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Veröffentlicht am 12.05.2018

Starke Frauen oder solche, die es werden wollen

Iron Flowers – Die Rebellinnen
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Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Bandhart handelt von zwei Schwestern, die ein entbehrungsreiches und hartes Leben in dem Landstrich Lanos führen.
In dem Königreich zu dem Lanos gehört haben Frauen ...

Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Bandhart handelt von zwei Schwestern, die ein entbehrungsreiches und hartes Leben in dem Landstrich Lanos führen.
In dem Königreich zu dem Lanos gehört haben Frauen keine Rechte und keine Perypektiven im Leben. Sie können heiraten und Kinder kriegen oder sie können in Fabriken und Nähereien schuften. Der einzige Ausweg aus diesem Leben ist es, als eine Grace des Regenten im fernen Bellaqua auserwählt zu werden. Darauf wird Serina, die ältere und hübschere (?) Tochter schon von Geburt an vorbereitet. Sie erhält Tanz- und Instrumenalunterricht, lernt ihren Körper zu pflegen, hübsch auszusehen und zu gehorchen. Ihre kleine Schwester Nomi dagegen, wird darauf vorbereitet, im besten Fall als Serinas Zofe mit nach Bellaqua fahren zu dürfen. Sie ist von je her die aufmüpfigere und rebellischere Schwester. Als ihr Bruder in die Schule gehen und lesen und schreiben lernen darf, überredet sie ihn, es ihr beizubringen - für Frauen im Königreich, wie fast alles, streng verboten.
So kommt Serina eines Tages tatsächlich als Grace-Auswahl von Lanos für den jungen Thronfolger nach Bellaqua und Nomi begleitet sie. Und dann kommt alles wie sie es sich erhofft haben und doch ganz anders. Nicht Serina wird als Grace ausgewählt, sondern Nomi, die der Thronfolger ohne schöne Kleider in ihrer Dienerkleidung nur zufällig kurz am Gang gesehen hat und die ihn auch noch beleidigt hat. Serina darf als ihre Zofe bleiben, doch das ist so gar nicht das Leben, auf das sie sich vorbereitet hat.
Doch es kommt noch viel schlimmer: Sie muss sich nicht lange an das Zofenleben gewöhnen, denn sie wird mit einem Buch, das Nomi aus der Bibliothek gestohlen hat, erwischt und verbannt: Auf die Insel der Verdammten!
Von nun an verfolgen wir Serina und Nomi getrennt in ihren Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Werden sie es schaffen, sich wiederzusehen und aus dem Königreich einen besseren Ort für Frauen zu machen? Lest selbst!

Die Geschichte ist schön erzählt, immer kapitelweise abwechselnd aus der Sicht der einen und der anderen Schwester. So erfährt man schnell, wie unterschiedlich die beiden sind und lernt ihre Charaktere kennen. Es handelt sich dabei um keine Ich-Erzählung, sondern um eine Erzählweise über die jeweilige Schwester. Dadurch lernen wir ihre Gefühls- und Gedankenwelt gut kennen. Die Kapitel sind gut aufgebaut und abgetrennt, es passiert etwas und an einer spannenden Stelle wird wieder gewechselt. So will man immer weiterlesen und kommt schnell voran. Die Geschichte ist spannend und schnell erzählt, ohne dabei Landschafts- oder Personenbeschreibungen oder romantische Szenen zu vergessen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur leider bricht es am Ende sehr plötzlich ab.
Ich hätte das ja auf die Tatsache geschoben, dass es noch mehrere Teile geben soll, aber ich habe in letzter Zeit auch Gegenbeispiele gelesen, sodass ich weiß, dass auch ein einzelner Teil einen Abschluss haben kann.
Ich war kurz davor wegen diesem Abbruch am Ende nur 4 Sterne zu geben, aber dafür sind mir die Figuren zu sehr ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gefühlt und die Themen und Rechte für die sie kämpfen sind mir zu wichtig: Deswegen 5 Sterne!

(Nicht nur in der aktuellen Metoo-Debatte:) Eine klare Leseempfehlung für diesen Frauen-/Jugendroman.

Veröffentlicht am 29.04.2018

Chaotische erste Mondstadt

Artemis
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"Artemis" von Andy Weir erzählt die Geschichte von Jazz Bashara, die mit 6 Jahre nach Artemis, in die erste und einzige Stadt auf dem Mond gekommen ist und seitdem dort lebt. Sie ist als eine der wenigen ...

"Artemis" von Andy Weir erzählt die Geschichte von Jazz Bashara, die mit 6 Jahre nach Artemis, in die erste und einzige Stadt auf dem Mond gekommen ist und seitdem dort lebt. Sie ist als eine der wenigen hier aufgewachsen und darf sich zu den wenigen dauerhaften Bewohnern der Stadt zählen, in der Stadt in die jedes Jahr riesige Mengen an Touristen kommen. Das Leben in Artemis ist nicht ganz leicht für Jazz. Sie ist hochintelligent, wahrscheinlich ein Genie, und doch oder gerade deswegen war die Schule nichts für sie. Auch danach wollte sie keinen richtigen Beruf erlernen. Sie arbeitet als Trägerin im Hafen und ist nebenbei Schmugglerin und Kleinkriminelle. Durch ihre Verbindung zur Erde (ein E-Mail-Brieffreund, der im Hauptraumfahrthafen für Flüge nach Artemis arbeitet) schafft sie es, verbotene Sachen, wie Zigarren o.ä.in die Stadt zu schmuggeln und kann sie teuer verkaufen.
Ihr großes Ziel ist es, reich zu werden. Sie will eine ganz bestimmte Summe erreichen, man erfährt erst ganz am Ende warum. Deswegen lässt sie sich auf einen sehr gefährlichen und waghalsigen Auftrag ein, für den sie 1.000.000 MOTE (Mondwährung) bekommen soll. Dadurch wird sie immer tiefer in riesige, milliardenschwere Geschäfte und Ränkespiele gezogen und gerät ins Visier eines Killers.
Mehr möchte ich natürlich noch nicht verraten - lest bzw. hört selbst! Es wird spannend und überraschend mit actionreichem Finale.

Die Haupt-Sprecherin macht ihre Sache gut. Ich habe sie direkt mit der Figur von Jazz vor meinem inneren Auge verbunden. Sie passt sehr gut.
Das Hörbuch hat mich dadurch überrascht, dass es beinahe 200 Kapitel hat, jedes nur ein paar Minuten lang. Beim Anhören bemerkt man das nicht so sehr, die Übergänge sind zum Glück ohne Ruckeln, aber so kann man beinahe jederzeit stoppen und am richtigen Punkt wieder beginnen, das ist wirklich praktisch.

Mein größter Kritikpunkt ist insgesamt die Sprache in der das Ganze geschrieben ist. Zwar erfahren wir die Welt bzw. den Mond direkt aus Jazz' Ich-Perspektive, doch derartig vulgär hätte der Text meiner Meinung nach nicht immer sein müssen.

Die Geschichte ist sehr spannend, die Figuren und Charaktere detailliert und einprägsam beschrieben, die Mondstadt und die Umstände, die zu ihrer Entstehung geführt haben, durchaus zum Teil realistisch, die Figuren größtenteils sympathisch (ja, sogar Jazz ist mir ein wenig ans Herz gewachsen) und auch die Umsetzung als Hörbuch ist gelungen. Aber insgesamt bekommt das Ganze von mir nur vier Sterne, weil ich eben die Sprachwahl an vielen Stellen nicht ganz passend fand.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Gute Anleitung für Lehrer und Erzieher

Der kleine Philosoph
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"Der kleine Philosoph" von Frédéric Lenoir ist ein gutes Anleitungsbuch, wie man Kindergruppen dazu bringen kann, neue Arten des Denkens zu erfahren, sich auf sich selbst und auf die eigenen Gedanken und ...

"Der kleine Philosoph" von Frédéric Lenoir ist ein gutes Anleitungsbuch, wie man Kindergruppen dazu bringen kann, neue Arten des Denkens zu erfahren, sich auf sich selbst und auf die eigenen Gedanken und Gefühle einzulassen und offen für die Meinung anderer zu sein.

Lenoir baut sein Sachbuch logisch und gut strukturiert auf. Am Anfang führt er in seine "Praxis der Achtsamkeit" (sein Ausdruck für Meditation) und in die "Praxis des Philosophierens" ein. Danach gibt er Richtlinien und Empfehlungen für solche Achtsamkeits- und Philosophie-Runden mit Kindern, wie zum Beispiel, dass man den Kindern die Gesprächsregeln näher bringen soll und mit gezielten Fragen oder Texten als Einstieg beginnen soll. Als dritter Teil folgen konkrete Beispiele aus Philosophierunden zu wichtigen, grundlegenden Fragen, wie "Was ist Glück?" oder "Was sind Emotionen?". Anschließend folgt noch ein grober Überblick, quasi ein Grundwissen für die 20 wichtigsten Philosophischen Grundgrößen, wie Glück, Liebe, Tod, usw. In einem Fazit am Ende fasst Lenoir noch einmal zusammen, welche Vorteile den Kindern und Erziehern das Philosophieren bringt.

Insgesamt finde ich, dass das Buch gut und verständlich geschrieben ist. Man wird oft, schon im Beispielteil durch die Antworten der Kinder, aber auch im "Theorieteil" zu den Philosophischen Grundfragen, angeregt, sich eigene Gedanken dazu zu machen und sich näher mit den Themen zu befassen. Bei den Informationen zu den einzelnen Philosophischen Grundfragen bekommt man immer auch noch literarische Texte, die sich besonders damit auseinandersetzen und weiterführende Literatur genannt.

In der Buchverlosung wurde das Buch eher als etwas, das man als Eltern zusammen mit einem Kind lesen kann, angekündigt. Ich finde, dafür ist das Buch überhaupt nicht geeignet. Es wird im Text oft betont, wie wichtig es auch ist, dass die Kinder lernen, in der Gruppe zu diskutieren, anderen zuzuhören und andere als die eigene Meinung gelten zu lassen, vielleicht, sich sogar umstimmen zu lassen. Das ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Philosophiepraxis. Außerdem halte ich die Texte, besonders in den Theorieabschnitten für Kinder schlichtweg für zu kompliziert. Das ganze zielt ja darauf ab, dass man das Buch liest und daraus das Wissen zieht, das man braucht um den Kindern das Philosophieren beizubringen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass bei dem Buch, das ja eine Übersetzung aus dem Französischen ist, oft besonders auf das Deutsche eingegangen wurde. Z.B. wird beim Theorieteil die Wortherkunft der deutschen und nicht der französischen Begriffe erklärt.

Warum gebe ich dann nur vier Sterne? Insgesamt hat mich das Konzept zwar überzeugt, aber die Umsetzung nicht ganz. Ich habe vielleicht als ehemalige Lateinerin und Theologiestudentin eine andere Bezieheung zur Philosophie und vielleicht auch ein anderes Grundwissen, trotzdem finde ich, auch für die Allgemeinheit, die Grundfragen der Philosophie manchmal etwas knapp erklärt. Da fehlt noch einiges und man kann auch im Gespräch mit Kindern oft an Grenzen stoßen, wo man noch tiefer gehen und sich mehr einlesen muss. Außerdem kamen mir Lenoirs Philosophiestunden ein wenig so vor, als habe er für jede Einleitungsfrage eine ultimative Lösung auf die er jede Kindergruppe trimmen will. Er macht es nicht zu offensichtlich, aber es fällt doch auf, dass die Gruppen beim gleichen Thema immer zum gleichen Ergebnis kommen und am Ende alle einer Meinung sind. Das ist eigentlich nicht das Wesen einer Diskussion, aber im Unterricht natürlich praktisch. Trotzdem finde ich nicht, dass man die Kinder am Ende alle auf eine Meinung bringen sollte. Es soll ruhig jeder bei seiner Meinung bleiben dürfen, auch wenn er sie vielleicht nur durch ein Gefühl begründen kann.

Insgesamt aber ein gutes Buch, das Lust macht auf Philosophie und auf ein tieferes Nachdenken.

Veröffentlicht am 23.04.2018

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“

Ellas Welt - Das verflixte neue Schuljahr
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„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und ...

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und das neue Schuljahr beginnt schon furchtbar: Sie stürmt als eine der ersten in das neue Klassenzimmer um für sich und ihre beste Freundin Zoe Plätze nebeneinander freizuhalten. Doch Zoe kommt nicht! Und zu allem Übel kommt dann auch noch Ellas Erzfeindin Penny herein, die eigentlich nicht mehr in ihrer Klasse sein sollte, und muss sich auf den letzten freien Platz setzen: direkt neben Ella. Den ganzen Tag müssen sich die Feindinnen gegenseitig aushalten und Penny macht alles, um Ella vor der neuen Lehrerin schlecht dastehen zu lassen. Am nächsten Tag ist Zoe zum Glück wieder da und sie können ihre Lehrerin davon überzeugen, dass sie nebeneinander sitzen dürfen und Penny einen neuen Platz bekommt. So geht die Handlung die ganze Zeit weiter, seichte Streitereien und Geplänkel zwischen Penny und ihrem Gefolge und Ella und Zoe häufen sich. Alle Probleme sind schnell und zum Teil durch Erwachsenenhand wieder gelöst. Wir erfahren alles direkt, denn wir, bzw. das Buch, das wir in Händen halten, sind Ellas Tagebuch.

Insgesamt ist die Handlung also eigentlich nur auf klassischen Hänseleien und Kabbeleien zwischen der einen Mädchengruppe und einer anderen ausgelegt. Wir erfahren auch, warum sich die Mädchen ursprünglich gestritten haben (vor einem Jahr waren sie noch beste Freundinnen) und warum sie nun Erzfeindinnen sind. Am Ende überrascht die Handlung dann doch noch mit Tiefgang, indem Ella der verhassten Penny die Meinung sagt und so einen Mutprobenwettbewerb abbricht, der zu immer größeren Gemeinheiten und auf Dauer wahrscheinlich auch zu gefährlichen Manövern geführt hätte. Sie zeigt Zivilcourage und verteidigt ein Mädchen, das ein bisschen anders ist (nicht ernsthaft anders, sie redet nur mit ihren Kuscheltieren). Eine solch ernste Handlung hätte ich nicht vermutet und war am Ende positiv überrascht.

Die künstlerische Gestaltung des Buches hat mir aber sehr gefallen: Das ganze Buch wirkt so, als wäre es tatsächlich Ellas handgeschriebenes Tagebuch, in Schnörkelschrift, inklusive durchgestrichenen anderen Formulierungen und lustigen, zum Teil wunderbar krakeligen Illustrationen.

Obwohl das Kinder- bzw. Mädchenbuch (denn das ist es ohne Zweifel) gestalterisch ausgezeichnet ist, fand ich es insgesamt (besonders für eine Zielgruppe von schon fortgeschrittenen Lesern, 4. Klasse), doch etwas kurz und vom Inhalt her ziemlich simpel gestrickt. Handlung 3 Sterne, Gestaltung 5 Sterne – sind insgesamt leider nur 4 Sterne von mir. Trotzdem macht das Lesen Spaß und bestimmt Lust auf eigenes Tagebuchschreiben.

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

Veröffentlicht am 23.04.2018

„Der zauberhafte Eisladen“ und "Ellas Welt - Das verflixte neue Schuljahr"

Der zauberhafte Eisladen
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„Der zauberhafte Eisladen“ von Heike Eva Schmidt ist ein liebevoll gestaltetes, fantasievolles Kinderbuch. Elli zieht mit ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Tom, ihrem jüngeren Bruder Lenny und den Wohnungs- ...

„Der zauberhafte Eisladen“ von Heike Eva Schmidt ist ein liebevoll gestaltetes, fantasievolles Kinderbuch. Elli zieht mit ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Tom, ihrem jüngeren Bruder Lenny und den Wohnungs- bzw. Dachterrassenhühnern Ente, Lady Gacker und Picksel in eine neue Stadt. Sie ist „etwas besonderes“: Sie näht ihre Kleidung gerne selbst und liebt bunte Farbkombinationen und schneidert selbst. Außerdem liebt sie ihr Huhn Ente über alles. In ihrer alten Schule ist sie dafür oft von Klassenkameraden ausgelacht worden und hatte keine richtigen Freunde. Verständlich also, dass sie vor ihrem ersten Tag in der neuen Schule ziemlich Bammel hat. Zum Glück wohnt aber ihr Opa, ihr Nonno, denn Ellis Mutter und auch deren Vater kommen aus Italien, in der gleichen Stadt. Sie kommt vor ihrem ersten Schultag noch auf einen Besuch in seiner Eisdiele vorbei und bekommt ein Eis, damit sie für ihren Tag gewappnet ist. Und siehe da: Sie ist viel weniger nervös und viel selbstbewusster! Ihr erster Schultag in der neuen Stadt läuft super, ihre Klassenkameraden sind nett, sie findet Freunde und die Klassenlehrerin ist super. In den nächsten Tagen und Wochen geschehen aber immer mehr seltsame Zufällt, die alle mit Opas Eis zusammenzuhängen scheinen. Und tatsächlich kommt Elli ihrem Opa auf die Schliche: Er stellt magische Gefühls-Essenzen her und mischt sie in ganz besondere Eissorten. Das will Elli natürlich unbedingt auch lernen! Weiter werde ich natürlich nichts mehr verraten, nur so viel: es wird ganz schön chaotisch und lustig!

Der Schreib- und Erzählstil von Heike Eva Schmidt ist sehr angenehm zu lesen. Wir können uns gut in Ellis Familie, in ihr Leben in der neuen Stadt und in ihre Gefühlswelt hineinversetzen. Es wird nicht genau genannt, in welche Klasse Elli geht und schwierige oder seltene Wörter (wie z.B. Essenzen) werden erklärt, aber nicht so, dass man sich komisch fühlt, wenn man das Wort schon kannte. Deswegen denke ich, ist das Buch für eine breite Altersklasse besonders an Leserinnen (aber nicht ausschließlich) geeignet.

Die Geschichte wird spannend erzählt und kommt ohne strenge Moral am Ende aus, dafür gibt es aber die Aussicht auf eine Fortsetzung des Eisabenteuers. Untermalt wird die Geschichte durch liebevolle Illustrationen. Besonders die Hühner fand ich herzallerliebst. Ich kann mir zwar, nach Erlebnissen mit den Hühnern meiner Uroma, beim besten Willen nicht vorstellen, dass man Hühner tatsächlich freilaufend in einer Mietwohnung halten kann, aber so wie sie sich in der Geschichte benehmen ist das bestimmt lustig.

Für alle, die nach der Lektüre Lust auf Eisessen haben – und das müssen alle Leser sein, so oft, wie während der Handlung Eis gegessen wird – gibt es am Ende noch ein Rezept für eine von Nonno Leonardos verrückten Kreationen (ohne Magie!).

Insgesamt gebe ich dem Kinderbuch glatte 5 Sterne, weil es mich wirklich rundum, durch Inhalt, Schreibstil und Illustrationen überzeugt hat. Ein toller Lesespaß!

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

„Ellas Welt – das verflixte neue Schuljahr“ von der australischen Autorin Meredith Costain ist ein besonders hübsch gestaltetes, aber doch etwas kurzes Kinderbuch.

Ella kommt in die vierte Klasse und das neue Schuljahr beginnt schon furchtbar: Sie stürmt als eine der ersten in das neue Klassenzimmer um für sich und ihre beste Freundin Zoe Plätze nebeneinander freizuhalten. Doch Zoe kommt nicht! Und zu allem Übel kommt dann auch noch Ellas Erzfeindin Penny herein, die eigentlich nicht mehr in ihrer Klasse sein sollte, und muss sich auf den letzten freien Platz setzen: direkt neben Ella. Den ganzen Tag müssen sich die Feindinnen gegenseitig aushalten und Penny macht alles, um Ella vor der neuen Lehrerin schlecht dastehen zu lassen. Am nächsten Tag ist Zoe zum Glück wieder da und sie können ihre Lehrerin davon überzeugen, dass sie nebeneinander sitzen dürfen und Penny einen neuen Platz bekommt. So geht die Handlung die ganze Zeit weiter, seichte Streitereien und Geplänkel zwischen Penny und ihrem Gefolge und Ella und Zoe häufen sich. Alle Probleme sind schnell und zum Teil durch Erwachsenenhand wieder gelöst. Wir erfahren alles direkt, denn wir, bzw. das Buch, das wir in Händen halten, sind Ellas Tagebuch.

Insgesamt ist die Handlung also eigentlich nur auf klassischen Hänseleien und Kabbeleien zwischen der einen Mädchengruppe und einer anderen ausgelegt. Wir erfahren auch, warum sich die Mädchen ursprünglich gestritten haben (vor einem Jahr waren sie noch beste Freundinnen) und warum sie nun Erzfeindinnen sind. Am Ende überrascht die Handlung dann doch noch mit Tiefgang, indem Ella der verhassten Penny die Meinung sagt und so einen Mutprobenwettbewerb abbricht, der zu immer größeren Gemeinheiten und auf Dauer wahrscheinlich auch zu gefährlichen Manövern geführt hätte. Sie zeigt Zivilcourage und verteidigt ein Mädchen, das ein bisschen anders ist (nicht ernsthaft anders, sie redet nur mit ihren Kuscheltieren). Eine solch ernste Handlung hätte ich nicht vermutet und war am Ende positiv überrascht.

Die künstlerische Gestaltung des Buches hat mir aber sehr gefallen: Das ganze Buch wirkt so, als wäre es tatsächlich Ellas handgeschriebenes Tagebuch, in Schnörkelschrift, inklusive durchgestrichenen anderen Formulierungen und lustigen, zum Teil wunderbar krakeligen Illustrationen.

Obwohl das Kinder- bzw. Mädchenbuch (denn das ist es ohne Zweifel) gestalterisch ausgezeichnet ist, fand ich es insgesamt (besonders für eine Zielgruppe von schon fortgeschrittenen Lesern, 4. Klasse), doch etwas kurz und vom Inhalt her ziemlich simpel gestrickt. Handlung 3 Sterne, Gestaltung 5 Sterne – sind insgesamt leider nur 4 Sterne von mir. Trotzdem macht das Lesen Spaß und bestimmt Lust auf eigenes Tagebuchschreiben.

Vielen Dank dem Boje-Verlag, Bastei Lübbe und der Lesejury für die tolle „Frühlingsbox“!

Zusätzlich gabe es in der Frühlingsbox eine Häkelanleitung für ein Stoff-Eishörnchen. Das hat für eine geübte Häklerin wie mich gut funktioniert, aber ich glaube für Häkelneulinge wäre die Anleitung etwas zu knapp gewesen. Ab und zu ein paar zusätzliche Hinweise wären nützlich gewesen.

Außerdem gab es Förmchen für selbstgemachtes Eis. Die sind absolut fantastisch. Auslaufsicher und super zu handhaben. Mit Wasser-, Frucht- und Sahneeis sehr lecker!

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