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Veröffentlicht am 18.02.2025

Zerrissen

Russische Spezialitäten
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Eine Familie zieht Anfang der 1990er Jahre von Kyjiw nach Leipzig und eröffnet dort einen Einkaufsmarkt mit russischen Spezialitäten. Seit dem Ukrainekrieg wird es jedoch schwierig, Nachschub für die Regale ...

Eine Familie zieht Anfang der 1990er Jahre von Kyjiw nach Leipzig und eröffnet dort einen Einkaufsmarkt mit russischen Spezialitäten. Seit dem Ukrainekrieg wird es jedoch schwierig, Nachschub für die Regale zu bekommen. Die Eltern stammen ursprünglich aus Russland, lebten aber lange in Kyjiw. Die Mutter ist Putin erlegen, der Vater kann nach seinem Schlaganfall nicht mehr mitarbeiten und der Sohn dringt kaum noch zu ihnen durch, um die russische Propaganda aufzudecken. Kurzentschlossen reist er nach Kyjiw, was nicht sonderlich klug ist. Kann er seine Mutter wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen?

Der Autor malt ein Szenario, wie es in vielen russisch-ukrainischen Familien Alltag ist. Eine Seite für Russland, eine Seite für die Ukraine. Der Krieg spaltet die Menschen. Erzählt werden Alltagsereignisse mit der Mutter, im Einkaufsmarkt, dem kranken Vater. Vor allem die Mutter polarisiert, durch ihr vernageltes Denken, welches sie jeden Tag durch das russische Fernsehen vertieft. Ihr Sohn dringt kaum zu ihr durch. Gut gelungen ist auch die Beschreibung der Reise nach Kyjiw. Dort wird klar, wie sehr die Eltern in Deutschland, den Verwandten in der Heimat vor den Kopf gestoßen haben, mit harmlos klingenden Argumenten, die total haltlos sind. In der Geschichte wird beschrieben, wie es in der Ukraine aussieht, wie es sich anfühlt, mit dem ständigen Bombenalarm zu leben und wie gefährlich es von jetzt auf gleich werden kann. Der Autor hat einen sehr zugänglichen, unterhaltsamen Schreibstil, der zwischen Ironie, Tragik und Humor wechselt. Eine wirklich hochaktuelle, eindringlich erzählte Familiengeschichte über die Fragen nach Identität, Migration und Zusammenhalt.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Scheinwelt

Achtzehnter Stock
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Wanda lebt mit ihrer kleinen Tochter Karlie in einem sehr heruntergekommenen Plattenbau im 18. Stockwerk. Armut wo man hinschaut. Sie träumt davon Schauspielerin zu werden. Als sie nach einem Casting die ...

Wanda lebt mit ihrer kleinen Tochter Karlie in einem sehr heruntergekommenen Plattenbau im 18. Stockwerk. Armut wo man hinschaut. Sie träumt davon Schauspielerin zu werden. Als sie nach einem Casting die einmalige Gelegenheit bekommt, eine Rolle zu spielen, kommt sie mit der Glitzerwelt der Schönen und Reichen in Kontakt. Kann sie die Chance nutzen?

Diese Geschichte hat mich von Anfang bis Ende so in ihren Bann gezogen, dass ich sie in einem Rutsch durchgelesen habe. Die Autorin hat eine ehrliche, freche, ungeschönte Sprache benutzt und kein Blatt vor den Mund genommen. Sie schildert Wandas Situation sehr überzeugend. Schön fand ich den Zusammenhalt der Menschen im Wohnblock. Obwohl alle arm waren, haben sie das Beste draus gemacht, sich gegenseitig unterstützt und zusammengehalten. Im Gegensatz zu der schillernden Promiwelt, wo man sich gegenseitig in den Rücken fällt und dem anderen nichts gönnt. Hier wird sehr klug die Zwickmühle dargestellt, in die Wanda gerät. Einerseits will sie ihrer Tochter ein Leben bieten, wo sie ihr alles kaufen kann, was sie will. Andererseits sehnt sie sich nach den zuverlässigen Freunden, die sie zuhause hat. Am Ende zählt, dass man sich nicht alles mit Geld kaufen kann und grenzenloser Reichtum auch nicht glücklich und zufrieden macht. "Glück findet von Zeit zu Zeit sogar in den achtzehnten Stock".

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Dystopischer Krimi

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Das Buch wird als Kriminalroman beworben, was zwar stimmt, aber ein Krimi der etwas anderen Art. Zunächst geht es darum, dass auf einer Insel 122 Überlebende, 107 Stunden Zeit haben um 1 Mörder zu finden, ...

Das Buch wird als Kriminalroman beworben, was zwar stimmt, aber ein Krimi der etwas anderen Art. Zunächst geht es darum, dass auf einer Insel 122 Überlebende, 107 Stunden Zeit haben um 1 Mörder zu finden, ansonsten geht die Welt unter. Der Autor hat hier einen Genremix gewagt und hat den Krimi sehr dystopisch geschrieben. Um die Insel wabert ein Nebel, den niemand durchdringen kann. Eine KI kann mit allen Bewohnern sprechen und weiß immer was sie denken und tun. Die erste Hälfte des Buches war sehr zäh zu lesen. Lange versteht man gar nicht, was da auf der Insel vor sich geht. Ich konnte kaum Zusammenhänge verstehen. Der Rest des Buches widmet sich dann dem Mordfall und das fand ich ganz spannend geschrieben. Leider wurde ich mit den Charakteren nicht so richtig warm und fand den Schreibstil etwas sperrig zu lesen, weshalb ich schwer voran kam. Generell sind die Genre Krimi und Dystopie schon so meins. Mich hat diese Geschichte aber nicht so richtig abholen können.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Familienkelch

Campion. Tödliches Erbe
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Der Familienkelch von Familie Gyrth wird in einer fensterlosen Kapelle aufbewahrt. Selbst der Erbe, Percival, hat keine Ahnung, wie man in die Kapelle gelangt. Als dem Detektiv Albert Campion zu Ohren ...

Der Familienkelch von Familie Gyrth wird in einer fensterlosen Kapelle aufbewahrt. Selbst der Erbe, Percival, hat keine Ahnung, wie man in die Kapelle gelangt. Als dem Detektiv Albert Campion zu Ohren kommt, dass der Kelch gestohlen werden soll, bietet er Percival seine Hilfe an. Percival ist erst skeptisch. Doch als er einer Entführung entgeht und dann auch noch seine Tante tot aufgefunden wird, lässt er Campion ermitteln.

Die Detektivgeschichte entwickelt sich eher langsam. Zunächst wird man mit den Charakteren vertraut gemacht, bevor dann immer tiefer in die Mythen rund um den Familienkelch eingetaucht wird. Zum Ende hin wird es dann richtig spannend und es kommt zum finalen Showdown. Der Aufbau ist also ein klassischer Krimi, aber very british. Der Schreibstil wirkt etwas angestaubt, aber alles passt natürlich in die Zeit, aus der dieser Krimi stammt. Zeitweise ergaben sich ein paar Längen, die jedoch zum Verständnis des Krimis beitragen. Insgesamt ein sehr klassischer Krimi aus einer längst vergangenen Zeit, der gut übersetzt wurde und leicht zu lesen war.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Wildpflanzenführer

Wilde Pflanzen essen
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Der Naturführer ist sehr kompakt zusammengefasst und bietet eine kleine Übersicht über wilde Pflanzen, die man essen kann. Unterteilt ist der Ratgeber in die Rubriken Krautige Pflanzen, Sträucher, Bäume ...

Der Naturführer ist sehr kompakt zusammengefasst und bietet eine kleine Übersicht über wilde Pflanzen, die man essen kann. Unterteilt ist der Ratgeber in die Rubriken Krautige Pflanzen, Sträucher, Bäume und Rezepte. Zu Beginn werden allgemeine Tipps gegeben, wie man sich beim Sammeln verhalten soll, was man dafür braucht und auch wo Vorsicht geboten ist. Der Aufbau ist immer gleich. Auf der linken Buchseite ist die Pflanze abgebildet und ihre einzelnen Teile werden erklärt. Es fängt immer oben bei der Blüte an, geht die Blätter und den Stängel runter bis zur Wurzel. Auf der reichten Seite wird dann erklärt, für was die Pflanze nützlich ist, wann man welche Teile der Pflanze ernten kann und was man daraus machen kann. Die Bebilderung ist sehr humorvoll gestaltet und auch die eingefügten Sprechblasen sind witzig und frech gestaltet. Ich finde den Ratgeber sehr ansprechend gestaltet, mit vielen nützlichen Tipps und sehr leicht verständlich geschrieben. Am Ende findet man noch einige Rezepte. Mit dem Buch kann man auf leichte Art Pflanzen bestimmen. Das Buch ist eine gute Ergänzung zur Instagram-Seite @wildrausch von Christine Rauch.

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