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Veröffentlicht am 09.10.2017

Der Biograf von Brooklyn

Der Biograf von Brooklyn
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Eine herrliche Schelmengeschichte: Ein junger Journalist erfindet die Vergangenheit seiner jüdischen Familie neu

Den Journalisten Slava Gelman aus Manhattan und seine aus der Sowjetunion nach Brooklyn ...

Eine herrliche Schelmengeschichte: Ein junger Journalist erfindet die Vergangenheit seiner jüdischen Familie neu

Den Journalisten Slava Gelman aus Manhattan und seine aus der Sowjetunion nach Brooklyn emigrierte, schrullige Familie trennen nur ein paar U-Bahn-Stationen - und doch Welten. Nun ist Slavas geliebte Großmutter Sofia gestorben, gleichzeitig trifft ein Brief der "Konferenz für jüdische Schadensersatzansprüche gegen Deutschland" ein. Ob Sofia eine Vergangenheit zu erzählen hat, die eine Entschädigung rechtfertigt? Slavas Großvater wittert eine Gelegenheit. Auch wenn Sofias Schicksal nicht den strengen Anforderungen für eine solche Zahlung entspricht: Ist sein Enkel nicht Schriftsteller? Schriftsteller schreiben doch Geschichten. So wird Slava unfreiwillig und zögerlich zum Biografen seiner Familie. Wenig später kann er sich vor Aufträgen aus der Nachbarschaft kaum retten - bis die ganze Sache aufzufliegen droht ...

"Der Biograf von Brooklyn" ist ein berührender und komischer Debütroman, der auf Fragen nach Gerechtigkeit, Familie und Gedenken überraschende und nachhallende Antworten findet.

Veröffentlicht am 09.10.2017

Familiengeheimnisse werden aufgedeckt

Schwestern bleiben wir immer
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Im Roman Schwestern bleiben wir für immer von Barbara Kunrath kommen die Schwestern Alexa und Katja ,nach dem Tod der Mutter einigen Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur.
Sie begeben sich gemeinsam ...

Im Roman Schwestern bleiben wir für immer von Barbara Kunrath kommen die Schwestern Alexa und Katja ,nach dem Tod der Mutter einigen Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur.
Sie begeben sich gemeinsam auf die Spurensuche,unter anderem auch nach dem Vater,der die Familie verlassen hatte,als sie noch kleine Kinder waren.

Was da alles zutage kommt ,rückt für die beiden Frauen ganz das Familienbild durcheinander. Ihre Eltern erscheinen in einem ganz anderen Licht.

Solche Wahrheiten sind für beide Schwestern sehr schwer zu verarbeiten.
Katja,die Jüngere der Schwestern,alleinerziehend und alleingelassen mit den Problemen eines pubertierenden Sohnes,möchte gerne so sein wie ihre ältere Schwester Alexa. Katja war immer die Selbstbewußtere von beiden und wirkte eher als die große Schwester.
Diese ist verheiratet mit zwei Kindern, war immer die Verlässliche,die sich um alles kümmert. Aber auch die Trauer um ihre Mutter und ihre viel zu jung verstorbene,kranke Tochter fällt ihr schwer.Sie hadert mit ihrem Leben und wäre lieber ein wenig so wie Katja. Und Katja wünscht sich mehr Eigenschaften ihrer Schwester Alexa.
Mir hat das Buch mit seinen Familiengeheimnissen sehr gut gefallen. Der Schreibstil war sehr flüssig,der Wechsel der Ansichten zwischen den beiden Schwestern war auch gut verständlich. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch.


Veröffentlicht am 09.10.2017

ein empfehlenswertes Buch

Das Gold des Meeres
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Volle Punktzahl bekommt Daniel Wolfs historischer Roman "Das Gold des Meeres" von mir. Es ist der dritte Band einer Reihe,der wieder die Familie Fleury als Protagonisten hat. Hier sind es die Zwillinge ...

Volle Punktzahl bekommt Daniel Wolfs historischer Roman "Das Gold des Meeres" von mir. Es ist der dritte Band einer Reihe,der wieder die Familie Fleury als Protagonisten hat. Hier sind es die Zwillinge Balian und Blanche,KInder des Buchmalers Remy,die der Leser auf eine lange unwegsame Reise von Lothringen nach Gotland begleitet.

Balian muss nach einem Unglücksfall die Kaufmannsgeschäfte der Familie übernehmen,aber er fährt den Laden fast in den Ruin.Seine Fähigkeiten liegen eher im Kampf als im Handel.

Nur mit Hilfe seiner Zwillingsschwester Blanche,die ungewöhnlich für die Zeit des Mittelalters, eigentlich auch Buchmalerin ist,gelingt es ihm auf eine weite Reise der Kaufleute des Ortes mitzukommen um das Geschäft vor dem Untergang zu retten.

Auf dieser Reise,die sehr gut durch die angehängte Landkarte zu verfolgen ist, wird viel über das Leben der Ritter und Kaufleute im Mittelalter gezeigt.Auch die Gepflogenheiten heidnischer Volksstämme im Osten und noch so einiges mehr kommen auf der schwierigen Reise zur Sprache.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen,Daniel Wolf hat einen sehr schönen,flüssigen Schreibstil.Auch die guten Charakterisierungen der Personen und die Entwicklungen ,die die Menschen in seinem Buch machen,sind sehr interessant. Ich freue mich schon auf den vierten Band über die Familie Fleury,der wohl schon in Arbeit ist.

Veröffentlicht am 06.10.2017

Morde zwischen den Bomben

Der Angstmann
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Der Angstmann geht im Winter 1944/45 in Dresden umher und hinterlässt in den Bombennächten verstümmelte Frauenleichen.
Kriminalinspektor Frank Heller,aufgrund einer Verletzung im ersten Weltkrieg nicht ...

Der Angstmann geht im Winter 1944/45 in Dresden umher und hinterlässt in den Bombennächten verstümmelte Frauenleichen.
Kriminalinspektor Frank Heller,aufgrund einer Verletzung im ersten Weltkrieg nicht an der Front, versucht trotz vieler Hindernisse, die ihm auch seine Vorgesetzten in den Weg stellen, den Fall zu lösen.
Dieser sympatische Frank Heller ist einfach nur "Mensch" und kein Parteigenosse. Überall muss er achtsam sein,den Hitlergruß nicht vergessen und sehr vorsichtig sein mit dem was er sagt,bzw. nicht sagt.
Die Zeit des Krieges mit seinen Bombennächten,dem Hunger,der Suche nach Lebensmitteln und auch die zwischenmenschlichen Bedrohungen,die Ängste,die die Menschen hatten verraten zu werden oder dem System zum Opfer zu fallen,werden hier im Roman sehr deutlich dargestellt.
Diese Aspekt des Romans hat mir sehr gut gefallen, zwischendrin geriet für mich der kriminalistische Teil in den Hintergrund,aber auch er wurde gut gelöst und logisch begründet. Es ist interessant über diese schwierige Zeit in unterhaltsamer Form zu lesen.


Veröffentlicht am 06.10.2017

Bewegende Alte Sachen

Alte Sachen
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Das Buch besticht direkt durch sein außergewöhnliches Äußere. Ohne Schutzumschlag wie heute sonst üblich, ist das Hardcover in Stoffdruck mit einem Zackenmuster,das für die Augen recht unangenehm ist. ...

Das Buch besticht direkt durch sein außergewöhnliches Äußere. Ohne Schutzumschlag wie heute sonst üblich, ist das Hardcover in Stoffdruck mit einem Zackenmuster,das für die Augen recht unangenehm ist. Dazu ist der Titel recht klein wie mit einem alten Wäscheettiket aufgenäht, Lesebändchen inklusive. Das Äußere passt sehr gut zu dem Titel "Alte Sachen" und ich finde es sehr auffällig. Das Buch handelt von alten Dingen,Gegenständen,aber auch von alten Geschichten und Erlebnissen.

Der Roman spielt anfangs im Berlin der heutigen Zeit,wo sich Rieke und Lior,ein junger Israeli begegnen.Für Rieke ist es die Zeit nach dem Abitur ,wo für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnt,vom dem sie aber noch keine konkreten Vorstellungen hat.

Lior,der noch nicht so lange in Deutschland lebt, dagegen hat eine Änderungsschneiderei,aber absolut keine Begabung für den Beruf. Für Rieke stimmt da etwas nicht und sie beginnt nachzuforschen. Besonders nachdem Lior plötzlich verschwunden ist und sich auch am Handy nicht mehr meldet.

Besonders gut gefallen mir die Zeitsprünge zur Kindheit Liors Großvater und das Leben seiner Familie in Deutschland der Nazizeit. Die jüdische Familie muss fliehen. Die Rückblicke sind sehr bewegend geschrieben und bieten gute Einblicke in die deutsch/jüdische Geschichte. Die Leser erfahren Einiges über die Modegeschäfte der damaligen Zeit in Berlin ,über die Schwedischen-Viktoria-Gemeinde in Berlin zum zweiten Weltkrieg,die Juden versteckt und zur Flucht verholfen hat.

Dem Autor Markus Flohr ist es sehr gut gelungen die Gefühle der Jugend in der heutigen Zeit, aber auch besonders die angstvollen,bedrückenden Gefühle der Protagonisten zur Zeit des zweiten Weltkrieges und davor darzustellen.

Das Buch kann ich nur empfehlen,ein sehr gelungenes Erstlingswerk des Autors.