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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Wohlfühlroman

Pina fällt aus
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„Pina fällt aus“ ist einer dieser Romane, bei denen ich schon nach wenigen Seiten gemerkt habe, dass sie mich mit einem guten Gefühl zurücklassen werden. Was zunächst nach einer dramatischen Ausgangssituation ...

„Pina fällt aus“ ist einer dieser Romane, bei denen ich schon nach wenigen Seiten gemerkt habe, dass sie mich mit einem guten Gefühl zurücklassen werden. Was zunächst nach einer dramatischen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich zu einer warmherzigen, klugen und immer wieder überraschend witzigen Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und gelebte Inklusion.

Als Pina plötzlich ausfällt und ihr behinderter Sohn Leo zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist, müssen Leos Nachbarn ihr Komfortzone verlassen. Nach und nach wächst die ungewöhnliche Hausgemeinschaft über sich hinaus. Die Figuren sind wunderbar eigenwillig, glaubwürdig und sehr warmherzig gezeichnet. Jede von ihnen bringt ihre eigenen Verletzungen, Ängste und Lebensthemen mit, sodass nicht nur Leo Unterstützung braucht, sondern auch die anderen durch ihn damit konfrontiert werden.

Besonders gelungen fand ich, wie leicht und flüssig sich der Roman lesen lässt, ohne dabei seine wichtigen Themen oberflächlich zu behandeln. Immer wieder gibt es witzige Momente, die die Geschichte auflockern, gleichzeitig regt sie zum Nachdenken darüber an, was Inklusion im Alltag eigentlich bedeutet und wie schnell Menschen einfach ausgeschlossen werden. „Pina fällt aus“ ist für mich deshalb ein echter Wohlfühlroman.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Einfach lecker

Work-Lunch-Balance
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„Work-Lunch-Balance“ ist ein Kochbuch, das schon beim ersten Durchblättern Lust aufs Nachkochen macht. Die Gestaltung ist ansprechend und hochwertig, jedes Rezept wird von einem ansprechenden Foto begleitet, ...

„Work-Lunch-Balance“ ist ein Kochbuch, das schon beim ersten Durchblättern Lust aufs Nachkochen macht. Die Gestaltung ist ansprechend und hochwertig, jedes Rezept wird von einem ansprechenden Foto begleitet, das sofort Appetit macht und einen guten Eindruck davon vermittelt, was einen erwartet. Das ist mir immer sehr wichtig.

Besonders überzeugt hat mich aber vor allem der Inhalt: Die vier Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, sind alle wunderbar gelungen und haben mich geschmacklich wirklich begeistert. Die Gerichte sind abwechslungsreich, kreativ und zeigen, wie unkompliziert und lecker vegane Küche sein kann. Entsprechend lang ist inzwischen auch meine Liste an Rezepten, die ich unbedingt noch ausprobieren möchte – und das ist für mich immer ein gutes Zeichen bei einem Kochbuch. Was ich allerdings etwas irreführend finde, ist die Vermarktung als perfektes Lunch-Kochbuch für den Arbeitsalltag. Zwar sind die Rezepte alltagstauglich, für meine persönliche Mittagspause wären viele davon aber dennoch zu aufwendig. Tatsächlich koche ich die Gerichte eher abends, wenn ich mehr Zeit habe und das Essen bewusst genießen kann. Das schmälert die Qualität der Rezepte nicht, zeigt aber, dass der Titel vielleicht etwas andere Erwartungen weckt.

Unterm Strich ist „Work-Lunch-Balance“ für mich also weniger ein Buch für die schnelle Mittagspause als vielmehr eine Sammlung richtig leckerer Wohlfühlrezepte. Wer unkomplizierte vegane Gerichte mit viel Geschmack sucht, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Zwischenmenschliche Spannungen

The Artist
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Der Roman „The Artist“ von Lucy Steeds spielt in der Provence der 1920er-Jahre und verbindet Künstlerroman, Liebesgeschichte und psychologisches Kammerspiel auf sehr atmosphärisch dichte Weise.

Nach einem ...

Der Roman „The Artist“ von Lucy Steeds spielt in der Provence der 1920er-Jahre und verbindet Künstlerroman, Liebesgeschichte und psychologisches Kammerspiel auf sehr atmosphärisch dichte Weise.

Nach einem Prolog braucht die Geschichte zunächst etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Doch je länger ich gelesen habe, desto stärker hat mich der Roman in seinen Bann gezogen. Obwohl die Handlung über weite Strecken eher ruhig bleibt, entfaltet der Text eine spürbare Sogwirkung. Das liegt vor allem an der permanenten Spannung zwischen den Figuren und an den vielen unausgesprochenen Konflikten, die unter der Oberfläche brodeln.

Im Mittelpunkt steht zwar zunächst Joseph, der als Journalist einen zurückgezogen lebenden Maler interviewen soll, doch für mich war schnell klar, dass die eigentlich faszinierende Figur Ettie ist, die sich um ihren Onkel kümmert. Ihre Beziehung zu ihrem Onkel ist von Anfang an verstörend. Sie kocht, arbeitet, ordnet sich unter und scheint ihr gesamtes Leben nach seinen Bedürfnissen auszurichten. Je mehr man über sie erfährt, desto deutlicher wird, wie toxisch und zerstörerisch dieses Verhältnis ist. Gerade Etties innerer Konflikt und ihr Ringen um Selbstbestimmung haben mich emotional am meisten gepackt.

Einige Entwicklungen im späteren Verlauf waren für mich allerdings absehbar, und sprachlich wurde es an manchen Stellen etwas kitschiger, als ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt ist „The Artist“ aber ein spannend erzählter Roman über Kunst, Macht, Abhängigkeit und weibliche Selbstbehauptung, der mich trotz kleiner Schwächen bis zum Ende gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Witzig

Annie Knows Everything
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„Annie Knows Everything“ ist eine klassische Romcom, die genau das liefert, was ich von diesem Genre erwarte: Tempo, Witz und zwei Figuren, die man gerne durch ihr Chaos begleitet. Im Mittelpunkt steht ...

„Annie Knows Everything“ ist eine klassische Romcom, die genau das liefert, was ich von diesem Genre erwarte: Tempo, Witz und zwei Figuren, die man gerne durch ihr Chaos begleitet. Im Mittelpunkt steht Annie, die überzeugt ist, immer zu wissen, was für andere das Beste ist, bis ihr eigenes Leben aus der Bahn gerät. Jobverlust, ein Neuanfang in einer Branche, von der sie keine Ahnung hat, und familiäre Verwicklungen sorgen dafür, dass sie sich plötzlich selbst hinterfragen muss. Dazu kommt mit Connor ein Love Interest, der sie gleichermaßen herausfordert wie anzieht.

Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen den beiden. Annie und Connor sind schlagfertig, selbstbewusst und haben gleichzeitig genug Ecken und Kanten, um nicht klischeehaft zu wirken. Gerade dieser Mix macht die Dialoge lebendig und sorgt für viele unterhaltsame Momente. Insgesamt hat mich der Ton des Romans an typische Romcoms im Stil von Sophie Kinsella oder Emily Henry erinnert: leicht, humorvoll und mit einem guten Gespür für zwischenmenschliche Spannungen. Auch das Setting in der New Yorker Tech Branche hat mir Spaß gemacht. Der Arbeitsalltag, Annies Überforderung und ihr Versuch, sich in einer neuen Umgebung zu behaupten, sind unterhaltsam erzählt und geben der Handlung zusätzlichen Witz.

Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig und ist genau die richtige Wahl, wenn man eine leichte, aber nicht banale Lektüre sucht. Für mich hat „Annie Knows Everything“ die Erwartungen an eine unterhaltsame, unkomplizierte Lektüre absolut erfüllt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Hilfreich

50 Sätze, die es Eltern leichter machen
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„50 Sätze, die es Eltern leichter machen“ von Birgit Gattringer lässt sich als eine Art sprachlicher Werkzeugkasten für pädagogische Situationen, nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita oder Schule, ...

„50 Sätze, die es Eltern leichter machen“ von Birgit Gattringer lässt sich als eine Art sprachlicher Werkzeugkasten für pädagogische Situationen, nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita oder Schule, nutzen. Besonders positiv aufgefallen ist mir zuerst die Gestaltung: übersichtlich, klar strukturiert und so aufgebaut, dass man schnell die passenden Impulse zu typischen Alltagssituationen findet.

Inhaltlich hat mich vor allem das theoretische Fundament überzeugt. Die dargestellten Bindungsstufen waren mir so noch nicht bekannt, haben sich aber sofort erschlossen und bieten eine hilfreiche Grundlage, um das Verhalten von Kindern besser einzuordnen. Dadurch gehen die vorgeschlagenen Sätze über bloße Formulierungen hinaus und werden nachvollziehbar begründet. Auch die konkreten Sätze selbst fand ich gelungen. Sie sind alltagsnah formuliert und wirken nicht künstlich oder überpädagogisch. Unterstützt wird das durch die kurzen Alltagsbeispiele und Anwendungshilfen, die dabei helfen, sich die Umsetzung im eigenen Alltag vorzustellen.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist der Umfang: 50 Sätze sind eine ganze Menge, und es gibt inhaltlich durchaus Wiederholungen. Für mich persönlich hätte eine etwas kompaktere Auswahl gereicht, da man sich ohnehin nur einen Teil wirklich merken und verinnerlichen kann. Insgesamt ist das Buch aber ein hilfreicher, praxisnaher Begleiter für Eltern, der zeigt, wie viel Einfluss Sprache auf das Miteinander haben kann und wie sich mit kleinen Veränderungen oft schon viel bewirken lässt.

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