Platzhalter für Profilbild

LindaRabbit

Lesejury Star
offline

LindaRabbit ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LindaRabbit über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2023

Das seltsame Wesen im Wasser (der Riesenkalamar oder das Unterseekabel?)

Weil da war etwas im Wasser
0

‚Pouvez-on serieusement imagine que la production de l‘encre, chez le poulpe, aurait ete selectionne au cours de l‘evolution‘ecrire?‘ (Autobiographie d‘un poulpe)

‚Als ein riesiger Tintenfisch ein Tiefseekabel ...

‚Pouvez-on serieusement imagine que la production de l‘encre, chez le poulpe, aurait ete selectionne au cours de l‘evolution‘ecrire?‘ (Autobiographie d‘un poulpe)

‚Als ein riesiger Tintenfisch ein Tiefseekabel berührt, beginnen seine Arme davon zu erzählen, wie es ist, ein Ungeheuer zu sein.‘ Tiefseekabel sind dazu verlegt worden, um technische Signale von A nach B zu leiten. Und nun erzählt ein Riesenkalamar diesem Kabel von seinem Leben? Doch das Kabel selbst kann ja nicht Geschichten aufnehmen, es leitet nur. So hat Luca Kieser die Geschichte des Kalamars aufgenommen und erzählt sie. Der Schlusssatz der rückseitigen Information endet mit ‚Ein außergewöhnliches literarisches Abenteuer‘.

Der vorstellende Text berichtete von dem Riesenkalamar, von Sanja und Dagmar (Sanja ist fasziniert von dem Meeresgetier und geht eine Beziehung mit ihm ein), von der Umwelt und den tiefgehenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Veränderungen und anthropogenen Zerstörungen. Nun folgt aus tierischer Sicht die Wahrnehmung (erinnert vielleicht ein klein wenig an den ‚Schwarm‘ von Schätzing).

Es sind sanfte Worte, ja durchaus poetisch zu benennen. Aber in ihrer Sanftheit ziemlich aufrüttelnd. Ergreifend! Die Schreibe ist einfach, wirkt oft sehr Pennälerhaft (Gedankenassoziationen). Wird aus Sicht der Arme des Kalamars geschrieben.

Es gibt jedoch auch jede Menge interessanter Infos zu Bereichen, mit denen ich mich nie beschäftigt habe - Krill, Kalamar, Wal, Arktis, Eisberge (jaja, auch die Titanic wird erwähnt, wohl das bekannteste Eisbergunglück). Mit der Leseprobe hatte ich Schwierigkeiten und wollte aber dem Buch eine Chance geben. Nun, ich habe es nicht bereut mutig zu sein. Es ist ein Lesegenuss der anderen Art Literatur. Nicht schnell und spannend wegzulesen, sondern Wort für Wort einwirken lassen, Zeitgeben zum tief sinken lassen (wobei wir wieder bei der Tiefsee sind). Zugegeben – es ist ein forderndes Lesen, sehr fordernd! Insofern keine Alltagslektüre...

Das Umschlagsbild ist aufregend und eigen gestaltet, mit Alleinstellungsmerkmal, so einen Umschlag gibt es nicht so schnell wieder. Ohne einen Schutzumschlag, braucht es auch nicht. Das gesamte Buch ist in Unterwasserfarben, blau türkis, gestaltet mit rötlichen Kalamararme (sechs seiner acht Arme). Sehr auffällig. Ebenso auffällig, weil ungewöhnlich, ist der der in weiß aufgedruckte Titel: Weil da war etwas im Wasser… und natürlich fragt sich der lesende Mensch sofort, was war denn da im Wasser?
Das Buch selbst kommt sehr hochwertig daher, liegt angenehm griffig in der Hand. Picus Verlag, Wien, 2023

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2023

Brava – die Stadt der mutigen Kinder

Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1)
0

Rachel Klein (11 und bald 12 Jahre alt) und der zwei Jahre ältere Bruder Robert wachsen in Krasnia auf. Das Land wird von dem Kinder hassenden Diktator Charles Malstain regiert. In dem ehemals glücklichen ...

Rachel Klein (11 und bald 12 Jahre alt) und der zwei Jahre ältere Bruder Robert wachsen in Krasnia auf. Das Land wird von dem Kinder hassenden Diktator Charles Malstain regiert. In dem ehemals glücklichen Land stürzte er den Kaiser und verbreitet seither Unterdrückung und Gewalt. Kein Spaß haben, nicht spielen, noch schlimmer – kein Aufenthalt im Freien für Kinder. Auch die meisten Bücher sind verboten. Bibliotheken werden zerstört und Zugang eingeschränkt.

Da ist dieses Buch, das ‚Buch der gestohlenen Träume‘. Felix, der Vater von Rachel und Robert, ist Bibliothekar und will mit aller Kraft verhindern, dass der Diktator dieses Buch in die Hand bekommt. Doch beim Diebstahl wird er geschnappt. Seinen Kindern Rachel und Robert gelingt die Flucht mit dem Buch. Sie bringen es in Sicherheit. Der Diktator hat Gründe warum er dieses traumhafte Buch mit vielen Geheimnissen in seine Macht bekommen möchte.

Es beginnt wie ein Alptraum. Das Land namens Krasnia und der Diktator namens Charles Malstain, der die Bewohner des Landes Krasnia unterdrückt. Keiner wagt mehr großartig zu sprechen. Kinder sind unbeliebt, Schulen werden geschlossen, lesen ist unartig… es gibt nur staatliche Schulen für das Notwendigste.
Das erinnert alles zu sehr an die braune Flut, die für zwölf Jahre (1933 – 1945) Deutschland unter Schlamm und Morast bedeckte. Es erinnert aber auch an andere Staaten, wo Terror und Brutalität herrscht. Wo Frauen kämpfen, um respektiert zu werden... Es gibt noch so viele entsetzliche Länder dieser Art...

‚Niemand wagte mehr, über irgendetwas zu schwatzen, aus Angst, jemand könnte es mitbekommen‘.

Doch was tat der Vater Felix, ein Mann mit Phantasie – er baut aus dem alten Sofa das ‚Sowiesofa‘, ein Schiff mit dem die Kinder und die gute Seefrau McDuff (eigentlich die Mutter) zur See fuhren. Als Piraten. Robert, der Bruder, wurde Kurtz, der zweite Maat. Rachel, die Jüngste der Familie, just an dem Tag geboren als der schrecklich Malstain die Macht an sich riss, durfte ins Krähennest (Leiter am Bücherregal). Trotz aller Einschränkungen kann man das Leben doch noch lebenswert machen... Mut!

‚Möge der wahre Träumer erwachen‘
Auf Seite 46, wird das erste Gedicht, Traum Nr. 1, vorgestellt; dann folgen alle weiteren Gedichte, auf Extra – Blätter, schön herausgearbeitet, wundervolle Gedichte. 49 Träume in Alt-Krasnisch! Ein Gedicht fehlt...
Die Wortwahl erinnert tatsächlich auf das Übelste an Diktaturen. Es ist von ‚Ungeziefer‘ die Rede. Leibwächter, die mehr oder weniger Folterknechte sind. Geheime Verliese, um Menschen zu quälen. Eigentlich für Elfjährige noch zu schwierig... oder? Das Titelbild ist traumhaft schön, mit kräftigen Farben, Glitzer und fliegenden Vögeln. Zwei Kinder laufen über ein aufgeschlagenes Buch.
Das wirkt sehr magisch, als ob von diesem Buch etwas Besonderes ausgeht... (was in der Tat so ist). Desweiteren finden sich im Buch kleine aufregende Schwarz-Weiß-Illustrationen, die jedes der 49 Gedichte einrahmt. Interessanterweise sind die Gedichte, Schlüssel zum Buch, nicht chronologisch.

Ein nachdenkliches Buch. Ich habe es gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2023

Biografie, über die Mutter

Aenne und ihre Brüder
0

ie Hinterbliebenen haben oft nicht darüber gesprochen, doch Aenne schon. Durch den Zweiten Weltkrieg hat sie ihre vier Brüder verloren. Nun hinterlässt sie ihrem Sohn alles, was von den Onkels übriggeblieben ...

ie Hinterbliebenen haben oft nicht darüber gesprochen, doch Aenne schon. Durch den Zweiten Weltkrieg hat sie ihre vier Brüder verloren. Nun hinterlässt sie ihrem Sohn alles, was von den Onkels übriggeblieben ist. Eine bessere Liebeserklärung an die verstorbene Mutter gibt es wohl nicht. Der Autor Beckmann schreibt, Enkel und Enkelkinder sollen von ihren Vorfahren hören. Wirklich gut, denn andere Suchende müssen sehr mühsam suchen. Es ist ein Lebensbericht über eine einfache Familie, Schuster, gottesfürchtig. Es wird geboren und gestorben.

Reinhold Beckmann teilt uns, den Lesenden, Teil seiner Familiengeschichte mit. Seine Mutter Anna Maria, genannte Aenne, verlor im Zweiten Weltkrieg ihre Brüder. Verlust und das fehlende Wissen um den Verbleib der Brüder haben die Familie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geprägt, die Suche nach ihnen, wo liegen sie begraben, wo finden sich Hinweise auf sie...
Aenne Beckmann hat den Briefwechsel ihrer Brüder von der Front über Jahrzehnte aufbewahrt. Für sie waren ihre Brüder gegenwärtig, wurden in das Leben einbezogen, um damit die Erinnerung an sie aufrecht zu erhalten.

Ein berührendes Buch! Der Autor, Reinhold Beckmann, recht gut bekannt, darf auch jetzt in Talkshows darüber reden und erweckt immer die gleichen Gefühle, betroffenes Schweigen, Innehalten über den Verlust, über den oft nicht geredet wurde. Nachdenken darüber, denn auch seit Anfang letzten Jahres tobt wieder ein Krieg in Europa (angefangen von einem kranken Despoten). Beckmann erwähnt auch diese Ungeheuerlichkeit.

Die abgedruckten Briefe und auch die Fotos von den Brüdern erzählen von jungen Menschen, die um ihre Jugend und letztendlich um ihr Leben gebracht wurden (von einem anderen kranken Despoten in in einen barbarischen Krieg gezwungen). Die Briefe zeigen die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Brüder, erzählen von ihren Träumen und Hoffnung, dass es bald zu Ende ist... Von einer Kriegshochzeit und dem einzig direkten Nachkommen eines der Brüder. Verschlüsselte Aussagen berichten vom Kriegsgeschehen, den unsäglichen Leiden der Soldaten. Verschlüsselt, denn die Briefe von der Front wurden kontrolliert und man unterstellte ihnen Wehrzersetzung.

Doch auch Aennes Leben bleibt nicht unerzählt, ihr Heimatort Wellingholzhausen. Dem Ausbrechen aus der eigentlich relativ intakten Dorfgemeinschaft und wie die junge Frau ihren eigenen Weg gegangen ist bis sie auf den Vater des Autors traf.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2023

Die Bösen unter sich

Der achte Kreis (Ishikli-Caner-Serie 1)
0

Weltweite Verwicklungen – der Vatikan, die Grauen Wölfe, die türkische Mafia, der türkische Präsident. Dazu kommt eine Auftragsmörderin, die eigentlich keine sein möchte, aber gezwungen wird. Es geht um ...

Weltweite Verwicklungen – der Vatikan, die Grauen Wölfe, die türkische Mafia, der türkische Präsident. Dazu kommt eine Auftragsmörderin, die eigentlich keine sein möchte, aber gezwungen wird. Es geht um einen Datensatz, irgendwo steckt eine Festplatte auf der recht brisantes Material zu finden ist. Und die oben genannten ‚players‘ wollen diese Festplatte an sich bringen. Doch zuerst einmal wird eine junge Frau, hochschwanger, umgebracht und drapiert wie eine seltene Blume auf einem Gemälde. Daneben liegt ein Türke, niedergeschlagen.

Zwei Ermittler:innen, er (Roth) – abgehalftert, Ex – Journalist, einst mit Ambitionen, Ex – Afghanistan - Kämpfer, und mit ganz vielen weiteren Ex wo er anscheinend überall gescheitert ist. Sie ( Freudensprung) auch kein unbeschriebenes Blatt, auch eine Ex, Ex – Polizistin und wohl eine eiskalte Ermittlerin. Dazu kommt Kopetzky, ein Mitarbeiter vom MAD, mit sehr schlechten Manieren und einer Raucherlunge fast am Ende. Und Ishikli Caner, die eigentlich nicht mehr im Auftrag der ‚Grauen Wölfe‘ unterwegs sein will, ihr Ziel ist aussteigen.

Roth und ‚Killerin‘ kennen sich aus einer früheren Angelegenheit um den Friedrichspalast in Berlin. Auch Freudensprung und Roth kennen sich, näher, sie waren früher mal ein Pärchen. Roth und Kopetzky kennen sich recht gut, sie waren zusammen in Afghanistan. Kopetzky ist auch derjenige, der sie alle zusammen trommelt, Roth und Freudensprung. Das Team - im großen Ganzen ein rüder Haufen von älteren Halbstarken, männlicher und weiblicher Natur, dazu wird geraucht was das Zeug hält und gesoffen sowieso. Die Einzige, die wirklich sehr effizient arbeitet, ist Ishikli Caner. Auch sie bekommt den Auftrag diesen Datensatz zu besorgen.

Zuerst einmal – Berlin, und es sieht so aus, als ob sich die Angelegenheit recht schnell erledigen lässt. Von Ishikli. Doch es ist nicht nur das Ermittlerteam, was hinter der Festplatte her ist, sondern auch noch unbekannte Mitspieler. Und die sind ziemlich brutal. Ishiskli, die alles zuerst im Griff hat, wird ferngesteuert. Nächste Station ist Rom. Um die Engelsburg herum und dem Petersplatz. Dort wird der Thriller dann zu einem üblen Geschäft, thrillermäßig. Es fliegen die Fetzen, buchstäblich, unterschiedliche Geheimdienste wollen auch mitspielen, jagen sich ihre Kompetenzen ab und misstrauen sich.

Je mehr man sich in die Geschichte einliest, umso spannender wird es. Zum Schluss kostet es Fingernägel, es wird rasant und ziemlich unglaublich, was da abgeht (aber es könnte in der Tat solche Angriffe geben, denn es gab schon welche anderenorts, mit den eingesetzten Mitteln). Auf einmal befand ich mich auf dem Petersplatz in der Menge und fürchtete mich ebenso wie viele andere… Hat es ‚meine Heldin‘ geschafft? (Und ihre Schatten und Beschützer?)

Zuerst einmal fiel mir der ungewöhnliche Titel auf: Der achte Kreis. Das hat bestimmt eine Bedeutung, denn im Klappentext stand davon nichts. Zum Glück gibt es Suchmaschinen – also spukte mir eine aus, der achte Kreis von Dantes ‚Inferno‘. Was noch dabei steht, erwähne ich jetzt nicht, denn das wäre bereits ein Spoiler. Das Titelblatt zieht mich nicht besonders an, ist aber üblich bei solchen Thrillern, auffällig ist es bestimmt.
Schreiben kann der Autor und auch spannend! Und er ist engagiert, tritt auch mit seinem Lesepublikum in Kontakt.

Das Ende bleibt offen, eine wichtige Figur verschwindet aus einem Militärkrankenhaus und ein Bösewicht ist untergetaucht. Die Weichen sind gestellt für einen zweiten Band…

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2023

Die schönste Verbindung, die sich eine Schriftstellerin wünschen kann…

Die Liebenden von Bloomsbury – Vita und der Garten der Liebe
0

Die bereits bekannte Schriftstellerin Virginia Woolf wird Vita Sackville – West, ebenfalls Schriftstellerin, vorgestellt. Die schöne anmutige Virginia merkt, dass sie sich verlieben kann. Sie sucht den ...

Die bereits bekannte Schriftstellerin Virginia Woolf wird Vita Sackville – West, ebenfalls Schriftstellerin, vorgestellt. Die schöne anmutige Virginia merkt, dass sie sich verlieben kann. Sie sucht den intensiven Kontakt zu Vita. Deren Anmut, ihre aristokratische Haltung und Schönheit haben es ihr angetan. Und vielleicht auch ein wenig der Reichtum der Sackville – West, der sich besonders in ihrem Schloss Knole manifestiert.

Und so ergreift Virginia die Initiative, um Vita näher kennenzulernen, um sich mit ihr zu befreunden. Ihr Umfeld, die ‚Bloomsberries‘ machen sich über Vita lustig.

Obwohl Virginia Woolf Intellektualität wichtig ist und sie ihre Probleme hat sich mit Vita intensiv zu unterhalten, so wie sie dies von ihrer Schwester Vanessa, ihrem Ehemann Leonhard Woolf und den anderen ‚Bloomsberries‘ gewohnt ist, etwas zieht sie zu Vita. Auch die Schreibe und Werke der Schriftstellerin Vita trifft nicht auf Virginias Geschmack. Zu oberflächlich, eher hingeschmiert, für die breiten Massen geschrieben, die dankbar Vitas Werke kaufen. Virginia, die sich unglaubliche Mühen gibt und mit körperlichem Einsatz ihre Bücher, Essays und Zeitungsartikel schreibt, spürt Eifersucht in sich. Warum leidet sie körperlich dermaßen unter ihrer Schreibe, während die andere, Vita, dieses Gazellenwesen, so gemächlich dahinplätschert in ihrem Leben. Ihr fliegt alles zu, selbst ein Literatur - Preis.

Erst nach Vitas abenteuerlichen Persienreise (zu ihrem Ehemann, der inzwischen in Persien stationiert ist) nimmt Virginia deren Schreibe ernster. Und doch rät sie immerzu ihrer Freundin, wie sich diese in ihrem Schreibstil verbessern kann. Doch Virigina erlebt mit Vita zum ersten Mal die Schönheit und Intensität einer erotischen Annäherung. Das macht sie abhängig von Vita, doch eine Abhängigkeit und Liebe, die sie akzeptieren kann. Die sie beflügelt, trotz des unsteten Wesens von Vita, trotz deren Eskapaden und dass sich die lebenslustige und dynamische weitaus jüngere Frau auch andere Liebhaberinnen sucht.

Nachdem Virigina Woolf mit viel Anstrengung das Werk ‚Die Fahrt zum Leuchturm‘ über ihre Familie fertigstellt, wirft sie sich auf ein neues Buch. Eine Blitzidee, die sie rasant umsetzt, inspiriert durch Vita und deren unsteten Leben: Orlando. Orlando ist Vita, Vita ist Orlando.

Orlando wird Virginia Woolfs bestes Buch. Und sie schafft dieses Werk auch ohne körperliche Strapazen innerhalb von kurzer Zeit fertigzustellen. Virginia Woolf, gefeierte Schriftstellerin und in den 70ern wiederentdeckte Autorin des Feminismus, unterhält bis zu ihrem selbst gewählten Tode eine enge freundschaftliche Verbindung mit Vita Sackville – West.

‚Die Liebenden von Bloomsbury – VITA und der Garten der Liebe‘, Stefanie H. Martin hat mit diesem Buch ihre Trilogie zu den ‚Die Liebenden von Bloomsbury (der ungemein kreativen Gruppierung, die im Londoner Stadtteil Bloomsbury logierte, werkelte und liebte, und sich selbst den Titel ‚Die Bloomsberries‘ gab) abgeschlossen.

Die ersten beiden Bücher tragen den Titel ‚Virginia und die neue Zeit‘ und ‚Vanessa und die Kunst des Lebens‘. Höhepunkt jedoch dieser an nicht wenigen Höhepunkten und literarischen Freuden bescherenden Trilogie ist jedoch in der Tat das dritte Buch, was sich so intensiv mit Virginia und Vita auseinandersetzt.

Es ist diese intensive Recherche zu dem Leben der ‚Bloomsberries‘ und insbesondere der Frauen in dieser Gruppierung und natürlich zu Virginia Woolf, ihrer Schwester Vanessa und der Geliebten Vita. Das Eindringen in das Leben aller Beteiligten wird durch eine akribische, von Stefanie Martin durchgeführte, Recherche und Analyse aller zur Verfügung stehenden Dokumenten unterstützt. Die Werke der Frauen, Tagebücher und Bücher und Werke des Umfelds der Bloomsberries führten zu einem Roman, (beziehungsweise drei Romanen), die uns – den Lesenden – eine Einsicht in das Leben von Virginia Woolf, Vanessa und Vita bescheren.

Dank dieser Arbeit ist es möglich eine neue Sicht auf die grandiose und einmalige Schriftstellerin Virginia Woolf zu erhalten.

Immer schon ein Virginia Woolf – Fan habe ich durch diese Trilogie so viel Neues erfahren. Es ist ein fast schon unirdischer Lesegenuss, wie ich mich langsam und genießend Wort für Wort durch das berauschende Werk von Stefanie H. Martin gelesen habe.

Danke!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere