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Veröffentlicht am 15.09.2016

Er läuft und läuft und läuft ...

Am Ende aller Zeiten
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Broschiert: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (25. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596037049
Originaltitel: The End of the World Running Club
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Er ...

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (25. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596037049
Originaltitel: The End of the World Running Club
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Er läuft und läuft und läuft …

Inhalt:

Edgar ist ein ganz normaler durchschnittlicher Mann. Er lebt mit Frau und zwei kleinen Kindern in Edinburgh, versucht sich vor der Verantwortung zu drücken, wo es nur geht und rettet sich lieber in den Alkohol anstatt mal die Windeln zu wechseln. Kurz: Er hat sein Leben satt.

Als ein Asteroidenschauer auf die Erde niedergeht und die Britischen Inseln mehr oder weniger komplett verwüstet, beginnt Ed ums Überleben und um seine Familie zu kämpfen. Bei der Evakuierung wird er von den anderen getrennt und muss sich zu Fuß 500 Meilen weit quer durchs Land schlagen, wenn er sie wiedersehen will, und das innerhalb von drei Wochen.

Meine Meinung:
Anfangs hatte ich große Probleme mit dieser Geschichte. Ed ist ein total langweiliger und unsympathischer Mensch, den ich im richtigen Leben nicht unbedingt zu meinen Freunden zählen würde. Und deshalb war es mir auch ziemlich egal, wie es ihm ergeht, ob er irgendetwas schafft oder nicht. Auch die häufigen Zeitsprünge halfen mir nicht gerade, leicht in die Geschichte hineinzufinden. Mit der Zeit ging es dann aber.

Nach der Kurzbeschreibung hatte ich eine hochspannende Story erwartet. Die habe ich leider nicht bekommen. Die erste Hälfte des Buches empfand ich als sehr zäh und nichtssagend. Die Handlung erschien mir oft sehr unglaubwürdig. Der Niedergang der Zivilisation ging mir definitiv zu schnell, und unsere Helden kamen doch immer wieder ganz gut durch. Hier hätte ein wenig mehr Dramatik nicht geschadet.

Mir scheint aber, Adrian J Walker wollte hier gar keinen Endzeitthriller abliefern, sondern einen Entwicklungsroman. Sein Hauptaugenmerk lag gar nicht auf dem postapokalyptischen Setting, sondern auf dem Laufen. Hierüber wird so viel philosophiert. Für Jogger, Marathonläufer usw. ist das Buch womöglich interessanter als für mich.

Schließlich kam ab ca. der Hälfte des Buches doch noch etwas Schwung in die Geschichte. Es passierten unvorhersehbare Dinge, die dann auch für große Spannung beim Lesen sorgten, sodass ich ab hier das Buch richtig genießen konnte.

Leider konnte mich der Schluss dann wieder nicht überzeugen. Es blieben für mich am Ende einfach zu viele Fragen offen.

★★★☆☆

Vielen Dank an den Fischer Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Geflecht von Lügen und eine dramatische Entwicklung

Bittere Lügen
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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596197361
Originaltitel: The Boy That Never Was
Preis: 9,99 €

Ein Geflecht von Lügen ...

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596197361
Originaltitel: The Boy That Never Was
Preis: 9,99 €

Ein Geflecht von Lügen und eine dramatische Entwicklung

Inhalt:

Harry und Robin leben mit ihrem dreijährigen Sohn Dillon in Tanger, Marokko. Das kleine Familienglück liegt in Scherben, als ihr Haus bei einem Erdbeben einstürzt. Der schlafende Dillon war allein im Haus, seine Leiche konnte jedoch nie geborgen werden. Die Eltern versuchen in ihrer Heimat Dublin einen Neuanfang. Doch Harry leidet sehr unter dem Verlust seines Kindes und kann sich mit dessen Tod nicht abfinden. Fünf Jahre später meint er, in Dublin Dillon zu sehen. Weder Polizei noch Robin nehmen ihn ernst.

Meine Meinung:
Größtenteils erleben wir die Geschichte aus zwei Perspektiven, nämlich der von Harry und der von Robin, die sich kapitelweise abwechseln. Am Ende kommt auch noch eine dritte Person zu Wort, die eine wichtige Rolle spielt, was dem Leser aber erst dann bewusst wird.

Hinter dem Pseudonym Karen Perry verbirgt sich das Autorenduo Karen Gillece und Paul Perry. Zusammen haben sie es geschafft, sowohl die weibliche als auch die männliche Sicht- und Verhaltensweisen plausibel darzustellen. Denn Harry und Robin gehen mit derselben Situation ganz anders um. Die Autoren wecken beim Leser Verständnis für beide.

Anfangs fand ich den Roman zwar ganz interessant, aber etwas langatmig. Die Einführung der Protagonisten und des Plots war mir einerseits zu ausschweifend, andererseits aber nicht tiefgründig genug. Statt oberflächlicher Beschreibungen hätte ich mir gewünscht, dass die Autoren etwas mehr in die Tiefe gehen. Auch mehr Emotionen hätten angesichts der Thematik nicht geschadet.

In der zweiten Romanhälfte nimmt die Handlung aber definitiv an Fahrt auf. Hier passiert so viel. Es kommen immer mehr Lügen ans Licht, sodass man schon bald das Gefühl bekommt, dass das einfach nicht mehr gutgehen kann, dass man auf eine Katastrophe zusteuert. Das hat mir richtig gut gefallen, wie sich das so nach und nach für den Leser entwickelt. Es wird immer spannender. Man bekommt immer mehr Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche. Und auch wenn man das Verhalten der ein oder anderen Person als falsch empfindet, kann man doch nachvollziehen, warum so gehandelt wird, je mehr sich das Geflecht der Lügen zusammenzieht.

Fazit:
Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich „Bittere Lügen“ schließlich doch stark fesseln und für sich einnehmen. Ein Spannungsroman, der den größten Albtraum aller Eltern beschreibt.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gut zu lesen, aber nicht gerade mitreißend

Aller Liebe Anfang
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Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196418
Preis: 9,99

Gut zu lesen, aber nicht gerade mitreißend

Inhalt:
Stella lernt ...

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196418
Preis: 9,99

Gut zu lesen, aber nicht gerade mitreißend

Inhalt:

Stella lernt Jason im Flugzeug kennen, später heiraten sie, bekommen eine Tochter und ziehen in eine Stadtrandsiedlung. Jason ist beruflich viel unterwegs, Stella mit dem Kind allein. Nur ihre Arbeit als Krankenpflegerin, wo sie drei Patienten stundenweise in deren Zuhause betreut, holen sie ein bisschen aus der Lethargie heraus. Als eines Tages ein Fremder klingelt und einfach mit ihr reden will, beginnt ein Albtraum.

Meine Meinung:
Wirklich begeistern konnte mich Judith Hermann leider nicht. Das Buch ist gut zu lesen, wenn auch der Schreibstil eher an einen Grundschüler erinnert. Einfache Sätze, viele Aufzählungen. Fragesätze ohne Fragezeichen. Dies führt dazu, dass man wie durch eine Wattehülle auf die Protagonisten und ihr Handeln schaut, alles wirkt gedämpft und farblos.

Sicher wird dadurch Stellas Leben gut charakterisiert, denn genau so empfindet sie es wohl: farblos. Selbst als sie es dann mit einem Stalker zu tun bekommt, ändert sich daran nichts. Stella entwickelt Angst vor dem Fremden, doch auch die Angst wirkt farblos und nicht wirklich greifbar. Die Sache eskaliert, doch als Leser beobachtet man alles nur aus weiter Ferne, so wie auch Stella trotz allem sehr distanziert wirkt.

Eigentlich hätte man die Geschichte auf wenigen Seiten erzählen können, es passiert nämlich nicht sehr viel. Wahrscheinlich muss man den Großteil dessen, was Judith Hermann uns sagen will, zwischen den Zeilen suchen. Ich habe mich redlich bemüht, aber trotzdem nicht viel gefunden.

Mehr als der Stalker scheint Stella ihre allgemeine Unzufriedenheit zu schaffen zu machen. Sie hat eigentlich alles, Mann, Kind, Haus, Anerkennung im Beruf – und doch fehlt ihr anscheinend etwas. Schade, dass sie sich im Verlauf des Romans nicht weiterentwickelt und am Ende so unzufrieden wie zuvor ist.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Weihnachten – das Fest der Liebe und der Abrechnung

Alle unter eine Tanne
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Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030323
Preis: 9,99 €

Weihnachten – das Fest der Liebe und der Abrechnung

Inhalt:
Elli ...

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030323
Preis: 9,99 €

Weihnachten – das Fest der Liebe und der Abrechnung

Inhalt:

Elli und Robert sind seit drei Jahren geschieden, haben sich aber nicht getraut, es ihren erwachsenen Kindern zu sagen. Jedes Jahr, wenn sich die ganze Familie an Weihnachten im Elternhaus trifft, wird Ellis Freund Micha ausquartiert und Robert zieht für zwei Tage wieder ein. Doch dieses Jahr will Chrissi, Roberts Freundin, das Spiel nicht mehr mitmachen. Sie verlangt, dass die Kinder endlich die Wahrheit erfahren und reiner Tisch gemacht wird. Die Katastrophe ist vorprogrammiert …

Meine Meinung:
„Alle unter eine Tanne“ ist Lo Malinkes Debütroman. Er schreibt sonst Kolumnen und Drehbücher. Und auch dieses Buch kann ich mir wunderbar als Verfilmung (die bereits 2014 verwirklicht wurde) vorstellen, die ich gerne in der Weihnachtszeit anschauen würde. Es ist eine herrliche Komödie, in der jeder sich ein Stück weit wiederfinden kann.

Der Autor wartet mit grotesken Situationen auf, die einem immer wieder ein Schmunzeln entlocken. Auch kommen immer mehr Geheimnisse der Familienmitglieder ans Tageslicht, was sowohl beim Leser als auch bei den Angehörigen überraschte Gesichter hervorruft. Dabei ist alles in einem locker-humorvollen Ton geschrieben, sodass das Lesen viel Spaß macht. Auch wenn es hier zu einem katastrophalen Heiligabend kommt, der schließlich im absoluten Chaos endet, ist doch über allem die Liebe zu spüren und eine versöhnliche Note enthalten. Man kann als Leser das Buch schließlich ganz zufrieden weglegen.

Manche Stellen hätte ich mir etwas gestraffter gewünscht bzw. mit etwas mehr Pepp, aber im Großen und Ganzen ist „Alle unter eine Tanne“ ein wirklich gelungenes Debüt.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein runder Abschluss der Trilogie, wenn auch nicht überragend

Extradunkel
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Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421326
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: In the Age of Love and ...

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421326
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: In the Age of Love and Chocolate
Preis: 16,99 €

ACHTUNG: Diese Rezension kann Spoiler zu den ersten beiden Bänden enthalten.

Ein runder Abschluss der Trilogie, wenn auch nicht überragend

Inhalt:

Anya muss sich Gedanken über ihre Zukunft ohne Collegeausbildung machen. Sie nimmt ihre Idee, einen Nachtclub mit Kakaoausschank zu eröffnen, wieder auf und setzt alles daran, dieses Ziel zu verwirklichen. Ihr ehemaliger Erzfeind, Charles Delacroix, ist dabei an ihrer Seite, sehr zum Verdruss seines Sohnes Win, der Anya deshalb verlässt. Eine große berufliche Aufgabe, ein gebrochenes Herz, eine über die Stränge schlagende Natty, Ärger mit den anderen Schokoladenclans – das ist es, womit Anya sich herumschlagen muss.

Meine Meinung:
Mir haben alle drei Bände dieser Trilogie gut gefallen, aber stets hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Im vorliegenden dritten Band kam die Handlung zwar gleich von Anfang an in Fahrt, er war auch sehr interessant und spannend zu lesen. Anya gerät in Lebensgefahr und steckt immer wieder in der Zwickmühle falscher Entscheidungen. Und doch konnte mich der Roman nicht hundertprozentig begeistern. Vieles plätschert ein bisschen zu sehr vor sich hin. Außerdem werden einige Dinge immer wieder wiederholt, was auf Dauer langweilig ist. Und es fehlte mir einfach ein knalliger Höhepunkt. Gerade in einem Abschlussband habe ich so etwas gerne.

Es hat mir aber gut gefallen, wie Anya sich entwickelt. Sie war schon immer eine starke Figur, die Verantwortung tragen musste. Nun ist Anya Balanchine aber richtig erwachsen geworden, und das steht ihr gut. Doch nicht nur Anya macht eine Entwicklung durch, auch Natty, Theo, Win und seine Eltern. Sie alle lernen dazu und gehen gestärkt aus der Situation heraus.

Der romantische Aspekt kam mir in diesem Band fast ein bisschen zu kurz. Ich hatte den Eindruck, hier ging es mehr um Geschäfte. Wirklich rührende, gefühlvolle Szenen kann man an einer Hand abzählen. Aber gut, es muss ja auch nicht immer so viel Liebesgedöns sein. Manch ein Leser ist vielleicht froh darüber.

Das Ende war mir dann fast ein bisschen zu sehr Friede-Freude-Eierkuchen. Aber damit kann ich leben. Zumal der ganze dritte Band darauf zu steuerte. So war es nur logisch, dass es kam, wie es eben kam.

Fazit:
Wer die ersten beiden Bände mochte, macht auch mit dem dritten nichts falsch. Die Handlung wird konsequent fortgeführt und zu einem schlüssigen Ende gebracht.

Die Reihe:
1. Bitterzart
2. Edelherb
3. Extradunkel

★★★★☆