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Veröffentlicht am 09.12.2021

Tödliche Raunächte

Im Flachgau wartet der Tod
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Dorfpolizist Raphael Aigner trifft es dieses Mal schwer.
Seine Mutter Liesl kommt aus den USA zurück nach Koppelried.
Über 30 Jahre hat Raphi seine Mutter nicht gesehen.
Mitten in den Flachgauer Raunächten ...

Dorfpolizist Raphael Aigner trifft es dieses Mal schwer.
Seine Mutter Liesl kommt aus den USA zurück nach Koppelried.
Über 30 Jahre hat Raphi seine Mutter nicht gesehen.
Mitten in den Flachgauer Raunächten passiert ein Mord.
Liesl ist brutal ermordet worden.
Aigner ist nicht nur eine große Hilfe bei den Ermittlungen, er muss sich auch mit einem
neuen Halbbruder und einem alten Familiengeheimnis auseinandersetzen.

Auch wer den ersten Band nicht gelesen hat, kommt problemlos rein.
Der amüsante, lockerer, lebendige Schreibstil gepaart mit einem wunderschönen Dialekt gibt diesem Krimi das gewisse Extra.
Die Figuren sind bis in die Nebenrollen liebevoll gezeichnet, dass man ganz schnell Sympathien oder auch Antipathien hegt.
Man merkt, dass die Autorin viel Herzblut in ihre
Geschichte gepackt hat, Land und Leute kennt und vor allem liebt!
Durch ihren authentischen und atmosphärisch mitreißenden Erzählstil sorgt sie für ein originelles und humorvolles Leseerlebnis.
Der Spannungsbogen ist gekonnt gesetzt.
Natascha Keferböck lässt den Leser bis zuletzt im Dunklen tappen.
Es gibt zahlreiche Wendungen und auch falsche Fährten.
Der am Anfang erzeugte Spannungsbogen bleibt erhalten bis zum überraschenden Ende.

Auch der 2. Band gibt die österreichische Lebensart wunderbar wieder.
Der Wortwitz und die Situationskomik ist wieder
wunderbar skurril, temporeich und gespickt mit köstlich witzigen Dialogen.
Ich habe ich mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt, habe mit rätseln können und ein tolles Kopfkino gehabt.

Ein sehr gelungener, wunderbar schräger Regio-Krimi.

Eine Leseempfehlung.

Erwähnenswert ist noch das Glossar am Ende des Buches.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2021

Das Geheimnis

Die Dorfschullehrerin
1

Hessen, August 1961,

die junge Helene zieht nach Hessen in ein kleines Dorf, das direkt an der Zonengrenze liegt. Sie hat Schlimmes erlebt und will hier einen Neuanfang als Lehrerin wagen.
Das fällt ihr ...

Hessen, August 1961,

die junge Helene zieht nach Hessen in ein kleines Dorf, das direkt an der Zonengrenze liegt. Sie hat Schlimmes erlebt und will hier einen Neuanfang als Lehrerin wagen.
Das fällt ihr nicht schwer, schnell wird sie beliebt und ein Teil der Dorfgemeinschaft. Dann ist da auch noch der sympathische Landarzt Tobias. Sehr bald kommen die beiden sich näher. Mehr als Helene lieb ist.
Sie hat ein großes Geheimnis. Es gibt einen besonderen Grund, weshalb sich Helene hier an diesen Ort versetzen ließ.

Sehr authentisch und bildhaft schildert Eva Völler nicht nur den Neuanfang einer jungen Frau, sondern auch die Veränderungen der politischen Szenerie und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung im Jahr 1961.
Erzählt wird in 2 Erzählsträngen. Auf der einen
Seite Helene im Westen und auf der anderen Seite ihre Familie im Osten, in der DDR.
In klaren Worten wird das Leben der Dorfschullehrerin Helene geschildert, die Auf und Abs, immer mit einer gewissen Spannung im Text.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.
Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben
und man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren.
Das Misstrauen, die Umstände, die Verzweiflung und der unbedingte Wille sind sehr gekonnt in Szene gesetzt.
Wem kann man trauen und wem nicht?
Hier wird Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie spannend vermittelt.
Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.

Gut gefallen hat mir, dass die Autorin die Familiengeschichte sehr neutral erzählt. Sie gibt die jeweiligen Lebenssituationen beider Systeme sehr gut wieder.

Nicht so gut hat mir gefallen, dass die Hauptcharaktere Helene so was von perfekt dargestellt wird. Sie ist nicht nur wunderschön, klug, beliebt, praktisch fehlerfrei. Alles, was sie anpackt, gelingt und sie ist ihrer Zeit zu weit voraus.

Das Ende ist ziemlich abrupt.
Da hoffe ich auf den nächsten Band.
Alles in allen aber ein gelungener Auftakt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
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  • Thema
Veröffentlicht am 06.12.2021

Wunderschöner Winterzauber

Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer
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Das Cover ist schon mal ein Hingucker.
Es verspricht sehr schöne Lesestunden.

Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt eine richtig
schöne Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze ...

Das Cover ist schon mal ein Hingucker.
Es verspricht sehr schöne Lesestunden.

Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt eine richtig
schöne Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen.
Das gibt dem Leser das Gefühl direkt vor Ort zu sein.
Überhaupt hat die Autorin die wunderbare Gabe den Leser so richtig
in den Roman einzubinden, man merkt ihr die Liebe zu Sylt an.
Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei.
Die Figuren sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke,
die in jedem einzelnen stecken kann.
Die Mischung zwischen klugen Lebensweisheiten,
ernsten Themen und auch Romantik macht dieses Buch so wohltuend.
Dem Charme dieses Buches kann man sich kaum entziehen.
Locker, leicht, aber doch auch mit ernsteren Tönen.
Eine wunderschöne Reise in den Sylter Winterzauber.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2021

Eine ungeheuerliche Lüge

Mutters Lüge
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Marta ist 15 Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus dem kommunistischen Polen
in den Westen flieht. Erst hatte Marta ihre Heimat in Polen, später dann in Deutschland und
letztendlich in der Schweiz.
Martas ...

Marta ist 15 Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus dem kommunistischen Polen
in den Westen flieht. Erst hatte Marta ihre Heimat in Polen, später dann in Deutschland und
letztendlich in der Schweiz.
Martas Leben gleicht trotz einiger Konstanten einer ewigen Suche.
Sie trifft sich mit ihrem bis dahin unbekannten Vater und versäumt ihm die für sie so wichtigen
Fragen zu stellen.
Sie ist mutig, sie ist interessiert und auch realistisch.
Marta geht ihren Weg und viele Jahre später wird sie erkennen, was Heimat und Liebe wirklich bedeutet.
Es handelt sich hier um eine sehr persönliche Lebensgeschichte.
Um plötzliche Veränderungen, des Verlassen werden, um die Sprachlosigkeit zwischen Mutter und Tochter.
Man leidet mit Marta, mit ihrer inneren Zerrissenheit, ihren vielen Fragen, die sie erst gar nicht stellt
oder die nicht beantwortet werden.
Eine Geschichte, die sich vor dem Hintergrund einer Flucht aus dem kommunistischen Polen abspielt.
Das, was diese Flucht mit der Familie auslöst und die dadurch ausgelösten Gefühle
und Anforderungen werden in diesem Roman wunderbar erzählt.
Sachlich, neutral und ohne Verbitterung beschreibt die Autorin ihr Leben, ihre ewige Suche nach Mutterliebe.
Jeder Satz sitzt und wiegt schwer.
Wie viel Kraft es kostet immer wieder neu anzufangen und Fuß zu fassen.
Sich zu intrigieren und seinen Weg zu gehen. Mit einer Mutter, die eigentlich immer nur für andere da ist.
Es zeigt aber auch, dass die Suche nach der eigenen Identität enorm wichtig ist.
Am Ende wird das dunkle Familiengeheimnis gelüftet. Mutters Leben basierte auf einer Lüge.
Das wird mit einer wunderbaren fließenden und sehr mitreißenden Art erzählt.
Eine sehr gut geschriebene Familiengeschichte mit einem Spannungsbogen der bis zum Ende erhalten bleibt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2021

Starker Krimi mit einer ausdrucksstarken Schreibweise

Stadt der Mörder
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Paris im Dezember 1924.
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen.
Brutale Morde geschehen. Für den Ermittler Lieutenant Julian Vioric
schwer zu ertragen. Ist er doch nur knapp den Schützengräben von Flandern
entkommen. ...

Paris im Dezember 1924.
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen.
Brutale Morde geschehen. Für den Ermittler Lieutenant Julian Vioric
schwer zu ertragen. Ist er doch nur knapp den Schützengräben von Flandern
entkommen. Die Spur führt ihn zu Lysanne Magloire.
Einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester ist.
Lysanne ist bereits dem morbiden Charme der Stadt verfallen
und weiß noch nicht, dass sie sich in sehr große Gefahr begibt.
Ahnt nicht das sie der Schlüssel zu all dem ist.

Buch und Cover sind in ein Hingucker und der Klappentext verspricht nicht zu viel.
Die Autorin nimmt uns mit in eine sehr graue, dunkle Welt.
Nach Paris in den Zwanziger Jahren. In die Abgründe einer Stadt,
in der Schatten und Licht dicht beieinander liegen.
Paris bei Nacht vermittelt hier eine unglaubliche Spannung.
Die Zeit zwischen den Weltkriegen. Das Elend der Bevölkerung,
der tägliche Kampf ums Überleben.
Alle haben den Krieg noch in den Knochen und suchen Ablenkung im aufregenden
Pariser Nachtleben.
Das Paris der Zwanziger Jahre war eine Insel, an der Intellektuelle, Künstler und Literaten strandeten. Zeiten des Umbruchs, des Wandels.
Mitten drin die Surrealisten. Eine Gruppe von jungen Leuten.
Der Surrealismus, eine geistige Bewegung,
die sich seit den 1920er Jahren als Lebenshaltung und Lebenskunst gegen traditionelle Normen äußert.
Die Charaktere sind so herrlich echt und kantig. Zu einem der leicht depressive Lieutenant Julian Vioric und aber auch die etwas naive junge Frau vom Land, die ihre Schwester sucht.
Dazu kommt eine unheimlich ausdrucksstarke Schreibweise, mal erbarmungslos
dann wieder poetisch und wunderschön.
Eine sehr gelungene Mischung aus Brutalität und Poesie.
Von Beginn an gibt es einen Spannungsbogen, der bis zum Schluss erhalten bleibt.
Ein Krimi mit zahlreichen Wendungen und immer wieder überraschend.
Dieser Roman ist eine sehr spannende Milieustudie und ein wunderbarer Auftakt der Lust auf weitere Bände macht.

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