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Veröffentlicht am 21.08.2017

Fragen über Fragen

Was kann einer schon tun?
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Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Oetinger (21. August 2017)
ISBN-13: 978-3789108679
empfohlenes Alter: ab ca. 14 Jahren
Preis: 8,99€
auch als E-Book erhältlich


Fragen über Fragen

Inhalt:
In vier ...

Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Oetinger (21. August 2017)
ISBN-13: 978-3789108679
empfohlenes Alter: ab ca. 14 Jahren
Preis: 8,99€
auch als E-Book erhältlich


Fragen über Fragen

Inhalt:
In vier fiktiven Gesprächen sucht Peer Martin nach Antworten, nach Lösungen zur Rettung der Welt. Ob er sich nun mit seiner Hündin Lola „unterhält“, mit einem jungen deutschen Au-pair-Mädchen, mit einem illegal nach Kanada eigereisten Flüchtling aus Somalia oder mit seinem zehnjährigen Sohn, spielt dabei gar nicht so die große Rolle. Jeder hat etwas zur Lösung beizutragen.

Meine Meinung:
Das Büchlein ist etwa in DIN A 6-Format, also sehr handlich. Mit seinen nur gut einhundert Seiten wirkt es auch recht übersichtlich, und man sollte meinen, dass man es innerhalb kürzester Zeit gelesen hat und beiseitelegen kann. Das kann man natürlich tun. Besser wäre es aber vielleicht, wenn man immer nur einen kurzen Abschnitt, zum Beispiel eins der Gespräche, lesen und das Gelesene nachwirken lassen würde. Eigene Gedanken dazu sind bestimmt auch nicht verkehrt. Auch wenn der Text nur recht kurz ist, steckt in diesem Buch doch so viel Weisheit. Jeder Satz, jedes Wort ist wichtig und fordert uns heraus. Man kann dieses Buch sicher auch mehrmals lesen und immer wieder Neues darin entdecken.

Schon das Cover und das Vorsatzpapier finde ich klasse. Hier findet man eine enorme Ansammlung von Köpfen, die ganz verschiedene Menschen aus der ganzen Welt darstellen. Es sind einerseits Individuen, zusammen sind sie aber eine schier unüberschaubare Menge von Menschen, die alle in die gleiche Richtung blicken – und dann eben zusammen auch etwas bewirken können.

Obwohl die verschiedenen Gespräche nur relativ kurz sind, sind sie doch sehr intensiv. Es werden verschiedene Fragen besprochen. Zum Beispiel, woher die Angst vor Fremden kommt. Oder wo Toleranz aufhört. Dabei fühlt man sich als Leser direkt in das Gespräch integriert und damit auch aufgefordert, über die Fragen und aktuellen Probleme nachzudenken und sich zu überlegen, wie unsere Welt noch zu retten ist. Was man als Einzelner tun kann, um seinen Teil dazu beizutragen. Denn dass einer allein die Welt nicht retten kann, dürfte klar sein. Aber alle zusammen – oder zumindest viele zusammen – können es schaffen.

Trotz aller Probleme, die die Welt hat und die hier angesprochen werden, schafft es Peer Martin durch seinen einzigartigen Schreistil doch immer wieder, den Leser zum Schmunzeln zu bringen.

Auch wenn dieses Buch als Jugendbuch eingeordnet ist, fände ich es schade, es auf diese Zielgruppe zu beschränken. Jeder sollte es lesen und sich davon inspirieren lassen, sich dazu ermutigen lassen, aktiv zu werden, und wenn es nur im ganz Kleinen ist. Wichtig ist, dass wir uns nicht von Angst und Hass lähmen lassen und jeden Tag von Neuem für eine bessere Welt eintreten.

★★★★★

Herzlichen Dank an den Oetinger Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Die versprochene Magie dieser Geschichte suchte ich vergeblich

So klingt dein Herz
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Die versprochene Magie dieser Geschichte suchte ich vergeblich

Inhalt:
Laura lebt zurückgezogen, versteckt vor der Welt, inmitten der Natur im County Cork in Irland. Sie hat eine ganz besondere Gabe: ...

Die versprochene Magie dieser Geschichte suchte ich vergeblich

Inhalt:
Laura lebt zurückgezogen, versteckt vor der Welt, inmitten der Natur im County Cork in Irland. Sie hat eine ganz besondere Gabe: Sie kann jedes Geräusch, jede Stimme täuschend echt nachmachen. Meist tut sie das ganz unbewusst und verarbeitet so ihre Eindrücke. Als der Tontechniker Solomon sie im Wald findet, fühlt er sich sofort wie magisch von Laura angezogen, und sie scheint ihm zu vertrauen.

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Cecelia Ahern und habe alle ihre Bücher gelesen. Meistens konnte sie mich begeistern. Ihre Romane haben oft etwas Magisches und meistens sehr Gefühlvolles, das mich berührt. Auch bei ihrem neuesten Werk wurde dies versprochen, aber leider konnte ich es diesmal nicht finden.

Der Schreibstil ist zwar sehr locker und flüssig, sodass man nur so durch die Seiten fliegt, aber die Geschichte entwickelt sich nicht besonders magisch. Zwar werden kurze Momente beschrieben, die Lauras Einfluss auf andere Menschen ausdrücken sollen, aber das wirkte auf mich nur wie gestellt. Es konnte nicht wirklich zu mir durchdringen und mich im Innersten berühren. Dabei wollte ich mich so gerne von diesem Roman und seiner besonderen Protagonistin verzaubern lassen.

Denn etwas Besonderes ist Laura schon mit ihrer tollen Gabe, die sehr an einen australischen Vogel, den Leierschwanz, erinnert. Er ahmt andere Vögel, aber auch sonstige Geräusche in seiner Umgebung perfekt nach (es lohnt sich, im Netz mal nach einem entsprechenden Video zu suchen). So heißt im englischen Original der Roman auch „Lyrebird“, was meiner Meinung nach viel besser passt als der schnulzige deutsche Titel, der mit der Handlung nur wenig zu tun hat. Auch das deutsche Cover empfinde ich als Fauxpas, zeigt es doch einen Dompfaff und keinen Leierschwanz.

Mit den Charakteren stand ich ein paar Mal auf Kriegsfuß. Obwohl ich Laura und Solomon eigentlich sehr gerne mochte, hätte ich sie diverse Male schütteln mögen, weil sie sich so dämlich verhalten. Weil sie einfach nicht sehen, was glasklar auf der Hand liegt. Dabei schien mir auch Lauras Entwicklung insgesamt nicht besonders glaubwürdig.

Fazit:
Auch wenn ich nicht gerade begeistert bin, habe ich das Buch doch einigermaßen gern gelesen. Es hat mich schon interessiert, wie es mit Laura weitergeht und ob sie schließlich ihr Glück findet. Deshalb kann ich das Buch eingeschränkt empfehlen, man sollte aber nicht zu viel davon erwarten. Aus diesem Plot hätte man eine viel gefühlvollere Geschichte mit viel mehr Tiefgang machen können.

Veröffentlicht am 19.08.2017

Nichts für zartbesaitete Leser

Death Call - Er bringt den Tod (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 8)
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Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks (11. August 2017)
ISBN: 978-3843715232
Originaltitel: The Caller
Preis: 9,99€
auch als Taschenbuch und als Hörbuch erhältlich


Nichts ...

Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks (11. August 2017)
ISBN: 978-3843715232
Originaltitel: The Caller
Preis: 9,99€
auch als Taschenbuch und als Hörbuch erhältlich


Nichts für zartbesaitete Leser

Inhalt:
Eine junge Frau muss die brutale Folterung ihrer besten Freundin per Videochat mit ansehen. Der Täter stellt ihr zwei einfache Fragen. Wenn sie sie beantworten kann, kommt das Opfer frei, für jede falsche Antwort wird es bestraft …

Detective Robert Hunter und Carlos Garcia vom LAPD sehen sich mal wieder einem perfiden Serienkiller gegenüber.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 8. Band der Reihe um die beiden sympathischen und cleveren Ermittler aus Los Angeles. Der Fall ist aber in sich abgeschlossen, und so kann dieses Buch problemlos unabhängig von den Vorgängern gelesen werden.

Wer Chris Carter bereits kennt, wird hier das altbekannte Schema wiederfinden: grausamste Morde, die detailliert geschildert werden. Dazu ein hyperintelligenter Sherlock Holmes, Verzeihung, natürlich Robert Hunter, unzählige kurze Kapitel, meist mit Cliffhanger am Ende und danach ein Szenenwechsel, sehr einfache Sprache und ein rasanter Fortgang der Handlung.

Dabei ist die Handlung schlüssig durchdacht. Besonderen Pepp bekommt die Geschichte durch den Alleingang eines Betroffenen, der eine spannende und leicht amüsante Nebenhandlung bietet.

Als positiv empfinde ich die Gesellschaftskritik, insbesondere die Kritik am allzu sorglosen Umgang mit den neuen Medien und dem Internet.

Etwas genervt war ich davon, dass manches etwas plump formuliert wurde. Zum Beispiel musste Hunter seinen Kollegen Garcia erst mal darüber aufklären, dass ein Videochat vom Provider nicht aufgezeichnet werden darf. Ich denke, Garcia sollte das eigentlich selbst wissen – so unbedarft und grün hinter den Ohren ist er ja nun auch nicht.

Fazit:
Im Großen und Ganzen bekommt man mit diesem Roman genau das, was zu erwarten ist, wenn man Chris Carter kennt. Ein paar Stunden spannende Unterhaltung mit grausamen Details. Nur für unempfindliche Gemüter geeignet.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag, der mir über netgalley ein E-Book zur Verfügung gestellt hat.

Veröffentlicht am 18.08.2017

Atmosphärischer Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Harte Landung
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Taschenbuch: 441 Seiten
Verlag: Insel Verlag (7. August 2017)
ISBN-13: 978-3458362883
Preis: 10,95€
auch als E-Book erhältlich


Atmosphärischer Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Inhalt:
Die deutsch-irische ...

Taschenbuch: 441 Seiten
Verlag: Insel Verlag (7. August 2017)
ISBN-13: 978-3458362883
Preis: 10,95€
auch als E-Book erhältlich


Atmosphärischer Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Inhalt:
Die deutsch-irische Kommissarin Patsy Logan aus München ermittelt im Fall einer zu Tode gestürzten Managerin eines Online-Unternehmens, das sich kurz vor dem Börsengang befindet. Schon bald wird klar, dass sich hinter der schönen Fassade ein Sumpf aus Machtgier und Drogen verbirgt. Die Ermittlungen führen Patsy schließlich auch nach Dublin in die Firmenzentrale des Unternehmens. Nach vielen Jahren kehrt Patsy nun in das Land zurück, in dem sich damals ihr Vater das Leben genommen hat …

Meine Meinung:
„Harte Landung“ ist ein unaufgeregter Kriminalroman, der mit einer toll beschriebenen Atmosphäre punkten kann. Ellen Dunne hat selbst schon in einem Online-Multinational gearbeitet und kann somit den Lesern einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise und den Umgang miteinander in einem solchen Unternehmen geben.

Auch mit den sehr gut ausgearbeiteten Charakteren konnte die Autorin mich überzeugen. Kaum einer ist so, wie er im ersten Moment wirkt. Es verstecken sich fast immer mehrere Schichten unter der Oberfläche. So ist es nicht leicht, sich auf einen Verdächtigen einzuschießen, denn schon im nächsten Kapitel kann sich der Sachverhalt wieder anders darstellen. Ellen Dunne legt hier geschickt falsche Spuren. Es macht viel Spaß, den Ermittlern bei der Suche nach der Wahrheit über die Schulter zu schauen und mit zu rätseln.

Patsy Logan ist eine sehr sympathische Frau, die den Fall mit Intelligenz und Intuition löst. Zerrissen zwischen ihrer Arbeit, ihrer Ehekrise und ihrer Vergangenheit muss sie immer wieder ihre Mitte finden.

Also erhob ich mich, knipste den Überlebensmodus an und ging weiter […] (S. 363)

Besonders gut hat mir Patsys Schlagfertigkeit gefallen. Sie hat immer eine passende Antwort parat und lässt sich in der von Männern dominierten Welt nicht unterkriegen. Dabei beweist sie auch eine gehörige Portion Humor. Es gibt sehr viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist einfach, aber nicht gewöhnlich. So kann man den Roman flott lesen und hat seinen Spaß dabei. Die Kapitel sind eher kurz gehalten, immer mal wieder unterbrochen von E-Mails oder Nachrichten auf der Mailbox, was die Atmosphäre noch unterstreicht. In Einschüben aus der Sicht des Opfer, Carolin Höller, wird der Tag ihres Todes nach und nach rekonstruiert, bis sich am Ende beide Erzählstränge treffen.

Obwohl die Spannung nicht gerade auf dem höchsten Niveau steht, erzählt Ellen Dunne doch recht fesselnd und man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Patsy Logans ersten Fall. Ich freue mich jetzt schon auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen mit ihr.

★★★★☆

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Insel Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar für die Leserunde auf LovelyBooks zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 14.08.2017

Hochspannender Kriminalroman

Stimme der Toten
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Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2017)
ISBN-13: 978-3442313914
Preis: 20,00€
auch als E-Book erhältlich

Hochspannender Kriminalroman

Inhalt:
Judith Kepler, Putzfrau mit ...

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2017)
ISBN-13: 978-3442313914
Preis: 20,00€
auch als E-Book erhältlich

Hochspannender Kriminalroman

Inhalt:
Judith Kepler, Putzfrau mit der Zusatzqualifikation Tatortreinigung, soll die Spuren eines Todessturzes in einer Berliner Bank beseitigen. Dabei fällt ihr etwas auf, was der Polizei entgangen ist, und aus dem vermeintlichen Selbstmord wird ein möglicher Mord. Damit steckt Judith Kepler schon ganz tief in einer Verschwörung, denn sie gerät ins Blickfeld eines gewissen Bastide Larcan, der über ihre Vergangenheit Dinge weiß, die eigentlich der Geheimhaltung unterliegen.

Meine Meinung:
„Stimme der Toten“ ist der Nachfolgeroman von „Zeugin der Toten“ aus dem Jahr 2011. Man kann ihn aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Mit dem Prolog, der sechs Jahre zuvor spielt, erhalten wir einen kleinen Einblick in Judiths Familiengeschichte, gerade so viel, wie man wissen muss, um die nachfolgenden Ereignisse zu verstehen. Dabei geht es schon gleich hochspannend los.

Diese Spannung hält Elisabeth Herrmann über die ganze Länge des Romans. Judith und mit ihr der Leser kommen kaum einmal zum Durchatmen. Judith findet sich in einer sehr unangenehmen Lage wieder. Zum einen wird sie zur Mithilfe beim Hacken der CHL-Bank gezwungen, dann kommt sie auch noch Neonazis in die Quere, und über allem liegt die Ungewissheit, was ihr als Kind wirklich passiert ist, wer Schuld daran trägt, dass sie ihre Eltern verloren und eine katastrophale Kindheit und Jugend erleiden musste.

Elisabeth Herrmann hat hier ein geniales Netz der verschiedenen Charaktere gesponnen. Diverse Geheimdienste mit aktiven sowie ehemaligen Mitarbeitern sind an der Geschichte beteiligt, und es ist unklar, wer wie mit drin hängt. Wem kann Judith vertrauen, wer steht hinter ihr, wer benutzt sie oder einen der anderen Beteiligten für seine Zwecke? Mir hat dieses Verwirrspiel ausgesprochen gut gefallen. Die Autorin konnte mich immer wieder auf falsche Fährten locken und mich auch immer wieder überraschen, weil sich so manche Person als ganz anders erwies, als ich zuerst dachte.

Auch der Schreibstil ist toll. Viele Dialoge lassen die Figuren lebendig wirken. Die Sprache ist nicht simpel, aber trotzdem einfach zu lesen.

Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, wo ich Judith hätte schütteln können, weil sie im Begriff war, etwas wirklich Dummes zu tun, hat mich dieser Kriminalroman von Elisabeth Herrmann mal wieder rundum begeistert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Die Judith Kepler-Reihe:
1. Zeugin der Toten
2. Stimme der Toten

★★★★★