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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2023

Artenschutz kriminalistisch verpackt

Die Spur der Aale
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Während Greta Vogelsang Bereitschaft hat, wird ein toter Angler am Main gefunden, beim Toten handelt es sich um den Zollfahnder Lars Mathissen, der kurz zuvor mit Greta Kontakt wegen eines Schmugglernetzwerks ...

Während Greta Vogelsang Bereitschaft hat, wird ein toter Angler am Main gefunden, beim Toten handelt es sich um den Zollfahnder Lars Mathissen, der kurz zuvor mit Greta Kontakt wegen eines Schmugglernetzwerks aufgenommen hatte.
Obwohl vorerst alle Indizien auf eine natürliche Todesursache deuten, lässt Greta der Fall nicht los, obwohl er nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.
Nachdem die Tochter von Mathissen Greta einlädt, die Unterlagen von Lars Mathissen zu sichten, wird der Verdacht auf ein Verbrechen immer lauter.
Für mich fehlte anfangs ein wenig die Spannung, erst als der arbeitslose Paul, der von seinem Freund zu einem lukrativen Job überredet wird und die quasi gezwungene Angestellte im Restaurant auf der Bildfläche erscheinen, kommt mehr Dynamik in die Geschichte.
Was mir gut gefallen hat, ist, dass sich Greta Vogelsang auch mit privaten Problemen beschäftigen musste, ein belastendes Thema aus ihrer Vergangenheit wurde immer wieder angesprochen, aber nicht aufgelöst – bin gespannt, ob dies im nächsten Band näher behandelt wird.
Grundsätzlich war das Thema des Romans sehr interessant, man bekommt einiges an Informationen über die vom Aussterben bedrohten Aale sowie über das Schmuggeln im Allgemeinen präsentiert.
Bin auf den nächsten Teil gespannt, vielleicht dann mit ein wenig mehr Spannung!

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Veröffentlicht am 15.06.2023

Wunderschöner historischer Roman

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter
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Schon das Cover versetzt einen in der Zeit zurück.
Die Geschichte rund um das Pensionat am Holstentor spielt um 1900 in Lübeck.
Als Henry von Jagow seine Schwester Nora ins Pensionat bringen möchte, ist ...

Schon das Cover versetzt einen in der Zeit zurück.
Die Geschichte rund um das Pensionat am Holstentor spielt um 1900 in Lübeck.
Als Henry von Jagow seine Schwester Nora ins Pensionat bringen möchte, ist seine Schwester, die ein ausgesprochener Wildfang ist, plötzlich verschwunden. Gesche Petersen hilft Nora aus einer misslichen Lage und lernt so ihren Bruder Henry kennen. Der ist es auch, der Gesche hilft, die Stellung als Lehrerin im Pensionat am Holsentor zu bekommen.
Natürlich verlieben sich die beiden gegen alle Konventionen. Auch Nora ist verliebt in den Sohn der Köchin, was für sie als Komtess ebenso wider die Sitten ist.
Im Pensionat schließt Nora schnell Freundschaft mit Lotte, Agnes und Fanny, einem Waisenmädchen und sie entwickeln eine besondere Bindung zu ihrer fortschrittlichen Lehrerin Gesche.
Die vier Freundinnen gründen den Bund der Frühlingsschwestern, die sich geloben einander zu beschützen.
Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben, die Geschichte erinnert ein bisschen an „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden. Frauen sollten damals nicht zu viel lernen und sich eher den nützlichen Fähigkeiten wie Sticken, Nähen etc. widmen.
Im Buch versucht die Lehrerin Gesche Petersen den Mädchen jedoch soweit ihr dies möglich ist, Werte und Wissen abseits dieser Grenzen zu vermitteln.
Ich bin froh, dass sich die Lage für Frauen mittlerweile sehr zum Positiven verkehrt hat. Allein das Waisenmädchen Fanny, das einen viel älteren, unsympathischen Mann heiratetet, nur um abgesichert und „frei“ zu sein, hat mich tief berührt.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und spreche eine klare Leseempfehlung aus – da das Buch mit einigen Cliffhangern endet, freue ich mich schon riesig auf den 2. Band dieser Reihe!

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Chaos im Feriencamp der lustigen Wasserratten

Die schreckliche Adele 07
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Die schreckliche Adele 7 – „Kein Mitleid mit den Quaksern!“ trieft wieder vor schwarzem Humor und Sarkasmus.
Wie immer: witziges Cover, super witzige Illustrationen dieses Comicromans und mitten drin Adele ...

Die schreckliche Adele 7 – „Kein Mitleid mit den Quaksern!“ trieft wieder vor schwarzem Humor und Sarkasmus.
Wie immer: witziges Cover, super witzige Illustrationen dieses Comicromans und mitten drin Adele - der Albtraum aller Eltern - diesmal im Ferienlager der lustigen Wasserratten.
Um selbst mal Ruhe zu haben, schicken die Eltern Adele ins Feriencamp. Die vor Zynismus triefende Adele unter gut gelaunten Feriencampteilnehmern, ohne Fernseher, in der komisch riechenden Natur - da kann nur ein lustiges Chaos herauskommen.
Vor Entzugserscheinungen von ihrer Spielkonsole und dem Fernseher beginnt sie sogar das Quälen ihrer Katze zu vermissen. Allein ihrem schrecklichen Tagebuch vertraut sie sowas ähnliches wie echte Gefühle an.
Dass ständig jemand verletzt ist, wenn Adele ihre Steinschleuder zückt oder die Keule schwingt, ist wohl kein Wunder.
Witzig sind auch die Einblendungen der Eltern, die sichtlich die Abwesenheit von Adele genießen.
Wunderbar lustiges Buch mit witzigen Illustrationen – freue mich auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Bahnbrechende Erfindung

Das Licht im Rücken
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Oskar Barnack, einem Mitarbeiter der Leitz Werke, gelingt es, eine handliche Version eines Fotoapparats zu entwickeln. In ihrem Buch „Das Licht im Rücken“ erzählt Sandra Lüpkes die Geschichte rund um diese ...

Oskar Barnack, einem Mitarbeiter der Leitz Werke, gelingt es, eine handliche Version eines Fotoapparats zu entwickeln. In ihrem Buch „Das Licht im Rücken“ erzählt Sandra Lüpkes die Geschichte rund um diese bahnbrechende Erfindung sowie den daran beteiligten Personen mit ihren Familien.
Ernst Leitz, Inhaber der Leitz-Werke treibt die Produktion dieser kleinen Leica (Leitz Camera) trotz vieler Widrigkeiten voran.
Die begabte und intelligente Tochter von Ernst Leitz, Elsie, die Betriebswirtschaft studiert hat, darf das Unternehmen nicht übernehmen, es werden ihre Brüder bevorzugt.
Jedoch nach der Übernahme durch die Nationalsozialisten droht die Enteignung der Fabrik, Elsie stellt sich dem Regime gegenüber und riskiert dadurch ihr Leben. Sie versucht auch ihre jüdischen Freunde Milan und Dana zu schützen, mit denen sie seit der Kindheit verbunden ist.
Das Buch ist untermalt mit historischen Bildern, wovon wohl eines der Berühmtesten Arbeiter beim Bau eines Wolkenkratzers in New York zeigt.
Sandra Lüpkes schafft es, den Leser mit ihrer Erzählung zu fesseln, mit gefällt ihr Schreibstil sehr, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und musste eine Nachtschicht einlegen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet. Klare Leseempfehlung von mir – ein historischer Roman, der die historischen Elemente gekonnt einfließen lässt.

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Veröffentlicht am 11.05.2023

Leidenschaft im Schatten der Semperoper

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Das Cover mit den ausdrucksstarken Augen hat mich sofort sehr angesprochen.
Mit einer wunderschönen, bildhaften Sprache entführt Anne Stern ihre Leser in eine vergangene Zeit, die für uns kaum noch vorstellbar ...

Das Cover mit den ausdrucksstarken Augen hat mich sofort sehr angesprochen.
Mit einer wunderschönen, bildhaften Sprache entführt Anne Stern ihre Leser in eine vergangene Zeit, die für uns kaum noch vorstellbar ist. Vor allem die quasi nicht vorhanden Rechte bzw. die Gleichberechtigung der Frauen und der Respekt vor den Eltern, die noch mit „Sie“ angesprochen wurden.
Die historischen Details wurden gekonnt in den Text eingefädelt und vermitteln ein wenig die Lebensumstände um das Jahr 1841 in Dresden.
Elise Spielmann ist passionierte Geigenspielerin und hat offenbar auch großes Talent für dieses Instrument, leider ist es einer Frau nicht möglich Berufsmusikerin zu werden – ihre Leidenschaft wird verkümmern müssen, sobald sie die bereits abgesprochene Ehe mit einem Freund des Vaters eingegangen ist.
Als sie erst auf der Straße und dann bei einem Opernbesuch dem jungen Malergehilfen Christian Hildebrand begegnet, verliebt sie sich jedoch in diesen und kann sich gar nicht mehr mit dem Gedanken an die arrangierte Ehe anfreunden.
Anne Stern gelingt es auch, die Schicksale der Nebencharaktere gut darzustellen. Die Geschichte ist flüssig zu lesen und sehr fesselnd geschrieben und natürlich schwingt im Hintergrund immer die Musik mit.
Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung – klare Leseempfehlung von mir!

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