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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2024

Ich bin etwas enttäuscht

Regen
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„Regen“ war mit 113 Seiten wirklich überschaubar und in kürzester Zeit durchgelesen. Bisher habe ich die Bücher von Ferdinand von Schirach immer gerne gelesen und jedes einzelne Buch hat mich in irgendeiner ...

„Regen“ war mit 113 Seiten wirklich überschaubar und in kürzester Zeit durchgelesen. Bisher habe ich die Bücher von Ferdinand von Schirach immer gerne gelesen und jedes einzelne Buch hat mich in irgendeiner Form bereichert. Meist schlage ich das Buch zu und denke noch lange über die Worte oder eines der Themen nach.

Das war nach „Regen“ zwar auch so, trotzdem hat mich dieses Buch etwas enttäuscht zurückgelassen. Auf sehr wenigen Seiten hat es für mich persönlich etwas zu lange gedauert, bis die Worte richtig konkret wurden. Nach der Hälfte des Haupttextes (und der zog sich nur über knapp 50 Seiten) hab ich mich dann aber doch abgeholt gefühlt und vor allem auf den letzten Absätzen wurde gezielt der Bogen zum Anfang gespannt und „die Liebeserklärung“ wurde rund. Der Text hatte was von Einsamkeit, Melancholie Gesellschaftskritik und auch amüsante Passagen. Letztlich hat er zum Nachdenken angeregt, aber erst das nachfolgende Interview wurde so richtig interessant für mich. Der Autor hat über sich, seine vergangenen Werke und sein Schriftsteller-Dasein geantwortet und das auf sehr beeindruckende und kluge Art und Weise. Ich bin nur so durch das Interview geflogen.

Ich lese von Schirach immer gerne, aber ehrlicherweise würde ich „Regen“ nur bedingt empfehlen. Ich finde die geringe Seiten- und Inhaltsfülle für den Preis nicht ganz fair und hoffe, dass das Ganze nochmal in einem günstigeren Taschenbuch-Format veröffentlicht wird. Ich freue mich aber dennoch auf seine Bücher, die noch in meinem Regal stehen und die noch zukünftig bei mir einziehen werden.

3/5 Sternen

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Veröffentlicht am 26.02.2024

I like!

Pick me Girls
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In »Pick me Girls« möchte Sophie Passmann insbesondere der jüngeren Frauenwelt was mitgeben. Mit Erfahrungen, Gedanken und Einstellungen geht sie durch verschiedene Verhaltensmuster und dabei auch durch ...

In »Pick me Girls« möchte Sophie Passmann insbesondere der jüngeren Frauenwelt was mitgeben. Mit Erfahrungen, Gedanken und Einstellungen geht sie durch verschiedene Verhaltensmuster und dabei auch durch ihre eigene Vergangenheit. Sie spricht schonungslos ehrlich misogyne und sexistische Muster an, Probleme, die sie im Feminismus stellenweise sieht, und natürlich, was es mit dem Begriff »Pick me Girls« auf sich hat.

Ich konnte beim Lesen, besonders am Anfang des Buchs, extrem viel nachempfinden und hab mich stellenweise von dem Geschriebenen sehr abgeholt gefühlt. Anderes konnte das dafür gar nicht. Es kann (jedenfalls für mich) auch nicht alles zu 100 Prozent nachvollziehbar sein, da vieles doch sehr persönlich ist. Für mein Empfinden hatte das Buch einen sehr biografischen Charakter, da sich das Buch nicht mit Statistiken, Studien oder feministischer Geschichte auseinandersetzt, sondern man vielmehr durch die Augen von Sophie Passmann blickt - und der Leser (wie ich) hoffentlich eine Menge bestätigen oder unterstreichen kann. Damit ist allerdings auch klar: das Buch ist nicht universell, da die Autorin eben nicht für alle, sondern nur für ihre „Bubble“ entsprechend ihrer Erfahrungen spricht. Ich finde das persönlich nicht dramatisch, konnte eine Menge aus dem Buch und einige Punkte als Gedankenanstoß mitnehmen. Es sollte meiner Meinung nach aber entsprechend mehr solcher Bücher geben, um exemplarische Erfahrungen zu erweitern, damit sich umso mehr Frauen gesehen und abgeholt fühlen.

Der Ton ist direkt und unverblümt, hatte aber stellenweise auch einen sehr verurteilenden Unterton, den ich nicht immer gut fand. Für mich war dieses Buch insgesamt aber sehr bereichernd und ich hatte in erster Linie Spaß beim Lesen und kann für »Pick me Girls« eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Ich liebe dieses Setting!

Belladaire Academy of Athletes - Liars
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Eine elitäre Academy in Monaco und dann auch noch mit Fokus auf Sport (in Band Eins vor allem Fechten und Schwimmen) - unglaublich gute Vorraussetzungen! Ich hab mich wahnsinnig auf den Auftakt der Belladaire ...

Eine elitäre Academy in Monaco und dann auch noch mit Fokus auf Sport (in Band Eins vor allem Fechten und Schwimmen) - unglaublich gute Vorraussetzungen! Ich hab mich wahnsinnig auf den Auftakt der Belladaire Academy of Athletes gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Mir hat der Schreibstil von Maren Vivien Haase wieder richtig gut gefallen. Die Sogwirkung war da, die Charaktere sehr nahbar und das Setting wurde richtig schön umgesetzt, wie ich finde. Nika Blum kommt neu an die Academy und geht damit einen weiteren Schritt in ihrer Karriere auf dem Weg zur Profi-Fechterin. Hier kommt leider schon ein kleiner Kritikpunkt: Das Fechten ging für mich im Vergleich zum Schwimmsport, den die beiden Kennedy-Brüder ausüben, etwas unter und in der Handlung kam ihr Ehrgeiz in Sachen Karriere für mich nicht mehr so ganz hervor. Dafür wurde wiederum viel Ausarbeitung in die weiteren Facetten von Nika gesteckt. Sie verstrickt sich aufgrund gewisser Umstände und Traumata aus der Vergangenheit in eine Menge Lügen. Dadurch gerät sie ungeahnt in einen Deal mit dem zweiten Protagonisten, Ambrose Kennedy.

Ambrose ist ein ziemlich attraktiver Schwimmer (🔥), der wiederum eine Zielstrebigkeit an den Tag legt, die manchmal seine Werte etwas beiseite räumen. 🌝Aber genau an der Stelle durchblickt man immer mehr seine menschliche Seite, seine Stärken, Schwächen, Ziele und Ängste. Wo im ersten Moment die Sympathie eher bei seinem großen Bruder Aaron lag, konnte Ambrose gut aufholen und sich Stück für Stück doch in mein Herz schleichen. Erfährt man erst einmal den Kern dahinter, kann man auch seine Taten gut nachvollziehen. So ging es mir zumindest. Die Dynamik zwischen Nika und Ambrose mochte ich richtig gerne! Der Deal hat Enemies-to-Lovers Tendenzen in die Geschichte gebracht und natürlich Knistern und Spannung.

Ein schönes Setting, bei dem der (Fecht)-Sport für mich aber wie gesagt gerne eeetwas mehr hätte hervorstechen können. Die Intrigen und Lügen haben für mich einerseits gut gepasst - ich hab aber auch eine Weile gebraucht, um mit Nika Sympathie aufzubauen und hinter ihre Lügen zu blicken. Am Ende konnte die Auflösung das aber wieder ganz gut rausholen. Insgesamt ein schöner Auftakt, bei dem mir auch die Nebenhandlung, die sich auf die Nebencharaktere bezieht, richtig gut gefallen hat. Hier freu ich mich außerdem auch auf die weiteren Geschichten der anderen Charaktere! Von mir gibt’s ne klare Empfehlung, hab’s so sehr gemocht!

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Eine gelungene Fortsetzung

Kristallfluch
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Vor ein paar Tagen habe ich den zweiten Band der Kristallfluch-Dilogie beendet und heute gibt es die Rezension dazu. Wenn ihr Band Eins noch nicht kennt und ihn gerne noch lesen möchtet, rate ich euch ...

Vor ein paar Tagen habe ich den zweiten Band der Kristallfluch-Dilogie beendet und heute gibt es die Rezension dazu. Wenn ihr Band Eins noch nicht kennt und ihn gerne noch lesen möchtet, rate ich euch nicht weiterzulesen, da die Rezension Spoiler zum ersten Band enthalten könnte.

Nach der unerwarteten Wendung am Ende von Band Eins, ging es hier nahtlos weiter und mitten in der spannenden Cliffhanger-Szene wurde angesetzt und die mysteriöse Situation im Laufe des Buchs in einer aufregenden Handlung ausgerollt. Mir hat die Handlung und vor allem der Spannungs-Teil in diesem Band tatsächlich nochmal viel besser gefallen. Während der erste Band sich quasi um die Suche nach den Kristallen und den Weg von Alva auf den Thron von Ishogh dreht, stehen hier Gefahren für das Land und die unerwarteten Kräfte von Alva im Mittelpunkt.
Im ersten Band blieben mir die Charaktere etwas zu blass, was sich mit Band zwei etwas verbessert hat. Eine Bindung konnte ich trotzdem nicht aufbauen und nicht jede Handlung war für mich nachvollziehbar, aber die Entwicklung der Story und das Ende für die einzelnen Charaktere haben mir gut gefallen. Ich bin wieder leicht durch das Buch gekommen, auch wenn ich weiter nicht der größte Fan des Perspektivwechsels bin. Alva wird in der Ich-Perspektive erzählt, die anderen (vier) Charaktere in der dritten Person.

Insgesamt ein toller Abschluss für die Dilogie, die sich entspannt und ohne krasse Dramatik mit einem dennoch spannenden Handlungsbogen lesen lässt. Ich kann’s für Zwischendurch und als gelungene Fortsetzung nach Band eins empfehlen!

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Eine langwierige, aber wichtige Geschichte

Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle
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Mittlerweile bin ich wirklich ein Fan von Anne Freytag! Weil sie einfach die passenden Worte findet und mit damit auf den Punkt trifft. Auch bei diesem Buch gingen einige Sätze unter die Haut und immer ...

Mittlerweile bin ich wirklich ein Fan von Anne Freytag! Weil sie einfach die passenden Worte findet und mit damit auf den Punkt trifft. Auch bei diesem Buch gingen einige Sätze unter die Haut und immer wieder wurden so schöne Botschaften, teilweise sogar Lebensweisheiten, ganz banal und unauffällig eingestreut. Es wurde auf jeden Fall wieder eine ganze Menge markiert!

Die Geschichte spielt mitten in der Corona-Pandemie, im zweiten Lockdown. Damit hab ich nicht gerechnet und wusste erst nicht, wie ich es für mich einsortieren soll. Insgesamt fand ich es aber ziemlich gut gelöst, es wurden Gedanken und Handlungen zum Thema, die ich persönlich zum großen Teil sehr gut nachempfinden konnte. Dieses Gefühl von leeren Straßen, wenig sozialen Kontakten und die Ratlosigkeit, wann es wie wieder „normal“ wird - es war etwas frustrierend, das in der Geschichte wieder zu durchleben, aber nicht so sehr wie kurz gedacht.

Ich finde es grandios, wie sich die Autorin in Figuren reinversetzen kann. In diesem Fall wieder in die von hauptsächlich jugendlichen Charakteren. Wie sie die Gefühle und Gedanken der Protagonistinnen rübergebracht hat, fühlte sich absolut authentisch an. Inmitten des Lockdowns erleben die Charaktere Ablehnung, Ratlosigkeit, Lustlosigkeit und stehen teilweise trotz der geringen sozialen Kontakte unter großen Herausforderung mit diesen. Vermutlich hat jeder von uns diese Zeit teilweise ähnlich erlebt, ähnliches empfunden. Sally hat ihre Person und ihre Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft überdacht, sich Gedanken über ihren Lebensweg und die Perspektive auf das Leben gemacht. Auch Leni wird in eine ganz neue Situation geworfen, muss sich mit einigen Dingen auseinandersetzen und teilweise neu sortieren.

Wie Leni und Sally zusammenfanden, hab ich gerne mitverfolgt und fand den Lauf der Handlung ganz schön. Teilweise hatte das Buch allerdings ziemliche Längen und die Handlung ist nicht sonderlich aufregend und eher langatmig und alltagsgeprägt - entsprechend des Settings schon passend, der Schreibstil der Autorin macht es auch wiederum möglich, dass ich es trotzdem immer gern weitergelesen habe. Besonders positiv ist mir das Ende aufgefallen - jede Figur hat einen Epilog bekommen, in dem die Zukunft für die jeweiligen Personen auserzählt wird. Fand ich richtig cool und hab ich so noch nicht gelesen! Insgesamt mochte ich das Buch echt gern und fand eine Menge der Worte wieder sehr bereichernd. Von mir gibt’s auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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