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Veröffentlicht am 24.01.2025

Ausgefallene Idee

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Ravensburger (30. Januar 2025)
ISBN-13: 978-3473586820
Lesealter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: What the River Knows. Secrets of the Nile Book 1
Übersetzung: Maria Zettner
Preis: ...

Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Ravensburger (30. Januar 2025)
ISBN-13: 978-3473586820
Lesealter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: What the River Knows. Secrets of the Nile Book 1
Übersetzung: Maria Zettner
Preis: 17,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ausgefallene Idee

Inhalt:
Buenos Aires, 1884. Die junge Inez erhält einen Brief ihres Onkels aus Ägypten, in dem er ihr mitteilt, dass ihre Eltern, die mit ihm bei Ausgrabungen gearbeitet haben, tot sind. Sie sind aus der Wüste nicht mehr zurückgekehrt und konnten trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Inez weigert sich, das einfach so hinzunehmen und reist heimlich nach Ägypten, um über den Tod ihrer Eltern Klarheit zu bekommen. Den Bemühungen ihres Onkels und seines Assistenten Whit, sie schnellstmöglich wieder nach Argentinien zu schicken, widersetzt sie sich energisch - nicht wissend, in welche Gefahr sie sich dadurch begibt.

Meine Meinung:
Nicht nur von außen (ein hinreißendes Cover und ein wunderschöner Farbschnitt in der ersten Auflage, der zusammen mit Band 2 ein ganzes Bild ergibt) kann „What the River Knows“ überzeugen, sondern auch von innen. Die Story ist außergewöhnlich und eine prima Mischung aus Fantasy, Romance, Crime und History.

Dabei entwickelt sich die Handlung zunächst gemächlich, nimmt aber bald Fahrt auf. Es ist nicht leicht zu durchschauen, wem man trauen kann und wer etwas verbirgt und falsch spielt. Das macht die Geschichte sehr spannend, denn man wird immer wieder aus dem Gleis geworfen und muss umdenken. Allerdings verhält sich Inez zuweilen sehr naiv und tappt praktisch in jede Falle, die ihr gestellt wird, obwohl sie sich andererseits als recht intelligent erweist. Trotzdem hat sie mir als Protagonistin gut gefallen, denn sie hat das Herz am rechten Fleck und lässt sich auch durch die starren gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts nicht verbiegen, wenn es darum geht, ihr Ziel zu erreichen.

Ab und zu wirkt der Schreibstil ein klein wenig holprig, aber insgesamt lässt sich das Buch sehr gut lesen und genießen. Besonders die frechen Dialoge zwischen Inez und Whit haben es in sich, zumindest meistens. Von Anfang an war mir klar: Was sich liebt, das neckt sich. Die Liebesgeschichte entwickelt sich dabei ganz langsam; das ist richtig gut gemacht und schön nachzuvollziehen.

Das 1. Buch dieser Dilogie endet mit einem leichten Abschluss, wobei viele Fragen aber noch offen sind und hoffentlich im 2. Band restlos geklärt werden. Und dann ist da noch ein Cliffhanger, der mich komplett schockiert hat - eine Wendung, die ich so nie erwartet hätte, die aber einen genialen Anknüpfungspunkt für die Fortsetzung bietet. Ich freue mich schon darauf!

Die Dilogie „Geheimnisse des Nil“:
1. What the River Knows
2. Where the Library Hides (voraussichtlicher Erscheinungstermin: 01. September 2025)

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.01.2025

Atmosphärisch, psycholoisch, fesselnd

Tod einer Ärztin
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Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (25. Februar 2003)
ISBN-13: 978-3404148714

Atmosphärisch, psychologisch, fesselnd

Inhalt:
Die Sprechstundenhilfe findet am Montagmorgen Hunkelers Hausärztin ...

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (25. Februar 2003)
ISBN-13: 978-3404148714

Atmosphärisch, psychologisch, fesselnd

Inhalt:
Die Sprechstundenhilfe findet am Montagmorgen Hunkelers Hausärztin Dr. Christa Erni tot in ihrer Praxis - brutal erstochen. Schnell geraten ein paar Drogenabhängige in Verdacht, die von Dr. Erni mit Methadon versorgt wurden. Doch das ist nicht die einzige Spur, und es bleibt auch nicht bei der einen Leiche …

Meine Meinung:
Dies ist der 4. Band der Reihe um den Basler Kommissär Peter Hunkeler. Man muss die vorherigen Bände allerdings nicht unbedingt gelesen haben, sondern wird der Handlung auch ohne Vorkenntnisse folgen können. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und die vergangenen Ereignisse im Privat- und Berufsleben spielen keine so große Rolle.

Mir gefällt immer wieder der unaufgeregte Schreibstil von Hansjörg Schneider, der grundsätzlich leicht zu lesen ist, aber doch auch seine Ansprüche hat. Ganz nah an dem Protagonisten Hunkeler wird man durch die Handlung geführt, hat an dessen Gedanken teil und kann sich so prima in diese Figur hineinversetzen.

Hunkeler ist ein Querkopf und wirkt trotzdem recht sympathisch, denn er interessiert sich für seine Mitmenschen und will niemandem etwas Böses. Gleiches fordert er aber auch für sich. Wenn ihm dann einer blöd kommt und es noch dazu so erdrückend heiß ist wie in diesem Hochsommer, reißt ihm schon mal die Hutschnur. Mit seiner Intuition und seinen psychologischen Überlegungen beendet er schließlich auch diesen Fall. Die Auflösung ist logisch und nachvollziehbar. Stück für Stück wird das Mosaik zusammengesetzt, bis Kommissär und Leserschaft ein vollständiges Bild des Geschehens vor Augen haben.

Die Reihe:
1. Silberkiesel
2. Flattermann
3. Das Paar im Kahn
4. Tod einer Ärztin
5. Hunkeler macht Sachen
6. Hunkeler und der Fall Livius
7. Hunkeler und die goldene Hand
8. Hunkeler und die Augen des Ödipus
9. Hunkelers Geheimnis
10. Hunkeler in der Wildnis

★★★★★

Veröffentlicht am 17.01.2025

Melancholisch und einigermaßen spannend

Der Feind im Schatten
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Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: dtv (1. Januar 2012)
ISBN-13: 978-3423213349
Originaltitel: Den Orolige Mannen
Übersetzung: Wolfgang Butt
Preis: 13,00 €

Melancholisch und einigermaßen spannend

Inhalt:
Als ...

Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: dtv (1. Januar 2012)
ISBN-13: 978-3423213349
Originaltitel: Den Orolige Mannen
Übersetzung: Wolfgang Butt
Preis: 13,00 €

Melancholisch und einigermaßen spannend

Inhalt:
Als der Schwiegervater in spe von Kurt Wallanders Tochter Linda spurlos verschwindet, ist es für den Polizisten selbstverständlich, dass er eigene Nachforschungen betreibt, auch wenn der Fall nicht in seine Zuständigkeit fällt. Håkan von Enke ist ein ehemaliger U-Boot-Kommandant. Wallander hat ihn auf der Feier zu seinem 75. Geburtstag kennengelernt. Ganz kurios wird es, als nach Monaten auch noch seine Frau Louise von Enke verschwindet.

Meine Meinung:
Dies ist der letzte Band der Reihe um den Ystader Polizisten Kurt Wallander, der mittlerweile 60 Jahre alt ist und auf ein bewegtes Leben zurückschauen kann. Dies tut er in diesem Kriminalroman auch immer wieder, was unweigerlich eine gewisse Melancholie hervorruft. Dazu kommen gesundheitliche Beschwerden wie Diabetes und sich häufende Gedächtnislücken, die Wallander und seiner Tochter Sorgen machen. Keine Frage, er geht bergab mit Wallander. Abgesehen von den Blackouts ist er geistig aber so fit wie eh und je und klärt am Ende natürlich den Fall auf, auch wenn nicht alle Fragen bis ins Kleinste geklärt werden können.

Mir gefiel auch in diesem Band wieder der unprätentiöse Schreibstil, der einen ganz nah an der Figur Kurt Wallander durchs Geschehen führt. Dessen Gedanken und Gefühle konnte ich dadurch gut nachvollziehen. Die Schlussfolgerungen empfand ich als logisch.

Ein paar Wiederholungen hätte man noch rauskürzen können. Dann wäre die Sache richtig rund gewesen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 13.01.2025

Leider der schwächste Band der Reihe

Verletzlich
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Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Ullstein (7. September 2018)
ISBN-13: 978-3548290119
Originaltitel: Järnblod
Übersetzung: Dagmar Lendt

Leider der schwächste Band der Reihe

Inhalt:
Annika Bengtzon recherchiert ...

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Ullstein (7. September 2018)
ISBN-13: 978-3548290119
Originaltitel: Järnblod
Übersetzung: Dagmar Lendt

Leider der schwächste Band der Reihe

Inhalt:
Annika Bengtzon recherchiert im Falle eines Fünffachmörders, der plötzlich seine Geständnisse zurückgezogen hat. Daneben ist sie auf der Suche nach ihrer Schwester Birgitta, die spurlos verschwunden ist.

Unterdessen versucht Nina Hoffman, wasserdichte Beweise gegen einen Untersuchungshäftling zu finden, der sich durch besondere Grausamkeit und Gewaltbereitschaft hervorgetan hat. Ihre Arbeit führt sie wieder einmal nach Spanien.

Meine Meinung:
Ich habe alle Bände dieser Reihe gelesen, zuletzt nun vier Bände direkt hintereinander. Bei den ersten drei war das auch durchaus gut so, denn die Handlung wird zum Teil immer weiter fortgeführt, private und berufliche Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle, und immer wieder wird auf Vergangenes Bezug genommen, ohne es noch einmal ganz detailliert darzustellen.

Gerade beim letzten Band hat es mich aber genervt, dass vieles aus den Vorgängerbänden noch einmal gesagt wurde. Hier wurden ganze Absätze aus den früheren Büchern einfach kopiert und eingefügt. Da ich sie ja gerade erst gelesen hatte, war mir der entsprechende Wortlauf noch gut im Gedächtnis. So kann man natürlich auch Seiten füllen. Überhaupt hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass bei Marklund die Luft raus ist. Nicht nur ist dies der seitenmäßig kürzeste Band mit den meisten Wiederholungen, sondern auch die Handlung wirkt etwas lieblos zusammengeschustert.

Zum Abschluss muss Annika sich endlich ihren inneren Dämonen stellen, die sie seit Band 1 quälen. Damit dieses Psychogedöns aber ein Gegengewicht hat, musste Marklund noch ein paar extrafiese Foltermethoden und Tötungsarten genauestens beschreiben. Dazwischen kommt immer mal wieder Thomas zu Wort, der zwar überhaupt keine Rolle mehr spielt, durch seine sinnlose Verbitterung aber kolossal nervt.

Mein Fazit:
Ausgerechnet der Abschlussband ist der schwächste der ganzen Reihe. Vorkenntnisse sollten auf jeden Fall vorhanden sein und allzu zart besaitet sollte man auch nicht sein.

Die Reihe:
1. Studio 6
2. Paradies
3. Prime Time
4. Olympisches Feuer
5. Der rote Wolf
6. Nobels Testament
7. Lebenslänglich
8. Kalter Süden
9. Weißer Tod
10. Jagd
11. Verletzlich

★★★☆☆

Veröffentlicht am 10.01.2025

Ein Roman in Escher-Format

Wackelkontakt
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Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (9. Januar 2025)
ISBN-13: 978-3446282728
Preis: 25,00 €
auch als E-Book erhältlich

Ein Roman in Escher-Format

Inhalt:
Franz Escher wartet auf ...

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (9. Januar 2025)
ISBN-13: 978-3446282728
Preis: 25,00 €
auch als E-Book erhältlich

Ein Roman in Escher-Format

Inhalt:
Franz Escher wartet auf den Elektriker, weil seine Steckdose einen Wackelkontakt hat. Unterdessen liest er ein Buch über einen Mafioso, der als Kronzeuge ausgesagt hat und nun in Italien im Gefängnis auf seine Entlassung in ein Zeugenschutzprogramm wartet. In der Zwischenzeit liest er ein Buch über einen gewissen Franz Escher, der auf den Elektriker wartet …

Meine Meinung:
Die Idee dieses Romans in Form eines Werkes des Künstlers M. C. Escher gefiel mir ausgesprochen gut. Handwerklich ist dies genial gelungen. Die Perspektivwechsel reihen sich nahtlos aneinander. Man wechselt so mühelos von einem Strang zum anderen, ohne dass es großartig markiert wird, und trotzdem weiß man stets, wessen Buch man gerade liest.

Allerdings empfand ich den Anfang beider Geschichten, die hier ineinander verschlungen sind, als recht unspektakulär, fast schon langweilig. Mit jeder Seite steigert sich allerdings die Dynamik und etwa ab der Hälfte des Romans war ich vom Verlauf vollauf begeistert. In immer engeren Windungen umschlingen sich die Lebensgeschichten von Escher und Elio Russo alias Marko Steiner.

Besonders gut gefielen mir auch die Wortspiele und sprachlichen Betrachtungen, die Wolf Haas hier anstellt. Weniger gut gelungen ist leider das Cover, das zwar perfekt zum Titel passt, mir aber Migräne verursacht.

★★★★☆