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Veröffentlicht am 26.02.2022

Mrs Potts' ermittelt

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
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Judith Potts ist eine etwas unkonventionelle, leicht spleenige ältere Frau. Sie lebt alleine
in einem alten Herrenhaus und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin.
Abends geht sie sehr gerne mal nackt schwimmen ...

Judith Potts ist eine etwas unkonventionelle, leicht spleenige ältere Frau. Sie lebt alleine
in einem alten Herrenhaus und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin.
Abends geht sie sehr gerne mal nackt schwimmen in der Themse und beendet den Abend bevorzugt mit
einem Whisky. Ihr betuliches Leben ändert sich, als sie Zeugin eines Mordes auf dem
Nachbargrundstück wird. Dummerweise gibt es keine Leiche. Es gibt auch keine Spuren und die
hiesige Polizei macht keine richtigen Anstalten, in dem Fall zu ermitteln.
Also beginnt Judith selbst nachzuforschen.

Das Cover ist ein bisschen blass geraten. Es gibt einen Einblick in ein typisches englisches Dorf.

Die Charaktere sind etwas überzeichnet und recht skurril.
Nach und nach werden mehr Informationen bekannt und die Personen werden vertrauter.
Judith ist wie ein kleiner Terrier. Nachdem sie festgestellt hat, dass die Polizei
es nicht so ernst mit den Ermittlungen sieht, übernimmt sie das.
Einmal festgebissen, lässt sie nicht mehr los. Als sie dann noch auf die etwas ältere
Hundesitterin Suzie und die etwas neurotische Pfarrersfrau Becks trifft, ist das Ermittlungstrio
perfekt.
Am Ende dürfen sie sogar ganz offiziell der Polizei bei der Aufklärung helfen.
Denn die ist total überfordert und tritt auf der Stelle.

Der Schreibstil ist für mich typisch englisch und hat den von mir so geliebten schwarzen Humor.
Es gibt viel Situationskomik und was so schön anders ist, es wird sehr viel nach Bauchgefühl
und Spürnase ermittelt. Kommen die Frauen mal in eine brenzlige Situation, ist ihre Lebenserfahrung von großem Nutzen.
Dieser Krimi kommt auch ohne großes Blutvergießen aus.
Fließend geschrieben und mit einem leichten Spannungsbogen versehen, der bis zum Ende erhalten bleibt.
Es macht Spaß mitzurätseln, aber es kommt immer wieder etwas anders als gedacht.
Denn peu à peu werden mehr Details bekannt gegeben.
Da aber die Landschaftsbeschreibungen wunderbar gelungen und die Figuren so herrlich
überzeichnet sind, liest sich dieser Krimi sehr gut.
Ein unaufgeregter Krimi, mit gut aufgelegten Charakteren, der große Lust auf mehr macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2022

Das reine Lesevergnügen

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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Die vier vom Donnerstagsmordclub bekommen es dieses Mal mit der New Yorker
Mafia zu tun. Elizabeth muss ihren ehemaligen Geheimdienst-Kollegen Douglas
Middlemis aus der Bredouille helfen. Das ist nicht ...

Die vier vom Donnerstagsmordclub bekommen es dieses Mal mit der New Yorker
Mafia zu tun. Elizabeth muss ihren ehemaligen Geheimdienst-Kollegen Douglas
Middlemis aus der Bredouille helfen. Das ist nicht einfach, geht es doch um
Diamanten im Wert von 20 Millionen Pfund! Aber auch Profis machen Fehler,
in dem sie zum Beispiel ihr Handwerk in der Seniorenresidenz Cooper Chase nachgehen.
Denn wer hier mordet, der wird vom Donnerstagsmordclub gejagt und ganz schnell
werden aus den Jägern die Gejagten.

Ein Wiedersehen mit den vier Hobbydetektiven aus der Seniorenresidenz.
Es ist von Vorteil den ersten Band zu lesen, denn so kommt man in den ganzen Genuss
der Ermittlungen. Lernt die vier so herrlich schrulligen wie pfiffigen Senioren besser
kennen.
Vier starke und sehr fitte Senioren, die vor ihrer Rente viel mehr zu bieten hatten.
In ihrer aktiven Zeit waren sie Geheimdienstlerin, Krankenschwester, Gewerkschaftsführer und Psychiater. Es ist so wunderbar zu lesen, was für Tricks und Ideen die vier anwenden, um zur Lösung des Falls beizutragen. Dabei geht es nicht immer ganz legal zu.
Aber die Gerechtigkeit muss doch siegen. Das wird mit viel Wortwitz und englischem Humor
erzählt. Es macht großen Spaß, gemeinsam mit den Senioren zu ermitteln.
Die Charaktere sind großartig beschrieben, wie aus dem Leben gegriffen.
Die Ermittlungen sind so herrlich unprofessionell.
Der Spannungsbogen ist gekonnt gesetzt und bleibt bis zum überraschenden Ende
bestehen.
Dazu kommt die flüssige Schreibweise des Autors, die einen richtig in die Geschichte
zieht. Die Kapitel sind wieder kurz gehalten und werden durch Joyce unnachahmliche
Art der Tagebucheinträge ergänzt.
Ein richtiges Lesevergnügen mit viel Humor und Herz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2022

Ein toller Ratgeber

Gemeinsam gegen Osteoporose
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Dieses sehr interessante und hilfreiche Buch setzt sich aus mehreren Teilen zusammen.

1. Ernährungs-Basics bei Osteoporose

Das Gespräch zwischen den beiden Autoren gibt einen sehr guten Überblick, was ...

Dieses sehr interessante und hilfreiche Buch setzt sich aus mehreren Teilen zusammen.

1. Ernährungs-Basics bei Osteoporose

Das Gespräch zwischen den beiden Autoren gibt einen sehr guten Überblick, was Osteoporose überhaupt ist, wie sie entsteht und was man tun kann, um sie herauszuzögern.
Ganz wichtig ist das Vorbeugen und die Ernährung.
Auch die Erklärung, was den Knochen schadet, die verschiedenen Stadien der Osteoporose sind sehr hilfreich. Das Risiko erkennen und vor allem was den Knochenabbau fördert.
Die Knochenräuber, also die verschiedenen Substanzen in den Lebensmitteln zu erkennen
wird hier in klaren Abschnitten wunderbar erklärt.
Es gibt auch einen persönlichen Risikotest, um sich selbst einzuschätzen. Richtig gut!
Auch das Vier-Maßnahmenpaket für den Alltag, die Top Ten der basischen Lebensmittel und die Aufbauhilfe für die Knochen müssen noch erwähnt werden.

Alles wird wunderbar in klaren Sätzen kurzweilig beschrieben. Es liest sich richtig gut und macht Lust auf die folgenden Rezepte.

2. Rezepte

Die sind allerdings etwas enttäuschend.
Ich empfinde sie nicht unbedingt als Alltagstauglich. Vieles muss extra besorgt werden. Der größte Knackpunkt ist für mich aber, dass keine Alternativen in den Rezepten genannt werden.
Nicht alle vertragen Haselnüsse, Soja oder mögen Algen.
Die Rezepte, die ich probiert habe, sind alle sehr gut gelungen und sehr schmackhaft.

3. Bewegung-Basics bei Osteoporose

Das ist wunderbar umgesetzt. Tolle Übungen gegen den Knochenabbau. Da findet jeder seine für ihn passenden Übungen. Neben den kleinen Motivationshilfen gibt es am Ende noch Hinweise, was man für sich tun kann, um seine Lebensqualität zu erhalten.

Fazit:

Ein wunderbarer, mit leichtem Humor gewürzter Ratgeber gegen die Osteoporose.
Viele Hinweise und Tipps praktischer Art.
Die ohne den erhobenen Zeigefinger aufgezeigt werden und Lust auf Umsetzung machen.
Ein wirklich hilfreiches und sehr interessantes Buch.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 23.01.2022

Konnte mich nicht überzeugen

Ende in Sicht
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Hella, eine abgetakelte 69-jährige Schlagersängerin ist unterwegs in Richtung Schweiz.
Einst gefeiert und jetzt höchstens mal ein kleiner Kaufhausauftritt
will ihr Leben mit einem Giftcocktail in der Schweiz ...

Hella, eine abgetakelte 69-jährige Schlagersängerin ist unterwegs in Richtung Schweiz.
Einst gefeiert und jetzt höchstens mal ein kleiner Kaufhausauftritt
will ihr Leben mit einem Giftcocktail in der Schweiz beenden.
Leider kommt sie nicht sehr weit, denn es stürzt ihr von einer viel
zu niedrigen Autobahnbrücke ein Teenager vor den Passat.
Juli, ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensmüde. Dem depressiven 15-jährigen
Teenager konnten weder eine Therapie noch der alleinerziehende Vater weiterhelfen.
Jetzt steht sie auf einer sogenannten Grünbrücke, die gebaut wurde,
damit Rehe und Wildschweine nicht der A33 zum Opfer fielen,
nicht als "Fallwild" in den "Rädern des Feierabendverkehrs" verenden.
Im Mittelpunkt steht das brüchige Verhältnis der beiden trostlos Traurigen,
die nur gemeinsam ins Leben zurückfinden können.
Hella und Juli sind sich nicht sympathisch.
Obwohl sie auch Gemeinsamkeiten haben.
Während Hella darunter litt, dass die Schwester bevorzugt wurde,
hat Juli mit einer völlig abwesenden Mutter zu kämpfen.

Die Schreibweise ist sehr wortgewandt, teilweise recht ausfällig bis respektlos.
Die Handlung ist oft mehr als skurril und sehr überspitzt. Der aufblitzende Humor wirkt
aufgesetzt.
Da alles in kurzen Sätzen geschrieben ist, fliegt man durch die Seiten. Vieles erscheint unlogisch.
Die Charaktere sind so überzeichnet, dass sie keine Nähe zulassen.
Ein leicht zu lesendes Buch, auch mit Tiefe, aber am Ende behält man nichts davon zurück.
Ich kenne mich nicht mit dieser Krankheit aus.
Deshalb hat mich dieses Buch angesprochen. Das versprochene dramatische und unangemessene
komische Lesevergnügen habe ich nicht erlebt.
Leider ist die Botschaft bei mir nicht angekommen.
Ein nettes Roadmovie, stellenweise interessant, partiell recht nervig.
Trotz des ernsten Themas konnte es mich nicht überzeugen.

Es gibt einige starke Sätze und Szenen, die ich erwähnen möchte.
Wie z.b.:
"Das Beste, dachte sie so leise wie möglich,
denn der Gedanke war ihr vor ihr selbst peinlich,
das Beste war, dass sie in der Schweiz zwei Termine hatte:
einen zum Sterben und einen einige Stunden davor:
zum Schminken und Frisieren."
Oder auch:
Kurz vor dem Sprung denkt dieser Teenager aber noch:
"Konnte er nicht einfach Sachen tun,
die gewöhnlich Teenager seines Alters taten?"

Mit einer kalkigen Schale tritt Juli auch an den Brückenrand,
um in die Tiefe zu springen. Das Tiergehäuse zerbröselt, das Kind überlebt.

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Veröffentlicht am 18.01.2022

Melancholie und Langeweile

Der letzte Sommer in der Stadt
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Ein junger Mann zieht von Mailand nach Rom.
Er findet recht schnell Anschluss und hat Glück, kann in die Wohnung von Freunden ziehen.
Gut beschrieben wird die Stimmung seiner Freunde, der Clique.
Die 70er ...

Ein junger Mann zieht von Mailand nach Rom.
Er findet recht schnell Anschluss und hat Glück, kann in die Wohnung von Freunden ziehen.
Gut beschrieben wird die Stimmung seiner Freunde, der Clique.
Die 70er Jahre mit ihrem besonderen Charme. Alle lassen sich treiben und Leo Gazzarra treibt mit.
Bekommt allerdings nichts richtig auf die Reihe.
Es wird gefeiert, gesoffen, gelebt.
Als Leo Arianna kennenlernt, versucht er sich zu ändern, aber auch sie kann Leo nicht halten.
Die Sprachlosigkeit, die ihm anscheinend in die Wiege gelegt wurde, kann er einfach nicht ablegen.
Obwohl die Beschreibungen Roms und der Charaktere wunderbar
sind, kann der Roman nicht überzeugen.
Trotz der schönen Schreibweise, dem starken Anfang macht sich später Langeweile breit.
Die Hauptcharaktere drehen sich im Kreis, es fängt an zu nerven.
Melancholisch und elegant, aber von Fellini und Sorrentino weit entfernt.
Letztendlich war ich froh als ich das Buch zuklappen konnte.

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