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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2026

Sehr hohes Niveau

Disney Malen nach Zahlen - Vaiana
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Malen nach Zahlen hat mich immer fasziniert, aber ich bin nicht DIE Pinselkünstlerin und mag grundsätzlich lieber mit Stiften malen. Zwar habe ich hin und wieder Malbücher gesehen, die ein ähnliches Prinzip ...

Malen nach Zahlen hat mich immer fasziniert, aber ich bin nicht DIE Pinselkünstlerin und mag grundsätzlich lieber mit Stiften malen. Zwar habe ich hin und wieder Malbücher gesehen, die ein ähnliches Prinzip verfolgen, aber entweder war es mir zu simpel Söder die Motive sprachen mich nicht an.

Und nun also Vaiana. Malen nach Zahlen mit Disney klingt ja erst einmal nach Kindern als Klientel und auch wenn meine jüngste Tochter Interesse zeigt, hat es dieses Malbuch in sich.

Viele Farben werden benötigt und die Filder sind teilweise sehr klein, das Motiv selbst kann sich aber über eine Doppelseite hinweg ziehen. Also ein Malbuch mit hohem Anspruch und Niveau. Das macht Spaß und vor allem ist ein längeres Vergnügen. Ein Moment für mich allein, ein langer Moment. Perfekt zum Abschalten. Es ist eine Freude, ein Motiv unter den eigenen Händen entstehen zu sehen.

Die volle Punktzahl hätte es für mich im Set mit nummerierten Stiften gegeben.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Wie geht es nach der Verliebtheit weiter?

Wir in zehn Jahren
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Als mir dieses Buch in letzten Jahr bei einem Blogger:innen-Treffen vorgestellt wurde, habe ich sofort Interesse gehabt, aber scheinbar nicht richtig zugehört. Ich hatte erwartet, dass sie Geschichte nach ...

Als mir dieses Buch in letzten Jahr bei einem Blogger:innen-Treffen vorgestellt wurde, habe ich sofort Interesse gehabt, aber scheinbar nicht richtig zugehört. Ich hatte erwartet, dass sie Geschichte nach zehn Jahren Beziehung einsetzt und war fast ein wenig enttäuscht, dass es sich mit dem Kennenlernen beginnt.

Je mehr ich aber in die Geschichte eintauchte, um so mehr mochte ich es Coralie und Adam auf ihrem Beziehungsweg zu begleiten. Es ist ein Throwback in eigene Erinnerungen, wie sich Beziehungen im Laufe der Zeit entwickeln und verändern.
Der Rausch am Anfang, das Zweifeln, die Sicherheit, das Festgefahrene. All das fängt die Autorin wunderbar ein und zeichnet ein rundes Bild, dass nie kitschig ist, aber auch nie ins Hoffnungslose abdriftet.

Viele Themen schneidet sie an (z.B. Patchworkfamilie, Kinderwunsch, Mental load). Aber nie habe ich das Gefühl bekommen, dass ein Thema nicht auserzählt wird. Dieses Buch hat mich mehr und mehr für sich eingenommen. Ich habe mich vielleicht nicht unbedingt wiedererkannt, aber ich hätte eine der Personen sein können.

Kein Buch, das nur dahin plätachert, aber auch kein Buch dass große Spannungsbögen anbietet. Irgendwas dazwischen, mit kleinen Hochs und Tiefs, wie das Leben eben. Ich fand das Buch recht ehrlich und habe es genau deshalb gern gelesen.

Eine Beziehung bleibt nie als gleich, auch wenn sich das der ein oder andere vielleicht wünscht. Aber genau diese Veränderungen, sie Hürden und Herausforderungen machen Adam und Coralie zwar auch zu schaffen, aber lässt sie auch immer im Gespräch bleiben.

Einziger Kritikpunkt: irgendwo im Buch trinkt die schwangere Coralie Alkohol. Ein No Go für mich. Auch in Romanen.

Ansonsten lest es, denn ob die Beziehung nach zehn Jahren noch Bestand hat, müsst ihr schon selbst herausfinden.

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Veröffentlicht am 10.07.2026

Familiengeheimnis und Generationentrauma

Das Haus der Goldmanns. Drei Generationen. Ein Haus. Ein großes Geheimnis.
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Bücher, die Familiengeheimnisse aufdecken, stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Daher hatte ich richtig Lust auf dieses Buch.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass aus der Perspektive dreier Frauen geschrieben ...

Bücher, die Familiengeheimnisse aufdecken, stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Daher hatte ich richtig Lust auf dieses Buch.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass aus der Perspektive dreier Frauen geschrieben wird. Es ist so wunderbar, wenn Frauen über Frauen schreiben und ihnen immer mehr Raum und Stimme geben. Drei Frauen, drei Generationen und wieder verschiedene Zeitebenen. Ich liebe das.

Viele Themen werden hier angeschnitten. Zum einen Demenz im Alter, hier gab es vielleicht einige wenige Punkte, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren, aber das war schon fast die einzige Kritik am Buch.
Dann geht es, nicht unbedingt vordergründig, aber doch leicht erkennbar, um Generationentraumata traumata. Als Leserin musste ich oft schlucken und mich Frage: *Was tut sie ihrem Kind an?". Es ist faszinierend und erschreckend gleichzeitig was äußere Umstände und furchtbare Tragödien mit einem Menschen machen und wie sich das von Generation zu Generation überträgt.

Zweiter kleiner Kritikpunkt: Das Familiengeheimnis war mir zu schnell klar. Aber eventuell ist das einfach ein Nebeneffekt, wenn man viel liest und vielleicht sollte es auch für die Lesenden gar nicht so geheimnisvoll solll.

Wir tauchen mit dem Buch wieder in die dunkelste Geschichte Deutschlands ein, die Autorin bleibt aber etwas Distanz in ihren Beschreibungen, so dass dieses Buch auch für Menschen gut lesbar ist, die zu genaue Details der NS-Zeit emotional zu sehr aufwühlen.

Insgesamt liest sich das Buch sehr leicht und flüssig. Claudia Kaufmann hat einen mehr als angenehmen Schreibstil. 'Das Haus der Goldmanns' ist ein Buch, dass mit Sicherheit eine breite Leserschaft begeistern kann.

Das Buch ist mein erstes Buch aus dem Ultraviolett Verlag. Es waren inzwischen schon drei andere darauf, von mir gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Das Leben der Esja-Frauen

Moosland
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Habt ihr schon von den Esja-Frauen gehört? Ich tatsächlich vor diesem Buch noch nicht. Deutsche Frauen zog es ab 1949 aufgrund von Anzeigen in deutschen Zeitungen nach Island, um dort auf Bauernhöfen zu ...

Habt ihr schon von den Esja-Frauen gehört? Ich tatsächlich vor diesem Buch noch nicht. Deutsche Frauen zog es ab 1949 aufgrund von Anzeigen in deutschen Zeitungen nach Island, um dort auf Bauernhöfen zu arbeiten und der Landflucht und dem Männerüberschuss entgegenzuwirken. Offiziell wurden Helferinnen gesucht, inoffiziell Heiratskandidatinnen gewollt.

Katrin Zipse hat sich genau dieser historischen Unbekannte und macht die Esja-Frauen sichtbar. Die junge Protagonistin, die wir hier begleiten, bleibt lange stumm. Erst nach und nach entblättert sich ihr eigenes Trauma. Ihre selbstgewählte Sprachlosigkeit passt zur Poesie der isländischen Landschaft. Rauh, wild, karg und doch so reich an Ursprünglichkeit. So stelle ich mir Island vor und so schreibt Katrin Zipse.

Ein ruhiger Roman, der aber doch immer wieder Spannungen in sich trägt. Eine Geschichte, die von Distanzen geprägt ist und mich doch immer wieder tief berührt.

Moosland ist ein Buch, dass ich wohl an mir hätte vorbeiziehen lassen. Dank vieler positiver Rezensionen und einer Programmvorschau, bei der wir Blogger:innen die Autorin erleben durften, haben mich neugierig gemacht. Ein Glück kann ich nur sagen. Ein Kleinod von einem Buch hätte ich sonst verpasst.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Eine recht aktuelle Dystopie

Das Gedächtnis der Tiere
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Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war.

So ging es mir mit diesem Buch. ...

Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war.

So ging es mir mit diesem Buch. Ich wollte es unbedingt lesen, weil mich der dystopische Inhalt sehr gereizt hat. Eine Pandemie, die alle dahinrafft. Da klingelt was. Die Autorin wurde tatsächlich beim Schreiben von der Wirklichkeit überholt. Einige Parallelen lassen sich in Buch erkennen, aber die Geschichte ist soviel mehr. Da ist die Frage, wie geht es weiter? Hinauswagen oder ausharren?

Claire Fuller verknüpft das Endzeit-Szenario mit Erinnerungen. Mittels eines genialen Apparates, den Revisitor, kann Neffy, die Protagonistin ihre Vergangenheit anrufen und sich in ihre Erinnerungen fallen lassen. So sehr, dass dieser Revisitor bald einer Droge gleichzusetzen ist.

In der Gegenwart schreibt Neffy Briefe an einen Oktopus, an ihren Oktopus. Auch hier entblättert sich nach und nach eine Geschichte, die uns die Protagonistin näher bringt und uns mehr von ihrem Wesen erkennen lässt.

So finden wir in diesem Buch drei Handlungsstränge, die ineinander verwoben werden, sich dabei immer nah sind und mich teilweise sehr gerührt haben. Hoffen und Bangen vermischen sich und ich war gespannt, was mich am Ende erwarten wird. Ein wenig muss ich Spoilern, doch selten hat mir ein offenes Ende so gut gefallen.

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