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Veröffentlicht am 01.05.2017

Unplausibel, streckenweise Längen, ohne Lokalkolorit

FREMDER
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Fee erzählt vom Inhalt

Ein Ehepaar findet einen Sack mit Leichenteilen und ruft die Polizei. Die beiden Ermittler, Lisa und Jan, welche sich entschlossen haben, in Freundschaft zusammen zu ziehen, bekommen ...

Fee erzählt vom Inhalt

Ein Ehepaar findet einen Sack mit Leichenteilen und ruft die Polizei. Die beiden Ermittler, Lisa und Jan, welche sich entschlossen haben, in Freundschaft zusammen zu ziehen, bekommen einen Praktikanten. Dieser Praktikant wird der Presse als Asylant vorgestellt, was er allerdings nicht ist.


Fee meint zum Buch

! Achtung, wer das Buch trotz meiner Besprechung lesen möchte, sie enthält viele Spoiler !

Hätte ich das Buch nicht von Vorablesen gewonnen, ich hätte mich da niemals durchgequält. Das möchte ich vorab sagen, denn es war eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.

Bei den anderen Rezensionen habe ich mich gefragt, ob ich dasselbe Buch gelesen habe und konnte nur mit dem Kopf schütteln.


Erst mal zum Lokalkolorit

Es wurden zunächst nur ein paar Orte genannt, wobei der Ort der Eltern für mich wie eine Straße klingt. Was ich jetzt nicht viel Lokalkolorit nenne. Dazu wurde dann teilweise ein düsteres Bild von Ehepaaren, die lange zusammen sind und teilweise einen Bauernhaushalt führten vorgestellt. Aber das könnte überall sein. Von daher war es wieder ein Mal ein Buch, in dem ich den Lokalkolorit vermisst habe.


Die Ermittler

Mit den beiden "Kommissaren" wurde ich nicht warm. Für mich sind das Kommissare, aber wie so oft, wird in diesem Buch um den heißen Brei geredet. Ich konnte mich nicht in das Ermittlerteam hinein versetzen und fand beide seltsam. Beim männlichen Ermittler drängt sich der Verdacht auf, er sei homosexuell. Das ist nicht schlimm ist, aber es war alles sehr merkwürdig und undurchsichtig.


Zur Plausibilität

Es gab in dem Buch sehr vieles, was nicht plausibel war. Zum Beispiel kam der Mörder – auf der Suche nach seinem verlorenen Sack – an die Absperrung, wo seine Daten aufgenommen wurden. Das wurde nie wieder erwähnt.

Im Alter von ca. 20 Jahren, hat der Mörder damit angefangen andere Menschen umzubringen. Sein erstes Opfer hat er aber schon früher umgebracht. Es ein Mädchen, das ihn verführt hat. Wenn er sehr viele Leute in den ca. 20 Jahren umgebracht hat, müsste es doch sehr, sehr viele Vermisstenmeldungen geben. Ich habe irgendwie nicht begriffen, wo die waren. Im Prinzip wurden nur die beiden letzten Opfer vermisst gemeldet.

Die Aufklärung ging dann plötzlich und unplausiblerweise sehr schnell und unerwartet. Alles geschah aus dem Bauch heraus. Es war unspektakulär und plötzlich hatte der Täter Gewissensbisse?

Und Lisa – die Profilerin – scheint Hellseherin, was das Profil des Täters anbelangt, was ich allerdings auch nicht für plausibel halte.

Es gibt auch zu viele Themen und Kritik (an der Politik) in dem Buch: Bauernsterben, Psychopath, Serienmörder, Asylanten (Fremdenfeindlichkeit und Angriffe (dabei wird so was wie Köln/Sylvesternacht völlig ausgeklammert)), Ehebruch, häusliche Gewalt, dominante Mütter, usw. Alles wird kurz umrissen, aber nicht ausgeweitet.

Beim Thema Ehebruch wäre es doch plausibel gewesen, wenn er seinen Vater oder dessen neue Frau auch umgebracht hätte. Aber hier war so vieles unlogisch und seltsam.


Hm

Das „Wort“: „Hm…“ kam meiner Meinung nach sehr, sehr oft vor.


Eklig und widerlich

Ich habe schon viele eklige und widerliche Bücher gelesen, aber das finde ich mit Abstand am schlimmsten. Für mich gehört das Buch in die Kategorie Horrorkrimi. Ich werde nie wieder in der Nordsee baden oder am Strand entlang laufen können, mit den Füssen im Wasser. Die Leichenteile zu häckseln und dann den „Brei“ in der Nordsee zu entsorgen klingt noch widerlicher, als alles andere, was ich schon gehört habe, was in der Nordsee entsorgt wurde. Ich glaube, ich werde das nie vergessen. Alpträume bekam ich allerdings keine von dem „Horrorkrimi“.


Langweilig

Trotz der seltsamen Geschehnisse der Geschichte, war es für mich sehr, sehr langweilig und ich hasste es, das Buch zu Ende zu lesen müssen. Streckenweise hatte es viele – unendlich viele – Längen. Das kam meist zu tragen, wenn Lisa und Jan sich beim Wein auf dessen Bauernhof unterhielten.


Sonstiges

Manches fand ich interessant und bei manchen Sachen hatte ich ein Deja vu. Als zum Beispiel die Mutter „künstlich“ „am Leben“ gehalten wurde, das hab ich schon mal in irgend einem Krimi gelesen.

Die Autorin entschied dann auch gleich mal spontan, dass es ok war, wenn man nach x Jahren Ehe fremd geht. Das war scheinbar plausibel und sie schien es nicht zu verurteilen, wohingegen ihr „Mörder“ das sehr wohl nicht ok fand. Und dann wurde er nicht mal so weit verhört, dass er von seinen vielen Morden erzählen konnte. Jedenfalls wurde das dem Leser nicht mehr mitgeteilt. Nur, dass er „böse“ Menschen bestrafte.

Es gab 2 Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun hatten: Serienmörder und der Überfall auf den vermeintlichen Asylanten. Letzteres wurde nicht aufgeklärt, weil es nicht Sache der ermittelnden Kommissare war, die sonst alles – aus dem Bauch raus – lösten, aber nicht mit wirklichen Spuren. Beispiel: Man guckt sich das Photoalbum an und lässt sich die „Bauernbekannten“ die noch leben aufschreiben, DAS ist sehr wichtig. Aber die Spur, dass der Polizist, der alle aufschrieb (WARUM?), die an der Absperrung vorbeikamen, die wurde „vergessen“.

Da es der 7. Fall der Jan-Krömer-Reihe ist, denkt man die Charaktere wären ausgereift, aber nein, sie sind Gutmenschen, sonst undurchschaubar, unlogisch und irgendwie bleiben sie mir – der Leserin – fremd. Lisa und Jans Dialoge waren zu lang und streckenweise zu langweilig. Es gibt eigentlich nur die Fälle, sie haben kein „wirkliches“ Privatleben, außer vielleicht wenn sie privat für sich einkaufen (Gartenbank, Stühle, Sofa, Lebensmittel). Ich kam ihnen nicht näher. Meist hat Lisa telefoniert und sich bei den Leuten, denen sie Fragen stellten, vorgestellt. Lisa scheint die dominantere zu sein und daher frage ich mich, warum ist das die Jan-Krömer-Reihe, wenn doch Jan eher im Hintergrund war. Lisa nimmt ihm - quasi als Assistentin vieles ab - hat aber auch vieles selbst entschieden.


Der Buchtitel

Heißt Fremder. Das bezieht sich aber doch eher auf die Nebenhandlung mit dem vermeintlichen Asylanten, denn der Serienmörder ist nicht wirklich fremd. Für mich ist er – von seinen Morden abgesehen – ein typischer Ostfriese, so wie man ihn sich vorstellt. Es ist auch das einzige, dass an einen Ostrieslandkrimi erinnert. Das Bild ist echt super, denn es passt wie bei vielen Büchern nicht zum Buch. Man könnte es aber interpretieren: Der Regen und ein gesichtsloser dunkler Fremder könnten eine Horrorstimmung verbreiten. Allerdings ist der Fremde genauso wie der auf dem Bild eher dem „Fremden“, auf dessen Handlungsstrang man in dem Buch hätte verzichten können, zuzuordnen. Ich denke, die Autorin wäre besser beraten gewesen, wenn sie manches andere ein wenig ausführlicher beschrieben hätte, so dass man sich in die Charaktere hätte rein versetzen können. So blieben sie mir alle Fremd. Vielleicht ist mit FREMDER auch der Leser bzw. die Leserin gemeint?


Fee meint noch

Für mich war die Leseprobe vielversprechend und ich dachte mir, dass der Krimi etwas „unterirdisch“ wird, aber nicht, mit so Nordseesachen. Ich dachte, ich könnte mit dem Ermittlerteam „warm“ werden, aber das war keinesfalls so. Leider. Ich wünschte, ich hätte ein anderes Buch gelesen.

Das Buch ist auch sehr verwirrend und ein Desaster oder heilloses Durcheinander. Ein Mal wird von 5 dann von 7 Leichen gesprochen (bezogen auf den Inhalt des Leichensacks) oder werden da die 2 vermissten dazugezählt?


Fees Fazit

Zu viele oberflächlich behandelte Themen, unplausible Ermittlung, offen gebliebene Fragen, streckenweise Längen bei den Dialogen von Jan und Lisa, zwei Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun hatten und ein Ermittlungsteam mit dem ich nicht warm wurde, ließen mich als Leserin verzweifeln. Als ich das Buch dann gestern Abend ausgelesen hatte, waren so viele offene Fragen, dass ich verwirrt zurückblieb. Ein Buch, das so vielversprechend war, als Leseprobe und das ich unter anderen Umständen nie ausgelesen hätte. Jedenfalls werden mir einige Sachen des Buches immer in Erinnerung bleiben, dafür gebührt der Autorin zumindest einen Stern.

Veröffentlicht am 25.04.2017

~*~ Schluss mit der Salamitaktik ~*~

Zum Kuckuck
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Lesezeichenfee erzählt einen Teil der Geschichte

Zuerst stirbt Bäcker Amrein, dann der Hund von Hanna Sütterlin, dann begeht die Frau vom Pflegedienst Selbstmord, nachdem Frau Sütterlin sie schlecht behandelt ...

Lesezeichenfee erzählt einen Teil der Geschichte

Zuerst stirbt Bäcker Amrein, dann der Hund von Hanna Sütterlin, dann begeht die Frau vom Pflegedienst Selbstmord, nachdem Frau Sütterlin sie schlecht behandelt wird und dann wird noch die Freundin von ihrem Sohn umgebracht. Schlaicher hat eigentlich so gar keine Zeit, seit er sich im Internet bei einer Partnerbörse angemeldet hat. Sein Vater besucht ihn auch noch, obwohl er keine Zeit hat, dann muss sein Nachbar Trefzer seinen Laden schließen, weil das Finanzamt ihm auf die Schliche kommt. Schlaicher landet dann noch im Krankenhaus, weil bei seinem Auto plötzlich die Bremsen nicht mehr funktionieren. Alles deutet auf eine Person hin. Kommissar Schlageter ermittelt.

Für GZacher

Also der Hund vorne auf dem Bild ist Schlaichers Hund – ein Basset – Dr. Watson. Der in jeder Geschichte dabei sein darf. In diesem Buch spielt er eine kleine Rolle, weil er Bella, die Hündin von Frau Sütterlin besuchen darf. Sonst bringt der Hund Schlaicher immer nur Stress, weil er mit ihm rausgehen muss. Da er alleine wohnt ist das schwierig, aber als sein Papa zu Besuch kommt, funktioniert das auch als er kurzzeitig im Krankenhaus ist. Mir jedenfalls gefällt es dass da ein Basset mitspielt. Herrlich. Dr. Watson lässt die Hunde von GZacher grüßen.

Fee erzählt von den Charakteren

Rainer Maria Schlaicher – Beruflich ist er Testdieb und sein eigener Chef, momentan ist er allerdings eher auf Freiersfüßen und sucht eine neue Frau übers Internet.
Sabine Rulfinger – Eine der Frauen, die er trifft, die sich seltsam aufführt.

Erwin Trefzer – Er ist der Nachbar von Schlaicher. In seiner Scheune verkauft er allerlei Sachen. Er ist Rentner und das Finanzamt ist nicht von seiner Tätigkeit informiert. Er spricht tiefstes Badisch, absolut göttlich. Mein Lieblingscharakter in dieser Buchserie.

Frau Hanna Sütterlin – wohnt in der Nähe von Trefzer und Schlaicher. Sie hat eine Hündin, die Bella (Yorkshireterrier) heißt. Um 17 Uhr gibt’s pünktlich Tee bei ihr, und dazu schreit dann immer ihr Kuckuck aus der Kuckucksuhr. Um sie herum sterben Menschen, die sie meist nicht besonders leiden kann. Sie selbst ist auch manchmal sehr seltsam.

Kommissar Hanspeter Schlageter – Er ist von der Lörracher Kriminalpolizei und Dauergast in der Serie. Im letzten Buch hat er eine Kommissarin aus der Schweiz kennen gelernt. Beide gehen des öfteren miteinander aus und es sieht aus, als ob der Topf seinen Deckel gefunden hat. Er mach Schlageter nicht so sehr, weil der ständig in seinen Fällen „rumpfuscht“. Seit er eine Frau an seiner Seite hat, ist er allerdings netter geworden.

Assistent Hellbach – Er ist der ewige Assistent, wie Harry von Derrick. Unscheinbar und nichts besonderes. Er und Schlageter treten meist zu zweit auf.

Hansrudi Josko – Der Nachbar von Hanna Sütterlin und ihrer Schwester. Er kommt in der Geschichte immer, wenn der Kuckuck schon wieder in der Uhr ist. Er hilft beiden im Garten und überall wo sie Hilfe benötigen.

Manuela – Die Exfrau von Schlaicher hat hier keine Rolle, bei ihr in Frankfurt wohnt ihr gemeinsamer Sohn Lars.

Lars – Der Sohn von Manuela und Schlaicher wohnt bei seiner Mutter und telefoniert ab und an mit Schlaicher. Er wohnte zuerst bei Schlaicher, aber dann geriet er im letzten Buch in schlechte Gesellschaft, daher zog er wieder zu seiner Mutter.

Melanie Weichsel – Sie ist die Frontsängerin der Lörracher Band Drei-X-Beziehung. Melanie wollte gerne eine Beziehung mit Schlaicher haben, aber er hatte damals noch Martina. Beide spielten im letzten Band eine Rolle, hier werden sie nur erwähnt, weil er nun ohne Frau ist.

Albert Maria Schlaicher – Er ist der Papa von Rainer und der Opa von Lars. In diesem Band besucht er seinen Sohn. Die Beziehung der beiden ist nicht so gut und daher haben sie sehr viel Stress miteinander. Er nimmt Rainer ein Date ab, wusste allerdings nicht, dass er im Krankenhaus war, zu dieser Zeit.

Inka Kunz – Eine weitere Dame, mit der sich Rainer Schlageter trifft. Sie ist sehr seltsam und ein Vulkan, den man sich nur ein Mal antut.

Sabrina Kemmerer – Das Date mit ihr und Rainer ist sehr vielversprechend. Sie sieht sehr gut aus, bedient bei ihren Eltern im Restaurant und hat 2 Kinder. Alles läuft zuerst sehr gut. Sie scheint sehr nett und sympathisch zu sein und ich hoffe, dass es mit ihr ein Wiedersehen gibt, im nächsten Band. Sie und Schlageter könnten auch nur Freunde sein.
Jenny Plötschke – In diesem Buch lernt Schlageter sie nicht mehr kennen, dafür lernt sein Papa sie kennen und sie ist plötzlich ca. 20 Jahre älter, als gedacht.

Lesezeichenfees Meinung

Also das Ende des Ganzen ist ein supertolles Finale mit einem wahrhaft überraschenden Ende. Alle geben sich ein Stelldichein an einem einzigen Ort. Grandios.
Die Charaktere sind wieder wundervoll ausgearbeitet. Vor allem Trefzer gefällt mir, der hier total verzweifelt ist, aber anderweitig in die Geschichte auch noch involviert wird. Außerdem bringt er mit seinem badischen Dialekt sehr viel Lokalkolorit in die Geschichte.

Schlaichers Internetbekanntschaften sind sehr interessant und doch bleibt alles wieder offen. Das gefällt mir sehr gut. Man weiß nie so genau, wo man dran ist. Vor allem die Frauen sind sehr überraschend, so dass man einiges zum Schmunzeln hat. Überhaupt ist der Krimi mit viel Humor ausgestattet. Spannend ist der Krimi auch sehr, weil der Autor einen bewusst auf die falsche Spur lotst. Der Kommissar und sein Assistent sind mehr oder weniger nur zu Statisten degradiert worden, die ihrer Pflicht nicht immer so nachgehen, wie sie sollten, weil sie nichts glauben, was ihnen Schlaicher oder Frau Sütterlin mitteilen.
Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben, so dass man es – viel zu schnell – wieder ausgelesen hat. Habe ich schon gesagt, der Autor ist mein neuer Lieblingsautor? Oh, ich glaube, das habe ich schon beim letzten Bericht gesagt. Es wird Zeit, wieder nach weiteren Büchern des Autors Ausschau zu halten. ?

Lesezeichenfees Fazit

Ich habe nichts zu kritisieren, auch wenn man meint, dass es am Anfang längere Zeit dauert, bis sich die Fadenstränge treffen und zu einem Krimi verflochten werden. Trotzdem kann ich keinen Stern abziehen, weil es ein Wiederlesen mit alten Bekannten gibt und man neue Figuren kennen lernt. 5 Sterne und eine Empfehlung.

PS: Doch, es gibt was zu kritisieren, dass der Autor nur ein Mensch ist und nur einen Band pro Jahr schreiben kann. Wenn dafür jeder Band so gut ist, dann muss man eben warten. ? Über den Autor gibt’s hier sehr viel interessantes zu lesen: http://www.dorweiler.de/. Scheinbar ist Salamitaktik, das eben erschienene Buch das letzte der Schlaicher-Krimis. Also das wäre schade, das wäre dann wirklich ein Kritikpunkt. Das geht ja gar nicht, was sollen wir Schlaicher-süchtigen-Fans dann tun?

Irgendwie gibts nur ein paar Bände von dem Buch, das geht ja gar nicht. heul

Veröffentlicht am 25.04.2017

~*~ Dr. Watson ohne Sherlock Holmes ~*~

Mord auf Alemannisch
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Inhalt nach Lesezeichenfee

Rainer Maria Schlaicher kauft von seinem Nachbarn eine gefälschte Weber-Jacke ohne Etikett. Beim Bassettreffen, stellt die Chefin der Firma fest, dass das echte Weberjacken ...

Inhalt nach Lesezeichenfee

Rainer Maria Schlaicher kauft von seinem Nachbarn eine gefälschte Weber-Jacke ohne Etikett. Beim Bassettreffen, stellt die Chefin der Firma fest, dass das echte Weberjacken sind. Sie engagiert Schlaicher. Doch kurz danach stirbt der 2. Basset und die Firmenchefin. Schlaicher wird in Intrigen zwischen Hermann und Laura Weber verwickelt. Er lernt Kommissar Schlageter kennen, der Angst vor Dr. Watson hat.
Lesezeichenfees Meinung

Das scheint der erste Krimi der kurzen Serie von Ralf H. Dorweiler zu sein. Schlaicher lernt Martina kennen und Schlageter. Die Geschichte scheint plausibel zu sein und ist relativ spannend. Hätte ich zuerst diesen Krimi gelesen, wäre ich wohl nicht so weit gegangen, Dorweiler als einen meiner neuen Lieblingsautoren zu bezeichnen. Es gab genügend Badisch, um dem Lokalkolorit genüge zu tun. Die Geschichte war zwar verwirrend, trotzdem war mir klar, wer was damit zu tun hatte. Das nahm dann doch ein wenig die Spannung weg und auch die sexuellen Eskapaden von Laura Weber fand ich persönlich nicht so prickelnd.
Trotzdem waren die Figuren schon sehr schön gezeichnet und da ich diesen 1. Band als 3. Band las, kam ich sehr gut mit ihm zurecht. Die Schlaicher-Serie ist sehr schön geschrieben und auch der erste Band ist auf jeden Fall lesenswert, wobei ich eine Steigerung bei den anderen Bänden gesehen habe. Die badische Serie ist sehr liebevoll geschrieben, mit vielen Einzelheiten. Der Autor hat sich sehr gut in seine „neue“ Heimat reinversetzen können. Schließlich sind Frankfurter und Schwarzwäldlerische Eigenheiten doch meilenweit voneinander entfernt. Der Basset macht das ganze Buch noch schöner, vor allem, weil hier noch andere Bassets eine Rolle spielen, was das ganze noch sympathischer macht. Gut finde ich auf jeden Fall, dass es ein „harmloser“ Thriller ist und nicht so blutrünstig, wie manche anderen. Auch wenn es sehr schade ist, dass es am Ende 2 Bassets weniger gibt. Von der Basset-Gruppe bzw. den Treffen, hätte ich wirklich gerne noch mehr gehört. Der Krimi ist auf jeden Fall schnell und leicht zu lesen. Leichte Lektüre mit tollem Unterhaltungswert und Humor.
Lesezeichenfees Fazit

Ich mag deutsche Regionalkrimis, wenn sie gut geschrieben sind. Manchmal wünschte ich mir 9 Sterne, damit ich eine größere Bandbreite hätte, bei der Sternevergabe. Momentan bin ich etwas in der Zwickmühle, was die Sterneanzahl betrifft, da ich schon weitaus schlechteren Büchern 3 Sterne gegeben habe und diese Geschichten „nur“ 3 Sterne „wert“ sind. Allerdings gute drei Sterne, deshalb werte ich mit 4 Sternen und einer Empfehlung.

Veröffentlicht am 25.04.2017

*~* Fee, die Schwäbin, empfiehlt den badischen Krimi *~*

Ein Teufel zuviel
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Fee erzählt vom Krimi:

Rainer Maria Schlaicher erwartet Besuch von seinem Vater, was ihm gar nicht gefällt. Mitten in der Nacht möchte sein Vater ein Asthmaspray von ihm und er muss zur Notapotheke gehen. ...

Fee erzählt vom Krimi:

Rainer Maria Schlaicher erwartet Besuch von seinem Vater, was ihm gar nicht gefällt. Mitten in der Nacht möchte sein Vater ein Asthmaspray von ihm und er muss zur Notapotheke gehen. Dort bekommt er das Spray nicht ohne Rezept, aber mit seinem Vater will er sich auch nicht auseinandersetzen. Die Apothekerin ruft die Polizei und er verschwindet. Blöderweise findet er am Denkmal eine Leiche und denkt, er könnte sie noch retten, dabei wird sein Auto von ihm und der Feuerwehr total verbeult. Weil alle über sein Auto klettern, um zu sehen, ob sie dem „Toten“ wieder Leben einhauchen wollen. Kommissar Schlageter ist für den Fall zuständig und er ist sogleich der vermutete Täter Nummer Eins. Blöd ist auch, dass ein Bild, das er beruflich stehlen musste nun repariert werden muss, weil sein Bassett den Rahmen kaputt gemacht hat. In einer Sektenkommune auf dem Bauernhof ist ein Restaurateur. Dort lebt auch die Tochter des Toten. Als Schlageter ihn da findet, ist für ihn klar, dass er und die Sekte gemeinsame Sache gemacht haben. Nun muss Schlaicher ganz schnell herausfinden, was passiert ist.
Fees Meinung

Für Cosmay dieses Mal ohne Amazonrezension, weil die nix hergeben. ? Das Buch war sehr spannend, allerdings fand ich das Ende zu blutig. Mir gefiel vor allem der Lokalkolorit und Erwin Trefzer, der Nachbar von Schlaicher, mit dem tollen badischen Dialekt. Ich verstehe ihn zwar, aber wenn ich ihn vorlese, hört man gleich die Schwäbin heraus. Eigentlich dürfte mir dieser badische Krimi nicht gefallen und doch, ich bin ein so großer Fan, dass ich mir die Serie ertausche und nicht wieder vertausche. Daher finde ich es total blöd, dass einige Bücher in schwarz und die anderen in weiß gehalten sind. Im Bücherregal sieht das total blöde aus! Der Autor weiß sehr gut, wie man den Spannungsbogen ansetzt und dann total spannend macht, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann. Die Figuren/Charaktere sind sehr gut skizziert, man kann sie sich lebhaft vorstellen. Die meisten sind einem sehr sympathisch. Die Frauengeschichten von Schlaicher sind sehr interessant, vor allem, weil ihm immer die „Falschen“ gefallen. Kaum habe ich mir das Buch ertauscht, halte ich es auch schon in den Händen und lese es. 3 Abende und es ist ausgelesen. Das Lesevergnügen ist einfach von zu kurzer Dauer. Es macht auch nichts aus, dass ich die Bücher in der falschen Reihenfolge lese, sie sind in sich abgeschlossen. Man feiert immer ein Wiedersehen mit bestimmten Charakteren, was ich sehr schön finde. Mehr möchte ich nicht verraten. ? Teilweise ist der Krimi auch humorvoll geschrieben.
Fees Fazit

Auch dieses Buch aus dieser Reihe sollte man unbedingt lesen. Es ist total spannend, die Charaktere sind gut beschrieben und die Geschichte ist der absolute Wahnsinn!! Da macht es dann auch nichts aus, dass es ein badisches Buch mit unheimlich viel Lokalkolorit und Landschaft ist. Ich fand nur das Ende zu blutig, deshalb ziehe ich einen Stern ab. Als Schwäbin gebe ich dem Buch 4 Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2017

Gespenstisch...

Die Frau im Fahrstuhl
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Dieses Buch ist ein schöner Zwischendurch-Quickie, es hat nur 173 Seiten und besteht aus 11 Kurzgeschichten. Ein Glücksgriff meiner Schwester, welche mir das Buch irgendwann mal zu Weihnachten geschenkt ...


Dieses Buch ist ein schöner Zwischendurch-Quickie, es hat nur 173 Seiten und besteht aus 11 Kurzgeschichten. Ein Glücksgriff meiner Schwester, welche mir das Buch irgendwann mal zu Weihnachten geschenkt hat.

Fee erzählt zum Buch

Es besteht aus einer Irene-Huss- und 10 Geistergeschichten. Das Buch wurde 2003 zum ersten Mal verlegt, der schwedische Originaltitel: Kvinnan i hissen och andra mystiska historier. Übersetzt wurde es von Holger Wolandt und ich hoffe, daß es dadurch nicht zuviel von seinem Charme verloren hat. Bei englischen Büchern denke ich, in der Übersetzung geht oft zuviel vom ursprünglichen Buchcharakter verloren.

Fees Inhalt
Die Frau im Fahrstuhl I und II

Das sind zwei verschiedene Geschichten, eine ist praktisch die Fortsetzung der anderen. Sie finden in einem Krankenhaus statt. Immer wenn Vollmond ist, fährt der Fahrstuhl ins oberste Geschoss und dann kommt er mit einer Frau herunter, die dann wieder spurlos verschwindet. In dieser Zeit kann man den Fahrstuhl nicht benützen, jede Taktik, mit ihr Kontakt aufzunehmen, wird dadurch zunichte gemacht, dass jedes Mal plötzlich und völlig unerwartet auf der Station der Alarm losgeht und ein Patient vor dem Sterben gerettet werden muss, deshalb geben sie es vorerst auch auf, mit dem Geist in Kontakt zu kommen.

Diese beiden Geschichten gefallen mir sehr gut. Sie sind äußerst anschauend beschrieben, so dass man sich direkt hinein versetzen kann.
Die Erbin des Wirtshauses

Zwei Familien machen Urlaub in einem Haus auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland. In dem Haus geistert eine Frau herum. Die beiden Frauen sind völlig irritiert, die Männer bekommen natürlich nichts mit. Eines Tages geraten sie an die Ausstellung einer Malerin, die ihnen zu einem überaus günstigen Preis ein Bild der geisternden Frau verkauft und ihnen deren Geschichte erzählt.

Diese Geschichte gefällt mir auch sehr gut. Irgendwie kann man sich vorstellen, dass so etwas wirklich passieren könnte.
Brennender Hass

Ein schwedisches Pärchen, in den Flitterwochen, macht in Schottland Urlaub, dabei verfahren sie sich spät in der Nacht völlig, bedingt durch den Nebel und dichten Regen. Irgendwann stoßen sie auf ein Haus, die darin wohnende Frau redet nichts, gibt ihnen aber ein Zimmer. Mitten in der Nacht wachen sie auf, weil das Haus brennt und sie können sich gerade noch retten. Sie fahren sofort los und finden glücklicherweise einen Ort und bekommen am frühen Morgen ein Zimmer. Als sie mittags bei der Polizei den Vorfall melden, erfahren sie Überraschendes....
So was kann nicht passieren, aber es gruselt einen schon bei der Vorstellung, dass es vielleicht doch sein könnte. Schottland passt so richtig zu dieser Geschichte. Man kann sich auch hier direkt hinein versetzen.
Feuergefährliche Weihnacht

Weihnachten mit beiden Schwiegermüttern die sich hassen ist immer stressig. Wenn dann noch die Kerzen brennen, wenn man ins Bett geht und es brennt, geht es meist nicht so glimpflich aus, wie in diesem Fall.

Diese Geschichte fand ich nicht so schön. Irgendwie hat mich das ganze nicht so angesprochen.
Einige Dinge vergisst man nie...

Diese Geschichte spielt wieder im Krankenhaus. Eine pensionierte ältere Krankenschwester, sehr nett, aber leider ist ihr Geist nicht mehr hier. Da sie ziemlich vollbelegt waren, legten sie eine Frau zu ihr. Die Frau mochte die ältere Krankenschwester. Eines Nachts saß die ältere Frau am Bett der jüngeren. Die Schwestern wollten sie ins Bett bringen, doch sie weigerte sich. Die jüngere Frau hatte nichts dagegen. Danach gab es Probleme auf der Station und die Schwestern konnten erst wieder später nach beiden Frauen schauen. Die Jüngere war überraschenderweise gestorben...

Das ist Horror und Grusel pur. Also nichts für zartbesaitete.
Wie wir das Gespenst unserer Station loswurden

Die Nachschwestern kündigten reihenweise, da jede Nacht eine lang verstorbene Schwester Dienst auf der Station tat. Sie wirtschaftete im Spülraum herum, dabei machte sie solch einen Krach, dass es ein Wunder war, dass tatsächlich noch einige Schwester ihren Dienst verrichteten. Mehrere Krisensitzungen halfen nicht. Kurz danach wurde das Krankenhaus renoviert und das Problem erledigte sich von selbst....
Einfach nicht drüber nachdenken und schon lösen sich einige Sachen selbst.
Nicht ohne meine Hose

Eine sehr nette, humorvolle, ältere Dame, brach sich den Oberschenkel und bekam eine tüchtige Gehirnerschütterung. Sie lag lange im Krankenhaus und man stellte fest, dass sie Krebs hatte und man nichts mehr machen konnte. Bei den Schwestern war sie sehr beliebt, eine Schwester schloss sie sehr in ihr Herz. Ihr sagte sie, wenn sie sterben sollte, wollte sie nicht ohne Hose vor ihren Schöpfer treten und bat sie ihr einen Krankenhausschlüpfer anzuziehen.... Kurze Zeit später verstarb sie und niemand dachte daran ihren letzten Wunsch zu erfüllen.... Da machte sie sich auf ihre eigene Art bemerkbar...

Wie die Schwester dies nun in Ordnung brachte, fand ich schön und daraus hätte man den Beginn einer Liebesgeschichte machen können...
Jenseits von Cyberspace

Sven und Anna waren ein glückliches Paar, doch kurz vor seiner Pensionierung verstarb Anna. Zuerst hatte er keine Lust mehr und vergrub sich zuhause, doch ein ehemaliger Kollege brachte ihn wieder unter die Leute. Dabei passierten seltsame Zufälle, für eine Wohnung in einer tollen Wohnanlage, bei der andere 13 Jahre warten mussten, bekam er schon nach ein paar Monaten positiven Bescheid. Bei Augenoperationen musste er nicht solange warten, bis er drankam. Er wunderte sich zwar, aber er fand nicht heraus an was es lag. Eines Tages, er war am PC klingelte es, ein Krankenwagenteam stand vor der Haustüre und wollte ihn eine Stunde “zu früh“ abholen. Er versicherte ihnen, dass es ihm gut ging und schickte sie weg. Als er an seinen Computer kam, bekam er eine seltsame E-Mail von seiner verstorbenen Frau....
Das wäre schön, wenn der verstorbene, geliebte Mensch sich durch den PC bemerkbar machen könnte und Wünsche erfüllen könnte. Diese Geschichte ist so was von süß.
Das Wasser der Liebe

Eine frisch geschiedene Buchautorin verbringt die Vorweihnachtszeit wie üblich in Kopenhagen, nicht bedenkend, dass ihr Mann, ein Gewohnheitstier, genau dasselbe machen würde. Er war allerdings schon wieder verheiratet. Da sie immer an den Orten ist, wo er auch ist, kommt sie auf die Idee nun das Gegenteil zu tun, da sie keine Lust hat, ihm immer wieder zu begegnen. Dabei hat sie ein interessantes Erlebnis. Das schönste aber ist, daß sie hier den Mann ihres Lebens findet....
Das ist meine Lieblingsgeschichte. Die löst Schreibblockaden auf. )
Rache, meine Schwester

Eine Irene-Huss-Geschichte. Hier bekommt man eine kleine Leseprobe zu ihren Krimis mit einer abgeschlossenen Geschichte, leider ohne Sammy. Es geht um zwei Schwestern und eine unglückliche Ehe mit einem überraschenden Ende.
Na ja, diese Geschichte ist wohl nur drin, um den Verkauf ihrer Serie anzukurbeln. Irgendwie finde ich, hat sie hier nicht so viel verloren.

Fees Fazit

Alle Geschichten sind sehr interessant und spannend geschrieben. Mir gefällt der einfache Erzählstil von Helene Tursten. Vor allem fand ich schön, dass man sie kurz mal zwischendurch lesen konnte. Es ist ein Buch, das man überall mitnehmen kann und kurz mal reinlesen kann, auch für Nichtleseratten geeignet. Bei Ihrer außergewöhnlich unheimlichen Liebesgeschichte, dachte ich, sie sollte es mal mit Liebesromanen versuchen, die würde ich ganz sicher auch lesen. Sie schreibt nämlich sehr einfühlsam und ohne „Schmalz“. Man kann sich das alles vorstellen. Und zum ersten Mal seit ewiger Zeit hatte ich das Gefühl, daß ich mehr lesen wollte und fand es schade, als die Geschichten zu Ende waren.
Helene Tursten hat mich nun auch in ihren Bann gezogen, wie schon einige andere schwedische Schriftsteller zuvor. Als Schweden-Fan finde ich es schön, wenn sie manchmal etwas vom schwedischen Leben erzählt. Man merkt, dass sie dort glücklich ist und gerne lebt. Irgendwie sind die Geschichten alle ein Stück von ihr. Sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Auf jeden Fall ist sie eine sehr gute Autorin, der ich alle 5 Sterne für das Buch gebe, denn ich bin total begeistert von dem Buch. Leider habe ich das Buch schon vertauscht und verschickt, daher kann ich leider kein Bild einstellen.

Lesezeichenfee again im Februar 2010.