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LindaRabbit

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2025

Geister

Kälteschlaf
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In dem isländischen Krimi geht es um eine höchst spannende Angelegenheit: Eine Frau wird gefunden, in einem Ferienhaus, Selbstmord. Ihre Freundin wollte sich, nach Absprache mit der Toten, am Wochenende ...

In dem isländischen Krimi geht es um eine höchst spannende Angelegenheit: Eine Frau wird gefunden, in einem Ferienhaus, Selbstmord. Ihre Freundin wollte sich, nach Absprache mit der Toten, am Wochenende dort erholen. Doch diese Freundin bringt den misstrauischen und ermittelnden Kripobeamten auf eine wichtige Spur.
Im Laufe der knapp 400 Seiten wird der lesende Mensch auf eine höchst ungewöhnliche, aber spannende Ermittlung mitgenommen. Und lernt dabei gruselige Dinge: Dass es Medizinstudierende gibt, die anscheinend Nah-Tod-Experimente machen. Dass die Geister der Vergangenheit einen nicht in Ruhe lassen.
Maria und ihr Vater. Erlendur und sein Bruder. Ein verschwundener junger Mann. Eine verschwundene junge Frau.
So werden im Laufe der Geschichte Mord- und Vermisstenfälle aufgeklärt und mit den eigenen Geistern gekämpft...
Wieder einmal hat ein isländischer Autor bewiesen, dass sie eines können auf jeden Fall die Isländer - unglaublich interessante und spannende Krimis schreiben. Und nebenbei lernt man auch noch interessante Fakten, wie Kälte den Herzschlag eines Menschen verlangsamt.
Ich wünsche mir mehr Erlendurs auf dieser Welt!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste

Zwiegespräch in der Wüste
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Die unglaubliche Erzählung zweier junger Geologen, Henno Martin und Hermann Korn, die nach Namibia (damals noch Südwest genannt) gehen. Sie wollen dem Nazi-Reich entkommen und sich auf ihre Geologen Tätigkeit ...

Die unglaubliche Erzählung zweier junger Geologen, Henno Martin und Hermann Korn, die nach Namibia (damals noch Südwest genannt) gehen. Sie wollen dem Nazi-Reich entkommen und sich auf ihre Geologen Tätigkeit konzentrieren.

Als dann viele Deutschstämmige mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (na, wer hat das veruracht?) von der britischen Kolonialmacht interniert wurden, gehen die beiden mit einem Transporter, Lebensmittel und vielen Überlebensmaterialien in die Wüste. Die Kalahari, einer der härtesten Wüsten der Welt. Als Geologen kennen sie sich aus, sie wissen wie die Wüste reagiert, wo sie Wasser finden können und die wissen auch sich zu ernähren. Sie müssen sich von Menschen fern halten, denn diese könnten sie der Polizei verraten.

Es ist sehr spannend, die Geschichte der beiden zu lesen. Denn es geht nicht nur um die Wüste, die Wetter und die Kargheit auszuhalten. Sie müssen sich auch gegen wilde Tiere wehren, sie müssen ihr Essen erjagen.
Sie schaffen es mit Hilfe von Solarenergie (ja damals schon) ihr Autoradio am Laufen zu halten und verfolgen deprimiert das Weltgeschehen.

Es ist großartig geschrieben und voller Liebe zur Wüste.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Die großartige Schriftstellerin mit Utopien

Charlotte Perkins Gilman: Herland trifft Ourland
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Charlotte Perkins Gilman - Ende des 19. Jahrhundert, Anfang des 20. Jahrhunderts, als es für Frauen noch schwerer war aus ihren, von der Männerwelt angedachten und erzwungenen Rollen, auszubrechen, schrieb ...

Charlotte Perkins Gilman - Ende des 19. Jahrhundert, Anfang des 20. Jahrhunderts, als es für Frauen noch schwerer war aus ihren, von der Männerwelt angedachten und erzwungenen Rollen, auszubrechen, schrieb sie bereits Utopien, die unglaublich interessant sind.

Von den beiden erwähnten Romanen kenne ich lediglich 'Herland', was mich - trotz der Dünne des Bandes, 186 Seiten, dermaßen fasziniert hat. Ein Land, seit 2000 Jahren männerfrei. Jede Frau wird Mutter eines weiblichen Babys. Die Frauen gestalten ihr Land, unerreichbar für andere, wohlhabend und friedlich. Was für eine herrliche Utopie!

Doch dann kommen drei Männer an, junge Männer; und leider Gottes ist einer von ihnen, Terry, ein übler Macho. Überzeugt von sich und seiner Manneskraft. Die beiden anderen können sich wunderbar in das tolle Land - Herland - integrieren. Terry ist derjenige, der schlimme Gewaltfantasien hat und auch auslebt.
Einer bleibt, weil er sich nicht nur in eine junge Frau verliebt hat sondern auch dieses Land großartig findet. Der zweite, der Ich - Erzähler, muss mit dem bösen Terry, der verbannt wird, ausreisen. Ihm folgt neugierig Ellador, sie will das Heimatland der Männer kennenlernen. Der zweite Teil des Buches, was ich nicht kenne...


Ich vermute, sie wird entsetzt sein. Und im 21. Jahrhundert - geschockt von der Frauengewalt.
Also insofern wäre es mehr als wichtig, diese großartige Utopie wieder für ein größeres Lesepublikum erreichbar zu machen.

Vor allem, dort wo Frauen in der Regierungs'gewalt' sind, geht es friedfertiger zu, als in Ländern wo sich Narzisten und Diktatoren aufspielen und Frauen als ihre Spielzeuge betrachten.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Ein glückliches Hirn?

Ihr glücklichen Augen
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Diejenigen, die allen Menschen sagt 'Lest!', schreibt zu ihren vielfältigen Reisen. Von sozusagen Kindesbeinen an bis zum gücklichen Ältersein. Da ist natürlich sehr viel Selbstgefälliges dabei, denn sie ...

Diejenigen, die allen Menschen sagt 'Lest!', schreibt zu ihren vielfältigen Reisen. Von sozusagen Kindesbeinen an bis zum gücklichen Ältersein. Da ist natürlich sehr viel Selbstgefälliges dabei, denn sie ist ja die Heidenreich, diejenige die weltweit bekannt ist (auf einem Basar in einem arabischen Land, beim Dattelnkaufen).
Ist das so? Ehrlich gesagt, dies ist das erste Buch von ihr, welches ich lese. Ich bin eine Vielleserin, nie ohne Buch unterwegs. Und Reisen kenne ich auch, bzw. mehr das Leben in anderen Kulturen, weil ich auf drei Kontinenten viel unterwegs war, beruflich und den Lebensumständen gemäß. Und ein vierter zieht mich auch oft an, wenn dort nicht gerade ein Präsident am Durchknallen ist. Ich nehme Heidenreichs Buch zur Inspiration. Denn was kann der durchschnittliche Mensch, ohne Heidenreichs Bekanntheitsgrad, vom Reisen sagen? Es gibt so vieles, was einem auffällt und bewegt. Natürlich könnte ich sagen, dass ich jetzt bei dem Buch 'Ihr glücklichen Augen' eine Art Stalkerin bin, die eben wissen will, was hat sie denn damals gemacht ... in jungen Jahren, wen liebte sie und mit wem klappte es nicht... Manche leben gerne im Licht der Öffentlichkeit, auch wenn sie sich selbst dann als mausgraue Haartrachttragende outet. Allein das macht das Lesen wert, die gewisse Selbstironie der Autorin. Sie weiß es, jede:r andere weiß es auch...

Am meisten hat mich ihre schillernde Freundin angezogen, die sie dann auch gerne schillernd einkleidete...diejenige welche, die sagte, du bist immer so mausgrau... ich liebe solche Freundinnen, die sind ehrlicher als alle anderen. Ja bestimmt, Elke Heidenreich hat viele Kontakte, von einigen hat sie in diesem Buch geschrieben. Gönnen wir ihr das!

Also hat mein Gehirn auch glückliche Stunden, denn ich kann lachen über ihre Selbstironie und, zweifelsfrei, ich bin inspiriert selbst über meine Reisen ein wenig zu schreiben...

Das Umschlagbild zum Büchlein ist großartig gemacht, der alte, fast zerfallene Eingangsbereich eines 'bookshops'. Sehr schön,

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Die Suche nach dem 'warum'

Das Attentat
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Amin Jaafari hat es geschafft. Er ist Chirurg, ein angesehener Arzt in Tel Aviv. Er lebt in einem schicken Stadtteil in einem tollen Haus und er hat diese gut aussehende liebenswürdige Frau an seiner Seite.
Er ...

Amin Jaafari hat es geschafft. Er ist Chirurg, ein angesehener Arzt in Tel Aviv. Er lebt in einem schicken Stadtteil in einem tollen Haus und er hat diese gut aussehende liebenswürdige Frau an seiner Seite.
Er hat eine arabischen Familie, aber doch auch jüdische Freunde und Freundinnen. Könnte alles gut sein in diesem kleinen, aber doch auch zerrissenen Land.

Doch dann bricht die Welt für Amin Jaafari zusammen. Seine Frau wird als Attentäterin identifzizert. Er versteht es nicht, er lehnt es ab und sagt, sie war zufällig in dem Cafe, sie ist Opfer geworden. Er trauert um die große Liebe seines Lebens. Doch dann kommt ein Brief von ihr an ihn. Und er beginnt nachzuforschen. Er kommt den Dingen sehr nahe, zu nahe und das lassen die Terroristen nicht zu.

Für beide Seiten, der jüdisch - israelischen und der arabisch - muslimischen, ist er plötzlich der Feind. Er versucht zu verstehen. Dabei fährt man mit ihm du rch das zerrisssene Land und bekommt Einsichten...

Sehr interessant geschrieben. Es führt den lesenden Menschen an die Kernprobleme des Konfliktes heran. Der Autor ist ein algerischer Ex-Militär, der sein Land verlassen hat und unter einem weiblichen Name publiziert. Allein das ist aufschlussreich für die Zustände in arabischen Ländern.

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