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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2023

Brutal ehrlich und deprimierend - Eine Erzählung welche unter die Haut geht

Sekunden der Gnade
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„Sekunden der Gnade“ ist mein erstes Buch des Autoren Dennis Lehane und mit seinem neusten Werk, konnte mich der Autor wirklich voll mitreißen. Sehr gelungen stellt er das Leben im Stadtteil South Boston, ...

„Sekunden der Gnade“ ist mein erstes Buch des Autoren Dennis Lehane und mit seinem neusten Werk, konnte mich der Autor wirklich voll mitreißen. Sehr gelungen stellt er das Leben im Stadtteil South Boston, genannt Southie, in Boston im Jahr 1974 dar. Armut, Gewalt und Drogen prägen den Alltag der Bewohner:innen, zusätzlich aufgeheizt wird die Stimmung durch den anstehenden erzwungenen Schultausch. Vor diesem Hintergrund schafft Dennis Lehane eine dichte Atmosphäre und vermittelt gekonnt die vorherrschende absolute Trostlosigkeit. Der Schreibstil liest sich durchaus angenehm, aber ehrlich gesagt hätte ich nicht damit gerechnet, wie sehr mich die Geschichte emotional deprimiert. Die Hauptprotagonistin Mary Pat macht es einem dabei zusätzlich auch nicht leicht. Auch wenn ihre grundlegende Ziele verständlich sind, greift sie doch auf zunehmend gewaltvolle Methoden zurück. Wer detaillierte Schilderungen davon nicht aushält, wird sich mit dieser Lektüre denke ich schwer tun. Und auch der durchgängig gelebte Rassismus von fast allen Charakteren, sowohl im Verbalen, als auch in direkten Handlungen ist nur schwer auszuhalten. Einziger kleiner Lichtblick ist die Ermittler-Perspektive von Bobby, aber auch seine Sicht allein kommt natürlich nicht gegen die erschlagend negative Grundstimmung an. Damit will ich nicht sagen, dass mir der Roman nicht gefallen hätte. Denn letztendlich ist er finde ich großartig erzählt und erscheint dermaßen wahr, das es eben weh tut. Auf manche Gewalttat hätte ich zwar verzichten können, insgesamt ist das Buch aber überaus lesenswert. Deshalb vergebe ich letztendlich auch volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung für Alle, die auf der Suche nach einer emotional anspruchsvollen Lektüre sind.

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Veröffentlicht am 28.08.2023

Berührendes Jugendbuch über Trauer, Liebe und einen ganz besonderen Road Trip

Ende Juli, Anfang August
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„Ende Juli, Anfang August“ von Kristina Magdalena Henn ist nicht nur für junge Leser:innen interessant und punktet mit jeder Menge Emotionen. Von Beginn an konnte mich die Geschichte, welche aus der Sicht ...

„Ende Juli, Anfang August“ von Kristina Magdalena Henn ist nicht nur für junge Leser:innen interessant und punktet mit jeder Menge Emotionen. Von Beginn an konnte mich die Geschichte, welche aus der Sicht von Juli erzählt wird, voll und ganz in ihren Bann ziehen. Gerade die Trauer um ihre Schwester und ihre damit verbundenen vielfältigen Gefühle werden finde ich äußerst treffend dargestellt. Auf der Reise von Sylt nach Portugal passiert dann emotional, aber auch sonst, ganz viel. Diesen Prozess hautnah erlebbar zu machen, ist eine große Stärke des Romans. Allerdings ging es mir mit manchen Szenen so, dass ich diese als etwas übertrieben bzw. unrealistisch empfand. Auf manche erzwungenen Dramatik der Reise hätte die Autorin für meinen Geschmack verzichten dürfen, klingen doch gerade die ruhigen Szenen besonders stark nach. Allerdings sorgen die teils verrückten Verwicklungen auch für Abwechslung und bewirken, dass wirklich nichts vorhersehbar erscheint. Der Schreibstil passt soweit zum Genre und wird das angesprochene Alter denke ich weder unter- noch überfordern. Die angesetzte Empfehlung von 13 Jahren ist gut gewählt, denn jüngere Leser:innen könnte die Geschichte durchaus überfordern. Insgesamt vergebe ich für den bewegenden Roman gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Weiter geht`s in einer meiner liebsten historischen Krimireihen

Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod
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„Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod“ von Charlotte Blum ist bereits der dritte Band der großartigen Reihe und bisher kann die Autorin ihr hohes Niveau zum Glück halten. Denn auch der neue Fall ...

„Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod“ von Charlotte Blum ist bereits der dritte Band der großartigen Reihe und bisher kann die Autorin ihr hohes Niveau zum Glück halten. Denn auch der neue Fall für Alma Täuber war spannend, durchdacht und unterhaltsam. Auch wenn man die Bände meiner Meinung nach ohne Vorwissen lesen kann, empfiehlt es sich doch, allein für die Figurenentwicklung, chronologisch zu lesen. Denn auch diesmal spielt das Privatleben der Hauptfiguren eine nicht unwichtige Rolle in der Handlung und dient anschaulich dazu den damaligen Zeitgeist zu spiegeln. Auch Baden-Baden bleibt weiterhin Handlungsort, aber durch neu gewählte Orte und Räumlichkeiten kommt hierdurch keine Langeweile auf. Der Autorin ist wie sie selbst schreibt eine gründliche Recherche wichtig und dies spürt man dem Text auf jeden Fall an. Sowohl sprachlich, als auch inhaltlich punktet das Buch erfreulicherweise mit Authentizität. Gekonnt werden hier historische Ereignisse mit einem fiktiven Kriminalfall verwoben. Allzu blutig geht es dabei nicht zu und so ordnet sich das Buch eher in der Cosy Crime ein. Aber auch die mit der Zeit liebgewonnen Charaktere sorgten bei mir für echte Wohlfühlatmosphäre, trotz der teils düsteren Stimmung. Da hier finde ich wirklich alles passt, kann ich den Kriminalroman aus voller Überzeugung weiterempfehlen. Natürlich gibt es von mir verdiente 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.08.2023

Spannendes Thema, toll und überaus aktuell umgesetzt

Oracle
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Gerade bei neuen Werken von Lieblingsautor:innen ist die Erwartung oft besonders groß und genau so ging es mir mit „Oracle“ von Ursula Poznanski. Nun am Ende der Lektüre angekommen, bin ich durchaus zufrieden ...

Gerade bei neuen Werken von Lieblingsautor:innen ist die Erwartung oft besonders groß und genau so ging es mir mit „Oracle“ von Ursula Poznanski. Nun am Ende der Lektüre angekommen, bin ich durchaus zufrieden mit dem Thriller, auch wenn es im Vergleich meiner Meinung nach nicht das beste Buch von ihr ist. Besonders gut gefallen hat mir diesmal die Aktualität des Romans, denn ohne gewollt modern wirken zu wollen schafft es die Autorin Diversität und zeitgemäße Überlegungen in ihrer Geschichte unterzubringen. Dabei verzichtet sie keinesfalls auf Spannung, diese war gerade zum Ende hin kaum noch auszuhalten. Hauptcharakter Julian wurde darüber hinaus authentisch und in seinem Denken überaus lebensnah dargestellt. Auf vielschichtige Weise wird klar, mit welchen Tücken ein modernes Orakel in unserer heutigen Zeit zu kämpfen hätte. Denn die Auswirkungen sind jeweils enorm, egal ob man ihm glaubt, oder eben auch nicht. Diese innere Zerrissenheit und die ständige Frage was die von Julian wahrgenommenen Marker wirklich bedeuten, ob sie überhaupt real sind und was eine eventuelle Warnung bewirken kann, tragen die Handlung äußerst gelungen. Aber auch mit individuellen Nebenfiguren und einem gewohnt ansprechenden Schreibstil punktete das Buch bei mir. Durch den klug gesetzten Spannungsbogen entstand außerdem ein toller Lesesog und so konnte ich „Oracle“ stellenweise kaum aus der Hand legen. Insgesamt bekommt das Buch von mir 4 ½ Sterne. Wer auf ordentlich Thrill und durchdachte Storys steht, sollte dieses Buch (unabhängig vom Alter) unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Fesselnder Auftakt einer Thriller-Trilogie

KRYO – Die Verheißung
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Auch wenn „KRYO – Die Verheißung“ von Petra Ivanov als in sich abgeschlossen beworben wird, ist es hier finde ich sehr wichtig zu betonen, dass es sich eben nicht um einen Einzelband, sondern den Auftakt ...

Auch wenn „KRYO – Die Verheißung“ von Petra Ivanov als in sich abgeschlossen beworben wird, ist es hier finde ich sehr wichtig zu betonen, dass es sich eben nicht um einen Einzelband, sondern den Auftakt einer Trilogie handelt. Und ja, ein Teil der Hauptgeschichte findet bereits hier seine Auflösung, dennoch blieben am Ende einige Fragen offen, welche erst in den nächsten Bänden beantwortet werden sollen. Genügend Spannungspotenzial ist für diese auf jeden Fall noch vorhanden und auch in diesem Buch war die Spannung wirklich hoch. Von Beginn an gelang es der Autorin eine dichte Atmosphäre, jede Menge Thrill und ein ordentliches Erzähltempo zu erzeugen. Dabei arbeitet sie mit zahlreichen Perspektiven, welche man gerade zu Beginn erst mal alle sortieren muss. Ein wenig Konzentration braucht die Lektüre deswegen durchaus. Inhaltlich ist die Handlung wie ich finde durchdacht und stimmig, auch die Charakterzeichnungen sind fürs Genre recht detailliert. Der Schreibstil las sich zwar flüssig, war stilistisch aber nicht ganz meins, wobei ich gar nicht so genau festmachen kann woran dies lag. Ein Pageturner war das Buch für mich zwar nicht, dennoch vergebe ich fürs runde Gesamtkonzept noch gute 4 Sterne.

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