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Veröffentlicht am 15.09.2016

Tolle Idee, viel Spannung, aber eine Protagonistin zum Abgewöhnen

Rain – Das tödliche Element
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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351553
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Rain 1
Preis: ...

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351553
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Rain 1
Preis: 16,99 €

Tolle Idee, viel Spannung, aber eine Protagonistin zum Abgewöhnen

Inhalt:

Ruby ist 15 und lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem kleinen Bruder in Dartbridge, England. Sie ist ein typischer Teenager. Ärger mit den Eltern bzw. dem Stiefvater ist an der Tagesordnung. Ansonsten dreht sich Rubys Leben hauptsächlich um Jungs, um Coolness und gutes Aussehen. Bis es eines Tages zur Katastrophe kommt. Es regnet, und der Regen enthält tödliche Bakterien aus dem Weltall. Wer damit in Berührung kommt, stirbt relativ schnell und qualvoll. Von heute auf morgen gibt es kein Trinkwasser mehr. Die Seuche ist hochgradig ansteckend. Ruby ist plötzlich auf sich allein gestellt, muss ums Überleben kämpfen und versucht, sich zu ihrem Vater nach London durchzuschlagen.

Meine Meinung:
Eigentlich hat mir „Rain. Das tödliche Element“ super gefallen … eigentlich. Wenn da nicht diese nervige Protagonistin Ruby gewesen wäre. Ruby ist eine Person, um die ich im richtigen Leben einen großen Bogen machen würde. Es hat den Anschein, als würde sie sich mit ihrem Stiefvater immer rein aus Prinzip anlegen. Daneben ist für sie am wichtigsten, dass sie gut aussieht oder von anderen für cool gehalten wird. Das mag ja noch angehen, wenn die Zeiten gut und normal sind. Aber wenn ich fast allein auf der Welt bin und vor Durst fast umkomme, habe ich doch andere Probleme, als mir die Haare zu färben und immer wieder das Make-up aufzufrischen, weil es ja sein könnte, dass doch ein Bekannter überlebt hat und mich auf der Straße erkennt. Und wenn der Regen so gefährlich ist und ich noch extra eingetrichtert bekomme, dass ich nachdenken soll, bevor ich etwas tue, dann schaue ich doch auf jeden Fall nach, ob es regnet, bevor ich das Haus verlasse. Ruby dagegen hat nur ihr Aussehen im Sinn. Sorry, aber so viel Oberflächlichkeit ist mir zu blöd.

Zum Glück erzählt Virginia Bergin aber so spannend und atmosphärisch dicht, dass ich Rubys unverständliches Verhalten schließlich weitgehend ausblenden konnte. Ich verfolgte die Geschichte wirklich gebannt und fieberte sogar mit Ruby mit. Sie ist ja zum Glück nicht wirklich unsympathisch, obwohl sie teilweise schon ziemlich arrogant wirkt. Mir hat auch ihre Entwicklung im Verlauf des Buches sehr gut gefallen. Sie wird um einiges reifer und verantwortungsbewusster.

Die Sprache wirkt sehr jugendlich und flapsig. Das passt einerseits natürlich zu einer fünfzehnjährigen Ich-Erzählerin, andererseits ist es etwas mühsam zu lesen, vor allem weil viele Wörter oder Sätze in Blockbuchstaben geschrieben sind, wenn Ruby etwas betonen will oder schreit. Dieses Mittel wird für meinen Geschmack etwas zu häufig eingesetzt. Gut gefallen hat mir dagegen die Idee, Fluch- und Schimpfwörter durch Schmetterlingszeichnungen zu ersetzen. Ich finde, gerade in Jugendbüchern gibt es im Allgemeinen viel zu viele Kraftausdrücke. Man kann sie sich zwar auch hier denken, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn sie ausgeschrieben sind.

Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, der natürlich neugierig auf den 2. Band macht.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Geschichte einer besonderen Freundschaft

Und damit fing es an
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Die Geschichte einer besonderen Freundschaft

Inhalt:
Gustav wächst in den 1940er Jahren bei seiner Mutter im schweizerischen Matzlingen in kargen Verhältnissen auf. Er liebt seine Mutti über alles, auch ...

Die Geschichte einer besonderen Freundschaft

Inhalt:

Gustav wächst in den 1940er Jahren bei seiner Mutter im schweizerischen Matzlingen in kargen Verhältnissen auf. Er liebt seine Mutti über alles, auch wenn es umgekehrt nicht so zu sein scheint. Als ein Neuer in die Vorschule kommt, der jüdische Junge Anton, entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Kindern. Gustav wird von Antons gut situierter Familie liebevoll aufgenommen, was Mutti allerdings ein Dorn im Auge ist. Gibt sie doch den Juden die Schuld an ihrem gescheiterten Leben.

Meine Meinung:
„Und damit fing es an“ ist ein stiller Roman, ein Buch der leisen Töne. Hier gibt es keine Hochspannung und keine reißerischen Szenen, und trotzdem hat mich die Geschichte von Gustav und Anton enorm gefesselt. Dies liegt sicher an dem wunderbaren Schreibstil von Rose Tremain, die feinsinnig ihre Figuren beschreibt und zum Leben erweckt. Ja, ich hatte wirklich den Eindruck, ich wäre mit Gustav und Anton in der Vorschule oder beim Schlittschuhlaufen, ich sah die beiden im Konzertsaal – den einen nervös auf der Bühne, den anderen im Publikum. Und ich spürte die unbedingte Zuneigung, die Gustav seinem Freund stets entgegenbringt. Ich litt mit den beiden und auch mit ihren Eltern, wenn es nicht so ging, wie sie es sich vorstellten. Rose Tremain hat mich wirklich ganz tief in diese Geschichte hineingezogen, sodass ich mich als Teil davon fühlte und alles um mich herum beim Lesen vergaß.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Teil 1 erzählt die Jahre 1947-1952, die ersten Jahre der Freundschaft zwischen Gustav und Anton. Im 2. Teil erfahren wir, wie Erich und Emilie Perle, Gustavs Eltern, sich kennenlernten und wie es zu dem Unglück in ihrem Leben kam. Hier spielt die Zeit von 1937-1942 eine große Rolle. Der dritte Teil springt schließlich weit nach vorne, nämlich in die Jahre 1992-2002. Gustav und Anton haben nun schon einen Großteil ihres Lebens hinter sich, in der Freundschaft gibt es ein Auf und ein Ab, aber sie bleiben doch immer verbunden.

Es fiel mir leicht, mir die einzelnen Charaktere vorzustellen. Ich hatte sofort ein detailliertes Bild von ihnen im Kopf. Dabei wirken sie alle ganz verschieden. Gustav hat von kleinauf gelernt, sich zu beherrschen und ist ein eher ruhiger, zurückhaltender Typ. Er versucht, es seiner Mutti immer recht zu machen. Obwohl diese ihm wenig mütterliche Gefühle entgegenbringt, schafft Gustav es, andere Menschen zu lieben. Anton ist der Mittelpunkt seiner Familie, der kleine Prinz, für den die Eltern alles tun. Schon früh träumt er davon, Konzertpianist zu werden und wird von seinen Eltern dabei voll unterstützt, aber nicht unter Druck gesetzt. Der Gegensatz zwischen Antons und Gustavs Elternhaus könnte kaum krasser sein, und doch verbindet beide so viel.

Interessant waren für mich auch die Ausführungen zur Schweizer Neutralität und die Thematisierung der Ereignisse während der Nazizeit. Dies alles einmal aus Schweizer Sicht zu lesen – wenn auch von einer Engländerin geschrieben -, war für mich neu.

Fazit:
Rose Tremain hat mich mit ihrem neuesten Werk wirklich begeistert. Die schöne Sprache macht einfach Spaß und der Roman über Freundschaft, Liebe und Verrat gibt viele Anstöße zum Nachdenken und wird mich sicher noch nachhaltig beschäftigen.

★★★★★

Herzlichen Dank an den Insel Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Was wäre, wenn?

Das gibts in keinem Russenfilm
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022981
Preis: 19,99 €

Was wäre, wenn?

Ich muss gestehen, ich habe mich vor dem Lesen ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022981
Preis: 19,99 €

Was wäre, wenn?

Ich muss gestehen, ich habe mich vor dem Lesen nicht groß über dieses Buch informiert, auch nicht über den Autor, von dem ich bisher nichts kannte. Ich habe also ganz unbedarft angefangen zu lesen.

Aha, eine Autobiographie, locker und flott geschrieben, sehr unterhaltsam. Der Autor wuchs in der DDR auf und schildert seine Erlebnisse mit den dort gegebenen Zwängen und seine ungewollten Zusammenstöße mit der Obrigkeit. Seine ersten Versuche als Autor. Hm, die Rechtschreibreform scheint an ihm abgeprallt zu sein. Ständig dieses „daß“ und „mußte“ und andere Seltsamkeiten von vor der Reform. Aber okay. Weiterlesen …

Ähm, was? Wir sind mittlerweile schon in den 1990er Jahren angelangt, und Thomas Brussig darf nicht in den Westen ausreisen? 2000, und er bekommt immer noch Ärger mit der Stasi? Hier stimmt wohl etwas nicht!

Jetzt habe ich es kapiert. Es handelt sich bei diesem Roman um eine fiktive Autobiographie, in der Thomas Brussig sich selbst spielt, für die DDR aber ein Szenario entwickelt, das sie bis heute bestehen lässt. Eine Wiedervereinigung hat es nie gegeben. Und folglich auch keine Rechtschreibreform.

Eine tolle Idee! So hätte es sein können, wenn es nicht anders gekommen wäre. Mit viel Humor, Ironie und Sarkasmus entwirft Brussig sein Bild von einer parallelen Entwicklung der DDR. Er lässt jede Menge bekannte DDR-, aber auch BRD-Bürger auftreten, wie Egon Krenz, Sarah Wagenknecht, Wolfgang Schäuble, Gregor Gysi und Udo Lindenberg. Nicht alle kommen gut weg, und nicht immer ist ersichtlich, ob Brussig ihr Verhalten als positiv oder negativ ansieht. Seine Rundumhiebe sind auf jeden Fall genial. Dabei fürchte ich, dass mir viele Anspielungen entgangen sind, weil ich mich mit der Materie nicht wirklich auskenne.

Brussig schreibt eigentlich sehr kurzweilig, also unterhaltsam. Trotzdem hätte ich mir an einigen Stellen eine straffere Erzählung gewünscht, da waren mir die Ereignisse dann doch zu lang ausgeführt. Insgesamt hat mir das Buch aber wirklich gut gefallen und bekommt gute vier Sterne von mir. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Brussig „Helden wie wir“, der im vorliegenden Roman immer wieder erwähnt wird und der sich glücklicherweise schon auf meinem SUB befindet.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mein erster Max Broll, aber sicher nicht mein letzter

Interview mit einem Mörder
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Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (20. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709971338
Preis: 19,90€
auch als E-Book erhältlich

Mein erster Max Broll, aber sicher nicht mein letzter

Inhalt:
Bei ...

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (20. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709971338
Preis: 19,90€
auch als E-Book erhältlich

Mein erster Max Broll, aber sicher nicht mein letzter

Inhalt:

Bei der Eröffnung seines Würstelstandes wird auf Max Brolls besten Freund Baroni geschossen. Nur Max will den Täter gesehen haben, aber keiner glaubt ihm. So nimmt er die Sache selbst in die Hand und verfolgt den harmlos wirkenden älteren Herrn nach Italien und weiter auf ein Kreuzfahrtschiff.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Band um den Totengräber Max Broll. Ich kenne die ersten drei noch nicht, hatte aber zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir irgendwelche Kenntnisse für das Verständnis fehlen würden. Man kann diesen Kriminalroman also gut für sich lesen.

Es gibt zwei Gruppen von Lesern. Die einen mögen den Schreibstil von Bernhard Aichner, die anderen nicht. Zu welcher Gruppe man selbst zählt, lässt sich am besten anhand der Leseprobe erfahren.

Ich gehöre ganz klar zur ersten Fraktion. Mich kann dieser Autor immer wieder begeistern mit seinen kurzen, knackigen Sätzen und seinen „Bindestrich-Dialogen“. Hier ist kein Wort zu viel. Man konzentriert sich auf das Wesentliche. Der Schreibstil wirkt dadurch zwar relativ nüchtern, man kann aber trotzdem sehr viel herauslesen.

Auch die Charaktere konnten mich schnell für sich einnehmen. Max Broll, der Totengräber, ist schon ein bisschen schräg drauf, aber sympathisch schräg. Und loyal. Und mutig. Der heimliche Held in diesem Roman ist aber der neue Dorfpfarrer Akofa auf Afrika, wenn er auch nur kurze Auftritte hat. Aber die haben es in sich.

Die Handlung startet gemächlich, kommt aber bald schon mächtig in Schwung. Die letzten 100 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich. Aichner hat es geschafft, mich lange Zeit im Unklaren zu lassen, wem ich mein Vertrauen schenken sollte. Der ein oder andere wirkt ein bisschen undurchsichtig, und auch Max macht zuweilen einen etwas wirren Eindruck, sodass man nie weiß, ob er sich das alles nur einbildet, oder ob da tatsächlich jemand ein fieses Spiel mit ihm treibt. Immer wieder gelingt es Bernhard Aichner, den Leser zu überraschen. Das Blatt wendet sich ständig. Und oftmals gibt es auch ziemlich humorvolle Szenen. Hier muss man einfach still in sich hinein grinsen.

Etwas ärgerlich finde ich die vielen freien Seiten zwischen den einzelnen Kapiteln. Hier könnte man jede Menge Baum sparen.

Fazit:
Wer einen außergewöhnlichen Schreibstil und außergewöhnliche Charaktere sucht und gewillt ist, sich auf beides einzulassen, wird seinen Spaß an diesem Krimi haben. Man sollte vielleicht nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, sondern sich einfach locker durch die Seiten treiben lassen.

Die Max-Broll-Reihe:
1. Die Schöne und der Tod
2. Für immer tot
3. Leichenspiele
4. Interview mit einem Mörder

★★★★★

Der Haymon Verlag hat mir für die Leserunde auf LovelyBooks ein Freiexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Explosiv, provokativ, hellwach

Hellwach
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Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421579
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Wild Awake
Preis: 14,99 €

Explosiv, ...

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421579
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Wild Awake
Preis: 14,99 €

Explosiv, provokativ, hellwach

Inhalt:
Kiri ist 17 und spielt begeistert auf hohem Niveau Klavier. Mit ihrem Freund Lukas hat sie eine Band. Diesen Sommer ist sie allein zu Hause, die Eltern sind wochenlang verreist. Kein Problem, denn Kiri ist zuverlässig, kümmert sich um Haus und Garten und übt diszipliniert für den anstehenden Klavierwettbewerb.

Da ruft ein Fremder an und behauptet, er hätte noch Sachen von Kiris Schwester Sukey. Doch Sukey ist seit fünf Jahren tot. Für Kiri ändert sich mit diesem Anruf alles …

Meine Meinung:
„Hellwach“ ist ein besonderes Buch, ein gewagtes Buch. Es dreht sich um Dinge, die normalerweise in Jugendbüchern eher totgeschwiegen werden, unter anderem um Drogen und um Psychosen. Doch gehören diese Dinge zu unserem Leben dazu bzw. sind eben da und sollten meiner Meinung nach daher auch in Jugendbüchern nicht ausgeklammert werden. Wie Hilary T. Smith darüber schreibt, fand ich schon sehr gelungen. Zwar ist die Protagonistin Kiri Drogen gegenüber nicht besonders kritisch, aber es wird auch deutlich, dass sie einen hohen Preis dafür bezahlen muss.

Mir hat die Erzählweise sehr gut gefallen. Wir erleben die Geschichte aus Kiris Sicht in der 1. Person im Präsens. Dadurch kann man sogar den manchmal verqueren Gedankengängen der Protagonistin recht gut folgen. Kiri war mir von Anfang an sympathisch, und ich habe sie gerne durch diesen Roman begleitet und mitverfolgt, wie aus dem angepassten, braven Kind eine eigenständige junge Frau wird, die durch ihren Ausbruch aus den vorgezeichneten Bahnen viel Neues – nicht nur Gutes – kennenlernt und schließlich gestärkt aus dem Schlamassel hervorgeht.

Die Musik spielt eine große Rolle in diesem Jugendbuch. Obwohl ich mich nicht besonders für Musik interessiere, hat mich das aber überhaupt nicht gestört. Es passte einfach gut zum Rest.

Sehr gelungen fand ich auch die Liebesgeschichte. Es war so schön zu sehen, wie die beiden sich ganz sachte näher kommen. Die Beschreibungen waren einfach wunderschön.

„Hellwach“ ist kein 08/15-Buch. Es ist explosiv, provokativ und aufgeweckt und wird mir sicher lange im Gedächtnis bleiben, was ich nicht von jedem Buch behaupten kann.

Das Cover wirkte auf mich zuerst zwar interessant, aber doch irgendwie nichtssagend. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, finde ich es absolut passend, ich könnte mir kein besseres vorstellen. Der düstere Hintergrund und die Explosion von Farbklecksen sind einfach perfekt und spiegeln den Inhalt wider.

★★★★★