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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2017

Nicht ganz so spannend und philosophisch, wie die Beschreibung vermuten lässt

Der Club
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Gebundene Ausgabe: 238 Seiten
Verlag: Kein & Aber (28. Februar 2017)
ISBN-13: 978-3036957531
Preis: 22,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nicht ganz so spannend und philosophisch, wie die ...

Gebundene Ausgabe: 238 Seiten
Verlag: Kein & Aber (28. Februar 2017)
ISBN-13: 978-3036957531
Preis: 22,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nicht ganz so spannend und philosophisch, wie die Beschreibung vermuten lässt

Inhalt:
Hans hat seine Eltern schon früh verloren. Seine einzige Verwandte ist die Halbschwester seiner Mutter, Alex Birk, die als Professorin in Cambridge arbeitet. Nach dem Abitur holt sie Hans zu sich ans College. Er soll Mitglied des Pitt Clubs werden und für Alex etwas herausfinden. Zunächst weiß er jedoch nicht, worum es sich dabei handelt. Dafür verliebt er sich in die etwas ältere Doktorandin Charlotte …

Meine Meinung:
Takis Würger konnte mich anfangs durch seine gewollt einfache Erzählweise fesseln. Sowohl die Handlung als auch die Sprache sind relativ geradlinig. Dies passte für mich hervorragend zu dem Kind, das Hans zu Beginn des Buches ist. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass der Roman im weiteren Verlauf etwas komplexer wird, wird er aber nicht wirklich.

Obwohl die Erzählperspektive zwischen verschiedenen Beteiligten wechselt, ist die Story nicht besonders verschlungen. Mir war es im Endeffekt zu oberflächlich und auch zu vorhersehbar, um mich wirklich berühren zu können. Die Distanz zu den Protagonisten blieb bis zum Schluss, obwohl ich Hans und auch Charlotte sehr sympathisch fand.

Ein paar Seiten mehr hätten dem Roman meiner Meinung nach sehr gutgetan. Ein wenig Ausschmückung, ein wenig mehr Gedanken und Gefühle hätten mich als Leserin mehr in die Geschichte hineinziehen können. Wenn man bedenkt, dass es sich um knapp 240 Seiten im kleinen Format handelt, ist allerdings klar, dass einfach nicht mehr zwischen die Buchdeckel passt.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 09.10.2017

Alexander Gerlach jagt den Mörder eines Kollegen

Die linke Hand des Bösen
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Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Piper Paperback (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3492060318
Preis: 15,00€
auch als E-Book erhältlich
Papego-fähig


Alexander Gerlach jagt den Mörder eines Kollegen

Inhalt:
Arne ...

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Piper Paperback (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3492060318
Preis: 15,00€
auch als E-Book erhältlich
Papego-fähig


Alexander Gerlach jagt den Mörder eines Kollegen

Inhalt:
Arne Heldt war erst seit wenigen Wochen bei der Kripo Heidelberg, als er in seiner Wohnung in Ziegelhausen ermordet aufgefunden wird. Nicht nur ermordet, sondern grausam gefoltert. Der Polizist hat an Cold cases gearbeitet, was den Verdacht nahelegt, dass er einem Täter zu nahe gekommen ist und kurz vor der Auflösung eines alten Falles stand.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 14. Fall für Alexander Gerlach. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Einem Quereinstieg in die Reihe steht somit nichts entgegen. Dennoch möchte ich empfehlen, mit Band 1 zu beginnen, um die ganzen Entwicklungen von Gerlachs Familie und Kolleg*innen mitzubekommen. Dies ist zwar nicht unbedingt nötig, macht aber doch einen Teil des Lesevergnügens aus.

„Die linke Hand des Bösen“ ist ein typischer Regionalkrimi, der hauptsächlich in und um Heidelberg spielt. Der komplizierte Fall bringt Gerlach diesmal aber auch bis ins Ruhrgebiet und an den Bodensee. Mir macht es immer wieder Spaß, zusammen mit dem Kriminaloberrat durch Heidelberg zu ziehen, mir bekannten Straßen und Orten zu begegnen und mich einfach heimisch zu fühlen. Wer die Gegend nicht kennt, kann sie auf diesem Weg kennenlernen.

Gerlachs Geliebte Teresa und seine Zwillingstöchter spielen natürlich auch wieder eine Rolle, und wie immer kostet das den Polizisten einiges an Nerven und Kräften, bringt die Lesenden aber das ein oder andere Mal zum Schmunzeln. Auch die neue Kriminalanwärterin Laila, die sich als sehr taff erweist, hat mir gut gefallen.

Obwohl es sich bei dem Mord an Arne Heldt um grausame Folter handelt, ist dieser Krimi relativ unblutig und auch für empfindliche Gemüter geeignet. Das hat Wolfgang Burger wirklich gut hinbekommen.

Ich muss gestehen, am Anfang konnte Wolfgang Burger mich nicht gleich mitreißen. Hier hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Aber die letzten hundert Seiten waren dermaßen spannend, dass ich sie in einem Rutsch lesen musste.

Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Piper Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Ein außergewöhnlicher Debütroman, so viel steht fest

Außer sich
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Gebundene Ausgabe: 366 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3518427620
Preis: 22,00€
auch als E-Book erhältlich

Ein außergewöhnlicher Debütroman, so viel steht fest

Ein außergewöhnlicher ...

Gebundene Ausgabe: 366 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3518427620
Preis: 22,00€
auch als E-Book erhältlich

Ein außergewöhnlicher Debütroman, so viel steht fest

Ein außergewöhnlicher Debütroman, so viel steht fest. Das ist dann aber auch schon so ziemlich das Einzige, was feststeht.

Im Mittelpunkt des Romans steht Ali, eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Zwillingsbruder Anton ist. Eine Postkarte lässt darauf schließen, dass er sich in Istanbul befinden könnte. Also reist Ali dorthin. Schnell kommen einem beim Lesen Zweifel, ob Ali nur auf der Suche nach Anton ist oder vor allem auch auf der Suche nach sich selbst. Dies zeigt sich unter anderem im Austesten verschiedener Grenzen, zum Beispiel in der Geschlechtsidentität oder beim Sex.


Ich kauerte auf diesem Ast, umklammerte meine Knie und dachte, irgendwer muss mich ganz dringend festhalten. (S. 322)

Um Alis familiäre Wurzeln zu entdecken, erzählt Salzmann in einzelnen Episoden von ihren Vorfahren, den Eltern, Großeltern und Urgroßeltern der Zwillinge. Die Eltern sind als jüdische Russen schließlich mit den Kindern nach Deutschland ausgewandert, wo sie nur schlecht Fuß fassen konnten. Auch Anton und Ali hatten zu kämpfen. Diese Kapitel in der Vergangenheit, die sich mit den Vorfahren beschäftigen, wirken zunächst etwas zusammenhanglos. Der rote Faden ist schwer zu finden. Aber wenigstens sind sie gut zu verstehen.

Dies kann man bei Alis Perspektive nicht behaupten. Ihre Kapitel wirken oft wirr und surreal. Man kann sich nicht sicher sein, ob das Erzählte tatsächlich so stattfindet, oder ob Ali sich das zusammenfantasiert, zum Beispiel, als sie in den Spiegel schaut und darin Antons Gesicht sieht.

Mit ihrem bildhaften Schreibstil konnte Sasha Marianna Salzmann mich überzeugen. Besonders in Alis Kapiteln schafft es die Autorin, eine innere Zerrissenheit und Getriebenheit allein durch die kantige Satzkonstruktion auszudrücken. Die Kapitel der Vorfahren sind dagegen ruhiger und runder geschrieben.

Inhaltlich hat mich das Buch aber nicht erreicht. Salzmann hat meines Erachtens zu viele Themen in diesen Roman gepackt und dadurch nur an der Oberfläche gekratzt. Zu sämtlichen Figuren bleibt eine enorme Distanz, was sicher auch so gewollt ist. Die beschriebene Gewalt und Hoffnungslosigkeit wäre sonst kaum zu ertragen.

Mit dem Schluss bin ich gar nicht glücklich, denn ich bin so schlau wie am Anfang des Romans. Zu vieles bleibt offen und ungelöst. Wer das mag, hat hier natürlich die Gelegenheit für eigene Interpretationen.

„Außer sich“ wurde 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert und hat es immerhin auf die Shortlist geschafft. Mich hat das Buch sprachlich fasziniert, inhaltlich jedoch sehr unzufrieden zurückgelassen. Liebhaber anspruchsvoller Literatur sollten sich aber am besten selbst ein Bild davon machen.

★★★☆☆

Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag, der mir für die Leserunde auf LovelyBooks ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 03.10.2017

Wenig Action, (zu) viel Sex

Im leuchtenden Sturm
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Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: HarperCollins (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3959671200
empfohlenes Alter: 16 – 17 Jahre
Originaltitel: The Power
Preis: 16,99€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download ...

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: HarperCollins (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3959671200
empfohlenes Alter: 16 – 17 Jahre
Originaltitel: The Power
Preis: 16,99€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich

Kaufen könnt ihr das Buch hier.



ACHTUNG: Dies ist der 2. Band der Götterleuchten-Reihe. Meine Rezension kann SPOILER zum 1. Band enthalten.

Wenig Action, (zu) viel Sex

Inhalt:
Josie, die frisch erwachte Halbgöttin, trainiert hart, um ihre Kräfte für den nächsten Kampf gegen die Titanen zu stärken. Dabei verliebt sie sich immer mehr in den Apollyon Seth. Und auch dieser scheint mit Josie etwas Licht in sein dunkles Leben zu lassen. Doch sein wahres Sein und seine Vergangenheit kann er nicht abschütteln. Dann wird Josie auch noch gewarnt, dass sie nicht dem falschen vertrauen soll …

Meine Meinung:
War mir die Handlung im 1. Band der Reihe schon etwas zu spärlich, so verschärft sich dies im 2. Band noch. Anfangs gibt es ein paar Geplänkel zwischen Halb- und Reinblütern, ein paar (misslungene und dadurch für den Leser witzige) Trainingseinheiten und sonst nicht viel – außer Sex, Sex und noch mal Sex in immer neuen Formen, bis ins kleinste Detail beschrieben. Das ist für mich schon mal ein Grund, die Altersempfehlung nicht bei 12 Jahren, wie Amazon das tut, sondern eher bei 15 – 16 Jahren anzusetzen. Mir war das für ein Jugendbuch, von dem ich eigentlich eine Handlung erwartet habe, einfach zu viel Sex. Man muss der Autorin zugute halten, dass dabei auch jede Menge Gefühl rüberkommt.

Die Handlung wird dann erst im letzen Viertel richtig spannend. Hier passiert einiges, was ich nicht vorhergesehen habe und was den weiteren Verlauf der Geschichte im Unklaren lässt. So bin ich nun sehr gespannt, wie es im 3. Band weitergeht.

Mit ihrem lebendigen Schreibstil kann die Autorin glücklicherweise den Mangel an Handlung ein bisschen wettmachen, sodass es trotzdem Spaß macht, das Buch zu lesen. Wie schon im 1. Band wechselt auch hier die Perspektive zwischen den Ich-Erzählern Josie und Seth, sodass man sich in beide gut hineinversetzen kann. Man bekommt so ihre innere Entwicklung sehr gut mit, und diese Entwicklung hat mir auch wirklich gut gefallen.

Die Götterleuchten-Reihe:
1. Erwachen des Lichts
2. Im leuchtenden Sturm
3. Glanz der Dämmerung (ET: Dezember 2017)

★★★☆☆

Herzlichen Dank an HarperCollins und netgalley, die mir freundlicherweise ein E-Book zur Rezension zur Verfügung stellten.

Veröffentlicht am 30.09.2017

Gelungene Gratwanderung zwischen Ernst und Humor

Kleinstadthölle
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Taschenbuch: 429 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. September 2014)
ISBN-13: 978-3426637456
Originaltitel: The Book of Joe
Preis: 9,99€
auch als E-Book erhältlich

Gelungene Gratwanderung zwischen Ernst und Humor

Inhalt:
Vor ...

Taschenbuch: 429 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. September 2014)
ISBN-13: 978-3426637456
Originaltitel: The Book of Joe
Preis: 9,99€
auch als E-Book erhältlich

Gelungene Gratwanderung zwischen Ernst und Humor

Inhalt:
Vor siebzehn Jahren hat Joe Goffman seiner Heimatstadt Bush Falls den Rücken gekehrt und ist nach New York gezogen. Hier hat er einen Bestsellerroman geschrieben, in dem er seine Jugend und die Menschen von Bush Falls beschreibt. Viele kommen dabei nicht wirklich gut weg. So ist es kein Wunder, dass sie Joe nicht gerade mit offenen Armen empfangen, als er zurückkehrt, weil sein Vater schwer erkrankt ist.

Joe muss sich mit den Menschen von Bush Falls auseinandersetzen und diese sich mit ihm. Dass das nicht ganz ohne Blessuren abgeht, liegt auf der Hand.

Meine Meinung:
Mir fiel es nicht leicht, in die Handlung hineinzufinden. Den Anfang des Romans habe ich als ziemlich trocken und wenig spannend empfunden. Doch nach den ersten ca. 50 Seiten wurde es besser. Die Geschichte gefiel mir immer mehr.

Dabei konnte mich Jonathan Tropper nicht nur durch seine interessante Story, sondern auch durch den Schreibstil überzeugen. In lockerem Ton entwickelt er eine lebhafte Geschichte, die zwischen ernst und humorvoll schwankt.

Joe ist mittlerweile 34 Jahre alt und kann es sich aufgrund seines Riesenerfolgs als Autor leisten, in den Tag hineinzuleben. Eigentlich war er mir ganz sympathisch, auch wenn er von vielen seiner Mitmenschen als Arschloch bezeichnet wird. Bei manchen muss man sich aber schon fragen, ob nicht eher sie das Arschloch sind. Klar, Joe verhält sich oft nicht besonders verantwortungsvoll. Aber er will nie bewusst jemandem schaden. Ein bisschen ist er wie ein Kind im Körper eines Erwachsenen.

Mir hat es gut gefallen, dass nach und nach immer mehr Details aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommen. Joe rechnet in seinem Roman mit seinen Mitschülern und seiner Familie ab. Das Verhältnis zu seinem Vater und seinem älteren Bruder war wohl schon lange sehr angespannt. Es ist verständlich, dass die Menschen, über die Joe in seinem Buch geschrieben hat, sauer sind, dass er sie quasi an den Pranger gestellt hat, aber ihr Verhalten war eben einfach nicht in Ordnung. Bewundernswert fand ich an Joe, dass er auch über sich selbst nicht nur Positives geschrieben, sondern auch seine Fehler zugegeben hat. Und davon gab es einige. Seine Freunde hat er im Stich gelassen, und auch mit seiner Freundin Carly hat er es vermasselt.

Nach siebzehn Jahren versucht er nun, einige Fehler wiedergutzumachen, sich mit seinem Vater auszusöhnen, sich um seinen Freund Wayne zu kümmern und sich Carly wieder anzunähern.

Ob es ihm gelingt, müsst ihr schon selbst lesen. Ich würde auf jeden Fall sagen, es lohnt sich

★★★★☆