Platzhalter für Profilbild

Lima1971

Lesejury-Mitglied
offline

Lima1971 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lima1971 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Werk über unverarbeitetes Trauma

Unter Wasser
0

Tara Menons Roman Unter Wasser hatte ich an zwei Tagen ausgelesen, was mich schließlich eine schlaflose Nacht kostete. Die Details über die ersten Stunden und Tage nach dem Tsunami sind teils schwer verdauliche ...

Tara Menons Roman Unter Wasser hatte ich an zwei Tagen ausgelesen, was mich schließlich eine schlaflose Nacht kostete. Die Details über die ersten Stunden und Tage nach dem Tsunami sind teils schwer verdauliche Kost. Die Geschichte um Marissa und Arielle handelt von einer innigen Freundschaft, der Kindheit und dem Aufwachsen auf einer thailändischen Insel und auf Phuket. Sie handelt von Verlust und Schmerz und einem nicht verarbeitetem Trauma. Es gibt immer wieder Sprünge in die Gegenwart nach New York. Diese Sprünge haben mich manchmal etwas verwirrt, da sie an manchen Stellen das Lesevergnügen unterbrachen. Die Nebenstory, mit dem sich anbahnenden Sturm in New York fand ich irgendwie störend. Man erfährt viel über die Unterwasserwelt in Thailand und über Rochen. Der Schreibstil gefiel mir in Teilen wirklich gut, manchmal jedoch hatte mich die Autorin "verloren". Das Cover ist ein Hingucker. Traumatisierten Menschen, die ggf. auch damals Angehörige verloren haben, würde ich das Buch nicht empfehlen. Ich staune, das es keinen Hinweis am Anfang des Buches gibt, das der Inhalt verstörend wirken kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein wenig überladen

Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind!
0

Das Buch Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind hat mich nicht überzeugt. Es ist schön gestaltet, die Farben sind angenehm und nicht aufdringlich. Was mich stört ist, das das Vorschulkind Anna auf fast jeder ...

Das Buch Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind hat mich nicht überzeugt. Es ist schön gestaltet, die Farben sind angenehm und nicht aufdringlich. Was mich stört ist, das das Vorschulkind Anna auf fast jeder Seite andere Wünsche hat, bzw. erzählt, was sie demnächst lernen oder anfangen wird: Schwimmkurs, Basketball spielen, Tauchkurs, Eishockey spielen, Reitstunden nehmen, Schlittschuhlaufen lernen, in die Malschule gehen, Fußballspielen...das wirkt völlig überzogen. Der Leser weiß jetzt nicht, soll das Flunkerei sein oder erst gemeint. Das Kinder am letzten Tag aus dem Fenster "geschmissen" werden, halte ich für Unsinn. Auf der Umschlagsseite steht, das die Vorschulkinder u.a. Formen entdecken und etwas über die Elemente lernen. Das kommt aber tatsächlich etwas zu kurz. Und wer ist das Tier beim Y? Ich habe etwas mehr erwartet und werde sehen, wie es meinem Enkel gefällt, wenn ich es ihm im kommenden August zum Beginn seiner Vorschulzeit schenke.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Frábært!

Moosland
0

Katrin Zipse's Roman Moosland hat mich sofort gefesselt. Wundervoll erzählt in einem Stil, der mich beim Lesen in eine rauhe Landschaft katapultiert. Man spürt den Wind, fühlt die Natur, hört die Schafe ...

Katrin Zipse's Roman Moosland hat mich sofort gefesselt. Wundervoll erzählt in einem Stil, der mich beim Lesen in eine rauhe Landschaft katapultiert. Man spürt den Wind, fühlt die Natur, hört die Schafe blöken. Eine unwirkliche Welt, in der sich Elsa behaupten muss. Sie wird freundlich aufgenommen, doch geschenkt wird ihr nichts. Harte Arbeit, Entbehrungen und eine nicht endende tiefe Traurigkeit, verlangen ihr viel ab. Das Nichtbenennen ihres Namens oder der unpersönliche Umgang miteinander, unterstreichen das sich fremd fühlen. Ich hätte mir gewünscht, das man noch etwas mehr über Sola erfährt. Ansonsten hätte der Roman gerne noch 100 Seiten mehr haben können. Es war nie langweilig und nach 2 Tagen war ich schon beim Nachwort. Ich empfehle übrigens das Nachwort zuerst zu lesen, dann begreift man die geschichtlichen Zusammenhänge besser. Das Cover gefällt mir sehr. Große Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein großartiger Roman zum Jahresbeginn

Der letzte Sommer der Tauben
0

Abbas Khider's Roman "Der letzte Sommer der Tauben" hat mich sehr berührt und bewegt. Man könnte meinen es seien Tagebuchauszüge und man ahnt mit jedem Kapitel, das es kein gutes Ende nimmt. Noah muss ...

Abbas Khider's Roman "Der letzte Sommer der Tauben" hat mich sehr berührt und bewegt. Man könnte meinen es seien Tagebuchauszüge und man ahnt mit jedem Kapitel, das es kein gutes Ende nimmt. Noah muss in jungen Jahren erleben, wie ihm und seiner Familie und einer ganzen Gesellschaft die Freiheit genommen wird. Er ist mutig und verschwiegen, er kann und muss Geheimnisse bewahren. Freunde sind in Gefahr oder werden zur Gefahr, wem kann man noch trauen. Man spürt zwischen den Zeilen die Schwere der Unterdrückung und die Macht der Angst in einer männerdominierten Zeit, die Frauenrechte mit Füßen tritt und jegliche Opposition mit Tod oder Folter bestraft. Offen bleibt, was Noah im "Ferienlager" erlebt. Man kann es nur erahnen und bestenfalls hat seine gute Seele den Weg in eine bessere Zukunft überlebt. Das Cover ist schlicht, aber trotzdem auffällig genug, um nicht daran vorbei zu gehen. Danke für diesen schönen, wenn auch traurigen Roman zum Jahresanfang. Daumen hoch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2025

Elefantissimo

Der unsichtbare Elefant
0

Max Edelmanns Roman: Der unsichtbare Elefant hat mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen. Was sich zunächst wie ein Krimi anfühlte, entwickelte sich zu einer tragischen Geschichte, die man so nicht ...

Max Edelmanns Roman: Der unsichtbare Elefant hat mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen. Was sich zunächst wie ein Krimi anfühlte, entwickelte sich zu einer tragischen Geschichte, die man so nicht vermutet. Es ist eine Zeitreise in die Abgründe der menschlichen Gesellschaft, das Verdrängen von Schuld, das Verleumden von Mitschuld. Auch wenn man bis zum Ende tatsächlich nicht weiß, warum Thomas gesprungen ist, zeichnet der Autor ein Bild einer Generation von Nachkriegseltern, die ihren Kindern einen Nachlass aus Scham, Wut und Verrohung hinterlassen haben. Das Bild des Elefanten in Form einer unterdrückten Kindheit, eines nicht aufgearbeiteten Traumas, einer verrohenden Gesellschaft ist leider allgegenwärtig.
Das Buch beleuchtet mehrere Lebensgeschichten, ist nie langweilig und könnte auch gut ein Werk für die Schule sein. Das Cover ist schlicht, mehr brauch es nicht. Ich gebe eine klare Leseempfehlung ab! Danke für diesen tollen Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere