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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2017

Gute Unterhaltung nicht nur an Regentagen

Das Glück an Regentagen
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Mae kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat zurück.
Hier verlor sie ihre Eltern und auch ihre große Liebe Gabe.
Eines Tages war er einfach verschwunden.
Mae muss feststellen das sich einiges Verändert hat.
Ihre ...

Mae kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat zurück.
Hier verlor sie ihre Eltern und auch ihre große Liebe Gabe.
Eines Tages war er einfach verschwunden.
Mae muss feststellen das sich einiges Verändert hat.
Ihre Großmutter ist etwas verwirrt, der Großvater ist
aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Geheimnisse werden
gelüftet, die ein neues Licht auf Gabes verschwinden werfen.

Ein wunderschönes Cover das zum Träumen einlädt.
Ein Familienroman, der unter die Haut geht.
Die Autorin hat eine wunderbare Art zu schreiben.
Die Charaktere sind alle sehr ausdrucksstark und man kann
sich sehr gut mit ihnen identifizieren.
Eine Geschichte, die zeigt das man nicht im jetzt ruhig leben kann,
wenn man die Vergangenheit nicht kennt.
Unausgesprochene Dinge bleiben im Verborgenen bis sie endlich
einmal ausgesprochen werden.
Letztendlich zeigt auch dieser Roman keine endgültige Lösung auf,
aber er hat einen sehr großen Unterhaltungswert.
Ein sehr netter Schmöker nicht nur für Regentage.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Zeitgeschichte aus der Sicht einer Familie

Preiselbeertage
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Ariane ist in Schweden aufgewachsen und lebt jetzt in
Deutschland in der ursprünglichen Heimat ihrer Eltern.
Als ihr Vater überraschend stirbt, macht sie sich auf den weg nach
Schweden. Sie erfährt, dass ...

Ariane ist in Schweden aufgewachsen und lebt jetzt in
Deutschland in der ursprünglichen Heimat ihrer Eltern.
Als ihr Vater überraschend stirbt, macht sie sich auf den weg nach
Schweden. Sie erfährt, dass ihr der Vater ein Manuskript vererbt hat.
Das scheint aber spurlos verschwunden. Ariane entschließt sich nach
Schweden zurückzukehren. Sie zieht in das Sommerhaus der Familie und
hofft endlich herauszufinden wohin ihr Herz gehört.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und springt immer wieder zurück
in die 1980er Jahre. Einfühlsam und intensiv wird das Schicksal
von Republikflüchtigen aus der ehemaligen. DDR erzählt.
Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.
Die Beschreibungen der schwedischen Landschaft und die von einem Leipzig
aus DDR Zeiten ist sehr realistisch dargestellt.
Die Art und Weise wie die DDR mit ihren Bürgern umgegangen ist, wird
relativ gut dargestellt. Wer aber nicht so gut über die Zustände
der DDR informiert ist, dem kann sich die ganze Tragik nicht so richtig
erschließen. Auf jedenfall wird hier Zeitgeschichte aus der Sicht einer
Familie spannend vermittelt.
Auch wenn es traurige Passagen gibt, wird es nie rührselig.
Der Schluss ist ein bisschen weichgespült, alles in allem ist es aber ein
sehr schöner Roman.
Eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 21.10.2017

Das Böse ist überall

Grazer Wut
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Grazer Wut
von Robert Preis
erschienen am 21. September 2017im emons verlag



Ein Schneesturm von biblischen Ausmaß, eine Gefängnisrevolte die das Böse an die Oberfläche spült und ein perfider Racheplan.
Mit ...

Grazer Wut
von Robert Preis
erschienen am 21. September 2017im emons verlag



Ein Schneesturm von biblischen Ausmaß, eine Gefängnisrevolte die das Böse an die Oberfläche spült und ein perfider Racheplan.
Mit alldem muss sich Mordermittler Armin Trost auseinandersetzten. Am Ende ist nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr, sondern auch das seiner gesamten Familie.

Der Autor hat eine sehr starke Ausdrucksweise und bringt das Böse so wunderbar auf die Seiten. Die Charaktere sind einzigartig fies und kaltschnäuzig das es einem schauert. Gänsehaut pur.
Dabei kommt der schräge Humor nicht zu kurz. Ein spannender, fast schon gruseliger Thriller, der bis zum überraschenden Schluss seine Spannung hält. Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft besser geht es nicht.
Eine unbedingte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 04.10.2017

Eine sehr spannende Reise in die Vergangenheit

Ins Herz
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1875: Auf der Baustelle der Hohenschwangauer Neuen Burg(Neuschwanstein) stirbt der Bauführer durch einen Schussmitten ins Herz. Der Gehilfe des Kastellans Lorenz, genannt Lenz, soll in dieser Nacht einen ...

1875: Auf der Baustelle der Hohenschwangauer Neuen Burg(Neuschwanstein) stirbt der Bauführer durch einen Schussmitten ins Herz. Der Gehilfe des Kastellans Lorenz, genannt Lenz, soll in dieser Nacht einen Auftrag erledigen und er will sich auch gleichzeitig mit der Kammerzofe Klara treffen. Sie wollen sich in dieser Nacht näherkommen. Leider läuft es nicht wie geplant und die beiden begeben sie in große Gefahr.

Markus Richter nimmt uns mit nach Neuschwanstein Anno 1875 und in einen packenden Krimi. Viel Lokalkolorit und ein sehr gutes Hintergrundwissen machen diesen Krimi zu einem Leseerlebnis. Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben. Der Autor schafft es spielend historisches mit dem erdachten zu verbinden. Alles wird sehr anschaulich und bildhaft beschrieben. Durch die wunderbare Schreibweise fällt es nicht schwer sich zurechtzufinden. Man hat das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Auch die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und sehr lebensnah. Der Spannungsbogen bleibt bis zum überraschenden Schluss erhalten.
Eine unbedingte Leseempfehlung

Veröffentlicht am 02.10.2017

Wer sagt dir, wer du bist

Außer sich
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Alissa und Anton sind Zwillinge. Sie wachsen in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Moskau auf. Sie erleben die Zeit in Deutschland zusammen, wachsen in einem Asylheim auf. Ungefähr zu der Zeit als Alissa ...

Alissa und Anton sind Zwillinge. Sie wachsen in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Moskau auf. Sie erleben die Zeit in Deutschland zusammen, wachsen in einem Asylheim auf. Ungefähr zu der Zeit als Alissa ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, verschwindet Anton spurlos. Als eine Postkarte ohne Adresse von ihm aus Istanbul kommt, macht sich Alissa auf die Reise um Anton zu suchen.

Dieses außergewöhnliche Cover ist schon ein Hingucker.
Man muss schon genau hinschauen, um es richtig zu erkennen.
Die Autorin hat eine wunderbare und sehr klare Ausdrucksstarke Sprache. Nüchtern und präzise wird das Leben eingefangen. Die Erzählperspektive wechselt oft mit den Kapiteln in verschiedene Zeitebenen und Orte. Moskau, Istanbul und Deutschland. Dieses Autobiografisch gefärbte Debüt schildert eine Zeit in der Juden in Russland und Russen in Deutschland diskriminiert werden. Ali streift durch die Familiengeschichte, sucht den verschwundenen Bruder, sucht Halt und am Ende sich selbst. Das Russische erscheint ihr viel zu blumig, übertrieben, aber mit dem Deutschen geht sie sehr unkompliziert um. Die einzelnen Episoden werden gekonnt zusammen gehalten.
Es ist der Autorin gelungen das sehr aktuelle Zeitgeschehen und politische Themen mit einzuflechten.
Das Buch nimmt einen gefangen und ist auf seine Art sehr einfühlsam und intensiv.
Ein wunderbares Debüt!