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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2019

Märchenhafte Fantasy

Die silberne Königin
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Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (14. Oktober 2016)
ISBN-13: 978-3404208623
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Märchenhafte Fantasy

Inhalt:
Im Land Glanzvoll herrschen ...

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (14. Oktober 2016)
ISBN-13: 978-3404208623
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Märchenhafte Fantasy

Inhalt:
Im Land Glanzvoll herrschen ewiger Winter und ein kaltherziger König. Zeit ihres Lebens hat Emma sich vom Schloss ferngehalten. Doch durch ihre Arbeit in der Chocolaterie von Madame Weltfremd lässt sich dies nicht mehr vermeiden. Zumal Emma auch immer neugieriger wird, nachdem Madame Weltfremd ihr den Anfang einer Geschichte erzählt hat - einer Geschichte, in der Emma so manches bekannt vorkommt …

Meine Meinung:
Ich mag Fantasy, ich mag Märchen, so war es wohl klar, dass ich um dieses Buch nicht herumkomme. Von der ersten Seite an konnte mich die besondere Atmosphäre verzaubern. Doch leider kam es schon bald zu den ersten Längen, da es stellenweise nur langsam vorangeht. Die Handlung ist relativ einfach gestrickt und recht vorhersehbar. Die Figuren sind gut oder böse und wenig tiefgründig. Nicht immer sind die Handlungsweisen der Protagonisten nachvollziehbar, manches wirkt wie aus dem Ärmel geschüttelt.

Nicht alles an dieser Geschichte ist neu. Eine ganz wesentliche Handlung dürfte den meisten Märchenfreunden bereits bekannt sein. Hier hätte ich mir etwas mehr Raffinesse und Fantasie gewünscht, anstatt auf eine altbewährte Lösung zurückzugreifen.

Leider haben sich auch etliche sprachliche Unkorrektheiten eingeschlichen wie zum Beispiel Grammatikfehler oder eine falsche Wortwahl. Ansonsten passt die Sprache ganz gut zu dieser Geschichte, und Katharina Seck versteht es, eine ansprechende Atmosphäre heraufzubeschwören.

Fazit:
Nettes Märchen in winterlicher Atmosphäre, aber nicht wirklich herausragend.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 02.02.2019

Ein fesselnder psychologischer Spannungsroman, kein gewöhnlicher Krimi

Der dunkle Garten
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Broschiert: 656 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (28. Dezember 2018)
ISBN-13: 978-3651025622
Originaltitel: The Witch Elm
Übersetzung: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und ...

Broschiert: 656 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (28. Dezember 2018)
ISBN-13: 978-3651025622
Originaltitel: The Witch Elm
Übersetzung: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein fesselnder psychologischer Spannungsroman, kein gewöhnlicher Krimi

Inhalt:
Toby Hennessy sieht sich selbst als Glückskind, immer auf der Sonnenseite des Lebens. Dies ändert sich schlagartig, als der 28-Jährige nachts in seiner Wohnung brutal zusammengeschlagen wird und dem Tod nur knapp entkommt. Leider bleiben ein paar Schäden zurück, unter anderem gravierende Erinnerungslücken, die bis in die Jugend zurückreichen.

Da wird Toby von der Familie gebeten, sich um seinen sterbenden Onkel Hugo zu kümmern und zu ihm ins Ivy House zu ziehen. Sonntags trifft sich die ganze Familie hier zum Essen, und eines Tages finden die Kinder beim Spielen im Garten ein Skelett. Damit nimmt das Drama seinen Lauf …

Meine Meinung:
Tana Frenchs Schreibstil muss man mögen, um ihre Romane genießen zu können. Mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin mit ihrer detaillierten, bildhaften, aber auch ziemlich ausschweifenden Erzählung Atmosphäre schafft. Bei mir springt dabei sofort das Kopfkino an. Das schafft nicht jeder Autor. Und auch wenn ich dieses Ausschweifende sonst of nicht mag, Tana French kriegt mich damit jedes Mal, was auch an ihrem literarischen Umgang mit Sprache liegt.

Man muss dem Buch aber schon mehr als nur hundert Seiten geben, um sich überzeugen zu lassen. Denn im ersten Drittel passiert außer dem spannend geschilderten Überfall auf Toby noch nicht allzu viel. Man lernt sämtliche beteiligten Personen kennen, die in aller Ausführlichkeit dargestellt werden. So bekommt man ein ziemlich klares Bild von allen - denkt man zumindest. Bis unvorhergesehene Dinge ans Licht kommen, durch die man seine Meinung immer wieder revidieren muss.

Da aus Tobys Ich-Perspektive erzählt wird, ist man naturgemäß an diesem Charakter am nächsten dran. Seine Gefühle, Gedanken, (Selbst-) Zweifel und Ängste bekommt man hautnah mit. Die anderen Figuren lernt man nur aus seiner Sicht kennen, also niemals ganz umfassend. So bleiben stets Zweifel daran, was der Wahrheit entspricht und was nicht. Das Perfide dabei ist, dass Tobys Erinnerungsvermögen ihn immer wieder im Stich lässt und er selbst nicht weiß, wem er trauen kann. Vielleicht nicht mal sich selbst.

Die Charaktere sind recht tiefgründig angelegt und haben manche Überraschung auf Lager. Sehr fein beobachtet Tana French hierbei das Beziehungsgeflecht innerhalb des Familienclans.

Auch wenn die Handlung recht lange braucht, um ins Rollen zu kommen, gibt es ab diesem Moment dann kein Halten mehr. Ich war total gefesselt und habe die letzten 450 Seiten quasi am Stück inhaliert. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, weil ich es nun einfach wissen wollte. Tana French verknüpft raffiniert die einzelnen Handlungsfäden, schafft so ein atmosphärisch dichtes Geflecht, das mich am Ende komplett zufriedenstellen konnte.

★★★★☆

Veröffentlicht am 30.01.2019

Ein typischer Nabb

Tod im Herbst
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Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Diogenes (1990)
ISBN-13: 978-3257218695
Originaltitel: Death in Autumn
Übersetzung: Matthias Fienbork
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein typischer ...

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Diogenes (1990)
ISBN-13: 978-3257218695
Originaltitel: Death in Autumn
Übersetzung: Matthias Fienbork
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein typischer Nabb

Inhalt:
Aus dem Arno wird eine Frauenleiche geborgen, mit nichts als einem Pelzmantel bekleidet. Gegen den anfänglichen Selbstmordverdacht spricht einiges. Maresciallo Guarnaccia beschäftigt sich widerwillig mit dem Fall. Es kommen immer mehr Details über die zurückgezogen lebende Frau zum Vorschein. Mysteriös ist vor allem, dass sie erst kürzlich von fremden Männern aufgesucht worden war.

Meine Meinung:
Ich mag die ruhigen, beschaulichen Krimis von Magdalen Nabb. Sie wirken alltäglich und authentisch, so auch der 4. Band dieser Reihe. Der Plot ist wenig reißerisch und wenig blutig, dafür aber atmosphärisch. Florenz baute sich in meinem Kopfkino auf und ich hatte stets ein klares Bild vor Augen, von den Plätzen, von den beschriebenen Gebäuden und von den Personen.

Die chronologische Erzählung konnte mich von Anfang bis Ende fesseln, obwohl nicht wirklich etwas Hochspannendes passiert. Viel tragen hier sicher die angenehme Sprache und die interessanten Charaktere bei.

Die Guarnaccia-Reihe:
1. Tod eines Engländers
2. Tod eines Holländers
3. Tod im Frühling
4. Tod im Herbst
5. Tod in Florenz
6. Tod einer Verrückten
7. Tod einer Queen
8. Tod im Palazzo
9. Geburtstag in Florenz
10. Das Ungeheuer von Florenz
11. Alta moda
12. Nachtblüten
13. Eine Japanerin in Florenz
14. Vita nuova

★★★★☆

Veröffentlicht am 30.01.2019

Sprachlich herausragend

Schwarze Seele
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Taschenbuch: 379 Seiten
Verlag: Insel Verlag (14. Januar 2019)
ISBN-13: 978-3458363835
Preis: 10,95 €
auch als E-Book erhältlich

Sprachlich herausragend

Inhalt:
Ein Ire ist im Schwabinger Bach im Englischen ...

Taschenbuch: 379 Seiten
Verlag: Insel Verlag (14. Januar 2019)
ISBN-13: 978-3458363835
Preis: 10,95 €
auch als E-Book erhältlich

Sprachlich herausragend

Inhalt:
Ein Ire ist im Schwabinger Bach im Englischen Garten ertrunken. Alles deutet auf einen Unfall hin. Doch die deutsch-irische Kommissarin Patsy Logan vom K11 in München vertraut ihren Instinkten und stößt auf einige Verdächtige und noch mehr Motive …

Meine Meinung:
„Schwarze Seele“ ist der 2. Band der Patsy Logan-Reihe. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, das Drumherum nicht. Man braucht nicht unbedingt Vorkenntnisse, diese erhöhen aber das Lesevergnügen noch, weil man sich mit dem Beziehungsgeflecht und Patsys Charakter etwas leichter tut.

Was diesen Kriminalroman so besonders macht, ist Ellen Dunnes Schreibstil. Längere Sätze mit unheimlich vielen tollen Bildern und Vergleichen schaffen Atmosphäre. Im Kontrast dazu spiegeln kurze, abgehackte Sätze perfekt Patsys innere Unruhe und Zerrissenheit wider, ihren Spagat zwischen Karriere und Familie. Auf der einen Seite kriselt es in der Ehe wegen unerfülltem Kinderwunsch samt Nebenwirkungen der Hormonbehandlungen. Auf der anderen Seite hat Patsy mit ihrem Taugenichts-Bruder Robbie noch eine Rechnung offen. Keine guten Voraussetzungen, um sich konzentriert den Ermittlungen im Fall Donal McFadden zu widmen.

Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen Patsy (Ich-Form) und anderen Protagonisten (3. Person). Gerade Patsy kommt man dadurch sehr nahe, aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut beschrieben. Hier zeigt Ellen Dunne eine gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für Menschen. Viele kleine Details setzen sich zu einem vollständigen Bild einer Person zusammen.

Zuweilen rückt der Kriminalfall zugunsten des Privaten ein wenig in den Hintergrund - für mich war es aber noch absolut im Rahmen.

Fazit:
Vielleicht ist „Schwarze Seelen“ nicht der spannendste Krimi aller Zeiten, aber er besticht durch eine tolle Sprache und fein ausgearbeitete Charaktere. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Patsy Logan im 3. Band.

Die Reihe:
Harte Landung
Schwarze Seele

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.01.2019

Kongeniale Wiederaufnahme des Werkes von Erich Ohser

Neue Geschichten von Vater und Sohn
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Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
Verlag: Panini (16. November 2015)
ISBN-13: 978-3833231766
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Kongeniale Wiederaufnahme des Werkes von ...

Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
Verlag: Panini (16. November 2015)
ISBN-13: 978-3833231766
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Kongeniale Wiederaufnahme des Werkes von Erich Ohser

Im Vorwort erklärt Andreas Platthaus kurz den Hintergrund zu diesem Buch, das auf den Vater-und-Sohn-Geschichten von e.o.plauen aka Erich Ohser aufbaut. Dessen letzte Geschichte stammt von Dezember 1937. Darin verabschieden sich Vater und Sohn von ihrem Publikum. In der ersten neuen Geschichte von Dezember 2014 kommen die beiden nun von dem Ort zurück, an den e.o.plauen sie geschickt hatte.

Die neuen Geschichten sind ein deutsch-französisches Gemeinschaftswerk, wobei Ulf K. für die Zeichnungen zuständig ist und beide zusammen sich die Geschichten ausdenken. Sie orientieren sich dabei stark an den Geschichten und Zeichnungen von Erich Ohser, die aber doch einen eigenen Stempel tragen und in die heutige Zeit versetzt sind.

Wie die alten Geschichten kommen auch die neuen ohne Text aus. Sie lassen sich gut für den Schulunterricht einsetzen, da die Kinder die Geschichten mit eigenen Worten nacherzählen können.

Auch wenn der Umgang zwischen Vater und Sohn zuweilen recht rau ist, erkennt man doch immer wieder die Liebe zwischen diesen beiden Figuren. Einfach herzallerliebst!