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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2020

Charlotte kann's nicht lassen

Tod in Perchtoldsdorf
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Die berühmten Sommerspiele stehen auf dem Plan. Dieses Mal hat -Der Sommernachtstraum-
von William Skakespeare Premiere. Ganz Perchtoldsdorf ist gespannt. Dann der Schock.
Ein Schauspieler wird auf offener ...

Die berühmten Sommerspiele stehen auf dem Plan. Dieses Mal hat -Der Sommernachtstraum-
von William Skakespeare Premiere. Ganz Perchtoldsdorf ist gespannt. Dann der Schock.
Ein Schauspieler wird auf offener Bühne ermordet. Charlotte Nöhrer, eine Ex Polizistin
wollte eigentlich als Neu-Winzerin ihren Frizzante dem Publikum nahebringen. Nun begibt
sie sich auf Mörder suche.

Christian Schleifer nimmt uns mit in das wunderschöne Wiener Umland.
Durch die wunderbare Schreibweise fällt es nicht schwer sich dort zurechtzufinden.
Gespickt von österreichischer Mentalität und Wortwitz bekommt man das Gefühl
direkt vor Ort zu sein. Das Weingut, die Umgebung und die teilweise etwas skurillen
Akteure. Diese sind alle sehr liebevoll und echt beschrieben. Vor allem die gesamte Familie
der Charlotte Nöhrer und auch sie selbst. Eine sehr sympathische Frau, Ex Polizistin, die so herrlich
unkonventionell lebt und so nebenbei den Mord aufklärt.
Eigentlich hat sie dafür keine Zeit.
Als Neu-Winzerin will sie das elterliche Weingut auf den neusten Stand und ihren Schüttelwein
den Kunden näher bringen.
Charlotte hat halt nicht nur ein gutes Herz, sondern auch eine sehr gute Spürnase.
Obwohl man recht schnell ahnt wer der Mörder sein könnte bleibt es bis zum Schluß spannend.
Die gesamte Mischung aus Mord, Weingut und Familie, ergibt hier ein sehr gelungenes Krimi Debüt
das große Lust auf mehr macht.
Eine Ermittlung aus einem etwas anderen Blickwinkel und sehr viel Lokalkolorit.
Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Gute Unterhaltung

Ein Schotte kommt selten allein
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Karin Müller hat eine gute Art zu schreiben.
Es geht humorvoll zu, die Schreibweise ist mitreißend.
Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben und es sind auch einige Originale dabei.
Die Landschaftsbeschreibungen ...


Karin Müller hat eine gute Art zu schreiben.
Es geht humorvoll zu, die Schreibweise ist mitreißend.
Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben und es sind auch einige Originale dabei.
Die Landschaftsbeschreibungen sind gelungen, es macht Spaß mitzureisen.
Leider ist einiges etwas zu überzogen.
Die Figur der Janne ist einfach zu albern bis peinlich.
Überkandidelt und gewollt lustig.
Jedes Vorurteil wird bedient und kein Fettnäpfchen wird ausgelassen.
Zudem ist die Geschichte an sich nicht besonders originell.
Man ahnt schnell wie es ausgehen wird.
Da aber die anderen Charakteren wirklich gut gelungen sind und die Reise durch
Schottland wunderbar beschrieben wird, habe ich diesen Roman gerne gelesen.
Gute Unterhaltung ist garantiert.


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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2020

Die Frau die niemand liebt

Hamish Macbeth hat ein Date mit dem Tod
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Hamish Date mit dem Tod ist bereits der 8. Band dieser Reihe.
Acht sehr verschiedene Mitglieder einer gehobenen Vermittlungsagentur checken im Tommel Catsle Hotel ein. Geplant ist ein Kennenlernen verbunden ...

Hamish Date mit dem Tod ist bereits der 8. Band dieser Reihe.
Acht sehr verschiedene Mitglieder einer gehobenen Vermittlungsagentur checken im Tommel Catsle Hotel ein. Geplant ist ein Kennenlernen verbunden mit einem
romantischen Wochenende. Leider läuft es nicht wie geplant. Die Pärchen finden sich nicht wie gedacht und dann das:
Eine Frau wird tot aufgefunden. In ihrem Mund steckt ein Apfel. Für Constable Hamish ist das kein Problem, er begibt sich auf Mördersuche.

Das Cover ist gelungen und hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Außerdem vermittelt es viel von der Landschaft, in der der Roman handelt.
Der Klappentext entspricht dem Inhalt dieses Krimis.

Dies ist der erste Band, den ich aus der Reihe gelesen habe. Das war an sich kein Problem.
Wäre aber von Vorteil, wenn die Hauptcharaktere ein bisschen vorgestellt würden.
Obwohl ich die Hauptcharaktere nicht kannte, bin ich recht schnell in die Geschichte hereingekommen.

Es handelt sich hier um einen etwas aus der Zeit gekommenen Krimi.
Die recht altmodische Art der Ermittlung ist aber nicht von Nachteil.
Im Gegenteil, es ist erfrischend, wenn mal auf altmodische Weise und ohne den neuen Medien ermittelt wird.
Die Charaktere sind ziemlich überzeichnet und recht skurril.
Der Schreibstil ist für mich typisch englisch und hat den von mir so geliebten schwarzen Humor.
Der Fall selber ist unblutig und man kann sehr gut mit raten.
Leider fehlt die Spannung. Es plätschert so vor sich hin, die Ermittlungen verlaufen oft im Sande.
Das nahm mir etwas den Lesespaß.
Die Aufklärung des Mordes wirkt etwas sehr konstruiert und ist nicht so richtig nachvollziehbar.

Die Geschichte ist recht simpel gestrickt und bietet nicht viel Neues.
Eine aus der Zeit gefallene Mordermittlung. Bodenständig und ohne große Überraschungen.
Da aber die Landschaftsbeschreibungen wunderbar gelungen und die Figuren so herrlich überzeichnet sind liest sich dieser Krimi sehr gut.
Eine leichte Lektüre.
Gute Unterhaltung ist garantiert.

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Veröffentlicht am 03.06.2020

Wunderbar recherchiert und umgesetzt

Die goldenen Jahre des Franz Tausend
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Buch und Cover sind in ein Hingucker und der Klappentext verspricht nicht zu viel.
Titus Müller nimmt uns mit auf eine Reise in die Zeit der 1920er und 1930er Jahre.
In eine fiktive Geschichte die die ...

Buch und Cover sind in ein Hingucker und der Klappentext verspricht nicht zu viel.
Titus Müller nimmt uns mit auf eine Reise in die Zeit der 1920er und 1930er Jahre.
In eine fiktive Geschichte die die wahre Geschichte des Hochstablers Franz Tausend erzählt.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben. Das liegt u.a. mit daran das die
wahren Porträts von zwei Nobelpreisträgern, Thomas Mann und Carl von Ossietzky, mit den Romanfiguren verwoben werden und natürlich die der Person Franz Tausend.
Der Autor schafft es spielend historisches mit dem erdachten zu verbinden.
Die Atmosphäre der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.
Die Nöte, Sorgen und Lebensbedingungen der Menschen.
Im Hintergrund lauert der Zweite Weltkrieg, die politische Stimmung ist am Kippen.
Der weitgreifende Erzählbogen von der Weimarer Republik bis zum Erstarken des Nationalsozialismus
macht diesen Roman so lebendig und sehr vielschichtig.
Dadurch das in verschiedenen Erzählsträngen erzählt wird und bis zum Schluss eine gewisse Spannung vorhanden wird das lesen zum Vergnügen.
Die Geschichte in der Geschichte ist perfekt umgesetzt.
Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und sehr lebensnah. Man lebt und leidet mit den ihnen.
Sie sprühen so vor Leben, dass man das Gefühl hat, sie wahrhaft zu kennen. Das Zusammentreffen der
Romanfiguren mit den echten Persönlichkeiten haucht diesem Roman sehr viel Leben ein.
Als ob man alles mit ihnen gemeinsam erlebt. Denn genauso könnte es gewesen sein.
Eine Reise durch eine Vergangene gar nicht so goldene Zeit, wunderbar recherchiert und umgesetzt.
Ein Lese Highlight!

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Veröffentlicht am 27.05.2020

Ein wunderbarer Roman

Der tröstende Duft von Rosinenschnecken
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Dieser Roman ist einfach wunderbar.
Leicht und locker geschrieben, mit vielen ernsten Tönen begleiten wir Anne
in ihrer Trauer. Wir erfahren viel über die Vergangenheit, über ihr Glück
und über ihre Verzweiflung. ...

Dieser Roman ist einfach wunderbar.
Leicht und locker geschrieben, mit vielen ernsten Tönen begleiten wir Anne
in ihrer Trauer. Wir erfahren viel über die Vergangenheit, über ihr Glück
und über ihre Verzweiflung. Das Glück nicht dauerhaft ist und auch vom Tod
nicht verschont wird.
Durch den Tod von Dirk verändern sich alles in Annes Leben. Es wird klar
wie wichtig er auch im Leben der anderen war. Was er für ein Mensch war.
Wir erfahren, was die Charaktere denken und fühlen.
Diese sind sehr lebensecht, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann.

Die Höhen und Tiefen werden hier wunderbar widergespiegelt mit sehr realen und sympathischen Figuren.
Kleine und große Katastrophen werden bewältigt.
Vergangenes wird aufgearbeitet. Das alles wird so wunderbar wiedergegeben.
Anne schafft es neuen Lebensmut zubekommen und auch noch eine neue Familie dazu.
Man wünscht sich ein Teil dieser Familie zu sein.
Es ist kein leichter Roman aber so ist das Leben.
Das wird hier unverfälscht wieder gegeben.
Es sind nicht nur die Alltäglichkeiten, die dieses Buch lesenswert machen.
Dieser Roman macht Mut und beschert schöne Lesestunden.

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