Profilbild von Lilli33

Lilli33

Lesejury Star
offline

Lilli33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilli33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2025

Gemächlicher Anfang, aber was für ein Ende!

Ragpicker King - Die Chroniken von Castellan
0

Gemächlicher Anfang, aber was für ein Ende!

Meine Meinung:
Endlich durfte ich die Fortsetzung von „Sword Catcher“ in den Händen halten: „Ragpicker King“ erschien im September 2025 in der Übersetzung von ...

Gemächlicher Anfang, aber was für ein Ende!

Meine Meinung:
Endlich durfte ich die Fortsetzung von „Sword Catcher“ in den Händen halten: „Ragpicker King“ erschien im September 2025 in der Übersetzung von Franca Fritz und Heinrich Koop im Penhaligon Verlag. Etwa zwei Jahre mussten die Fans auf die Fortsetzung der Chroniken von Castellan warten - für mich viel zu lange. Es fiel mir unglaublich schwer, nach so langer Zeit wieder in die Geschichte hineinzufinden, zumal Cassandra Clare das Vergangene nur tröpfchenweise mit einfließen lässt und meine Erinnerung so nur ganz langsam erwachte. Dabei braucht man das Wissen aus Band 1 unbedingt, um der Handlung hier folgen zu können.

Das erste Drittel der gut 700 Seiten zog sich für mich ein bisschen, nicht nur weil ich mich erst wieder zurechtfinden musste, sondern auch weil nicht so wahnsinnig viel passiert. Es werden neue Figuren eingeführt, die sich später als sehr interessant entpuppen, da sie ihre eigenen Geheimnisse mitbringen und oft nicht ihr wahres Gesicht zeigen: die Prinzessin von Kutani, die mit Conor vermählt werden soll, und Artal Gremont, der Antonetta heiraten will.

Bald schon geht es drunter und drüber in Castellan. Kel, Conors Schwertfänger, hat den Auftrag, im Geheimen nach den Attentätern von der Galerie zu suchen. Conor verzehrt sich nach Lin, will aber zum Wohle von Castellan die Prinzessin von Kutani heiraten. Und Lin bereitet sich mit Bangen auf die Prüfung vor, in der sie beweisen soll, dass sie die wieder auferstandene Göttin der Ashkar ist. So gemächlich der Anfang auch war, so rasant geht es später dann zu. Die Ereignisse überschlagen sich schier und endlich werden auch eine Rätsel aufgedeckt, was ich im ersten Band vermisste.

Im Hintergrund wimmelt es vor Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Die Handlung ist bunt und komplex und immer wieder überraschend. Cassandra Clares geschmeidiger und einfühlsamer Schreibstil konnte mich wieder fesseln, auch wenn ein paar Seiten und damit ein paar Wiederholungen weniger dem Buch gutgetan hätten. Dass Conor graue Augen hat, hatte ich schon beim ersten Mal verstanden

Nun hoffe ich, dass es bis zum Erscheinen des 3. Bandes nicht wieder so lange dauert, aber falls doch, werde ich mich in Geduld fassen. Verpassen möchte ich die Fortsetzung auf keinen Fall!

Die Chroniken von Castellan:
1. Sword Catcher
2. Ragpicker King

★★★★☆

Veröffentlicht am 05.10.2025

Wie immer recht unterhaltsam

Ungezügelt
0

Wie immer recht unterhaltsam

Inhalt:
Nachdem Andrea mit Ü60 ihre Stelle verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Warum es nicht mal als Autorin probieren? Wieder Erwarten findet sich schnell ...

Wie immer recht unterhaltsam

Inhalt:
Nachdem Andrea mit Ü60 ihre Stelle verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Warum es nicht mal als Autorin probieren? Wieder Erwarten findet sich schnell ein Verlag, der von ihrem Exposé eines Old Romance-Romans angetan ist, allerdings unter der Voraussetzung, dass Andrea ein bisschen mehr Spice einarbeitet - erotische Würze. Nebenbei steht Andrea ihrem geliebten 90-jährigen Schwiegervater Rudi zur Seite, der sich vorgenommen hat, sein Leben mit gesunder Ernährung, Sport und kalten Duschen zu verlängern. Schließlich verlangen auch die beiden Enkelsöhne nach Andreas Aufmerksamkeit. Der Umgang mit ihnen ist gar nicht so einfach, müssen doch Claudias strikte Anweisungen genau beachtet werden und Andrea und Tamara konkurrieren um den Titel „beste Oma“.

Meine Meinung:
Ich liebe diese Reihe, was sicher auch daran liegt, dass ich so ziemlich in Andreas Alter bin und mich in Vielem mit ihr identifizieren kann. Etliche ihrer Probleme habe ich selbst oder in meinem Bekanntenkreis erfahren. Und es ist doch einfach schön zu sehen, dass man damit nicht alleine steht.

Allerdings empfand ich diesen Band als etwas schwächer als manch anderen. Zum einen war mir das Gerede um den Spice zu ausufernd und oft nur mäßig witzig. Zudem empfand ich keinen wirklichen Höhepunkt in der Geschichte. Es läuft alles irgendwie nebeneinander her, hier ein Problem, da ein Problem.

Überflüssigerweise werden auch etliche Anekdoten aus den vorherigen Bänden erwähnt, was für die Handlung nicht notwendig gewesen wäre. Als treue Leserin der Reihe hat mir das natürlich nichts Neues gebracht.

Trotz allem habe ich mich wieder gut amüsiert, am meisten über den liebenswerten Rudi, der in breitestem Hessisch daherbabbelt und oft die besten Lebensweisheiten auf Lager hat.

Die Andrea Schnidt-Reihe:
1. Frisch gepresst
2. Frisch gemacht!
3. Familienpackung
4. Treuepunkte
5. Lieblingsstücke
6. Lackschaden
7. Aufgebügelt
8. Wundertüte
9. Feuerprobe
10. Verzogen
11. Abgetaucht
12. Getraut
13. Ungezügelt

★★★☆☆

Veröffentlicht am 03.10.2025

Atmosphärischer Kriminalroman

Die Farbe des Schattens
0

Atmosphärischer Kriminalroman

Inhalt:
Mecklenburg, 1992. Im Mönkebergviertel von Wechtershagen wird der 11-jährige Matti vermisst. Nach wenigen Tagen wird seine Leiche entdeckt, und auch ein Tatverdächtiger ...

Atmosphärischer Kriminalroman

Inhalt:
Mecklenburg, 1992. Im Mönkebergviertel von Wechtershagen wird der 11-jährige Matti vermisst. Nach wenigen Tagen wird seine Leiche entdeckt, und auch ein Tatverdächtiger ist schnell gefunden. Nur für Kommissar Groth ist die Lösung nicht stimmig. Gegen den Widerstand seines Chefs ermittelt er weiter und zieht auch den gekündigten Ex-Kollegen Gerstacker hinzu.

Meine Meinung:
Dies ist Band 2 der Reihe um den Kriminalkommissar Arno Groth, der nach 25 Jahren in Hamburg wieder in seine Heimatstadt Wechtershagen (das stark an Neubrandenburg erinnert) zurückgekehrt ist. Der Band lässt sich gut auch ohne Vorkenntnisse lesen.

Susanne Tägder schreibt sehr atmosphärisch. Die düstere Stimmung im kalten, dunklen Januar hat mich sofort gepackt. Die Autorin beschreibt die Umgebung sehr detailliert und relativ sachlich, sodass man sich die Örtlichkeiten gut vorstellen kann. Im Gegensatz dazu empfand ich die Protagonisten als eher blass.

Der Kriminalfall ist an Verbrechen angelehnt, die sich tatsächlich ereignet haben. Jedoch hat Tägder daraus ihre eigene Story entwickelt. Mir gefiel sehr gut, wie sie die Polizeiarbeit akribisch beschreibt. Das wirkt alles recht realistisch - das mühsame Befragen der Nachbarn, das Wälzen alter Akten und die mentale Erschöpfung, wenn man mit der Lösung des Falles einfach nicht weiterkommt.

Die Handlung ist von Anfang bis Ende spannend, aber durch die vielen privaten Probleme bricht die Spannung immer wieder ein wenig ein. Nichtsdestotrotz habe ich den Krimi gerne gelesen und einige interessante Einblicke in die Zeit nach der Wende bekommen.

Die Reihe:
1. Das Schweigen des Wassers
2. Die Farbe des Schattens

★★★★☆

Veröffentlicht am 02.10.2025

Herrlich amüsant und genauso spannend

Entführung im Himmelreich
0

Herrlich amüsant und genauso spannend

Inhalt:
Der ehemalige Schauspieler und Privatier Björn Kupernikus ist Dauercamper auf dem Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee. Doch eines Morgens wird die Idylle ...

Herrlich amüsant und genauso spannend

Inhalt:
Der ehemalige Schauspieler und Privatier Björn Kupernikus ist Dauercamper auf dem Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee. Doch eines Morgens wird die Idylle getrübt: Der Bäcker kommt nicht. Kupernikus und die Malerin Annabelle Schäfer finden seinen verlassenen Bäckerwagen unweit des Sees - und direkt am See seine Schuhe. Sollte der Bäcker Selbstmord begangen haben? Kupernikus und Annabelle unterstützen Kommissar Fass tatkräftig bei den Nachforschungen, natürlich gegen dessen Willen.

Meine Meinung:
Dies ist schon Band 2 der Reihe, kann aber notfalls auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Doch Vorsicht: Nach der Lektüre wird man auch Band 1 lesen wollen.

Wie schon bei „Mord im Himmelreich“ habe ich mich köstlich bei der Lektüre dieses humorvoll erzählten Kriminalromans amüsiert und wurde dabei auch noch spannend unterhalten.

Die Figuren sind so liebenswert und ihre Dialoge sprühen vor Wortwitz. Es macht einfach nur Spaß dies zu lesen. Andreas Winkelmann gelingt es dabei ausnehmend gut, die Balance zwischen Humor und Spannung zu halten. Der Kriminalfall kommt bei allem nicht zu kurz und erweist sich als immer komplexer, je länger man liest.

Mit ihrer Neugier und ihrer einfühlsamen Ader bekommen Kopernikus und Annabelle alle Informationen, die sie zur Lösung des Falles brauchen. Auch clevere Überlegungen und die ein oder andere Portion Mut tragen zum Gelingen bei.

Die Hundedame Pinguin tritt diesmal eher nur am Rand auf, aber das ist in Ordnung. Nur ganz missen möchte ich sie nicht!

Fazit:
Andreas Winkelmann konnte mich auch mit diesem Cosy Crime absolut begeistern. Er besticht durch herrlichen Humor und viel Spannung, liebenswerte Figuren und eine überraschend komplexe Handlung. Ich freue mich auf viele weitere Fälle für Kupernikus und Annabelle.

Die Reihe:
1. Mord im Himmelreich
2. Entführung im Himmelreich

★★★★★

Veröffentlicht am 29.09.2025

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

No Way Home
0

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

Inhalt:
Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste ...

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

Inhalt:
Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste Nevadas, wo seine Mutter ein Haus besitzt, um die Beerdigung und alles Weitere zu regeln. In einem Café trifft er auf Bethany, die mit ihm die Nacht verbringt. Als Terrence wieder nach Los Angeles zurückkehrt, nistet Bethany sich unerlaubt im Haus ein. Terrence schafft es nicht, sich ihrer zu erwehren. Als dann auch noch Bethanys Ex-Freund Jesse auf den Plan kommt, eskaliert die Sache.

Meine Meinung:
Ich kenne bereits „Sprich mit mir“ und „Blue Skies“ von T. C. Boyle, die mich beide begeistern konnten. Daher freute ich mich sehr auf sein neues Werk, das im September 2025 im Hanser Verlag in der Übersetzung von Dirk van Gunsteren veröffentlicht wurde. Leider hat mir dieses nicht wirklich gefallen.

Sämtliche Figuren blieben für mich bis zum Schluss unnahbar. Alle sind dermaßen unsympathisch und handeln für mich kaum nachvollziehbar. Das Geschehen empfand ich oftmals als nicht authentisch. Jeder manipuliert jeden und lässt sich manipulieren. Die Beziehungen der Beteiligten sind absolut toxisch. Der Autor konnte mir aber nicht vermitteln, warum die Protagonist*innen alles Mögliche mit sich machen lassen und sich nicht zur Wehr setzen.

Mir fehlten hier einfach die Emotionen, denn erzählt wird eher sachlich-nüchtern. Allerdings ist der Schreibstil richtig toll, weswegen ich auch noch 3 Sterne gebe. Auch die im Hintergrund eingebaute Gesellschaftskritik ist ein Pluspunkt.

Der Schluss konnte mich leider auch nicht überzeugen, denn es ist eigentlich keiner. Alles ist offen; ich fühle mich als Leserin allein gelassen.

★★★☆☆

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere