils sympathisch (ja, sogar Jazz ist mir ein wenig ans Herz gewachsen) und auch die Umsetzung als Hörbuch ist gelungen. Aber insgesamt bekommt das Ganze von mir nur vier Sterne, weil ich eben die Sprachwahl an vielen Stellen nicht ganz passend fand.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Gute Anleitung für Lehrer und Erzieher

Der kleine Philosoph
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"Der kleine Philosoph" von Frédéric Lenoir ist ein gutes Anleitungsbuch, wie man Kindergruppen dazu bringen kann, neue Arten des Denkens zu erfahren, sich auf sich selbst und auf die eigenen Gedanken und ...

"Der kleine Philosoph" von Frédéric Lenoir ist ein gutes Anleitungsbuch, wie man Kindergruppen dazu bringen kann, neue Arten des Denkens zu erfahren, sich auf sich selbst und auf die eigenen Gedanken und Gefühle einzulassen und offen für die Meinung anderer zu sein.

Lenoir baut sein Sachbuch logisch und gut strukturiert auf. Am Anfang führt er in seine "Praxis der Achtsamkeit" (sein Ausdruck für Meditation) und in die "Praxis des Philosophierens" ein. Danach gibt er Richtlinien und Empfehlungen für solche Achtsamkeits- und Philosophie-Runden mit Kindern, wie zum Beispiel, dass man den Kindern die Gesprächsregeln näher bringen soll und mit gezielten Fragen oder Texten als Einstieg beginnen soll. Als dritter Teil folgen konkrete Beispiele aus Philosophierunden zu wichtigen, grundlegenden Fragen, wie "Was ist Glück?" oder "Was sind Emotionen?". Anschließend folgt noch ein grober Überblick, quasi ein Grundwissen für die 20 wichtigsten Philosophischen Grundgrößen, wie Glück, Liebe, Tod, usw. In einem Fazit am Ende fasst Lenoir noch einmal zusammen, welche Vorteile den Kindern und Erziehern das Philosophieren bringt.

Insgesamt finde ich, dass das Buch gut und verständlich geschrieben ist. Man wird oft, schon im Beispielteil durch die Antworten der Kinder, aber auch im "Theorieteil" zu den Philosophischen Grundfragen, angeregt, sich eigene Gedanken dazu zu machen und sich näher mit den Themen zu befassen. Bei den Informationen zu den einzelnen Philosophischen Grundfragen bekommt man immer auch noch literarische Texte, die sich besonders damit auseinandersetzen und weiterführende Literatur genannt.

In der Buchverlosung wurde das Buch eher als etwas, das man als Eltern zusammen mit einem Kind lesen kann, angekündigt. Ich finde, dafür ist das Buch überhaupt nicht geeignet. Es wird im Text oft betont, wie wichtig es auch ist, dass die Kinder lernen, in der Gruppe zu diskutieren, anderen zuzuhören und andere als die eigene Meinung gelten zu lassen, vielleicht, sich sogar umstimmen zu lassen. Das ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Philosophiepraxis. Außerdem halte ich die Texte, besonders in den Theorieabschnitten für Kinder schlichtweg für zu kompliziert. Das ganze zielt ja darauf ab, dass man das Buch liest und daraus das Wissen zieht, das man braucht um den Kindern das Philosophieren beizubringen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass bei dem Buch, das ja eine Übersetzung aus dem Französischen ist, oft besonders auf das Deutsche eingegangen wurde. Z.B. wird beim Theorieteil die Wortherkunft der deutschen und nicht der französischen Begriffe erklärt.

Warum gebe ich dann nur vier Sterne? Insgesamt hat mich das Konzept zwar überzeugt, aber die Umsetzung nicht ganz. Ich habe vielleicht als ehemalige Lateinerin und Theologiestudentin eine andere Bezieheung zur Philosophie und vielleicht auch ein anderes Grundwissen, trotzdem finde ich, auch für die Allgemeinheit, die Grundfragen der Philosophie manchmal etwas knapp erklärt. Da fehlt noch einiges und man kann auch im Gespräch mit Kindern oft an Grenzen stoßen, wo man noch tiefer gehen und sich mehr einlesen muss. Außerdem kamen mir Lenoirs Philosophiestunden ein wenig so vor, als habe er für jede Einleitungsfrage eine ultimative Lösung auf die er jede Kindergruppe trimmen will. Er macht es nicht zu offensichtlich, aber es fällt doch auf, dass die Gruppen beim gleichen Thema immer zum gleichen Ergebnis kommen und am Ende alle einer Meinung sind. Das ist eigentlich nicht das Wesen einer Diskussion, aber im Unterricht natürlich praktisch. Trotzdem finde ich nicht, dass man die Kinder am Ende alle auf eine Meinung bringen sollte. Es soll ruhig jeder bei seiner Meinung bleiben dürfen, auch wenn er sie vielleicht nur durch ein Gefühl begründen kann.

Insgesamt aber ein gutes Buch, das Lust macht auf Philosophie und auf ein tieferes Nachdenken.

Veröffentlicht am 23.04.2018

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“

Ellas Welt - Das verflixte neue Schuljahr
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„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und ...

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und das neue Schuljahr beginnt schon furchtbar: Sie stürmt als eine der ersten in das neue Klassenzimmer um für sich und ihre beste Freundin Zoe Plätze nebeneinander freizuhalten. Doch Zoe kommt nicht! Und zu allem Übel kommt dann auch noch Ellas Erzfeindin Penny herein, die eigentlich nicht mehr in ihrer Klasse sein sollte, und muss sich auf den letzten freien Platz setzen: direkt neben Ella. Den ganzen Tag müssen sich die Feindinnen gegenseitig aushalten und Penny macht alles, um Ella vor der neuen Lehrerin schlecht dastehen zu lassen. Am nächsten Tag ist Zoe zum Glück wieder da und sie können ihre Lehrerin davon überzeugen, dass sie nebeneinander sitzen dürfen und Penny einen neuen Platz bekommt. So geht die Handlung die ganze Zeit weiter, seichte Streitereien und Geplänkel zwischen Penny und ihrem Gefolge und Ella und Zoe häufen sich. Alle Probleme sind schnell und zum Teil durch Erwachsenenhand wieder gelöst. Wir erfahren alles direkt, denn wir, bzw. das Buch, das wir in Händen halten, sind Ellas Tagebuch.

Insgesamt ist die Handlung also eigentlich nur auf klassischen Hänseleien und Kabbeleien zwischen der einen Mädchengruppe und einer anderen ausgelegt. Wir erfahren auch, warum sich die Mädchen ursprünglich gestritten haben (vor einem Jahr waren sie noch beste Freundinnen) und warum sie nun Erzfeindinnen sind. Am Ende überrascht die Handlung dann doch noch mit Tiefgang, indem Ella der verhassten Penny die Meinung sagt und so einen Mutprobenwettbewerb abbricht, der zu immer größeren Gemeinheiten und auf Dauer wahrscheinlich auch zu gefährlichen Manövern geführt hätte. Sie zeigt Zivilcourage und verteidigt ein Mädchen, das ein bisschen anders ist (nicht ernsthaft anders, sie redet nur mit ihren Kuscheltieren). Eine solch ernste Handlung hätte ich nicht vermutet und war am Ende positiv überrascht.

Die künstlerische Gestaltung des Buches hat mir aber sehr gefallen: Das ganze Buch wirkt so, als wäre es tatsächlich Ellas handgeschriebenes Tagebuch, in Schnörkelschrift, inklusive durchgestrichenen anderen Formulierungen und lustigen, zum Teil wunderbar krakeligen Illustrationen.

Obwohl das Kinder- bzw. Mädchenbuch (denn das ist es ohne Zweifel) gestalterisch ausgezeichnet ist, fand ich es insgesamt (besonders für eine Zielgruppe von schon fortgeschrittenen Lesern, 4. Klasse), doch etwas kurz und vom Inhalt her ziemlich simpel gestrickt. Handlung 3 Sterne, Gestaltung 5 Sterne – sind insgesamt leider nur 4 Sterne von mir. Trotzdem macht das Lesen Spaß und bestimmt Lust auf eigenes Tagebuchschreiben.

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

Veröffentlicht am 23.04.2018

„Der zauberhafte Eisladen“ und "Ellas Welt - Das verflixte neue Schuljahr"

Der zauberhafte Eisladen
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„Der zauberhafte Eisladen“ von Heike Eva Schmidt ist ein liebevoll gestaltetes, fantasievolles Kinderbuch. Elli zieht mit ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Tom, ihrem jüngeren Bruder Lenny und den Wohnungs- ...

„Der zauberhafte Eisladen“ von Heike Eva Schmidt ist ein liebevoll gestaltetes, fantasievolles Kinderbuch. Elli zieht mit ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Tom, ihrem jüngeren Bruder Lenny und den Wohnungs- bzw. Dachterrassenhühnern Ente, Lady Gacker und Picksel in eine neue Stadt. Sie ist „etwas besonderes“: Sie näht ihre Kleidung gerne selbst und liebt bunte Farbkombinationen und schneidert selbst. Außerdem liebt sie ihr Huhn Ente über alles. In ihrer alten Schule ist sie dafür oft von Klassenkameraden ausgelacht worden und hatte keine richtigen Freunde. Verständlich also, dass sie vor ihrem ersten Tag in der neuen Schule ziemlich Bammel hat. Zum Glück wohnt aber ihr Opa, ihr Nonno, denn Ellis Mutter und auch deren Vater kommen aus Italien, in der gleichen Stadt. Sie kommt vor ihrem ersten Schultag noch auf einen Besuch in seiner Eisdiele vorbei und bekommt ein Eis, damit sie für ihren Tag gewappnet ist. Und siehe da: Sie ist viel weniger nervös und viel selbstbewusster! Ihr erster Schultag in der neuen Stadt läuft super, ihre Klassenkameraden sind nett, sie findet Freunde und die Klassenlehrerin ist super. In den nächsten Tagen und Wochen geschehen aber immer mehr seltsame Zufällt, die alle mit Opas Eis zusammenzuhängen scheinen. Und tatsächlich kommt Elli ihrem Opa auf die Schliche: Er stellt magische Gefühls-Essenzen her und mischt sie in ganz besondere Eissorten. Das will Elli natürlich unbedingt auch lernen! Weiter werde ich natürlich nichts mehr verraten, nur so viel: es wird ganz schön chaotisch und lustig!

Der Schreib- und Erzählstil von Heike Eva Schmidt ist sehr angenehm zu lesen. Wir können uns gut in Ellis Familie, in ihr Leben in der neuen Stadt und in ihre Gefühlswelt hineinversetzen. Es wird nicht genau genannt, in welche Klasse Elli geht und schwierige oder seltene Wörter (wie z.B. Essenzen) werden erklärt, aber nicht so, dass man sich komisch fühlt, wenn man das Wort schon kannte. Deswegen denke ich, ist das Buch für eine breite Altersklasse besonders an Leserinnen (aber nicht ausschließlich) geeignet.

Die Geschichte wird spannend erzählt und kommt ohne strenge Moral am Ende aus, dafür gibt es aber die Aussicht auf eine Fortsetzung des Eisabenteuers. Untermalt wird die Geschichte durch liebevolle Illustrationen. Besonders die Hühner fand ich herzallerliebst. Ich kann mir zwar, nach Erlebnissen mit den Hühnern meiner Uroma, beim besten Willen nicht vorstellen, dass man Hühner tatsächlich freilaufend in einer Mietwohnung halten kann, aber so wie sie sich in der Geschichte benehmen ist das bestimmt lustig.

Für alle, die nach der Lektüre Lust auf Eisessen haben – und das müssen alle Leser sein, so oft, wie während der Handlung Eis gegessen wird – gibt es am Ende noch ein Rezept für eine von Nonno Leonardos verrückten Kreationen (ohne Magie!).

Insgesamt gebe ich dem Kinderbuch glatte 5 Sterne, weil es mich wirklich rundum, durch Inhalt, Schreibstil und Illustrationen überzeugt hat. Ein toller Lesespaß!

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und das neue Schuljahr beginnt schon furchtbar: Sie stürmt als eine der ersten in das neue Klassenzimmer um für sich und ihre beste Freundin Zoe Plätze nebeneinander freizuhalten. Doch Zoe kommt nicht! Und zu allem Übel kommt dann auch noch Ellas Erzfeindin Penny herein, die eigentlich nicht mehr in ihrer Klasse sein sollte, und muss sich auf den letzten freien Platz setzen: direkt neben Ella. Den ganzen Tag müssen sich die Feindinnen gegenseitig aushalten und Penny macht alles, um Ella vor der neuen Lehrerin schlecht dastehen zu lassen. Am nächsten Tag ist Zoe zum Glück wieder da und sie können ihre Lehrerin davon überzeugen, dass sie nebeneinander sitzen dürfen und Penny einen neuen Platz bekommt. So geht die Handlung die ganze Zeit weiter, seichte Streitereien und Geplänkel zwischen Penny und ihrem Gefolge und Ella und Zoe häufen sich. Alle Probleme sind schnell und zum Teil durch Erwachsenenhand wieder gelöst. Wir erfahren alles direkt, denn wir, bzw. das Buch, das wir in Händen halten, sind Ellas Tagebuch.

Insgesamt ist die Handlung also eigentlich nur auf klassischen Hänseleien und Kabbeleien zwischen der einen Mädchengruppe und einer anderen ausgelegt. Wir erfahren auch, warum sich die Mädchen ursprünglich gestritten haben (vor einem Jahr waren sie noch beste Freundinnen) und warum sie nun Erzfeindinnen sind. Am Ende überrascht die Handlung dann doch noch mit Tiefgang, indem Ella der verhassten Penny die Meinung sagt und so einen Mutprobenwettbewerb abbricht, der zu immer größeren Gemeinheiten und auf Dauer wahrscheinlich auch zu gefährlichen Manövern geführt hätte. Sie zeigt Zivilcourage und verteidigt ein Mädchen, das ein bisschen anders ist (nicht ernsthaft anders, sie redet nur mit ihren Kuscheltieren). Eine solch ernste Handlung hätte ich nicht vermutet und war am Ende positiv überrascht.

Die künstlerische Gestaltung des Buches hat mir aber sehr gefallen: Das ganze Buch wirkt so, als wäre es tatsächlich Ellas handgeschriebenes Tagebuch, in Schnörkelschrift, inklusive durchgestrichenen anderen Formulierungen und lustigen, zum Teil wunderbar krakeligen Illustrationen.

Obwohl das Kinder- bzw. Mädchenbuch (denn das ist es ohne Zweifel) gestalterisch ausgezeichnet ist, fand ich es insgesamt (besonders für eine Zielgruppe von schon fortgeschrittenen Lesern, 4. Klasse), doch etwas kurz und vom Inhalt her ziemlich simpel gestrickt. Handlung 3 Sterne, Gestaltung 5 Sterne – sind insgesamt leider nur 4 Sterne von mir. Trotzdem macht das Lesen Spaß und bestimmt Lust auf eigenes Tagebuchschreiben.

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

Zusätzlich gabe es in der Frühlingsbox eine Häkelanleitung für ein Stoff-Eishörnchen. Das hat für eine geübte Häklerin wie mich gut funktioniert, aber ich glaube für Häkelneulinge wäre die Anleitung etwas zu knapp gewesen. Ab und zu ein paar zusätzliche Hinweise wären nützlich gewesen.

Außerdem gab es Förmchen für selbstgemachtes Eis. Die sind absolut fantastisch. Auslaufsicher und super zu handhaben. Mit Wasser-, Frucht- und Sahneeis sehr lecker!

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Veröffentlicht am 17.04.2018

Wahrscheinliche Zukunft, aber weniger hoffnungsvoll als bei den Bienchen

Die Geschichte des Wassers
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"Die Geschichte des Wassers" ist der zweite Band, in Maja Lundes Reihe über die Natur und unsere Zukunft. Ich habe auch schon "Die Geschichte der Bienen" gelesen und bin mit großen Erwartungen an das neue ...

"Die Geschichte des Wassers" ist der zweite Band, in Maja Lundes Reihe über die Natur und unsere Zukunft. Ich habe auch schon "Die Geschichte der Bienen" gelesen und bin mit großen Erwartungen an das neue Buch herangegangen.
Wie schon in der ersten Geschichte begleiten wir eine gegenwärtige und eine zukünftige Person in ihrer Lebensgeschichte, die wir im Laufe der Erzählung nach und nach erfahren. Dieses Mal sind es:
Signe, schon beinahe 70 Jahre alt; Die Norwegerin war ihr ganzes Leben lang Umweltaktivistin, hat schon in jungen Jahren für den Erhalt der Flüsse und des Gletschers in ihrer Heimat gekämpft und tut es noch. Sie wurde ihr Leben lang enttäuscht von Menschen, denen Profit, Wohlstand und Bequemlichkeit wichtiger waren als die Natur - etwas, das Signe überhaupt nicht verstehen kann. Als sie sieht, wie ihr geliebter Gletscher abgetragen werden soll um als Eiswürfel in Drinks reicher Leute zu enden, beschließt sie einen Schlussstrich zu ziehen, denn ihr ehemaliger Verlobter ist dafür verantwortlich. Sie macht sich mit dem Eis auf die beschwerliche Reise, mit ihrem kleinen Segelboot von Norwegen bis nach Frankreich um ihn zur Rede zu stellen. Im Laufe der Reise erleben wir mit ihr alle Hochs und Tiefs und erfahren ihre harte Lebensgeschichte.
Und David, mit seiner kleinen Tochter Lou, im Frankreich des Jahres 2041. Man könnte denken, dass das noch nicht so weit in der Zukunft liegt, und doch sind die Geschehnisse recht realistisch, auch auf die kurze Zeit. Trinkwasser wird überall knapper, Dürre und Wüsten breiten sich aus, längst bietet auch Südeuropa, genauer Südfrankreich keine Überlebensbedingungen mehr, so machen sich auch David und seine Freundin Anna mit ihren beiden kleinen Kindern auf den Weg, auf die Flucht nach Norden, in die Wasserländer. Sie hoffen irgendwo ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, bis dahin müssen sie in Flüchtlingslagern in Nordfrankreich bleiben. Auf dem Weg dorthin werden sie getrennt. David kommt mit der kleinen Lou im Flüchtlingslager an und weiß nicht, wo der Rest der Familie ist. Sie fristen ein trostloses Dasein im Flüchtlingslager, lernen ein paar Leute kennen, aber keine richtigen Freunde. Sie müssen miterleben, wie die Vorräte und das Wasser immer knapper werden, wie Dürre und der Krieg um Wasser immer näher kommen. Eigentlich sollten sie weiter nach Norden ziehen, aber sie wollen auf den Rest der Familie warten. Wir erleben das harte Leben mit und erfahren nach und nach was zuvor geschehen ist. Ein Hoffnungsschimmer ist das Boot, das die beiden in einem verlassenen Garten finden. Dort können sie spielen und tatsächlich wieder neue Hoffnung fassen.

Wie die beiden Geschichten am Ende verknüpft werden, will ich noch nicht verraten, es ist aber vorhersehbar und wenig spektakulär. Ich hätte mir den versprochenen Schatz, den sie finden irgedwie hoffnungsvoller und weltumspannender vorgestellt. Ich war am Ende über die Aussichten, die in der zukünftigen Geschichten für David und Lou noch bleiben sehr enttäuscht und hoffe, dass es in unserer Zukunft doch etwas anders aussieht. Im Jahr 2041 werde ich genau 50 Jahre alt sein, das erlebe ich hoffentlich und ich freue mich darauf, dann zu sagen, siehts du: Wir haben es geschafft, es ist nicht zum Krieg um Wasser gekommen und wir leben alle noch. (Ja, das ist etwas utopisch, aber lasst mich optimistisch sein).

Insgesamt war ich von den Geschichten, von den Personen und deren Entwicklung im Vergleich zum Teil 1 etwas enttäuscht. Es wäre für sich alleine gestellt eine gute, realistische Geschichte, aber hinter der "Geschichte der Bienen" steht sie einfach an Qualität und Tiefe zurück. Deswegen gibt es leider nur vier Sterne, und auch die nur, weil ich hoffe, dass die nächsten (versprochenen 2) Teile wieder eher werden wie der erste und dass sich alles dann zu einem guten Ganzen zusammenfügt, auch wenn der zweite Teil für mich vielleicht ein Schwachpunkt war. Ich möchte eben Happy Ends und wenn ich das wieder Erwarten nicht ganz bekomme, bin ich enttäuscht...